Fußball-Weltmeisterschaft 1982


Fußball-Weltmeisterschaft 1982
FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 1982
España 82
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Anzahl Nationen 24 (von 107 Bewerbern)
Weltmeister Italien (3. Titel)
Austragungsort Spanien
Eröffnungsspiel 13. Juni 1982
Endspiel 11. Juli 1982
Spiele   52
Tore 146  (∅: 2,81 pro Spiel)
Zuschauer 1.850.000  (∅: 35.577 pro Spiel)
Torschützenkönig Paolo Rossi (Italien) 6 Tore
Bester Spieler Paolo Rossi (Italien)
Gelbe Karte Gelbe Karten 98 (∅: 1,88 pro Spiel)
Rote Karte Rote Karten (∅: 0,1 pro Spiel)
Teilnehmer

Die Endrunde zur 12. Fußball-Weltmeisterschaft wurde vom 13. Juni bis zum 11. Juli 1982 in Spanien ausgetragen. Weltmeister wurde Italien, das Deutschland im Finale 3:1 besiegte. Schon gleich bei der Vergabe wurde ein heute noch bestehender WM-Rekord aufgestellt. Denn die Entscheidung über das Gastgeberland fiel bereits auf dem FIFA-Kongress in London am 6. Juli 1966. Keine andere WM-Vergabe fällte die FIFA frühzeitiger.

Inhaltsverzeichnis

Austragungsorte

Zum ersten Mal fand eine Fußballweltmeisterschaft in Spanien statt. Es wurde in 14 Städten mit insgesamt 17 Stadien gespielt:

(1982) (aktuell)
Stadion Spiele Plätze Plätze
Alicante Estadio José Rico Pérez 3 35.886 29.584
Barcelona Camp Nou 5 99.000 98.787
Barcelona Estadi Sarrià 3 40.000 (1997 abgerissen)
Bilbao Estadio San Mamés 3 46.223 39.750
La Coruña Estadio Muncipal de Riazor 3 34.190 34.611
Elche Nuevo Estadio 3 53.000 39.000
Gijón El Molinón 3 45.153 25.885
Madrid Estadio Santiago Bernabéu 4 90.800 80.354
Madrid Estadio Vicente Calderón 3 65.695 54.851
Málaga La Rosaleda 3 34.411 33.000
Oviedo Estadio Carlos Tartiere 3 28.421 30.500
Saragossa Estadio La Romareda 3 41.806 34.496
Sevilla Estadio Manuel Ruiz de Lopera 2 52.500 52.500
Sevilla Estadio Ramón Sánchez Pizjuán 2 68.110 45.500
Valencia Estadio Luis Casanova 3 47.542 53.000
Valladolid Estadio José Zorrilla 3 29.990 26.512
Vigo Estadio Balaídos 3 56.790 31.800

Qualifikation

Insgesamt bewarben sich 107 Nationen um die 24 Endrundenplätze. Für die einzelnen Kontinente waren die Teilnehmerzahlen fest vorgegeben. Europa stellte 13 Teilnehmer, hinzu kam Spanien, das als Ausrichter automatisch qualifiziert war. WM-Plätze gab es für die ersten drei der südamerikanischen Qualifikationsrunde sowie für Argentinien, das als Titelverteidiger ebenfalls direkt qualifiziert war. Nord- und Mittelamerika, Asien und Ozeanien, sowie Afrika stellten je zwei Teilnehmer. Größte Überraschung der Qualifikation war das Ausscheiden des Vize-Weltmeisters Niederlande, die hinter Belgien, Frankreich und Irland nur den vierten Platz ihrer Gruppe belegten. Für Algerien, Honduras, Kamerun, Kuwait und Neuseeland war es die erste WM-Teilnahme überhaupt. Folgende Länder qualifizierten sich für die Endrunde:

