Ōtsuchi (Iwate)

Ōtsuchi (Iwate)
Ōtsuchi-chō
大槌町
Ōtsuchi (Iwate) (Japan)
Red pog.svg
Geographische Lage in Japan
Region: Tōhoku
Präfektur: Iwate
Koordinaten: 39° 22′ N, 141° 54′ O39.3599141.90666111111Koordinaten: 39° 21′ 36″ N, 141° 54′ 24″ O
Basisdaten
Fläche: 200,59 km²
Einwohner: 12.681
(1. Oktober 2011)
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 03461-4
Symbole
Baum: Japanische Zelkove
Blume: Shinzan-Azalee
Vogel: Sturmmöwe
Fisch: Ketalachs
Rathaus
Adresse: Ōtsuchi Town Hall
1-1, Shinchō
Ōtsuchi-chō, Kamihei-gun
Iwate 028-1192
Webadresse: www.town.otsuchi.iwate.jp
Lage Ōtsuchis in der Präfektur Iwate
Lage Ōtsuchis in der Präfektur

Ōtsuchi (jap. 大槌町, -chō) ist eine japanische Kleinstadt im Landkreis Kamihei in der Präfektur Iwate.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Gemeinde liegt an der pazifischen Sanriku-Riasküste. Der Südteil mit dem Ortszentrum befindet sich am Nord- und Nordwestufer der Ōtsuchi-Bucht (大槌湾, Ōtsuchi-wan), einer langgestreckten, bergumsäumten Bucht zwischen der Hakozaki-Halbinsel (箱崎半島, Hakozaki-hantō), des benachbarten Kamaishi im Süden, mit dem Mihako-Kap (御箱埼, Mihako-zaki) als Ende, sowie der Kirikiri-Halbinsel (吉里吉里半島, Kirikiri-hantō) im Norden mit der vorgelagerten Insel Noshima (野島), deren Kap Samehana (鮫鼻, dt. „Hainase“) das Nordende markiert. Auf der gegenüberliegenden Seite der Kirikiri-Halbinsel befindet sich die Funakoshi-Bucht (船越湾, Funakoshi-wan), deren Südufer ebenfalls zur Gemeinde gehört. Direkt an die Küste schließt sich das Kitakami-Bergland an, so dass sich die Besiedlung auf die Küste konzentriert, sowie teilweise die Flusstäler. Die höchste Erhebung auf dem Gemeindegebiet ist der Kujira-san (鯨山) mit 610,2 m auf der Grenze zu Yamada, das sich auch auf der gegenüberliegenden Seite der Funakoshi-Bucht befindet. Im Nordwesten grenzt die Gemeinde an Miyako, sowie auf einem kleinen Zipfel im Westen an Tōno.

Die Gemeinde besteht aus 17 Ortsteilen. Der nördlichste an der Funakoshi-Bucht ist Kirikiri (吉里吉里). Auf der gegenüberliegenden Seite der gleichnamigen Halbinsel, am Nordufer der Ōtsuchi-Bucht befindet sich Akahama (赤浜). Am Nordwestufer in unmittelbarer Nähe befindet sich das Ortszentrum in einer trichterförmigen Flussdoppelmündung mit den Ortsteilen, im entgegengesetzen Uhrzeigersinn, Minatomachi (港町, „Hafenbezirk“), Ando (安渡), Shinminatomachi (新港町, „neuer Hafenbezirk“), Shinchō (新町, „neuer Bezirk“), Suehirochō (末広町), Ōmachi (大町, „großer Bezirk“), Honchō (本町, „Hauptbezirk“), Kamichō (上町, „unterer Bezirk“), Sakaechō (栄町) und Sukachō (須賀町). Entlang des nördlichen Flusses Ōtsuchi-gawa (大槌川, „großer Hammerfluss“) der Doppelmündung, folgen dann am Unterlauf die Ortsteile Ōtsuchi (大槌), Ogakuchi (大ケ口) und dann nach mehreren Kilometren tief in den Bergen Kanezawa (金澤), sowie entlang des Unterlaufs des südlichen Flusses Kozuchi-gawa (小鎚川, „kleiner Hammerfluss“) die Ortsteile Kozuchi (小鎚) und Sakuragichō (桜木町).

Da sich das Ortszentrum mit dem Gros der Bevölkerung am Ende einer langgestreckten Bucht in der trichterförmigen Flussmündung mit aufsteigenden Bergen befindet, wirken sich Tsunamis besonders verheerend aus.

Geschichte

Luftbild des Ortsteils Akahama nach dem Tsunami 2011, wobei ein Schiff auf ein Hausdach gespült wurde.

Die heutige Gemeinde entstand am 1. April 1889 während der Reorganisation des japanischen Gemeindewesens aus den Dörfern Ōtsuchi, Kozuchi und Kirikiri. Am 1. April 1955 wurde Ōtsuchi mit dem im Hinterland liegenden Dorf Kanezawa zur neuen Gemeinde Ōtsuchi vereinigt.

Durch den von dem Tōhoku-Erdbeben am 11. März 2011 ausgelösten Tsunami wurden die tieferliegenden Ortsteile überflutet. Bis zum 20. Mai wurden 766 Tote und 952 Vermisste gezählt,[1] unter den Toten auch der Bürgermeister.[2] Das Foto des auf einem Hausdach gestrandeten Ausflugsschiffes Hamayuri (はまゆり) ging um die Welt.[3]

Verkehr

Wichtigste Fernstraße ist die Nationalstraße 45 nach Sendai oder Aomori. Weitere sind die Präfekturstraßen 26, 145, 231 und 280.

Die Stadt ist über die JR Yamada-Linie nach Bahnhof Morioka in Morioka oder Kamaishi an das Schienennetz angeschlossen. Haltestellen sind Namiitakaigan (浪板海岸駅, -eki), Kirikiri (吉里吉里駅, -eki) und Ōtsuchi (大槌駅, -eki).

Bildung

In Ōtsuchi liegen die Grundschulen (大槌町立X小学校, Ōtsuchi-chōritsu X shōgakkō) Ōtsuchi, Ando, Kirikiri, Kozuchi, Akahama, Kanezawa und Ōtsuchi-Kita („Ōtsuchi-Nord“), die Mittelschulen (大槌町立X中学校, Ōtsuchi-chōritsu X chūgakkō) Ōtsuchi und Kirikiri, sowie die präfekturale Oberschule Ōtsuchi (岩手県立大槌高等学校, Iwate-kenritsu Ōtsuchi kōtō gakkō).

Städtepartnerschaften

Ōtsuchi ist seit dem 15. Oktober 2005 Schwesterstadt mit dem kalifornischen Fort Bragg.

Weblinks

 Commons: Otsuchi, Iwate – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 東日本大震災 図説集. In: mainichi.jp. Mainichi Shimbun-sha, 20. Mai 2011, archiviert vom Original am 19. Juni 2011, abgerufen am 19. Juni 2011 (japanisch, Übersicht über gemeldete Tote, Vermisste und Evakuierte).
  2. Death toll to top 15,000 in quake-hit Miyagi alone Kyodo News, abgerufen 26. März 2011
  3. A cruise ship lies on the roof of a two storey building in Otsuchi, sg.news.yahoo.com, abgerufen 26. März 2011

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