King Kong und die weiße Frau


King Kong und die weiße Frau
Filmdaten
Deutscher Titel King Kong und die weiße Frau
Originaltitel King Kong
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1933
Länge 96 Minuten
Altersfreigabe FSK 6 (seit 2000) früher: 16 (bis 1960)
Stab
Regie Merian C. Cooper
Ernest B. Schoedsack
Drehbuch James Ashmore Creelman
Ruth Rose
Produktion Merian C. Cooper
Ernest B. Schoedsack
David O. Selznick
Musik Max Steiner
Bernhard Kaun
Kamera Edward Linden
J. O. Taylor
Vernon L. Walker
Schnitt Ted Cheesman
Besetzung
  • Fay Wray: Ann Darrow
  • Robert Armstrong: Carl Denham
  • Bruce Cabot: John „Jack“ Driscoll
  • Frank Reicher: Captain Englehorn
  • Sam Hardy: Charles Weston
  • Noble Johnson: Eingeborenenhäuptling
  • Steve Clemente: Eingeborener Hexer
  • James Flavin: Briggs

King Kong und die weiße Frau ist ein am 2. März 1933 uraufgeführter amerikanischer Abenteuer- und Fantasyfilm der Regisseure Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack. Der Film ist eine Produktion von RKO. Der mittlerweile weltbekannte und in der Popkultur verewigte Riesenaffe King Kong hat hier seinen ersten Auftritt.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Regisseur Carl Denham reist mit seiner Filmcrew auf dem Frachtschiff Venture zur entlegenen Insel Skull Island, um dort sein neuestes Werk zu drehen. Die Insel ist auf keiner Karte verzeichnet und nur wenigen Menschen durch vage Überlieferungen ein Begriff. Die Ureinwohner der Insel leben vom Rest der Insel durch eine hohe Mauer getrennt. Bei der Landung gerät die Besatzung in eine Zeremonie der Inselbewohner vor dem Tor der Mauer, die dem lokalen Inselgott Kong gerade eine junge Frau opfern wollen. Als die Kameramänner die Szene filmen wollen, werden sie entdeckt und umstellt. Die Flucht gelingt zwar, doch die platinblonde Hauptdarstellerin Ann Darrow wird in der folgenden Nacht von den Eingeborenen vom Schiff entführt und zur Opfergabe Kongs erkoren.

Zur Vollstreckung wird sie im Dschungel festgebunden und von Kong, einem gigantischen Gorilla, entführt. Kong tötet Ann nicht, sondern beschützt sie behutsam vor lauernden Gefahren und spielt sogar teilweise mit ihr. Unter anderem verteidigt er sie gegen diverse Dinosaurier, die auf Skull Island noch nicht ausgestorben sind. Ein aus einigen Besatzungsmitgliedern bestehender Rettungstrupp ist auf eine solche Begegnung mit urzeitlichen Riesenechsen nicht vorbereitet. Der Trupp wird beim Marsch durch den Dschungel bis auf einen Mann fast komplett aufgerieben. John Driscoll, der Erste Offizier der Venture und einzige Überlebende des Trupps, rettet Ann in einem günstigen Augenblick, als Kong durch einen Kampf mit einem Flugsaurier abgelenkt ist. Kong verfolgt sie, durchbricht das Tor der Mauer und veranstaltet unter den Eingeborenen ein Massaker. Es gelingt Carl Denham aber, Kong mit einer Gasbombe zu betäuben und nach New York zu verfrachten.

Als „King Kong“ soll er in einem Broadway-Theater dem zahlenden Publikum präsentiert werden. Bei der Premiere wird er allerdings vom Blitzlichtgewitter der Fotografen so erschreckt, dass er wütend seine Fesseln sprengt und auf der Suche nach Ann durch New York zieht. Auf seinem Weg löst er eine Massenhysterie aus, tötet zahlreiche Menschen und wirft mit Autos und Hochbahnen um sich.

Er findet Ann und John versteckt in einem Apartment, nimmt Ann wiederum in seine Gewalt, was John nicht verhindern kann und flieht mit ihr zum Empire State Building, um auf dessen Spitze zu klettern. Dort setzt er Ann ab und muss sich mehrerer Doppeldecker des United States Army Air Corps (die Piloten spielten die Regisseure Cooper und Schoedsack selbst) erwehren. Schließlich wird er von deren Maschinengewehrgarben tödlich verwundet und stürzt in die Tiefe.

