Gürtler


Gürtler

Der traditionelle Beruf des Gürtlers ist auch heute noch ein anerkannter Ausbildungsberuf nach der Handwerksordnung (HwO). Die heutige Bezeichnung lautet Metallbildner/in - Gürtler- und Metalldrücktechnik. Der Beruf gehört in den Bereich der Bearbeitung von Eisen-, Blech- und Nichteisenmetallwaren und ist eher kunsthandwerklich ausgerichtet. Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Inhaltsverzeichnis

Berufsinhalt

Gürtler bearbeiten und verformen Metalle zur Herstellung von Gebrauchs- und Schmuckgegenständen. Diese sind typischerweise technische Apparate, Möbelbeschläge, Beleuchtungskörper, Kirchen- und Tafelschmuck, Turmbekrönungen, Geländer und Tore. Die Werkstücke werden dabei von Hand oder heute auch zunehmend mit speziellen Werkzeugen und Maschinen bearbeitet, und zwar spanlos durch Hämmern, Drücken und Treiben, spanend durch Feilen, Fräsen und Stoßen oder auch mit Gusstechniken. Die fertigen Einzelteile werden zusammengesetzt, montiert und oberflächenbehandelt, z.B. galvanisiert.

Metalldrücken bezeichnet ein Kalt-Umformverfahren, bei dem runde Hohlkörper aus scheibenförmigen Blech-Zuschnitten (Ronden) hergestellt werden. Dabei wird das Metall rotierend, entweder von Muskelkraft mit Hilfwerkzeugen oder maschinell an eine mitdrehende Form angelegt. Typische Drückteile sind runde Pokale und Lampenschirme. ( Video unten in den Weblinks )

Mögliche Spezialisierungen der Gürtler- und Metalldrücktechnik sind traditionell:

Die Tätigkeiten überschneiden sich mit verwandten Berufen wie:

Arbeitsstätten

Gürtler arbeiten in den Werkstätten (oder bei Großbetrieben auch Werkhallen) von Schmieden, Schlossereien und spezialisierten Metalldrückereien, bei der Reparatur und Montage größerer Werkstücke auch auf Baustellen.

Geschichte

Gürtler waren im 15. und 16. Jahrhundert Hersteller von Chatelaines für die Damenwelt. Im Jahre 1329 führten Gürtler in Breslau den ersten Streik Deutschlands durch. Sie streikten damals ein Jahr lang.

Weblinks


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  • Gürtler — Gürtler, ursprünglich Handwerker, die Gürtel und Wehrgehänge mit Metall beschlugen, während sie gegenwärtig Messing bearbeiten und daraus sowohl getriebene als gegossene Arbeit, namentlich Knöpfe, Schnallen, Beschläge etc., öfters auch… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Gürtler — Gụ̈rt|ler 〈m. 3〉 Hersteller von Gürteln u. Gürtelschnallen * * * Gụ̈rt|ler, der; s, [mhd. gürtelære, zu ↑ Gürtel]: jmd., der aus Metall, Glas, Holz o. Ä. Beschläge (für Gürtel), Modeschmuck, kunstgewerbliche Gegenstände formt (Berufsbez.) * * *… …   Universal-Lexikon

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  • Gürtler — Gụ̈rt|ler (Messingschlosser) …   Die deutsche Rechtschreibung

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  • Gürtler-, Graveur- u. Bronzewarenerzeuger-Fachschule — Gürtler , Graveur u. Bronzewarenerzeuger Fachschule, aus der 1880 in Gablonz gegründeten kunstgewerblichen Fachschule für Quincaillerie Industrie 1889 hervorgegangene Unterrichtsanstalt mit Abteilungen für Stempelgravieren und Ziselieren für… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Gürtler-Mauthner — Elisabeth Gürtler Mauthner (* 7. Mai 1950 in Wien) ist Unternehmerin aus Österreich. Elisabeth Gürtler Mauthner ist Tochter des international tätigen Getreidekaufmanns und Handelsunternehmers Fritz Mauthner. Sie absolvierte in Wien an der… …   Deutsch Wikipedia

  • Gürtler, der — Der Gürtler, des s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Gürtlerinn, plur. die en, ein Handwerker, dessen Beschäftigung bey dem ehemahligen häufigern Gebrauche der Gürtel darin bestand, die Gürtel und Wehrgehenke mit Messing, Kupfer, Gold und Silber zu …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart


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