Colditz


Colditz
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Colditz
Colditz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Colditz hervorgehoben
51.12916666666712.808333333333156
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Leipzig
Landkreis: Leipzig
Höhe: 156 m ü. NN
Fläche: 83,55 km²
Einwohner:

9.370 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04680
Vorwahl: 034381
Kfz-Kennzeichen: L
Gemeindeschlüssel: 14 7 29 080
Stadtgliederung: Kernstadt; 3 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
04680 Colditz
Webpräsenz: www.colditz.de
Bürgermeister: Matthias Schmiedel (Parteilos)
Lage der Stadt Colditz im Landkreis Leipzig
Sachsen-Anhalt Thüringen Landkreis Mittelsachsen Landkreis Nordsachsen Leipzig Bad Lausick Belgershain Bennewitz Böhlen (Sachsen) Borna Borsdorf Brandis Colditz Deutzen Elstertrebnitz Espenhain Falkenhain Frohburg Geithain Grimma Groitzsch Großpösna Hohburg Kitzen Kitzscher Kohren-Sahlis Machern Markkleeberg Markranstädt Mutzschen Narsdorf Naunhof Neukieritzsch Otterwisch Parthenstein Pegau Regis-Breitingen Rötha Thallwitz Trebsen/Mulde Wurzen ZwenkauKarte
Über dieses Bild

Colditz ist eine Stadt im Landkreis Leipzig in Sachsen, direkt an der Zwickauer Mulde gelegen. Die Stadt ist überregional durch das Schloss Colditz bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn, westlich beginnend) die Stadt Bad Lausick und die Stadt Grimma (beide im Landkreis Leipzig) sowie die Städte Leisnig, Hartha und Geringswalde und die Gemeinden Zettlitz und Königsfeld im Landkreis Mittelsachsen.

Ortsteile

  • Bockwitz
  • Colditz
  • Collmen
  • Commichau
  • Erlbach
  • Erlln
  • Hausdorf
  • Hohnbach
  • Kaltenborn
  • Koltzschen
  • Lastau
  • Leisenau
  • Maaschwitz
  • Meuselwitz
  • Möseln
  • Podelwitz
  • Raschütz
  • Schönbach
  • Sermuth
  • Skoplau
  • Tanndorf
  • Terpitzsch
  • Zschadraß
  • Zschetzsch
  • Zschirla
  • Zollwitz

Geschichte

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 49,1 %
 %
40
30
20
10
0
38,5%
31,2%
9,8%
7,5%
5,5%
3,9%
3,5%
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Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2004
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   8
   6
   4
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-9,9%
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Colditz um 1650

Die Region Colditz wurde 1046 als Burgwardbezirk Cholidistcha erstmals urkundlich erwähnt. Im 12. Jahrhundert entstand eine Kaufmannssiedlung und die spätere St. Nikolaikirche. Die erstmalige Erwähnung der Stadt Colditz selbst erfolgte im Jahre 1265 als „civitas“. 1404 wurde die Herrschaft Colditz von den Wettinern erworben, womit die Eingliederung in die Markgrafschaft Meißen erfolgte. Im Jahre 1456 errichtete der Kurfürst Friedrich II., der Sanftmütige (1428–1464) seiner Gemahlin Margaretha, geb. Erzherzogin von Östeerich, als Ausgleich für das ihr zustehende hohe Leibgedinge die Münzstätte Colditz.

1504 wurde Colditz von einem großen Stadtbrand heimgesucht; zeitgleich wurde mit dem Umbau der Burg Colditz zum Schloss Colditz begonnen. Im 16. Jahrhundert blühte das Tuchmacher- und Leineweberhandwerk auf.

Ansicht um 1850

Zwischen 1578 und 1591 war der Renaissancebau des Schlosses Jagdaufenthaltsort des kursächsischen Hofes und in den Jahren 1602–1622 Witwensitz der Kurfürstin Sophie von Sachsen in Colditz und Rochlitz. Ab dem 18. Jahrhundert begann die Verwendung Colditzer Tone auf kurfürstliche Anweisung in der 1710 gegründeten Meißener Porzellan-Manufaktur. Von 1800 bis 1803 wurde im Schloss ein Armenhaus, dann ein Landarbeiterhaus eingerichtet. 1804 begann die Erste Tonverarbeitung in der Colditzer Steingutfabrik Thomsberger & Hermann. Das Schloss wurde 1829 zur Landesversorgungsanstalt für Geisteskranke. Im Ortsteil Zschadraß wurde 1868 eine psychiatrische Klinik gegründet, die lange Zeit zu den bedeutendsten und innovativsten Einrichtungen ihres Faches in Sachsen zählte.