14 aus Europa BelgienBelgien Belgien Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland EnglandEngland England FrankreichFrankreich Frankreich
  ItalienItalien Italien JugoslawienJugoslawien Jugoslawien NordirlandNordirland Nordirland OsterreichÖsterreich Österreich
  PolenPolen Polen SchottlandSchottland Schottland SowjetunionUdSSR Sowjetunion SpanienSpanien Spanien
  TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei Ungarn 1957Ungarn Ungarn    
4 aus Südamerika ArgentinienArgentinien Argentinien Brasilien 1968Brasilien Brasilien ChileChile Chile PeruPeru Peru
2 aus Nord- und Mittelamerika El SalvadorEl Salvador El Salvador HondurasHonduras Honduras    
2 aus Afrika AlgerienAlgerien Algerien KamerunKamerun Kamerun    
1 aus Asien KuwaitKuwait Kuwait      
1 aus Ozeanien NeuseelandNeuseeland Neuseeland      

Auslosung und Modus

  • gesetzte Gruppenköpfe:   Italien (1) • BR Deutschland (2) • Argentinien (3) • England (4) • Spanien (5) • Brasilien (6)
  • Topf 1:   Chile • Peru • Belgien • Frankreich • Nordirland • Schottland
  • Topf 2:   Algerien • Kamerun • El Salvador • Honduras • Kuwait • Neuseeland
  • Topf 3:   Jugoslawien • Österreich • Polen • Sowjetunion • Tschechoslowakei • Ungarn

Den südamerikanischen Gruppenköpfen Argentinien und Brasilien wurden aus Topf 1 gezielt europäische Mannschaften zugelost.
Aus den Töpfen 2 und 3 wurden die Teams den sechs Gruppen völlig frei zugelost.

Gruppe 1 Gruppe 2 Gruppe 3
  ItalienItalien Italien   Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland   ArgentinienArgentinien Argentinien
  PolenPolen Polen   AlgerienAlgerien Algerien   BelgienBelgien Belgien
  PeruPeru Peru   ChileChile Chile   Ungarn 1957Ungarn Ungarn
  KamerunKamerun Kamerun   OsterreichÖsterreich Österreich   El SalvadorEl Salvador El Salvador
Gruppe 4 Gruppe 5 Gruppe 6
  EnglandEngland England   SpanienSpanien Spanien   Brasilien 1968Brasilien Brasilien
  FrankreichFrankreich Frankreich   HondurasHonduras Honduras   SowjetunionUdSSR Sowjetunion
  TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei   JugoslawienJugoslawien Jugoslawien   SchottlandSchottland Schottland
  KuwaitKuwait Kuwait   NordirlandNordirland Nordirland   NeuseelandNeuseeland Neuseeland

Die 24 Teilnehmer wurden in sechs Vorgruppen mit je vier Mannschaften eingeteilt. Die beiden ersten jeder Gruppe qualifizierten sich für die Zweite Finalrunde, die in vier Gruppen mit je drei Mannschaften ausgetragen wurde. Die Sieger der zweiten Finalrunde qualifizierten sich für das Halbfinale. Die Gewinner des Halbfinales bestritten das Finale, die Verlierer das Spiel um Platz drei.

Spielergebnisse

Erste Finalrunde

In der Vorrunde der WM, die erstmals mit 24 statt wie bisher mit 16 Mannschaften ausgespielt wurde, schafften fast alle Favoriten mehr oder weniger leicht den Sprung in die Zwischenrunde. Belgien besiegte im Eröffnungsspiel den amtierenden Weltmeister Argentinien mit 1:0. Auch Algerien schlug als vermeintlich schwächerer Gegner Deutschland mit 2:1, Nordirland wurde vor Spanien und den ebenfalls stärker eingeschätzten Jugoslawen Erster in Gruppe 5. Keiner der fünf WM-Debütanten erreichte die Zwischenrunde. Spanien spielte als Gastgeber und Mitfavorit auf den WM-Titel 1:1 gegen Honduras. Der spätere Weltmeister Italien spielte 1:1 gegen Kamerun, die ungeschlagen vorzeitig aus dem Turnier ausschieden.

