Ulmen (Eifel)


Ulmen (Eifel)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ulmen
Ulmen (Eifel)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ulmen hervorgehoben
50.2086888888896.9795888888889452
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Cochem-Zell
Verbandsgemeinde: Ulmen
Höhe: 452 m ü. NN
Fläche: 28,62 km²
Einwohner:

3.255 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56766
Vorwahl: 02676
Kfz-Kennzeichen: COC
Gemeindeschlüssel: 07 1 35 083
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 1
56766 Ulmen
Webpräsenz: www.stadt-ulmen.de
Stadtbürgermeister: Günther Wagner (SPD)
Lage der Stadt Ulmen im Landkreis Cochem-Zell
Kalenborn (bei Kaisersesch) Eppenberg (Eifel) Laubach (Eifel) Leienkaul Müllenbach (bei Mayen) Hauroth Urmersbach Masburg Düngenheim Kaisersesch Landkern Illerich Eulgem Hambuch Gamlen Zettingen Kaifenheim Brachtendorf Ulmen (Eifel) Alflen Auderath Filz (Eifel) Wollmerath Gillenbeuren Büchel (Eifel) Wagenhausen (Eifel) Gillenbeuren Gevenich Weiler (bei Ulmen) Lutzerath Bad Bertrich Urschmitt Kliding Beuren (Eifel) Moselkern Müden (Mosel) Treis-Karden Lütz Lieg Mörsdorf (Hunsrück) Lahr (Hunsrück) Zilshausen Roes Möntenich Forst (Eifel) Dünfus Brohl Binningen (Eifel) Wirfus Brieden Kail Pommern (Mosel) Briedel Altlay Peterswald-Löffelscheid Haserich Sosberg Forst (Hunsrück) Altstrimmig Reidenhausen Mittelstrimmig Blankenrath Panzweiler Walhausen Schauren (bei Blankenrath) Tellig Hesweiler Liesenich Moritzheim Grenderich Zell (Mosel) Neef Bullay Sankt Aldegund Alf (Mosel) Pünderich Greimersburg Klotten Faid Dohr Bremm Bruttig-Fankel Senheim Nehren (Mosel) Ediger-Eller Mesenich Valwig Ernst (Mosel) Beilstein (Mosel) Ellenz-Poltersdorf Briedern Cochem Landkreis Vulkaneifel Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Mayen-Koblenz Rhein-Hunsrück-KreisKarte
Über dieses Bild

Ulmen ist eine Stadt im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz in der Eifel. Ulmen ist Sitz der Verwaltung der Verbandsgemeinde Ulmen, der sie auch angehört.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Stadtgliederung

Zu Ulmen gehören die Stadtteile Meiserich, Vorpochten und Furth.

Geologie

Das Ulmener Maar ist mit ca. 11.000 Jahren der jüngste Vulkan nördlich der Alpen und 37 m tief. Die vulkanischen Aktivitäten kann man in Tiefen von mehr als 4 Metern an aufsteigenden Gasblasen erkennen. Das Ulmener Maar hat keinen natürlichen Zu- oder Ablauf. Die beiden Stollen, die heute den Wasserstand konstant halten, wurden im 19. Jahrhundert gegraben.

Beim Jungferweiher handelt es sich um ein 118 000 Jahre altes verlandetes Maar. Er ist flächenmäßig wesentlich größer als das Ulmener Maar. Ehemals als Fischteich für die Burgherren genutzt, trocknete es im Verlauf der Jahrhunderte aus, so dass in den 1930er Jahren dort Torf gestochen wurde. 1942 wurden die Wiesen erneut gestaut, um den Wasserpegel durch den Zulauf zum nahe liegenden Maar zu steuern.

Geschichte

Erstmals erwähnt wurde Ulmen 1074, doch bezeugen merowingerzeitliche Gräber südlich der Burg eine ältere Besiedlung der Gemarkung. Römische Funde im Ort lassen sich derzeit nicht verifizieren. Ritter Heinrich von Ulmen zog im vierten Kreuzzug gen Byzanz, von wo er kostbare Schätze mitbrachte, u. a. die berühmte Limburger Staurothek, die heute noch im Dom von Limburg an der Lahn besichtigt werden können. Seine Nachfolger wurden im 15. Jahrhundert dem Landfrieden des Erzstifts Trier unterworfen. Der Sonnenkönig Ludwig XIV. eroberte zweimal Ulmen und brannte es nieder. Beide Male wurden Burg und Ort wieder aufgebaut. Ab 1794 stand Ulmen unter französischer Herrschaft, die jungen Männer des Ortes mussten mit Napoleons Truppen bis Moskau ziehen. 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist er Teil des damals neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz.

Viele alte Gebäude zeugen heute noch von der historischen Vergangenheit von Ulmen. Im 19. Jahrhundert, als die von Napoleon konfiszierten Gebäude in preußisches Eigentum übergingen, ersteigerte ein Cochemer Bürger die Burg und nutzte sie als Steinbruch. Als Ulmen 1831 beinahe komplett abbrannte, wurden die Häuser mit den Steinen der Burg wieder aufgebaut. Seither handelt es sich um eine Ruine.