1933/34 erfolgte die Einrichtung eines Konzentrationslagers der SA für 600 Gegner des Nationalsozialismus im Schloss, das danach zwischen 1936 und 1937 als Reichsarbeitsdienst-Lager und von 1940 bis 1945 als Gefangenenlager für Offiziere (Oflag IV C) diente. Dieser Umstand wurde in dem britischen Film Colditz – Flucht in die Freiheit 2005 verfilmt. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im November 1944 wurde auf dem Gelände der Steingutfabrik Südwerk ein Außenlager des KZ Buchenwald eingerichtet, in dem über 450 jüdische KZ-Häftlinge für die Hugo Schneider AG Panzerfäuste herstellen mussten. Viele starben an den grausamen Lebensbedingungen, am Sadismus der SS-Bewacher und schließlich auf dem Todesmarsch im April 1945.

1958 markiert den Beginn der Porzellanherstellung in Colditz im VEB Colditzer Porzellanwerk. Dieses war in einem Kombinat mit u.a dem Porzellanwerk Kahla verbunden. Colditz stellte einen beträchtlichen Teil des in der DDR bekannten Mitropa-Porzellans her, welches man am Herstellerlogo "cp" erkennen kann.

2002 war die Stadt vom Jahrhunderthochwasser betroffen.

Seit dem 1. Januar 2011 bilden die Stadt Colditz, die ehemalige Nachbargemeinde Zschadraß sowie die vier südlichen Ortsteile Leisenau, Sermuth, Zschetzsch und Schönbach der ehemaligen Gemeinde Großbothen die neue Einheitsgemeinde Stadt Colditz.[2]

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

Jahr Einwohner
1834 3248
1960 6797
1990 6635*
2000 5756
Jahr Einwohner
2002 5506
2004 5286
2006 5116
2007 5048
2009 4870


* (3. Oktober)

Datenquelle ab 1990: Statistisches Landesamt Sachsen

Städtepartnerschaften

Gedenkstätten

  • Massengrab und Gedenkanlage auf dem Neuen Friedhof für KZ-Häftlinge des Außenlagers, die Opfer der Zwangsarbeit wurden; seit 1995 mit zwei weiteren Tafeln für Zwangsarbeiter und die alliierten Kriegsgefangenen
  • Sowjetischer Ehrenhain auf dem gleichen Friedhof mit Gedenkstein für zwei Rotarmisten und 16 Kriegsgefangene, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Gedenktafeln am Schloss für die 800 misshandelten Gefangenen eines frühen Konzentrationslagers, sowie an gefangene alliierte Offiziere und deren Kameraden, die ihnen bei der Flucht halfen
  • Reihen-Gräber auf dem Neuen Friedhof mit Colditzer Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg, die überwiegend in Heimatlazaretten gestorben waren.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Karlheinz Blaschke: Die Frühgeschichte der Stadt Colditz. in: Sächsische Heimatblätter 11 Heft 4, 1965, S. 290-307. ISSN 0486-8234. Wiederabdruck in: Peter Johanek (Hrsg.) unter Mitarbeit von Uwe John: Stadtgrundriß und Stadtentwicklung. Forschungen zur Entstehung mitteleuropäischer Städte. Ausgewählte Aufsätze von Karlheinz Blaschke (= Städteforschung : Reihe A, Darstellungen Bd. 44). Köln, Weimar, Wien: Böhlau 1997, S. 207-224. ISBN 3-412-06897-7 . 2., unveränderte Auflage ebd. 2001. ISBN 3-412-02601-8 .
  • Karlheinz Blaschke: Deutscher Städteatlas. Bd 3, 1. Teilbd. Acta Collegii Historiae Urbanae Societatis Historicorum Internationalis. Serie C. Stadtmappe Colditz, Dortmund-Altenbeken 1984. ISBN 3-89115-001-6
  • Rat der Stadt Colditz (Hrsg.): 700 Jahre Stadt Colditz. Colditz 1965.
  • Kriegsgefangenenlager Colditz Oflag IVc 1939–1945. Hrsg.v. Städtische Museum, Colditz 2004.
  • Colditz. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 5. Band, Zwickau 1818, S. 48–63.
  • Cornelius Gurlitt: Colditz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 19. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (1. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1897, S. 36.

Weblinks

 Commons: Colditz – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. Vereinbarung (Entwurf), Stand: 13. September 2010, abgerufen am 22. Dezember 2010

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