Zeitzone

Zeitzone

Eine Zeitzone ist ein Abschnitt der Erdoberfläche, der aufgrund staatlicher Regelungen eine einheitliche Uhrzeit und ein einheitliches Datum hat. Es handelt sich hauptsächlich um eine rechtliche Definition, die viele praktische und alltägliche Auswirkungen hat.

Bei der Bildung der Zeitzonen besteht das Bestreben, einerseits den Tag am Gang der Sonne (Erdrotation) auszurichten und andererseits Gebiete mit einheitlicher gesetzlicher Ortszeit (Zonenzeit) zu definieren, zwischen denen eine leicht zu berechnende Zeitverschiebung (meist 1 Stunde) besteht. Das wird erreicht, indem man die Gebiete an der Ortszeit einzelner Längengrade LZ, der Zonenmeridiane ausrichtet, und beiderseits dieser Referenzlängen Kugelzweiecke („Spalten“) von 15° definiert (LZ ± 7,5°), und an allen Orten zwischen diesen zwei geografischen Längen das gleiche Datum (Tag und Uhrzeit) verwendet. Weil Zeitdienst nationale Kompetenz ist, und um administrativen und kulturellen Zusammengehörigkeit bestimmter Gebiete Rechnung zu tragen, weichen die tatsächlichen Zeitzonen von diesen Referenzmeridianen ab. Es können auch mehrere unabhängig voneinander definierte Zeitzonen die gleiche Zonenzeit haben.

Harmonisiert werden die Zonenzeiten anhand einer weltweit gültigen koordinierten Weltzeit (UTC, Universal Time Coordinated). Die Zonenmeridiane spielen heute keine Rolle mehr, sie dienen nunmehr der Orientierung, entscheidend ist die Zeitverschiebung in Bezug zur UTC, die an die Atomzeit gekoppelt ist: Die Meridiane selbst sind für präzise Zeitbestimmung nicht ortsfest genug (Kontinentalverschiebung, Gezeitenkräfte), und mit dem modernen Koordinatennetz-Referenzsystemen (WGS84, GRS80/ETRS89), die an ein geodätisches Datum gebunden sind, nicht die Erdoberfläche, ist auch der aktuelle Nullmeridian in Greenwich um etwa 100 Meter ostwärts gegenüber dem GMT-Nullmeridian verschoben. Auch die Schaltsekunde wird harmonisiert um Mitternacht UTC in die Zeitmessung eingefügt.

Während eines Kalenderjahres wird in Gebieten bestimmter geographischer Breite entweder immer dieselbe Zeitverschiebung in Bezug zur UTC verwendet (so z. B. in den Tropen) oder im Halbjahreswechsel eine von der Normalzeit (englisch Standard Time) beziehungsweise Winterzeit abweichende Daylight Saving Time (dt. Sommerzeit). Die Zeitzonen-Datenbank [1] enthält die Regeln [2] der Zeitzonen mit ihren Zeitumstellungen und deren Namen wie Europe/Berlin oder Europe/Vienna (Wien).

Inhaltsverzeichnis

Karte

Weltkarte mit Zonen gleicher Normalzeit beziehungsweise Winterzeit (Stand: September 2011)
Weltkarte mit Zonen gleicher Normalzeit beziehungsweise Winterzeit (Stand: September 2011)
Normalzeit + Sommerzeit (Stand: September 2011)
Normalzeit + Sommerzeit (Stand: September 2011)

Auswirkung auf die Zeitmessung

Weltkarte mit Tag-Nacht-Grenze

Innerhalb einer Zeitzone sind Tage mit Zeitumstellung zwischen Normal- und Sommerzeit kürzer oder länger als andere Tage.

Reist man in Richtung Osten, muss man seine Uhr vorstellen; in Richtung Westen zurückstellen.

Wird dabei die Datumsgrenze überschritten, müssen auch Datumsanzeigen (z. B. in Uhren, Notebook oder Handy) entsprechend angepasst werden.

Entstehung

Ursprünglich verfügte jeder größere Ort über seine eigene Uhrzeit, die nach der Sonne synchronisiert wurde. Wenn die Sonne ihren höchsten Punkt über dem Horizont erreichte, war es 12 Uhr mittags.

