Klaus Buhlert

Klaus Buhlert

Klaus Buhlert (* 7. Juni 1950 in Oschersleben) ist ein deutscher Komponist, Hörspielregisseur und Hörspielautor.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Klaus Buhlert wuchs in Sachsen-Anhalt auf und verließ die DDR im Jahr 1972. Er studierte Musik, Akustik und Informatik, ging 1980 zur Forschungsarbeit über Akustik an das Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, Massachusetts und promovierte 1981 an der Technischen Universität Berlin zum Dr.-Ing. über die Bestimmung von Körperschallanregung und Körperschallübertragung. Von 1983 bis 1986 war er Gastprofessor für Elektronische und Computer-Musik an der Technischen Universität Berlin. Heute arbeitet Klaus Buhlert als Komponist, Autor und Regisseur.

Er lebt in Berlin, ist seit 2001 mit der Architektin Nerine, geb. Reese verheiratet und hat zwei Töchter.

Werk

1983 lernte Klaus Buhlert George Tabori in London kennen, für den er seine erste Bühnenmusik schrieb. Die mehrjährige Zusammenarbeit mit Tabori hat Buhlerts Werk nachhaltig beeinflusst. Seitdem hat er über 70 Kompositionen für Theater, Hörspiel und Film geschaffen.

In der 1987 vom ZDF ausgestrahlten achtteiligen Rialto Film TV-Dokumentation "Mit dem Wind um die Welt", dem Erstlingswerk von Matthias Wendlandt (Sohn des deutschen Filmproduzenten Horst Wendlandt), zeichnete er für die Titelmusik verantwortlich.

Sein 1995 für den Bayerischen Rundfunk inszeniertes Hörspiel „Hotels“ von Raoul Schrott wurde sogleich zum Hörspiel des Jahres gewählt. Für den Sender setzte er seitdem unter anderem Arno Schmidts Trilogie „Nobodaddy's Kinder“, Herman Melvilles „Moby Dick oder Der Wal“ und Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften - Remix“ in Szene. Mehrere seiner Produktionen wurden zum Hörspiel des Monats, sein Stück „Mosaik“ zum Hörspiel des Jahres 2005 gewählt. 2007 Nominierung als einer von vier deutschen Beiträgen zum Prix Italia für atlantis tapes.

Auszeichnungen

Die zwanzigstündige Mammutproduktion Der Mann ohne Eigenschaften wurde 2005 mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Sie enthält nicht nur die zu Lebzeiten Musils veröffentlichten Romanfragmente, sondern auch den wissenschaftlich aufgearbeiteten Nachlass. Für die Jury setzte diese Produktion „Maßstäbe für künftige Hörspiele und Hörbücher obersten Ranges“.

Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste hat Mosaik von Klaus Buhlert, eine Koproduktion des Hessischen Rundfunks und des Deutschlandfunks, zum „Hörspiel des Jahres 2005“ ernannt. Ausgangspunkt für das Hörspiel waren Texte des früh verstorbenen Schriftstellers Konrad Bayer.

„Es gelingt Klaus Buhlert (mit einem sicher geführten Ensemble - Gottfried Breitfuß, Herbert Fritsch, Lars Rudolph, Bernhard Schütz und Jeanette Spassova) einen eigenen, neuen Ton für Bayer zu finden und, was einmal skandalträchtig war, in Vitalität umzusetzen. In einer fiktiven Aufnahmesituation präsentiert er Bayers Texte in assoziativer Folge und überträgt die Sprachskepsis des Schriftstellers dabei elegant auf die Produktions- und Rezeptionsbedingungen des akustischen Mediums. Damit bringt Buhlerts Stück einen Autor wieder ins Spiel, dem die Literatur und die Radiokunst der letzten vier Jahrzehnte starke Impulse verdanken.“

Aus der Begründung der Jury

Hörspiele

  • Die Reise (2002, nach Berhard Vesper)
  • Mosaik (2005, mit Texten von Konrad Bayer)
  • Serapions Brüder (2006, nach E.T.A. Hoffmann)
  • Atlantis Tapes (2007, mit Texten von Francis Bacon, Heiner Müller, Joseph Beuys, Donovan und Gerhard Ahrens)

Weblinks


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