Zu einem umstrittenen Spiel der Vorrunde wurde das abschließende Gruppenspiel zwischen Deutschland und Österreich, das auch als Nichtangriffspakt von Gijón bekannt wurde. Beiden Mannschaften genügte ein knapper Sieg Deutschlands, um in die Zwischenrunde zu kommen. Nach dem 1:0 für Deutschland durch Horst Hrubesch in der elften Minute stellten beide Mannschaften anscheinend alle ernsthaften Angriffsbemühungen ein. Durch den Einzug beider Mannschaften, denen Absprache vorgeworfen wurde, in die Zwischenrunde schied die vergleichsweise stark aufspielende Mannschaft aus Algerien aus dem Turnier. Nach diesem Spiel wurden die Regeln bei Welt- und Europameisterschaften so geändert, dass die beiden letzten Spiele einer Gruppe zur gleichen Zeit angepfiffen werden.

Nachdem Frankreich im Spiel gegen Kuwait seinen Vorsprung zum 4:1 erweitern konnte, weil ein Zuschauer pfiff und die kuwaitischen Spieler daraufhin das Spiel einstellten, stürmte der kuwaitische Scheich Fahid al-Ahmad as-Sabah das Spielfeld und drohte mit Spielabbruch, wenn das Tor nicht annulliert würde. Nach langer Diskussion gab der Schiedsrichter nach. Kurz darauf schoss Frankreich das vierte Tor erneut und gewann schließlich doch noch 4:1. Der Schiedsrichter wurde am nächsten Tag von der FIFA suspendiert und der kuwaitische Verband mit einer Strafe von 11.000 $ belegt.[1]

Außerdem war in dieser Vorrunde einzigartig, dass Italien, als späterer Gewinner dieses Turniers, kein Spiel gewann. In einer Vorrundengruppe mit fünf Unentschieden in sechs Spielen reichte den Italienern bei gleicher Tordifferenz ein geschossenes Tor mehr gegenüber der Mannschaft aus Kamerun, um als Zweiter eine Runde weiter zu kommen. Damit war Italien die erste Mannschaft, die eine WM-Vorrunde ohne Sieg überstanden hatte. Ein Zitat eines deutschen Fernsehreporters: „Ich wette ein Dreirad gegen einen Porsche, dass Paolo Rossi ausgewechselt wird.“ Rossi blieb und wurde Torschützenkönig der WM.

Für den höchsten Sieg der Vorrunde sorgten die Ungarn. Sie schlugen El Salvador mit 10:1, zum Weiterkommen reichte es dennoch nicht.

Gruppe 1

Rang Land Tore Punkte
1 PolenPolen Polen 5:1 4:2
2 ItalienItalien Italien 2:2 3:3
3 KamerunKamerun Kamerun 1:1 3:3
4 PeruPeru Peru 2:6 2:4
14. Juni 1982 in Vigo
ItalienItalien Italien PolenPolen Polen 0:0
15. Juni 1982 in La Coruna
PeruPeru Peru KamerunKamerun Kamerun 0:0
18. Juni 1982 in Vigo
ItalienItalien Italien PeruPeru Peru 1:1 (1:0)
19. Juni 1982 in La Coruna
PolenPolen Polen KamerunKamerun Kamerun 0:0
22. Juni 1982 in La Coruna
PolenPolen Polen PeruPeru Peru 5:1 (0:0)
23. Juni 1982 in Vigo
ItalienItalien Italien KamerunKamerun Kamerun 1:1 (0:0)

Gruppe 2

Rang Land Tore Punkte
1 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland 6:3 4:2
2 OsterreichÖsterreich Österreich 3:1 4:2
3 AlgerienAlgerien Algerien 5:5 4:2
4 ChileChile Chile 3:8 0:6
16. Juni 1982 in Gijon
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland AlgerienAlgerien Algerien 1:2 (0:0)
17. Juni 1982 in Oviedo
ChileChile Chile OsterreichÖsterreich Österreich 0:1 (0:1)
20. Juni 1982 in Gijon
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland ChileChile Chile 4:1 (1:0)
21. Juni 1982 in Oviedo
AlgerienAlgerien Algerien OsterreichÖsterreich Österreich 0:2 (0:0)
24. Juni 1982 in Oviedo
AlgerienAlgerien Algerien ChileChile Chile 3:2 (3:0)
25. Juni 1982 in Gijon
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland OsterreichÖsterreich Österreich 1:0 (1:0)