Die Vielfalt der lokalen Zeitrechnungen, die obendrein mit sehr unterschiedlicher Genauigkeit erfolgte, bereitete schon lange vor Aufkommen der Eisenbahnen Probleme, auch wenn sich diese im Alltagsleben nur wenig zeigten. So wurden die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstehenden Möglichkeiten der Telegrafie von Beginn an zur Verteilung von Zeitsignalen genutzt. In den 1840–1860er Jahren wurden in fast allen europäischen Ländern landesweit einheitliche Zeitzonen festgelegt. Diese folgten jedoch keinem festen Raster, sondern waren meist auf die Lokalzeit der jeweiligen Hauptstadt bezogen.

Mit der Entstehung grenzüberschreitender Bahnlinien wurde für die jeweilige Strecke eine bestimmte Zeit verwendet, was dazu führte, dass die Ortszeit von der Bahnzeit abwich – beim Zusammentreffen mehrerer Strecken entsprechend viele, teilweise nur um Minuten verschiedene Zeiten. So wurde die Gestaltung von Reiseplänen zu einer komplizierten Fleißarbeit. Der Antrieb, die Zeitzonen zu vereinheitlichen und zu systematisieren, kam daher vor allem von den Bahngesellschaften.

Ein weltweites Zeitzonensystem wurde zuerst 1879 vom kanadischen Eisenbahningenieur Sir Sandford Fleming als Eisenbahnzeit vorgeschlagen. Das führte nach einigen vorbereitenden internationalen Konferenzen auf der Internationalen Meridiankonferenz im Oktober 1884 in Washington D. C. dazu, dass die Erde zunächst in 24 Stundenzonen von je 15 Längengraden aufgeteilt wurde. Die Differenz zwischen benachbarten Zonen betrug damit 60 Minuten oder eine Stunde und somit 23 Stunden maximal zu der jeweils rückwärts gesehenen, ersten Zeitzone. Auf dieser Konferenz einigte man sich auf den 1883 zur Berechnung der Weltzeit festgesetzten Greenwich-Meridian als Nullmeridian.

Einführung in Deutschland

Im Deutschen Reich wurde mit dem Zeitgesetz (Gesetz betreffend die Einführung einer einheitlichen Zeitbestimmung) von 1893 die mittlere Mitteleuropäische Zeit (MEZ) als gesetzliche Zeit verankert.

Zuvor galten in den einzelnen Ländern individuelle Zeiten, in Bayern beispielsweise die Münchner Ortszeit, die gegenüber der in ganz Preußen geltenden Berliner Zeit einen Versatz von sieben Minuten (entsprechend etwa zwei Längengraden) hatte. Vorreiter einer einheitlichen Zeit waren auch in Deutschland die Eisenbahnen. Die Preußischen Staatseisenbahnen auf dem Gebiet des Norddeutschen Bundes verwendeten ab den 1880er Jahren die Berliner Zeit als interne Betriebszeit, die süddeutschen Bahnen jedoch bereits die MEZ. 1890 einigten sich die im Verein Deutscher Eisenbahnverwaltungen organisierten Staatsbahnen auf diese mitteleuropäische Zonenzeit als allgemeine Betriebszeit.

Ab dem 1. April 1892 wurde die MEZ für die Südländer Baden, Bayern und Württemberg als allgemeine Zeit im Alltag verbindlich. Ein Jahr später, mit dem Inkrafttreten des erwähnten Zeitgesetzes, galt sie auch für das gesamte Reichsgebiet. Die Umstellung der Landes-/Ortszeiten erfolgte am 1. April 1893.

Einführung in Österreich

Anders als in den meisten anderen Ländern wurde in Österreich Mitte des 19. Jahrhunderts nicht die Zeit der Hauptstadt Wien (16 Grad östliche Länge), sondern die Prager Zeit (14,5 Grad östliche Länge) verwendet. Im Eisenbahnbereich wurden jedoch, je nach Strecke, die Lindauer, Münchner, Prager, Budapester oder Lemberger Zeit verwendet.

Mit 1. August 1872 bildete der Wiener Meridian die Grundlage für die Zeitbestimmung des Zugverkehrs[3]. Die Wiener Mittagszeit wurde von der Universitätssternwarte an die Wiener Bahnhöfe telegrafisch signalisiert, von denen das Mittagszeichen an die Hinterbahnen telegrafisch weitergegeben wurde.