Hintergrund

Produktion und Konzeption

Das produzierende Filmstudio waren die RKO Pictures.

Jean Harlow lehnte die weibliche Hauptrolle in King Kong ab. Angeblich gewann Regisseur Cooper Fay Wray mit den berühmt gewordenen Worten „You will have the tallest, darkest leading man in Hollywood“ (etwa: „Du wirst mit dem höchstgewachsenen, dunkelsthaarigen Hauptdarsteller in Hollywood arbeiten“) für die Hauptrolle.

Bevor der Film seinen endgültigen Namen King Kong erhielt, spielten die Filmemacher mit Alternativen wie The Beast, The Ape, King Ape und Kong.

King Kong ist außerdem der erste Tonfilm, in dem auch Dialogszenen mit Musik unterlegt wurden. Max Steiner gilt daher als Vater der Filmmusik.

Der Film musste nach einer Testvorführung neu geschnitten werden. Bei der Verfolgung durch den Dschungel gab es eine Szene, in der Kong die Männer in eine Schlucht wirft, wo sie von Insekten gefressen werden. Diese Szene wurde nur einmal vor einem Testpublikum gezeigt, das entsetzt reagierte. Die Szene wurde danach geschnitten und ist bis heute verschollen. Es existieren nur noch drei Fotos davon. Aufgrund der Zensurgesetze wurden 1938 auch Szenen herausgekürzt: eine Szene, in der Kong der Frau die Kleider vom Leib pflückt und ihre Brüste kitzelt, so wie weitere Szenen in denen Kong auf der Insel Menschen tötet, indem er sie zertrampelt oder zerbeißt. Diese Kürzungen ließen den Affen wesentlich freundlicher wirken. Die gekürzte Fassung kam 1952 in die deutschen Kinos. Erst 1969 wurde die Originalfassung restauriert und die fehlenden elf Minuten wieder eingefügt.[1]

Kong ist in fast jeder Szene von unterschiedlicher Größe, dies aber mit voller Absicht, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Für die Modelle wurden unter anderem Felle von ungeborenen Lämmern verwendet. Die meisten Dinosaurier hatte Willis O'Brien schon für das Filmprojekt „Lost Island“ gebaut, das jedoch nicht realisiert wurde.

Das riesige hölzerne Tor von Skull Island wurde auf denkwürdige Weise wiederverwendet: Es wurde im Dezember 1938 für Vom Winde verweht (als Teil des Depots von Atlanta) niedergebrannt.

Bei den Dreharbeiten wurde das erste Mal die Miniaturprojektion angewandt. Das Verfahren wurde 1933 zum Patent angemeldet.

Rezeption und Erfolg

King Kong spielte allein am Startwochenende in den USA über 90.000 Dollar ein, was zum damaligen Zeitpunkt einen Rekord darstellte. Die Spezialeffekte von Willis O’Brien, allen voran der Einsatz des Stop-Motion-Verfahrens, galten als wegweisend und auch heute genießt der Film noch großes Ansehen. Das Bild des riesigen Gorillas auf dem Wolkenkratzer, die schädelförmige Insel Skull Island und Fay Wrays entsetzter Blick (und Schrei) zählen heute fest zur Ikonografie der Popkultur.

Der Erfolg des Films bewahrte die Filmfirma RKO vor dem Bankrott.

