Bundesautobahn 95


Bundesautobahn 95

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Bundesautobahn 95 in Deutschland
Bundesautobahn 95
Bundesautobahn 95
Karte
Verlauf der A 95
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Gesamtlänge: 67,116 km

Bundesland:

Ausbauzustand: vierstreifig
Die A95 bei Starnberg Richtung München
Die A95 bei Starnberg Richtung München

Die Bundesautobahn 95 (Abkürzung: BAB 95) – Kurzform: Autobahn 95 (Abkürzung: A 95) – führt von München in Richtung Garmisch-Partenkirchen. Sie hat eine Länge von gut 67 Kilometern.

Inhaltsverzeichnis

Strecke

Allgemein

Die A 95 ist auf ihrer gesamten Länge Teil der Europastraße 533. Der nördliche Teil bis zum Autobahndreieck Starnberg ist an die Erfordernisse einer Großstadt angepasst (hier ist die Strecke sechsstreifig ausgebaut). Daran anschließend verläuft die Strecke mit einem geringeren Verkehrsaufkommen östlich des Starnberger Sees entlang in das Alpenvorland.

Streckenverlauf

Entgegen der allgemeinen Meinung beginnt die Bundesautobahn 95 nicht am Autobahnanschluss München-Sendling-Süd (1), sondern 1,714 Kilometer südwestlich an der autobahnkreuzähnlich ausgebauten Anschlussstelle München-Kreuzhof (2). Der Bereich dazwischen ist zwar nach der Straßenverkehrsordnung eine Autobahn und somit mit dem Verkehrszeichen 330 (Zeichen 330.svg) beschildert. Der Abschnitt ist aber nach dem Bundesfernstraßengesetz als Bundesstraße 2 gewidmet und ist daher kein Bestandteil der Bundesautobahn 95. (siehe Liste der Autobahnen, die keine Bundesautobahnen sind). Des Weiteren besteht in diesem Abschnitt keine Mautpflicht für LKW.

Sechsstreifig führt die Strecke zirka 3,5 Kilometer in südlicher Richtung durch das Münchner Stadtgebiet. Hier besitzt die A 95 keinen Seitenstreifen. Nun führt die Strecke im Landkreis München durch den Forstenrieder Park. An dessen Ende befindet sich das Autobahndreieck Starnberg mit dem Abzweig der Bundesautobahn 952 Richtung Starnberg. Ab hier ist die A 95 nur noch vierstreifig ausgebaut.

Zirka zehn Kilometer verläuft die Autobahn nun an der Grenze zwischen dem Landkreis Starnberg und dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen entlang, bevor sie kurz vor Wolfratshausen den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen endgültig erreicht. Diesen durchquert die A 95 (zirka 15 Kilometer) in südlicher Richtung und erreicht drei Kilometer südlich der Ausfahrt Seeshaupt den Landkreis Weilheim-Schongau. An Penzberg vorbei erreicht die Strecke drei Kilometer südlich der Ausfahrt Sindelsdorf den Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Die Autobahn führt in südwestlicher Richtung weiter über die Loisach (knapp zwei Kilometer vor der Ausfahrt Murnau/Kochel). Im weiteren Verlauf überquert die A 95 auf Loisachbrücke Ohlstadt ein zweites Mal die Loisach sowie die B 2. Es folgt die letzte Ausfahrt Eschenlohe. Nach etwa 1,5 Kilometer endet die Bundesautobahn 95 an einer provisorischen Ausfahrt südlich von Eschenlohe und geht in die B 2 über. Von dort besteht Anschluss nach Garmisch-Partenkirchen und weiter über Mittenwald, Scharnitz und Seefeld in Tirol nach Innsbruck. Ebenso kann über die Bundesstraße 23 der Fernpass erreicht werden.

Geschwindigkeitsbegrenzung

Auf der Bundesautobahn 95 besteht größtenteils keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Lediglich im Stadtgebiet von München sind 80 km/h festgesetzt.

Bedeutung der Autobahn innerhalb des Fernstraßennetzes

Die A 95 und die von ihr abzweigende A 952 sind die einzigen Autobahnen in Deutschland, die auf absehbare Zeit nicht mit dem übrigen Autobahnnetz in Deutschland verbunden sind. Die A 95 hat daher eine überwiegend regionale Bedeutung, indem sie die Ferienregion südlich von München mit der Landeshauptstadt verbindet. Der nördliche Streckenabschnitt zwischen München und Starnberg wird vom Berufsverkehr beansprucht.

Geschichte

A 95 im Forstenrieder Park

Planung der Autobahn

Vor dem Zweiten Weltkrieg war eine Strecke zwischen München und Lindau am Bodensee vorgesehen (Strecke 77), die südlich des Ammersees verlaufen sollte.[1] Diese Planungen wurden nach dem Krieg modifiziert. So sollte auf deutscher Seite eine Autobahn von Basel nach Salzburg führen.[2] Der Abschnitt von Weil am Rhein bis München sollte die Bezeichnung A 22 tragen.[3]. 1974 wurde ein neues System der Nummerierung der Bundesautobahnen eingeführt. Dabei wurde die Strecke Basel – Salzburg zur Bundesautobahn 98 und die Strecke München – Garmisch-Partenkirchen die Bundesautobahn 95. 1980 wurden aufgrund der enormen Kosten, des nicht ausreichend nachweisbaren Bedarfes und fehlender Akzeptanz die Planungen zur A 98 aufgegeben. Bei Penzberg erinnert noch ein teilweise fertig gestelltes Autobahnkreuz (47° 44′ 31″ N, 11° 19′ 55″ O47.74207911.331861) an diese Planungen.