Gruppe 3

Rang Land Tore Punkte
1 BelgienBelgien Belgien 3:1 5:1
2 ArgentinienArgentinien Argentinien 6:2 4:2
3 Ungarn 1957Ungarn Ungarn 12:6 3:3
4 El SalvadorEl Salvador El Salvador 1:13 0:6
13. Juni 1982 in Barcelona (Camp Nou)
ArgentinienArgentinien Argentinien BelgienBelgien Belgien 0:1 (0:0)
15. Juni 1982 in Elche
Ungarn 1957Ungarn Ungarn El SalvadorEl Salvador El Salvador 10:1 (3:0)
18. Juni 1982 in Alicante
ArgentinienArgentinien Argentinien Ungarn 1957Ungarn Ungarn 4:1 (2:0)
19. Juni 1982 in Elche
BelgienBelgien Belgien El SalvadorEl Salvador El Salvador 1:0 (1:0)
22. Juni 1982 in Elche
BelgienBelgien Belgien Ungarn 1957Ungarn Ungarn 1:1 (0:1)
23. Juni 1982 in Alicante
ArgentinienArgentinien Argentinien El SalvadorEl Salvador El Salvador 2:0 (1:0)

Gruppe 4

Rang Land Tore Punkte
1 EnglandEngland England 6:1 6:0
2 FrankreichFrankreich Frankreich 6:5 3:3
3 TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei 2:4 2:4
4 KuwaitKuwait Kuwait 2:6 1:5
16. Juni 1982 in Bilbao
EnglandEngland England FrankreichFrankreich Frankreich 3:1 (1:1)
17. Juni 1982 in Valladolid
TschechoslowakeiTschechoslowakei ČSSR KuwaitKuwait Kuwait 1:1 (1:0)
20. Juni 1982 in Bilbao
EnglandEngland England TschechoslowakeiTschechoslowakei ČSSR 2:0 (0:0)
21. Juni 1982 in Valladolid
FrankreichFrankreich Frankreich KuwaitKuwait Kuwait 4:1 (2:0)
24. Juni 1982 in Valladolid
FrankreichFrankreich Frankreich TschechoslowakeiTschechoslowakei ČSSR 1:1 (0:0)
25. Juni 1982 in Bilbao
EnglandEngland England KuwaitKuwait Kuwait 1:0 (1:0)

Gruppe 5

Rang Land Tore Punkte
1 NordirlandNordirland Nordirland 2:1 4:2
2 SpanienSpanien Spanien 3:3 3:3
3 JugoslawienJugoslawien Jugoslawien 2:2 3:3
4 HondurasHonduras Honduras 2:3 2:4
16. Juni 1982 in Valencia
SpanienSpanien Spanien HondurasHonduras Honduras 1:1 (0:1)
17. Juni 1982 in Saragossa
JugoslawienJugoslawien Jugoslawien NordirlandNordirland Nordirland 0:0
20. Juni 1982 in Valencia
SpanienSpanien Spanien JugoslawienJugoslawien Jugoslawien 2:1 (1:1)
21. Juni 1982 in Saragossa
HondurasHonduras Honduras NordirlandNordirland Nordirland 1:1 (0:1)
24. Juni 1982 in Saragossa
HondurasHonduras Honduras JugoslawienJugoslawien Jugoslawien 0:1 (0:1)
25. Juni 1982 in Valencia
SpanienSpanien Spanien NordirlandNordirland Nordirland 0:1 (0:0)

