Hoffnung


Hoffnung
Die Hoffnung (allegorische Darstellung um 1540)

Hoffnung (vgl. mittelniederdt.: hopen „hüpfen“, „[vor Erwartung unruhig] springen“, „zappeln“) ist eine zuversichtliche innerliche Ausrichtung, gepaart mit einer positiven Erwartungshaltung, dass etwas Wünschenswertes in der Zukunft eintritt, ohne dass wirkliche Gewissheit darüber besteht. Das kann ein bestimmtes Ereignis sein, aber auch ein grundlegender Zustand wie etwa anhaltende Gesundheit oder finanzielle Absicherung. Hoffnung ist die umfassende emotionale und unter Umständen handlungsleitende Ausrichtung des Menschen auf die Zukunft. Hoffend verhält sich der Mensch positiv zur Zeitlichkeit seiner Existenz.

Hoffnung kann begleitet sein von der Angst und der Sorge, dass das Erwünschte nicht eintritt. Ihr Gegenteil ist die Verzweiflung, die Hoffnungslosigkeit, die Resignation oder die Depression.

Hoffnung ist auch eine der drei christlichen Tugenden: Glaube, Liebe und Hoffnung.

Inhaltsverzeichnis

Sprachliche Verwendung

Der Begriff der Hoffnung ist im Sprachgebrauch nicht neutral, d. h. wenn von Hoffnung die Rede ist, wird dadurch in der Regel auch zum Ausdruck gebracht, dass diese berechtigt ist. Beispiel: Es besteht noch Hoffnung. Soll ausgedrückt werden, dass die Hoffnung nicht berechtigt ist, spricht man von einer Illusion.

Steht das Wort dagegen im Plural, hat es im Sprachgebrauch meist eine negative Wertung: Du solltest dir besser keine Hoffnungen machen.

In der Hoffnung sein oder auch guter Hoffnung sein sind außerdem veraltete Wendungen für Schwangerschaft.

Philosophie

Vor allem in der Theorie Ernst Blochs ist Hoffnung auch ein philosophisches Prinzip. Bloch bezieht sich auf gesellschaftliche Kämpfe, die immer wieder durch Hoffnungen vorangetragen werden. Diese Hoffnungen durchflössen – in seiner eigenen Begrifflichkeit – gesellschaftliche Entwicklungen wie ein „Wärmestrom“. Als historisches Beispiel führt er die in den Bauernkriegen 1525 in Deutschland unterlegenen Bauern an, die dennoch auf die Verwirklichung ihrer Forderungen durch die nachfolgenden Generationen hofften:

„Geschlagen ziehen wir nach Haus
– unsere Enkel fechtens besser aus.“

Friedrich Nietzsche schreibt in Menschliches, Allzumenschliches über die Hoffnung in Anlehnung an die Büchse der Pandora: "Zeus wollte nämlich, dass der Mensch, auch noch so sehr durch die anderen Übel gequält, doch das Leben nicht wegwerfe, sondern fortfahre, sich immer von Neuem quälen zu lassen. Dazu gibt er dem Menschen die Hoffnung: sie ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert."

Reflexion in den Religionen

Die Hoffnung – Skulptur von Jacques Du Broeucq (1541–1545).

Christentum

Römisch-Katholische Kirche

Die Hoffnung in der katholischen Kirche ist das ewige Leben.

Zitate
  • „Ja, wir müssen alles tun, um Leid zu überwinden, aber ganz aus der Welt schaffen können wir es nicht – einfach deshalb nicht, weil wir unsere Endlichkeit nicht abschütteln können und weil niemand von uns imstande ist, die Macht des Bösen, der Schuld, aus der Welt zu schaffen, die immerfort – wir sehen es – Quell von Leiden ist. Das könnte nur Gott: Nur ein Gott, der selbst in die Geschichte eintritt, Mensch wird und in ihr leidet.“ (Aus Spe salvi)

Hoffnung im Kontext des christlichen Glaubens

Hoffnung ist im Kontext des christlichen Glaubens ein Kernwort, ein Herzwort. Die Heilige Schrift ist Quelle der Hoffnung: Römerbrief 15,4: „... durch den Trost der Schrift Hoffnung haben.“ Die Rettung ist in der Hoffnung begründet: Römerbrief 8, 24: „... Denn wir sind zwar gerettet, aber auf Hoffnung.“ Hoffnung hat im christlichen Glauben Ewigkeitswert: 1. Korintherbrief 13,13: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe.“ Glaubende Christen werden aufgerufen, Rechenschaft über ihre Hoffnung abzugeben: 1. Petrusbrief 3,15: „Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist.“

Literatur

  • Ernst Bloch: Werkausgabe: Band 5: Das Prinzip Hoffnung. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-518-28154-2
  • Benedikt XVI., Enzyklika "Spe salvi" über die christliche Hoffnung, 30. November 2007
  • swissfuture Schweizerische Vereinigung für Zukunftsforschung: Forschungsbericht Hoffnung 2010, publiziert im open space als pdf für free download: [1]

Sprichwörter und Zitate

  • Dum spiro, spero. - Solange ich atme, hoffe ich.
  • Die Hoffnung stirbt zuletzt.
  • Ich hoff auf das, was ich nicht seh! (angelehnt an Römer 8,24)
  • Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber auch sie wird sterben.
  • Hoffnung lässt Traurigkeit schwinden.
  • Wer mit der Hoffnung fährt, hat die Armut zum Kutscher.
  • Hoffnung ist der erste Schritt auf der Straße der Enttäuschung!
  • Hoffnung ist etwas für Leute, die unzureichend informiert sind. (nach Heiner Müller)
  • Hoffnung ist das Winseln um Gnade. (nach Helmut Krausser)
  • Wer die Osterbotschaft gehört hat, der kann nicht mehr mit tragischem Gesicht herumlaufen und die humorlose Existenz eines Menschen führen, der keine Hoffnung hat. Karl Barth

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Hoffnung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Hoffnung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Hoffnung – Zitate

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