Ebenso war in früheren Jahren geplant, die Münchener Stadteinfahrt der A 95 ab dem Kreuz mit der geplanten A 99 als A 996 zu bezeichnen.

Bau der Autobahn

Der erste zirka zehn Kilometer lange Streckenabschnitt von München bis zur Anschlussstelle Schäftlarn wurde 1966 den Verkehr übergeben.[4] 1969 folgte die Verlängerung bis zur Anschlussstelle AS Wolfratshausen (elf Kilometer) [5] und 1970 bis zur Anschlussstelle Penzberg (16 Kilometer)[6].

1972 wurde die Strecke bis zu einer provisorischen Ausfahrt bei Ohlstadt (21,3 Kilometer) verlängert.[7] Zu diesem Streckenabschnitt gehört mit der Loisachbrücke Ohlstadt die mit 1315 m längste Brücke in Bayern. Um den Pfeilern der Brücke im moorigen Untergrund des Murnauer Mooses Halt zu geben, mussten zahlreiche Sprengungen in dem heutigen Naturschutzgebiet durchgeführt werden.

1982 folgte die bis heute letzte Verlängerung (4,6 Kilometer) bis zu einer provisorischen Ausfahrt südlich von Eschenlohe.[8]

Betrieb der Autobahn

A 95 Richtung Garmisch-Partenkirchen (mit Alpen im Hintergrund)

Zuständig für den Betrieb und die Erneuerung ist auf der gesamten Länge der A 95 die Autobahndirektion Südbayern mit der Autobahnmeisterei Starnberg. Die Meisterei befindet sich unmittelbar nördlich des Autobahndreieckes Starnberg.

Die A 95 wurde 1972 zwischen München und dem Autobahnkreuz Starnberg vorübergehend gesperrt. Anlass waren die im Zuge der Olympischen Sommerspiele in München stattgefundenen Olympischen Wettbewerbe der Straßen-Radrennfahrer.

Weiterer Ausbau

Der Weiterbau vom derzeitigen Autobahnende bei Eschenlohe nach Garmisch-Partenkirchen ist seit 1964 in Planung. Seit Mai 2000 ist die vierspurige Ortsumgehung von Farchant in Betrieb (als B 2). Geplant ist weiterhin die Ortsumgehung Oberau mit dem Westtunnel, dem Auerbergtunnel und einer Anbindung in Richtung Reutte und Schongau über eine B 23neu.[9]

geplanter Weiterbau
AB-AS-blau.svg provisorischer Autobahnanschluss
AB-Tunnel.svg Tunnel Auerberg (2000 m)
AB-AS.svg Oberau-Nord
AB-Tunnel.svg Tunnel Oberau (2995 m)
AB-AS.svg Oberau-Süd Bundesstraße 23 number.svg
AB-AS-gelb.svg Farchant
Bereits als B 2 gebautes Teilstück
AB-AS-gelb.svg Farchant
AB-Tunnel.svg Tunnel (90 m)
AB-Brücke.svg Loisachbrücke (120 m)
AB-Tunnel.svg Tunnel Farchant (2326 m)
AB-AS-gelb.svg Garmisch-Partenkirchen
Zeichen 215.svg Ortseinfahrt Garmisch-Partenkirchen


Rastanlagen

Zwischen den Anschlussstellen Schäftlarn und Wolfratshausen befindet sich beidseitig der Autobahn eine durchgängig bewirtschaftete Rastanlage mit Tankstelle. Des Weiteren befinden sich über die gesamte Strecke vier Parkplätze beidseitig der Autobahn.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Bundesautobahn 95 – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. autobahnonline.de: Autobahn–Übersichtskarte. 1940, abgerufen am 16. Juli 2010 (gif–22kB).
  2. autobahnonline.de: Das Netz der Bundesautobahnen. 1966, abgerufen am 16. Juli 2010 (gif–37kB).
  3. Henning Maruhn: Nummerierung des deutschen Autobahnnetzes nach West-Modell vor 1974. autobahnonline.de, abgerufen am 16. Juli 2010.
  4. Henning Maruhn: Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1966. autobahnonline.de, abgerufen am 16. Juli 2010.
  5. Henning Maruhn: Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1969. autobahnonline.de, abgerufen am 16. Juli 2010.
  6. Henning Maruhn: Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1970. autobahnonline.de, abgerufen am 16. Juli 2010.
  7. Henning Maruhn: Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1972. autobahnonline.de, abgerufen am 16. Juli 2010.
  8. Henning Maruhn: Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 1982. autobahnonline.de, abgerufen am 16. Juli 2010.
  9. Beschreibung der geplanten Ortsumgehung Oberau auf der Homepage der Bürgerinitiative

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