Gruppe 6

Rang Land Tore Punkte
1 Brasilien 1968Brasilien Brasilien 10:2 6:0
2 SowjetunionUdSSR Sowjetunion 6:4 3:3
3 SchottlandSchottland Schottland 8:8 3:3
4 NeuseelandNeuseeland Neuseeland 2:12 0:6
14. Juni 1982 in Sevilla (Pizjuán)
Brasilien 1968Brasilien Brasilien SowjetunionUdSSR Sowjetunion 2:1 (0:1)
15. Juni 1982 in Malaga
SchottlandSchottland Schottland NeuseelandNeuseeland Neuseeland 5:2 (3:0)
18. Juni 1982 in Sevilla (Lopera)
Brasilien 1968Brasilien Brasilien SchottlandSchottland Schottland 4:1 (1:1)
19. Juni 1982 in Malaga
SowjetunionUdSSR Sowjetunion NeuseelandNeuseeland Neuseeland 3:0 (1:0)
22. Juni 1982 in Malaga
SowjetunionUdSSR Sowjetunion SchottlandSchottland Schottland 2:2 (0:1)
23. Juni 1982 in Sevilla (Lopera)
Brasilien 1968Brasilien Brasilien NeuseelandNeuseeland Neuseeland 4:0 (2:0)

Zweite Finalrunde

In der Zweiten Finalrunde kam es zu vier Dreiergruppen, in denen sich jeweils nur der Erstplatzierte für das Halbfinale qualifizierte.

In Gruppe A belegten am Ende die Polen vor der Sowjetunion den ersten Platz.

In Gruppe B setzte sich Deutschland gegen die Rivalen aus England und Spanien durch. Die Engländer schieden ohne Turnier-Niederlage aus. Für den Gastgeber Spanien stand bereits vor ihrem letzten Spiel gegen England ihr Ausscheiden fest. England konnte im letzten Spiel der Gruppe A mit einem Sieg gegen Spanien die nächste Runde erreichen. Da die spanische Mannschaft in ihrem „Abschiedsspiel“ noch einmal großen Einsatz zeigte statt zu resignieren, endete das Spiel 0:0. Somit qualifizierte sich Deutschland für die nächste Runde.

In der Gruppe C kam es zum Spiel zwischen Brasilien und Italien. Nachdem beide Teams Argentinien bereits schlagen konnten, hätte Brasilien aufgrund der besseren Tordifferenz bereits ein Unentschieden zum Erreichen des Halbfinals gereicht. Bei der Spielbesprechung teilte der brasilianische Trainer Tele Santana seinen Spielern mit, dass sie stets offensiv spielen und Italien keinesfalls über die Mittellinie kommen lassen sollten. Paulo Roberto Falcao, der bei der AS Rom in der Serie A spielte und den italienischen Fußball genau kannte, schlug vor, dieses eine Mal nicht „brasilianisch“ aufzutreten. Er begründete dies damit, dass die Italiener Meister der Konterattacke seien und sie sich schwerer tun würden, das Spiel zu machen, als aus der Defensive zu kontern. Seine Mannschaftskameraden sagten, dass sie, die Brasilianer, niemals defensiv spielen. Paolo Rossi, der bis dahin noch ohne Torerfolg geblieben war, erzielte alle drei Tore beim 3:2-Erfolg gegen das als WM-Favoriten eingestufte Brasilien, wobei Brasilien zwischenzeitlich zweimal ausgleichen konnte.

In Gruppe D setzten sich die Franzosen entsprechend der Erwartung vieler gegen Nordirland und Österreich durch.

Gruppe A

Rang Land Tore Punkte
1 PolenPolen Polen 3:0 3:1
2 SowjetunionUdSSR Sowjetunion 1:0 3:1
3 BelgienBelgien Belgien 0:4 0:4
28. Juni 1982 in Barcelona (Camp Nou)
PolenPolen Polen BelgienBelgien Belgien 3:0 (2:0)
1. Juli 1982 in Barcelona (Camp Nou)
BelgienBelgien Belgien SowjetunionUdSSR Sowjetunion 0:1 (0:0)
4. Juli 1982 in Barcelona (Camp Nou)
PolenPolen Polen SowjetunionUdSSR Sowjetunion 0:0