Bedingt durch die Erfahrungen aus Deutschland wurde mit dem 1. Oktober 1891 von den österreichischen Staatsbahnen die sogenannte Stunden-Zonenzeit eingeführt, die sich wie in Deutschland auf die Ortszeit des 15. östlichen Längengrades bezog (MEZ). Für das damalige Österreich mit einer Ausdehnung vom etwa 9. bis 23. Längengrad war das ein gutes Mittel. Eine gesetzliche Verordnung wie in Deutschland erfolgte nicht. Da der Unterschied zur Prager Zeit weniger als zwei Minuten betrug, war die Umstellung, zumindest für die Hauptstädter, nicht sehr groß.

Einführung in der Schweiz

In der Schweiz wurde bereits mit der Gründung des Bundesstaates 1848 eine einheitliche Zeit eingeführt. Da damals nur Bern und Genf über ausreichend genaue Sternwarten verfügten, wurde die Berner Zeit verwendet. Ab dem Jahr 1859 erfolgte die Ermittlung in der neuen Sternwarte in Neuenburg, weiterhin jedoch auf Basis der Berner Ortszeit. Da Bern auf 7,5 Grad östlicher Länge liegt, ergab sich gegenüber der MEZ ein Versatz von 30 Minuten. Zumindest in einigen Orten wurde parallel die Ortszeit weiter verwendet, so hatte der Genfer Inselturm beispielsweise um 1880 drei Uhren: Die rechte zeigte die Berner Zeit, die mittlere zeigte die Ortszeit (Bern −5 Minuten) und die linke zeigte die Zeit von Paris beziehungsweise die der Bahnlinie nach Paris (Berner Zeit −20 Minuten).

Bedingt durch die verbindliche Einführung in Deutschland und Österreich erließ der Berner Regierungsrat am 18. Mai 1894 eine Weisung, nach der „zur Vermeidung einer verwirrenden Zweispaltigkeit der Zeitbestimmung […] diese mitteleuropäische Zeit auch für das bürgerliche und amtliche Leben eingeführt wird, und es sollten sämtliche öffentlichen Uhren (Kirchenuhren und andere) auf den 1. Juni nächsthin um 30 Minuten vorgerückt werden“. Dieser Wechsel wurde von den anderen Kantonen zum selben Datum nachvollzogen.

Die Pariser Uhr am Genfer Inselturm blieb noch bis in die 1940er Jahre aktuell, da Frankreich erst am 10. März 1911 von Pariser auf Westeuropäische Zeit wechselte und erst unter der deutschen Besetzung ab 1940 die Mitteleuropäische Zeit übernahm.

Die heutige Situation

Heute sind die Zeiten in den verschiedenen Zeitzonen an die koordinierte Weltzeit (UTC) angekoppelt, die damit die Funktion der Greenwich Mean Time (GMT) als Weltzeit übernommen hat. Genau wie Letztere ist auch die UTC nach dem nullten Längengrad ausgerichtet, dieser verläuft durch Greenwich/London. Die Zeiten in den anderen Zeitzonen ergeben sich durch Hinzufügen oder Abziehen einer (meistens) ganzzahligen Anzahl von Stunden, je nach ihrem (mittleren) Abstand vom sogenannten nullten Längengrad.

Jedes Land ist einer Zeitzone zugeordnet. Länder mit sehr großer Ost-West-Ausdehnung erstrecken sich meist über mehrere Zeitzonen. So gibt es zum Beispiel in Russland neun Zeitzonen, in den Vereinigten Staaten und in Kanada je sechs, Brasilien und Mexiko teilt sich ebenso wie das kontinentale Gebiet von Australien in drei Zeitzonen auf. Die Volksrepublik China hingegen gehört trotz ihrer großen Ost-West-Ausdehnung einer einzigen Zeitzone an, so dass im ganzen Land dieselbe Zeit gilt, die sich an der geografischen Lage der Städte Schanghai und Peking orientiert.

