Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung


Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung logo.svg
Staatliche Ebene Bund
Stellung der Behörde Bundesoberbehörde
Aufsichtsbehörde(n) Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
Gründung 1870
Hauptsitz Berlin
Anzahl der Bediensteten ca. 1700
Website www.bam.de

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ist eine Bundesoberbehörde und Einrichtung der Ressortforschung der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Berlin-Lichterfelde. Unter ihrer Leitlinie Sicherheit in Technik und Chemie ist sie zuständig für die öffentliche technische Sicherheit und für metrologische Aufgaben in der Chemie. In der BAM sind über rund 1700 Mitarbeiter beschäftigt.

Inhaltsverzeichnis

Verwendung des Organisationsnamens

Als Organisationsname wird im Fachjargon der Pyrotechnik nahezu ausschließlich die Kurzform BAM genutzt. Die Langversion des Namens ist in Fachkreisen bekannt. Obwohl es Verwechselungsgefahr mit zahlreichen weiteren Bezeichnungen unter dem Begriff BAM besteht, wird zumeist die Kurzform genutzt.[1]

Aufgrund der Aufgabe der BAM, pyrotechnische Gegenstände zu prüfen, was auch immer eine auf dem Gegenstand aufgedruckte BAM-Nummer zur Folge hat, wird beispielsweise von Mitarbeitern der Behörde gelegentlich gerne das Selbstverständnis „Ohne BAM kein Bumm“ wiedergegeben.

Historische Entwicklung

  • 1870: Gründungserlass über die Mechanisch-Technische Versuchsanstalt als erste der königlich preußischen Versuchsanstalten
  • 1904–1919: Königliches Materialprüfungsamt
  • 1919–1945: Staatliches Materialprüfungsamt (MPA)
  • 1920–1945: Chemisch-Technische Reichsanstalt (CTR) als Nachfolgeeinrichtung des 1889 gegründeten Militärversuchsamtes
  • 1945: Zusammenfassung von MPA und CTR unter Betreuung durch den Magistrat von Berlin
  • 1954: Übernahme der neu eingerichteten Bundesanstalt für mechanische und chemische Materialprüfung (BAM) von der Bundesrepublik Deutschland
  • 1956: neuer Name: Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM)
  • 1969: Bundesoberbehörde
  • 1986: Namenserweiterung zu Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

Aufgaben

Die Aufgaben der BAM stehen im Aufgabenverbund „Material – Chemie – Umwelt – Sicherheit“. Die BAM hat den gesetzlichen Auftrag (Sprengstoffgesetz u. a.) für:

  • Hoheitliche Funktionen für die öffentliche technische Sicherheit
  • Mitarbeit in der Regelsetzung (Gesetze, Verordnungen, nationale und internationale Normen)
  • Beratung der Bundesregierung, der Wirtschaft und von Organisationen in Fragen des Aufgabenverbunds
  • Entwicklung und Bereitstellung von Referenzverfahren, Referenzmaterialien
  • Weiterentwicklung von Sicherheit und Zuverlässigkeit in Chemie- und Materialtechnik

Eine der bekanntesten Aufgaben der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung ist die Überprüfung von pyrotechnischen Gegenständen wie Feuerwerkskörpern. In Deutschland dürfen nur pyrotechnische Gegenstände verkauft werden, die von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung zugelassen bzw. im Rahmen einer Qualitäts-Sicherung geprüft sind.[2] Weitere in der Öffentlichkeit stark beachtete Tätigkeiten der BAM sind die Zulassung von Gefahrgutumschließungen für den Gefahrguttransport, die Weiterentwicklung der zerstörungsfreien Prüfung zur Früherkennung von Schädigungen und Vermeidung von Unfällen sowie die Entwicklung und Bereitstellung von Referenzmaterialien für die analytische Chemie z. B. in Umweltlaboratorien.[3]

Seit 2006 ist der Punkt „Erhalt des Kulturerbes“ in der Zielvereinbarung zwischen der BAM und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie enthalten. Mit Projekten zur Untersuchung der Qumranrollen, der Himmelsscheibe von Nebra, mittelalterlichen Silberstiftzeichnungen oder historischen Tinten hat die BAM in diesem Arbeitsbereich internationale Anerkennung findende Arbeiten durchgeführt.

