Mühlbach am Hochkönig

Mühlbach am Hochkönig
Mühlbach am Hochkönig
Wappen von Mühlbach am Hochkönig
Mühlbach am Hochkönig (Österreich)
Mühlbach am Hochkönig
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: St. Johann im Pongau
Kfz-Kennzeichen: JO
Fläche: 51,51 km²
Koordinaten: 47° 23′ N, 13° 8′ O47.37722222222213.125833333333860Koordinaten: 47° 22′ 38″ N, 13° 7′ 33″ O
Höhe: 860 m ü. A.
Einwohner: 1.534 (1. Jän. 2011)
Bevölkerungsdichte: 29,78 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5505
Vorwahl: 06467
Gemeindekennziffer: 5 04 15
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nr. 251
5505 Mühlbach am Hochkönig
Website: www.muehlbach-hochkoenig.at
Politik
Bürgermeister: Johann Koblinger (ÖVP)
Gemeinderat: (2004)
(17 Mitglieder)
9 SPÖ, 8 ÖVP,
Lage der Gemeinde Mühlbach am Hochkönig im Bezirk St. Johann im Pongau
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Mühlbach am Hochkönig ist eine Gemeinde mit 1534 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2011) im Salzburger Land im Bezirk St. Johann im Pongau in Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemeinde liegt im Pongau im Salzburger Land.

Ortsteile sind: Mühlbach am Hochkönig, Schlöglberg, Mitterberg, Schmölz und Oberwirth.

Geschichte

1350 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Ortes „Mulpach“. 1519 erlaubte Erzbischof Leonhard den Bau der Sebastianskapelle. 1637 erfolgte die Vollendung des Kirchenbaus und 1678 wurde ein einklassige Volksschule im Messnerhaus gegründet.

Mühlbach war schon in prähistorischer Zeit ein Bergbauort. Bereits vor 4000 Jahre haben illyrische Bergleute am Mitterberg einen bedeutenden Kupferbergbau betrieben. Das Kupfererz wurde mittels der Feuersetzmethode erhitzt, durch Besprengen mit Wasser „mürbe“ gemacht und danach mit Hilfe von Bronzepickeln abgebaut. Die damaligen Knappen gelangten bereits mit dieser mühsamen und primitiven Vorgangsweise bis zu 120 Meter in den Berg. Das gewonnene Hauwerk wurde dann auf Schmelzplätzen zerkleinert, angereichert, abgeröstet und aus dem Abbrand das wertvolle Kupfer herausgeschmolzen. Doch plötzlich wurde die Bergbautätigkeit ohne bekannten Grund abgebrochen und das Kupfererzvorkommen geriet wieder für 2000 Jahre in Vergessenheit.

1827 wurde die Mitterberger Kupferlagerstätte durch Zufall wieder entdeckt. Auf der Heimfahrt von Bischofshofen über das Gainfeld und den Mitterberg, kollerte dem Rapold-Bauer ein Brotlaib von seinem Fuhrwerk in den Bachgraben. Der zur Suche ausgeschickte Schwiegersohn fand das Brot nahe dem heutigen Hochkeilhauses an einer Stelle des Bachbettes, an der das Wasser glänzendes gelbes Kupfererz von Geröll frei gespült hatte. Beim Versuch das vermeintliche Gold zu schmelzen, brannte das Bauernhaus ab. Diese Geschichte drang bis an den Pillersee zu Josef Zöttel dem k. k. Hüttenmeister, der schließlich feststellte, es handle sich um hochwertiges Kupfererz. Er öffnete anschließend mit zwei Bergknappen den Maria-Hilf-Stollen, was den Beginn des neuzeitlichen Kupferbergbaus darstellt.

1907 gründete der rheinische Industrielle Arthur Krupp und die Creditanstalt AG die Mitterberger Kupfer AG. 1931 erzwangen die Weltwirtschaftskrise und der Börsenkrach von 1929 die Einstellung des Bergbaus. Arthur Krupp stiftet den alpinen Stützpunkt, das heutige Arthurhaus, und baute noch zwei kleinere Kraftwerke in Mühlbach. Von 1931 bis 1938 ruhte der Bergbau in Mühlbach. 1938 nach dem „Anschluss“ Österreichs an Deutschland ging der Kupferbergbau abermals in Betrieb. 1977 auf Grund des rapiden Preisverfalls des Kupfers von 57.000,--/t 1972 auf 22.644,--/t 1974 wurde der Bergbau endgültig stillgelegt. In der Blütezeit des Bergbaus lebten in Mühlbach bis zu 3000 Einwohner, der Großteil davon waren Bergknappen.

Das zur Herstellung der Himmelsscheibe von Nebra verwendete Kupfer stammt vermutlich aus Mitterberg.

Religion

Mühlbach ist eine eigene katholische Pfarre.

Politik

Bürgermeister ist Johann Koblinger von der ÖVP. Vizebürgermeister ist Manfred Koller von der SPÖ

Wappen

Blasonierung: "Im blauen Schild ein silberner Dreifels, belegt mit gekreuzten schwarzem Eisen und Schlägel und davor aus naturfärbigem Wellenschildfuß ragend ein rotes Mühlrad."

Städtepartnerschaften

Seit 2002 besteht eine Städtepartnerschaft mit Stockheim in Deutschland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Im Jahr 2004 wurden auf der Karbachalm, am flächenbezogenen Schwerpunkt des Salzburger Landes, durch die Gebrüder Gamsjäger ein Holzmonument errichtet. In zwei Baumstämme wurden 118 „Fenster“ in die Stämme geschlagen, in denen die Wappen der Gemeinden angebracht werden können.

Im Bergbau- und Heimatmuseum mit Erlebnisschaustollen werden Zeugnisse einer 5000 Jahre alten Bergbaugeschichte, die Mühlbach bis ins Jahr 1976 nachhaltig prägten, präsentiert.

Der Kupferbergbau zählt zu einem der größten Kupferbergbaue Mitteleuropas. Obwohl der Bergbau in Mühlbach im Jahr 1977 geschlossen wurde, lohnt sich ein Besuch des Bergbaumuseums und Schaustollens.

Der Bergschuh am Dientner Sattel befindet sich auf 1.400 Metern.

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Ort lebt vom Fremdenverkehr und bietet ca. 2.300 Gästebetten. Der Ort gehört zum Skiverbund Amade und bietet 39 Liftanlagen mit 150 km präparierten Pisten, 35 km geräumte Winterwanderwege, drei Rodelbahnen und 2 Skischulen.

Im Sommer stehen 140 km markierte Wanderwege, 15 bewirtschaftete Almhütte, vier Tennisplätze, ein Freibad, 1 Paragleitschule, Spielplätze, Streichelzoos und die Sennerei Schweizerhütte am Arthurhaus zur Verfügung.

Ansässige Unternehmen

  • Skischule Mühlbach
  • Flugschule Austriafly

Persönlichkeiten

  • Sepp Bradl, 1936 sprang der Mühlbacher Skispringer Sepp Bradl auf der slowenischen Großschanze in Planica als erster Mensch über 100 m. 1939 jagte er den Norwegern als erster Mitteleuropäer den Weltmeistertitel ab.
  • Robert Zoller, Weltcup-Skirennläufer

Weblinks

 Commons: Mühlbach am Hochkönig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise



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