Zeitzonen sind nicht international verbindlich genormt, sondern beruhen auf einem praktikablen Usus. Auf den Kontinenten obliegt es den jeweiligen Staaten, ihre Zeitrechnung gesetzlich zu regeln. Die internationale Harmonisierung basiert auf wissenschaftlicher Zusammenarbeit der internationalen und nationalen Zeitinstitute und zwischenstaatlichen Verträgen. Auf den Weltmeeren und im Luftraum, wie auch in der Raumfahrt gelten die Usancen und Standards der internationalen See-, Luft-, und Raumfahrt, die über die meist aus dem militärischen Bereich kommenden nationale oder supranationale Verbindlichkeiten wie zum Beispiel die Nautical time (NATO) geregelt sind.

Zudem gibt es auch Länder und Regionen, in denen landesspezifische Uhrzeiten gelten, deren Differenz zu den benachbarten Zeitzonen keine vollen Stunden betragen. So liegen zum Beispiel der Iran dreieinhalb Stunden, Afghanistan viereinhalb Stunden, Indien fünfeinhalb Stunden, Nepal fünfdreiviertel Stunden und die australischen Bundesstaaten Northern Territory und South Australia neuneinhalb Stunden vor der koordinierten Weltzeit. Zum 9. Dezember 2007 wurden die Uhren auch in Venezuela (zuvor atlantische Standardzeit, also UTC−4) um eine halbe Stunde zurückgestellt (nun UTC−4:30): Mit Einführung der sogenannten „Venezolanischen Standardzeit“ (Venezuelan Standard Time, VST, beziehungsweise spanisch Hora Estándar de Venezuela, HEV) wurde eine neue Zeitzone geschaffen. Die Gründe für diese Sonderfälle sind meist eine geographische Lage zwischen zwei Zeitzonen wie auch politisch-historischer Natur.

Artikel zu einzelnen Ländern, die in mehr als einer Zeitzone liegen bzw. lagen:

Daneben haben einige Länder, deren Hauptteil nur einer Zeitzone angehört Überseebesitzungen in anderen Zeitzonen:

  • Zeitzonen im Vereinigten Königreich und dessen Überseebesitzungen
  • Zeitzonen in Frankreich und dessen Überseebesitzungen
  • Zeitzonen im Königreich der Niederlande
  • Zeitzonen in Portugal
  • Zeitzonen in Spanien
  • Zeitzonen in Dänemark
  • Zeitzonen in Neuseeland
  • Zeitzonen in Chile

Berücksichtigung politischer Belange

Auch heutzutage haben die Zeitzonen mehr politische Bedeutung als den Sinn der Angabe der genauen Tageszeit. Innerhalb der Europäischen Union gehören die meisten Länder der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) an, die eine Stunde vor der koordinierten Weltzeit liegt. Portugal, das Vereinigte Königreich und die Republik Irland benutzen die westeuropäische Zeit (UTC+0h), Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und Zypern benutzen die osteuropäische Zeit (UTC+2h). In einigen Ländern gab es dabei immer wieder Versuche, sie an die mitteleuropäische Zeitzone anzuschließen.

Diese Vorliebe für die Mitteleuropäische Zeit führt dazu, dass auf den Nord-Ost-Norwegen vorgelagerten Inseln (Vardø) die mittlere Sonne bereits um 10:53 Uhr am höchsten Punkt steht, an der nordwestspanischen Küste (Kap Finisterre) dagegen erst um 13:37 Uhr MEZ, während der Sommerzeit eine Stunde später.

In der Volksrepublik China – deren Territorium etwa fünf Zeitzonen (UTC+5h bis UTC+9h) überschneiden würde – wird nur eine einzige Zeit (UTC+8h) benutzt, die der koordinierten Weltzeit acht Stunden voraus ist. Ausschlaggebend für diese Festlegung war die Zeit in Peking. Im westlichsten Zipfel von China ist somit der astronomische Mittag erst um 15 Uhr, im Osten um 11 Uhr.

In der russischen Exklave Kaliningrad (das ehemalige nördliche Ostpreußen mit Königsberg) ist es seit 2011 eine Stunde später als im östlich angrenzenden Litauen (UTC +2h) und zwei Stunden später als im südlich angrenzenden Polen (UTC +1h). Eine ähnliche Regelung galt nach 1989 für einige Jahre, da für Kaliningrad die westlichste Zeitzone im russischen Mutterland maßgeblich war.