Gruppe B

Rang Land Tore Punkte
1 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland 2:1 3:1
2 EnglandEngland England 0:0 2:2
3 SpanienSpanien Spanien 1:2 1:3
29. Juni 1982 in Madrid (Bernabéu)
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland EnglandEngland England 0:0
2. Juli 1982 in Madrid (Bernabéu)
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland SpanienSpanien Spanien 2:1 (0:0)
5. Juli 1982 in Madrid (Bernabéu)
SpanienSpanien Spanien EnglandEngland England 0:0

Gruppe C

Rang Land Tore Punkte
1 ItalienItalien Italien 5:3 4:0
2 Brasilien 1968Brasilien Brasilien 5:4 2:2
3 ArgentinienArgentinien Argentinien 2:5 0:4
29. Juni 1982 in Barcelona (Sarrià)
ItalienItalien Italien ArgentinienArgentinien Argentinien 2:1 (0:0)
2. Juli 1982 in Barcelona (Sarrià)
Brasilien 1968Brasilien Brasilien ArgentinienArgentinien Argentinien 3:1 (1:0)
5. Juli 1982 in Barcelona (Sarrià)
Brasilien 1968Brasilien Brasilien ItalienItalien Italien 2:3 (1:2)

Gruppe D

Rang Land Tore Punkte
1 FrankreichFrankreich Frankreich 5:1 4:0
2 OsterreichÖsterreich Österreich 2:3 1:3
3 NordirlandNordirland Nordirland 3:6 1:3
28. Juni 1982 in Madrid (Calderón)
OsterreichÖsterreich Österreich FrankreichFrankreich Frankreich 0:1 (0:1)
1. Juli 1982 in Madrid (Calderón)
OsterreichÖsterreich Österreich NordirlandNordirland Nordirland 2:2 (0:1)
4. Juli 1982 in Madrid (Calderón)
NordirlandNordirland Nordirland FrankreichFrankreich Frankreich 1:4 (0:1)

Finalrunde

Spielplan Finalrunde

  Halbfinale Finale
             
  PolenPolen Polen 0  
 ItalienItalien Italien 2  
 


     Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland 1
   ItalienItalien Italien 3
 
 
Spiel um Platz drei


  Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland ¹3 (5)¹  PolenPolen Polen  3
  FrankreichFrankreich Frankreich 3 (4)    FrankreichFrankreich Frankreich  2

¹ Sieg nach Elfmeterschießen

Halbfinale

Paolo Rossi war erneut der Mann des Tages im Spiel zwischen Polen und Italien. Mit seinen beiden Toren brachte er die Squadra Azzura praktisch im Alleingang in das Finale der WM 1982. Polen war ohne seinen gelbgesperrten Stürmerstar Zbigniew Boniek chancenlos.

Legendär ist das zweite Halbfinale, die Nacht von Sevilla. Littbarski brachte die deutsche Mannschaft in Führung. Nach dem Ausgleich der Franzosen durch Platini blieb es beim 1:1. In der Verlängerung führte Frankreich schon 3:1. Mit der Einwechslung von Karl-Heinz Rummenigge kam doch noch die Wende. Er traf zum 2:3, Klaus Fischer per Fallrückzieher in der 108. Minute zum 3:3. Erstmals musste ein Elfmeterschießen entscheiden. Schumacher hielt gegen Six und Bossis, Hrubesch schoss die deutsche Elf ins Finale. Oft wird dieses Spiel mit dem WM-Halbfinale 1970 gegen Italien (3:4 n.V.) verglichen.

Negativer Höhepunkt blieb bis heute das Foul von Schumacher an Battiston in der 57. Spielminute: Der gerade eingewechselte Patrick Battiston lief alleine auf das von Harald "Toni" Schumacher gehütete Tor zu. Schumacher stürmte aus seinem Kasten, sprang - als er sah, dass er den Ball nicht mehr erreichen konnte - Battiston an. Noch in der Luft drehte Schumacher ab und rammte Battiston den Ellbogen unter das Kinn. Battiston verlor das Bewusstsein und musste auf einer Trage vom Platz gebracht werden.