Tätigkeitsbereiche

Es gibt die folgende drei Tätigkeitsbereiche in der BAM:

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Universität Leipzig, Wortschatzabfrage: BAM (durchgeführt am 19. September 2010)
  2. Rahmenrichtlinie zum Qualitätssicherungsverfahren von pyrotechnischen Gegenständen der Klasse IV
  3. Rechtliche Grundlagen für die Aufgaben der BAM (Januar 2010) PDF-Datei (abgerufen am 9. September 2010)
52.44194444444413.287222222222

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband — Logo des DWVs Der Deutsche Wasserstoff und Brennstoffzellen Verband e.V. (DWV) ist die deutsche Dachorganisation für Befürworter von Wasserstoff als zukünftiger Energieträger. Der Verband besteht seit 1996 und hat seine Geschäftsstelle bei der… …   Deutsch Wikipedia

  • Personenbezogene Verwaltungsführung (Deutschland) — In der Bundesrepublik Deutschland folgt die Führung der öffentlichen Verwaltung, gemeinhin auch als Verwaltungsführung bezeichnet, die unmittelbar oder mittelbar auf den Bürger in Vollzug der Gesetze einwirkt, einem streng hierarchischen Prinzip …   Deutsch Wikipedia

  • Kieselerde — ist historisch bedingt ein unscharfer Begriff für Mineralien und Sedimente mit hohem Siliciumgehalt. Ursprünglich bezeichnete man so Mineralien, die sich wegen ihres Quarzgehalts zur Herstellung von Glas eignen.[1] Jedoch werden auch biogen… …   Deutsch Wikipedia

  • Pollux (Kerntechnik) — Der Pollux Behälter ist ein Spezialbehälter für die Endlagerung abgebrannter Brennelemente aus Kernkraftwerken. Diese Art der Verpackung von Brennelementen in den Behältern gilt zurzeit als Referenzkonzept für die direkte Endlagerung; daneben… …   Deutsch Wikipedia

  • Ernst Göbel — Ernst Otto Göbel (* 24. März 1946 in Seelbach, Oberlahnkreis) ist ein deutscher Physiker und seit dem 1. April 1995 Präsident der Physikalisch Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. In dieser Eigenschaft ist er Mitglied des Internationalen… …   Deutsch Wikipedia

  • Ernst Otto Göbel — (* 24. März 1946 in Seelbach, Oberlahnkreis) ist ein deutscher Physiker und seit dem 1. April 1995 Präsident der Physikalisch Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. In dieser Eigenschaft ist er Mitglied des Internationalen Komitees für Maß… …   Deutsch Wikipedia

  • Ernst O. Göbel — Ernst Otto Göbel (* 24. März 1946 in Seelbach, Oberlahnkreis) ist ein deutscher Physiker und seit dem 1. April 1995 Präsident der Physikalisch Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. In dieser Eigenschaft ist er Mitglied des Internationalen… …   Deutsch Wikipedia

  • Dresden — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Drježdźany — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Liste von Physikern — Die Liste von Physikern ist alphabetisch sortiert und enthält nur Forscher, die wesentliche Beiträge zum Fachgebiet geleistet haben. Die Liste soll neben den Lebensdaten das Fachgebiet des Forschers nennen und wenige Stichworte zu den Aspekten… …   Deutsch Wikipedia

  • Walther Rimarski — (* 7. August 1874 Bialla, Ostpreußen; † 24. Dezember 1963 in Berlin Halensee) war ein deutscher Chemiker und Präsident der Chemisch Technischen Reichsanstalt in Berlin. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Schriften 3 …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.