Aus Handelsgründen gilt in Singapur dieselbe Zeit wie in Hongkong, damit die Börsen der beiden Städte zur selben Zeit öffnen und schließen. Somit findet der Sonnenauf- und -untergang um 7 Uhr und 19 Uhr statt, im Gegensatz zur astronomischen Zeit von 6 Uhr und 18 Uhr. Auch Malaysia benutzt dieselbe Zeitzone wie Singapur und Hongkong.

In Nepal beträgt die Zeitverschiebung +5h 45min gegenüber der UTC; damit will sich das Land vom großen Nachbarn Indien (UTC+5:30) abgrenzen.

In Kuba wurde 2004 aufgrund einer massiven Energiekrise beschlossen, in der Sommerzeit zu verbleiben. Somit hatte Kuba bis Herbst 2006 ganzjährig UTC−4h anstatt der vorher gültigen und geographisch „richtigen” UTC−5h.

1964 wurde in Venezuela unter Raúl Leoni zur Vereinheitlichung mit dem Kontinent die Zeitzone nach dem 60. Längengrad neu gerichtet (UTC−4, zuvor UTC−4:30 wegen der geografischen Lage zwischen UTC−5 und UTC−4). Am 9. Dezember 2007 wurde unter Hugo Chávez, wegen der geografischen Lage und Ablehnung der Zeitvereinheitlichung, die Uhr eine halbe Stunde zurückgestellt, seitdem gilt wieder die Zeitzone UTC−4:30.

Es gibt auch historische Beispiele, in denen aufgrund von Besetzung eines Landes durch ein anderes eine neue Zeit aufgezwungen wurde: So wurde Frankreich 1940 unter der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg von UTC+0 auf UTC+1 umgestellt. Die Niederlande erhielten 1940 von den deutschen Besatzern ebenfalls UTC+1. Hier galt zuvor die Amsterdamer Zeit, auch niederländische Zeit genannt. Diese Zeitzone existierte in den Niederlanden zwischen 1909 und 1940. Ursprünglich betrug die Zeit sogar exakt UTC+0:19, wurde aber am 17. März 1937 auf UTC+0:20 aufgerundet. [2]. Auch Malaysia wurde unter japanischer Besatzung 1942 von UTC+7:30 auf UTC+9 umgestellt.

Sommerzeit

Viele Länder wechseln in der Frühlingsmitte in eine andere Zeitzone, im Herbst wieder zurück. So gilt in den meisten EU-Staaten im Winter die MEZ (UTC+1h), in den Sommermonaten aber die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ, UTC+2h).

Auf der Südhalbkugel (z.B. in Teilen Australiens) wird etwa um ein halbes Jahr versetzt in die Sommerzeit gewechselt, so dass die Zeitdifferenz dieser Staaten zu Europa während des Jahres nicht nur um eine, sondern um zwei Stunden schwankt.

Hauptartikel: Sommerzeit

Handhabung in der Seefahrt

Bei Ost-West- oder West-Ost-Reisen an Bord eines Schiffes wird die Zeitumstellung recht willkürlich gehandhabt und die Tage, an denen eine Umstellung erfolgt, den betrieblichen Erfordernissen an Bord entsprechend festgelegt. In der Regel wird an einem Tag maximal eine Stunde umgestellt. Der Tag, an dem das geschieht, muss nicht zwingend mit dem Queren der geografischen Grenze zwischen zwei Zeitzonen zusammenfallen. Die Stunde wird in der Regel in drei 20-Minuten-Schritten während der Nacht gestellt: Die ersten 20 Minuten während der 20–24-Uhr-Wache, die zweiten 20 Minuten während der 0–4-Uhr-Wache und die letzten 20 Minuten während der 4–8-Uhr-Wache. So wird gewährleistet, dass die durch die Umstellung bedingte Mehr- beziehungsweise Minderarbeit auf alle drei Wachen gleichmäßig verteilt wird. Bei Zweiwachenschiffen wird analog verfahren und zweimal um jeweils 30 Minuten verstellt.