8. Juli 1982 Barcelona (Camp Nou) PolenPolen Polen ItalienItalien Italien 0:2 (0:1)
8. Juli 1982 Sevilla (Pizjuán) Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland FrankreichFrankreich Frankreich 3:3 n.V. (1:1, 1:1), 5:4 i.E.

Spiel um Platz 3

10. Juli 1982 Alicante PolenPolen Polen FrankreichFrankreich Frankreich 3:2 (2:1)

Polen gewann gegen enttäuschende Franzosen und wurde zum zweiten Mal nach 1974 WM-Dritter.

Finale

Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit, in der aber Linksverteidiger Antonio Cabrini einen Foulelfmeter verschoss, brachte Paolo Rossi in der 56. Minute Italien in Führung. Danach dominierte Italien das Spiel gegen die vom kräftezehrenden Halbfinale konditionell geschwächten Deutschen. Die übrigen Tore wurden von Tardelli, Altobelli und Paul Breitner geschossen. Der überragende Spieler des Finales war Bruno Conti. Für viele Experten war er der beste Spieler des Turniers.

11. Juli 1982 Madrid (Bernabéu) ItalienItalien Italien Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland 3:1 (0:0)

Ehrungen der Platzierten

Karlheinz Förster wurde zum Fußballer des Jahres in Deutschland gewählt, Paolo Rossi wurde zu Europas Fußballer des Jahres sowie zum ersten inoffiziellen Weltfußballer des Jahres gewählt. Franco Causio wurde Italiens Fußballer des Jahres, Zbigniew Boniek wurde Polnischer Fußballer des Jahres und Sportler des Jahres in Polen, Alain Giresse Frankreichs Fußballer des Jahres.

Weltmeister ItalienItalien Italien

Dino Zoff, Franco Baresi, Giuseppe Bergomi, Antonio Cabrini, Fulvio Collovati, Claudio Gentile, Gaetano Scirea, Pietro Vierchowod, Giancarlo Antognoni, Giuseppe Dossena, Giampiero Marini, Ivano Bordon, Gabriele Oriali, Marco Tardelli, Franco Causio, Bruno Conti, Daniele Massaro, Alessandro Altobelli, Francesco Graziani, Paolo Rossi, Franco Selvaggi, Giovanni Galli – Trainer: Enzo Bearzot

Beste Torschützen

Rang Spieler Tore
1 ItalienerItaliener Paolo Rossi 6
2 DeutscherDeutscher Karl-Heinz Rummenigge 5
3 BrasilianerBrasilianer Zico 4
PolePole Zbigniew Boniek
5 NordireNordire Gerry Armstrong 3
BrasilianerBrasilianer Falcão
FranzoseFranzose Alain Giresse
UngarUngar László Kiss
9 TschechoslowakeTschechoslowake Antonín Panenka 2
FranzoseFranzose Dominique Rocheteau
UngarUngar László Fazekas
BrasilianerBrasilianer Serginho Chulapa
UngarUngar Gábor Pölöskei
SchotteSchotte John Wark
AlgerierAlgerier Salah Assad
UngarUngar Tibor Nyilasi
Rang Spieler Tore
9 EngländerEngländer Bryan Robson 2
FranzoseFranzose Bernard Genghini
ArgentinierArgentinier Daniel Bertoni
DeutscherDeutscher Klaus Fischer
EngländerEngländer Trevor Francis
FranzoseFranzose Didier Six
FranzoseFranzose Michel Platini
ArgentinierArgentinier Diego Maradona
EngländerEngländer Billy Hamilton
BrasilianerBrasilianer Eder
BrasilianerBrasilianer Sócrates
ÖsterreicherÖsterreicher Walter Schachner
ArgentinierArgentinier Daniel Passarella
DeutscherDeutscher Pierre Littbarski
ItalienerItaliener Marco Tardelli

Darüber hinaus gab es 68 Spieler mit einem Treffer. Hinzu kam ein Eigentor.

Siehe auch

Fußball-Weltmeisterschaft/Rekorde

Einzelnachweise

  1. FIFA World Cup Trivia Quiz

Weblinks

 Commons: Fußball-Weltmeisterschaft 1982 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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