Im angrenzenden Wald findet sich eine alte Quelle, bei der angeblich römische und keltische Figuren gefunden wurden. Dieser Born wird „Dietzjes Bärechje“ genannt, was auf Kinderquelle zurückzuführen ist, denn seit Jahrhunderten beteten Frauen hier für eine gute Geburt und gesunde Kinder.

1376 erhielt Ulmen von Kaiser Karl IV. die Stadtrechte.[2] Diese gingen 1815 im Rahmen der Übernahme des Rheinlands durch die Preußen wieder verloren. Laut Beschluss des rheinland-pfälzischen Kabinetts vom 1. September 2009 wurde Ulmen am 2. Oktober 2009 die Bezeichnung „Stadt“ wieder verliehen.[3]

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat in Ulmen besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:[4]

  SPD CDU FDP UWG Gesamt
2009 5 7 8 20 Sitze
2004 4 9 0 7 20 Sitze

Städtepartnerschaft

Im Jahr 1994 nahmen Ulmen und die französische Gemeinde Lormes erste Kontakte zu einer Partnerschaft auf. Beide Gemeinden verbindet die Ulme (franz. „Orme“) im Ortsnamen. Die Partnerschaftsurkunden wurden am 23. Juni 1996 in Lormes unterzeichnet

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Schulmuseum mit einem nachgebildeten Klassenraum aus der Volksschule.

Bauwerke

  • Die Burg Ulmen, die heute nur noch als Ruine erhalten ist, wurde etwa um das Jahr 1000 erbaut, angeblich auf den Resten eines römischen Gebäudes, was jedoch nicht durch Funde belegt ist. Der heutige Zustand wird durch wenig geglückte Restaurierungsmaßnahmen gekennzeichnet, die die Originalsubstanz weitgehend verdecken.
  • St.-Matthias-Pfarrkirche, erbaut im neoromanisch-gotischen Stil

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Ulmen

Musik

  • Der Spielmannszug Blau-Weiss 1952 Ulmen e.V. unter der Stabführung von Rainer Pias.
  • Der Musikverein Ulmen e.V. unter der Leitung von Thomas Wagner, wurde am 24. Januar 1969 gegründet und zählt heute 50 aktive und 66 inaktive Vereinsmitglieder.

Sport

Der Sportverein Fortuna Ulmen e.V. wurde am 21. September 1921 gegründet und bietet aktiven Sport in den Abteilungen Aerobic, Damengymnastik, Männergymnastik, Fußball, Fußball AH, Leichtathletik, Rope Skipping, Tischtennis, Turnen und Volleyball.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Jährlich im Juli finden auf der Ulmener Burgruine das Burgfest statt.
  • Alle zwei Jahre am 3. Oktober ist das Appelfest des Eifelvereins auf dem Alten Postplatz

Bilder von Sehenswürdigkeiten

Bildung

  • Kindergarten Ulmen
  • Grundschule Ulmen
  • Realschule plus Vulkaneifel Ulmen/Lutzerath

Bundeswehrstandort

Die Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr wurde im April 2005 von Koblenz-Bubenheim in das ehemaligen Munitionsdepot im Hochpochtener Wald bei Ulmen verlegt. Sie ist die zentrale militärische Ausbildungsstätte der Bundeswehr für Diensthunde und ihre Diensthundeführer (DHFhr). Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Schule für Diensthundewesen am 8. August 2008 wurde der bislang namenlosen Liegenschaft im Hochpochtener Wald im Rahmen eines feierlichen Appells der Name Gräfin von Maltzan-Kaserne verliehen. Dieser geht zurück auf die Tierärztin Maria Gräfin von Maltzan, welche im Dritten Reich trotz der Gefahr für das eigene Leben politisch Verfolgten half, zu überleben.[5] Die Ortsgemeinde Ulmen übernahm am 30. Januar 2009 die Patenschaft für diese in Deutschland einzigartige Bundeswehreinrichtung.

Verkehr

Ulmen befindet sich sowohl an der Bundesautobahn 48 als auch an den Bundesstraßen B 257 und B 259, welche Ulmen mit Cochem und dem Nürburgring verbinden. Außerdem besitzt Ulmen einen Bahnhof an der Eifelquerbahn, auf welcher in den Sommermonaten Fahrten nach Kaisersesch und Gerolstein stattfinden.

Quellen und Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2010 (PDF; 727 KB) (Hilfe dazu)
  2. Otto Beck: Beschreibung des Regierungsbezirks Trier, 1868, Seite 57
  3. Eifel Zeitung: Ulmen erhält Stadtrechte, 1. September 2009
  4. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Johann Schäffer: Maria Gräfin von Maltzan (1909–1997): Eine Tierärztin im Widerstand Laudatio anlässlich der Benennung der Kaserne für die Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr in Gräfin-von-Maltzan-Kaserne

Weblinks

 Commons: Ulmen (Eifel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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