Hauptartikel: Wache (Schiff)

Liste der Zeitzonen

Hinweis: Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für die Abkürzungen gibt es keine verbindliche Definition. So findet man z. B. für die Abkürzung „ECT“ European Central Time (UTC+1h), Ecuador Time (UTC−5h) und Eastern Caribbean Time (UTC−4h). Mehrere Uhrenhersteller sind dazu übergegangen, die dreistelligen IATA-Flughafencodes zu benutzen, z. B. LAX = 'Los Angeles International Airport, CA, USA', gemeint ist die 'Pacific Standard Time', die in Kalifornien im Winter gilt. Innerhalb der NATO werden Zeitangaben gemäß DTG mit Buchstaben von A bis Z gekennzeichnet.

Zonenzeit UTC−12h bis UTC−9h 30min

UTC−12h (DTG: Yankee) UTC−11h (DTG: X-Ray) UTC−10h (DTG: Whiskey) UTC−9h 30min
Name: IDLW
International Date Line West
  HAST
Hawaii-Aleutian Standard Time
 
Sommerzeit:     HDT
Hawaii Daylight Time, UTC−9h
 
Länder:

Regionen mit einem Stern (*) verwenden eine Sommerzeit.

Zonenzeit UTC−9h bis UTC−6h

UTC−9h (DTG: Victor) UTC−8h (DTG: Uniform) UTC−7h (DTG: Tango) UTC−6h (DTG: Sierra)
Name: AKST
Alaska Standard Time
YST
Yukon Standard Time
PST
Pacific Standard Time
PT
Pacific Time
MST
Mountain Standard Time
CST
Central Standard Time
Sommerzeit: AKDT
Alaska Daylight Time
YDT
Yukon Daylight Time, UTC−8h
PDT
Pacific Daylight Time, UTC−7h
MDT
Mountain Daylight Time, UTC−6h
CDT
Central Daylight Time, UTC−5h
Länder:

Regionen mit einem Stern (*) verwenden eine Sommerzeit.

Zonenzeit UTC−5h bis UTC−4h

UTC−5h (DTG: Romeo) UTC−4h 30min UTC−4h (DTG: Quebec)
Name: EST
Eastern Standard Time
VST
Venezuelan Standard Time
AST
Atlantic Standard Time
Sommerzeit: EDT
Eastern Daylight Time, UTC−4h
ADT
Atlantic Daylight Time, UTC−3h
Länder:

Regionen mit einem Stern (*) verwenden eine Sommerzeit.

Zonenzeit UTC−3h 30min bis UTC−1h

UTC−3h 30min UTC−3h (DTG: Papa) UTC−2h (DTG: Oscar) UTC−1h (DTG: November)
Name: NST
Newfoundland Standard Time

 

     
Sommerzeit: NDT
Newfoundland Daylight Time, UTC−2h 30min
     
Länder:

Regionen mit einem Stern (*) verwenden eine Sommerzeit.

Zonenzeit UTC bis UTC+3h

UTC±0h (DTG: Zulu) UTC+1h (DTG: Alfa) UTC+2h (DTG: Bravo) UTC+3h (DTG: Charlie)
Name: WET
West European Time,
GMT
Greenwich Mean Time
deutsch: WEZ
Westeuropäische Zeit
auch Z-Zeit (mil.) Zulu-Zeit
auch: UTC
CET
Central European Time
deutsch: MEZ
Mitteleuropäische Zeit

(auch MET = Middle European Time. Dies ist eine veraltete Abkürzung, die allerdings heute noch gelegentlich verwendet wird. Der Begriff MET steht heute eigentlich für Middle Eastern Time oder für die Mission Elapsed Time, die die NASA für ihre Raummissionen verwendet).

EET
East European Time
deutsch: Osteuropäische Zeit
CAT
Central Africa Time
SAST
South Africa Standard Time
BT
Baghdad Time
Sommerzeit: WESZ
Westeuropäische Sommerzeit,
WEST/WEDT
West European Summer/Daylight Time,
BST
British Summer Time (British Standard Time von 1968 – 1971)
IST
Irish Summer Time,
UTC+1h
MESZ
Mitteleuropäische Sommerzeit,
CEST/CEDT
Central European Summer/Daylight Time. Gelegentlich taucht auch die Bezeichnung MEST auf. Mehr dazu s. oben unter MET.
WAST
West Africa Summer Time
UTC+2h
EEST/EEDT
East European Summer/Daylight Time,
UTC+3h
 
Länder:

Regionen mit einem Stern (*) verwenden eine Sommerzeit. Regionen mit zwei Sternen (**) verwenden eine Winterzeit.