Kritiken

„Der tricktechnisch brillante Monster-Film ist einer der Klassiker des Genres. Die fantastischen Dekors der heimatlichen Urwelt Kongs sind in Licht und Schatteneffekten den Radierungen Gustave Dorés (zu Miltons „Paradise Lost“) nachempfunden. Die „Stop Motion“-Sequenzen des „Special Effects“-Künstlers Willis O'Brian waren lange über ihre Entstehungszeit hinaus wegweisend. Das künstlich verlängerte Gebrüll des Affen und der langgezogene Schrei von Fay Wray, der „weißen Frau“ in der Gewalt des Affen, machten Filmgeschichte (…). Ungeachtet aller Trickeffekte ist „King Kong und die weiße Frau“ zugleich ein anrührender Film, der die Geschichte des Monsters als tragische Liebesromanze erzählt.“

Lexikon des Internationalen Films[2]

„Monsterklassiker. […] Der brillante, tricktechnisch bis heute einmalige Film nach einer Idee von Edgar Wallace verbindet gekonnt den Expeditions- und Katastrophenfilm mit dem Melodram." (Höchstwertung: überragend)“

Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“[3]

„Der Ur-King-Kong ist unübertroffen, insbesondere in Bezug auf die eigens für diesen Film entworfene Tricktechnik. Eine Pionierleistung zu Beginn der Tonfilmzeit.“

Frankfurter Rundschau, Frankfurt am Main

Verwandte Filme

Fortsetzungen

Aufgrund des enormen Erfolgs kam bereits im selben Jahr, wie King Kong und die weiße Frau die Fortsetzung King Kongs Sohn in die Kinos. 1949 folgte ein weiterer Riesenaffenfilm Panik um King Kong, obwohl Kong in diesen gar nicht mitspielte. Bei beiden Filmen waren allerdings die meisten Personen des Stabs des ersten King-Kong-Films und der Hauptdarsteller Robert Armstrong beteiligt.

Neuverfilmungen

Weitere Verfilmungen

Sonstiges

  • King Kong ist die freie Vorlage für eines der erfolgreichsten Videospiele: Donkey Kong. Dies hatte allerdings für einen Rechtsstreit gesorgt.
  • Edgar Wallace verstarb, während er an King Kong arbeitete.
  • 1961 kam King Kongs englisches Gegenstück namens Konga in die Kinos. Bei Konga handelt es sich eigentlich um einen mit Wachstumsserum behandelten Schimpansen, der im Laufe des Films allerdings das Aussehen eines riesigen Gorillas annimmt.
  • Die Schriftstellerin Kirsten Boie schuf das Schwein King-Kong als Hauptfigur einiger ihrer Kinderbücher.
  • Die Berliner Band Die Ärzte nehmen in Ihrem Lied Monsterparty Bezug auf den Film (Sprach: „Wenn King Kong nicht durchs Tor passt, schnapp ich mir die weiße Frau!“)

DVD-Veröffentlichung

  • King Kong und die weiße Frau. Kinowelt Home Entertainment 1999

Soundtrack

  • Max Steiner: King Kong. The Complete Reconstructed 1933 Film Score. Marco Polo/HNH, München 1997, Tonträger-Nr. 8.223763 – digitale Neueinspielung der von John W. Morgan rekonstruierten Filmmusik durch das Moskauer Sinfonie-Orchester unter der Leitung von William T. Stromberg

Literatur

  • Delos W. Lovelace, Merian C. Cooper (Begründer), Edgar Wallace (Begründer): King Kong. Roman (Originaltitel: King Kong). Deutsch von Helmut Kassodo. Goldmann, München 1987, ISBN 3-442-08835-6.
  • Joe DeVito, Brad Strickland: Merian C. Cooper's King Kong. König der Bestien. Roman (Originaltitel: Merian C. Cooper's King Kong). Deutsch von Andreas Kasprzak. Blanvalet, München 2007, ISBN 978-3-442-24428-7.
  • Orville Goldner, George E. Turner: The Making of King Kong. The story behind a film classic. A. S. Barnes and Co., South Brunswick u. a. 1975, ISBN 0-498-01510-6.
  • Joe DeVito, Brad Strickland: Kong. King of Skull Island. DH Press, Milwaukie OR 2005, ISBN 1-59582-006-X.
  • Ray Morton: King Kong. The History of a Movie Icon from Fay Wray to Peter Jackson. Applause Theatre & Cinema Books u. a., New York NY u. a. 2005, ISBN 1-55783-669-8.

Weblinks

 Commons: King Kong und die weiße Frau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kultfilme, Heyne Verlag, 1985, S. 182
  2. King Kong und die weiße Frau im Lexikon des Internationalen Films
  3. Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen.“ (Erweiterte Neuausgabe) Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 449–450

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