Kastamonu


Kastamonu

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Kastamonu
Wappen fehlt
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Kastamonu (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Kastamonu
Koordinaten: 41° 23′ N, 33° 47′ O41.37638888888933.776388888889800Koordinaten: 41° 22′ 35″ N, 33° 46′ 35″ O
Höhe: 800 m
Fläche: 1.482 km²
Einwohner: 80.946[1] (2008)
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+90) 366
Postleitzahl: 37 000
Kfz-Kennzeichen: 37
Struktur und Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Turhan Topçuoğlu (MHP)
Webpräsenz:
Landkreis Kastamonu
Einwohner: 115.871[1] (2008)
Fläche: 1.834 km²
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km²
Vom Uhrturm-Hügel Richtung Burg
Altstadtgasse unterhalb der Burg mit einer renovierungsbedürftigen Häuserzeile aus osmanischer Zeit
Pir Şeyh Şaban-i Veli Türbesi

Kastamonu (in osmanischer Zeit Castamuni) ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Norden der Türkei. Die Stadt liegt im Tal des Gökırmak, eines Nebenflusses des Kızılırmak. Im August 1925 reiste Atatürk in die damals als besonders islamisch-konservativ geltende Provinz Kastamonu, wo er in mehreren Reden unter anderem für das Tragen eines Hutes als Teil einer säkularen Staatsreform eintrat, die wenig später als Hutgesetz verbindlich wurde.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Kastamonu liegt auf 800 Metern Höhe in einem weiten Tal zwischen teilweise bewaldeten Hügeln, die einen Übergang bilden zwischen den steileren Bergzügen (Küre Dağları) an der Schwarzmeerküste im Norden und dem Gebirgskamm der Ilgaz Dağları im Süden. Beide sind Teil des Pontischen Gebirges. Auf den die Stadt im Süden umgebenden Hügeln gedeihen hohe Kiefernwälder.

Die Fernstraße 765 durchquert den Ort in nord-südlicher Richtung vom knapp 100 Kilometer entfernten Inebolu am Schwarzen Meer und führt weiter nach Ankara. Die Industriestadt Karabük befindet sich 115 Kilometer westlich.

Die Gegend ist bekannt für die Verarbeitung von Tabak, die Produktion von Zigarettenpapier[2] und von Holzmöbeln.

Geschichte

Die Region ist nach Funden, die sich in das 13. Jahrhundert v. Chr. datieren lassen, spätestens seit hethitischer Zeit besiedelt. Im 11. Jahrhundert wurde der Ort von den Rum-Seldschuken und anschließend von ihren Gegenspieler, den Danischmenden aus Sivas eingenommen. Der Name der Stadt leitet sich vermutlich von Castra Comneni („Festung der Komnenen“) her. So nannte sich im 12. Jahrhundert eine befestigte Residenz der Komnenen, einer herrschenden Adelsdynastie im Byzantinischen Reich. Die Stadt hieß zu dieser Zeit Kastamon (Κασταμών).

Im 14. und 15. Jahrhundert wird die Stadt im Zusammenhang mit dem Handel der Genueser Kolonien am Schwarzen Meer erwähnt. Erstmals 1393 und dann endgültig ab 1459 gehörte Kastamonu zum Osmanischen Reich. In der Zwischenzeit hatten vom Mongolen Timur Lenk eingesetzte Regionalfürsten geherrscht.

Im 19. Jahrhundert soll ein Koch namens Hamdi aus Kastamonu erstmals einen türkischen Döner Kebab zubereitet haben. [3]

Am 30. August 1925 hielt der türkische Republikgründer Atatürk von der Terrasse des heutigen Archäologischen Museums eine flammende Rede gegen das Tragen der orientalischen Kopfbedeckung Fes und forderte alle türkischen Männer auf, stattdessen einen modernen Hut aufzusetzen.

Stadtbild

Das Zentrum der Stadt bildet der quadratische, Nasrallah Meydani genannte Platz vor dem Rathaus. Von einem Aussichtshügel mit einem Uhrturm an seiner Spitze im Südosten des Platzes lässt sich die Innenstadt mit dem wenige Hundert Meter westlich gelegenen, 112 Meter hohen Burghügel überblicken. Von der unter den Komnenen im 11./12. Jahrhundert gegründeten Burg sind noch größere Teile der Außenmauern und von Bauten innerhalb erhalten oder wurden restauriert.

Die Hauptmoschee im Zentrum (Nasrallah Camii) aus dem Jahr 1506 geht auf eine Stiftung von Nasrallah Bey, einem städtischen Richter zurück. Neun Kuppeln überdecken einen quadratischen Betsaal. Der Reinigungsbrunnen ist sehenswert. Den Namen dieses Mannes trägt auch eine aus osmanischer Zeit stammende Brücke in der Nähe über den Gökırmak mit zwei unterschiedlich weiten Bögen. Die Atabeygazi Camii ist eine große, 1273 erbaute Moschee mit einem flachen Walmdach über einem rechteckigen Grundriss am Fuß des Burghügels.

Die meisten weiteren osmanischen Gebäude befinden sich ebenfalls auf der Westseite des Flusses dem Meydani gegenüber. Hierzu gehört das Çifte Hamamı, ein Hamam mit zwei Dachkuppeln, eine davon über einem knappen oktogonalen Tambour. Ebenfalls erhalten sind zwei Hane, das Aşirefendi Hanı und das İsmail Bey Hanı. Letzteres gehört zum vorosmanischen Moschee-Komplex der Ismail Bey Külliyesi aus dem 15. Jahrhundert und liegt im Süden der Stadt. Eine phrygische Grabstätte in der Nähe wird „Felsenhaus“ genannt. Auf ihrem Giebel ist das Relief eines beidseits von Reittieren begleiteten Mannes zu sehen.

Ebenfalls in dem einfachen traditionellen Wohnviertel südlich der Burg befindet sich die besonders von Frauen verehrte Türbe des 1568/69 verstorbenen Pir Şeyh Şaban-i Veli. Die Männer besuchen die Moschee daneben, die zusammen mit der Türbe und sorgfältig restaurierten Wohngebäuden zur Anlage einer Tekke des Halveti-Sufiordens gehört.

Die heutige, schnell voranschreitende Stadterweiterung mit großen Wohnblocks erfolgt über eine Länge von etwa drei Kilometern in der Ebene entlang des Flusses nach Norden. Der Busbahnhof liegt fünf Kilometer vom Zentrum in dieser Richtung außerhalb auf freiem Feld. Der 1990 eingerichtete Flughafen Kastamonu wurde zu keiner Zeit genutzt.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

  • Kasaba, Dorf 17 Kilometer nordwestlich mit einer nach-seldschukischen Holzsäulenmoschee von 1366
  • Berg Ilgaz (İlgaz Dağı) 2587 Meter, Wander- und Wintersportgebiet, etwa 40 Kilometer südlich
  • Antike Stadt Pompeipolis bei Taşköprü
  • Ilgarini-Höhle, einer der längsten Höhlen in der Türkei

Tageszeitungen

  • Kastamonu Postası
  • Kastamonu Nasrullah Gazetesi

Literatur

  • Peter Baumgarten, Katja Michel: Türkei. Baedeker Reiseführer, Ostfildern 2010, S. 479–483

Webseiten

 Commons: Kastamonu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 19. November 2009
  2. Tobaccoreporter, Mai 2005
  3. Kültür Bakanlığı Türk Halk Kültürü Araştırmalari (Untersuchungen über die Kultur des türkischen Volks), 1990/1, Türk Mutfak (Die türkische Küche)

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