Zonenzeit UTC+3h 30min bis UTC+5h

UTC+3h 30min UTC+4h (DTG: Delta) UTC+4h 30min UTC+5h (DTG: Echo)
Name: IRT
Iran Time
MSK
Moscow Time
   
Sommerzeit: IRST
Iran Summer Time, UTC+4h 30min
     
Länder:

Regionen mit einem Stern (*) verwenden eine Sommerzeit.

Zonenzeit UTC+5h 30min bis UTC+6h 30min

UTC+5h 30min UTC+5h 45min UTC+6h (DTG: Foxtrot) UTC+6h 30min
Name: IST
Indian Standard Time
     
Sommerzeit:        
Länder:

Regionen mit einem Stern (*) verwenden eine Sommerzeit.

Zonenzeit UTC+7h bis UTC+9h 30min

UTC+7h (DTG: Golf) UTC+8h (DTG: Hotel) UTC+9h (DTG: India) UTC+9h 30min
Name: ICT
Indochina Time
CNST
China Standard Time
JST
Japan/Korea Standard Time
ACST
Australian Central Standard Time
Sommerzeit:       ACDT
Australian Central Daylight Time, UTC+10h 30min
Länder:

Regionen mit einem Stern (*) verwenden eine Sommerzeit.

Zonenzeit UTC+10h bis UTC+11h 30min

UTC+10h (DTG: Kilo) UTC+10h 30min UTC+11h (DTG: Lima) UTC+11h 30min
Name: AEST
Australian Eastern Standard Time
    NFT
Norfolk (Island) Time
Sommerzeit: AEDT
Australian Eastern Daylight Time, UTC+11h
     
Länder:

Regionen mit einem Stern (*) verwenden eine Sommerzeit.

Zonenzeit UTC+12h bis UTC+14h

UTC+12h (DTG: Mike) UTC+12h 45min UTC+13h UTC+14h
Name: IDLE
International Date Line East,
NZST
New Zealand Standard Time
Kein offizieller Name vorhanden    
Sommerzeit: NZDT
New Zealand Daylight Time, UTC+13h
Kein offizieller Name vorhanden UTC+13h 45min    
Länder:

Regionen mit einem Stern (*) verwenden eine Sommerzeit.

Siehe auch

Literatur

Grundlagen der Zeitsysteme:

  • Friedrich Karl Ginzel: Handbuch der mathematischen und technischen Chronologie. 3 Bände, Hinrichs, Leipzig 1906–1914. (Bis heute das deutschsprachige Standardwerk schlechthin, aus der Zeit der internationalen Einführung des Zeitzonensystems)
  • Robert Weber (Institut für Theoretische Geodäsie der TU Wien): Zeitsysteme. In: Hermann Mucke (Hrsg.): Moderne astronomische Phänomenologie. 20. Sternfreunde-Seminar, 1992/93, und 21. Seminar 1994, Planetarium der Stadt Wien und Österreichischer Astronomischer Verein, Wien 1992, S. 33–54 (Übersichtliches Skriptum zu den Formeln der Zeitberechnung, ausführlicher stellen das die Standardwerke von Jean Meeus dar, Weblink Index Sternfreunde-Seminare).
  • P.K. Seidelmann, B. Guinot, L.E. Dogget: Time. Chapter 2. In: P.K. Seidelmann, U. S. Naval Observatory (Hrsg.): Explanatory Supplement to the Astronomical Almanac. University Science Books, Mill Valley, CA 1992, S. 39 (Standardwerk der astronomischen Zeitmessung).

Weblinks

 Commons: Zeitzonen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Zeitzone – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. tz database englische Wikipedia
  2. tz Datenbank-Zeitzonen-Liste englische Wikipedia
  3. Volkswirthschaftliche Zeitung. […] (Neue Zeitrechnung für die Eisenbahnen.) Das Vaterland, 15. August 1872[1]

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