Horn-Linie

Horn-Linie
Horn-Linie GmbH & Co
Logo Horn-Linie.png
Rechtsform Kommanditgesellschaft
Gründung 1879
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung zuletzt (?): Kurt Bevensee,
Geschäftsführer
Branche Reederei

Die Horn-Linie war eine deutsche Reederei mit Sitz in Hamburg. Sie war bis zur vollständigen Auflösung 2009 vor allem in der Frachtschiff- und Kühlschifffahrt tätig und bot auch Frachtschiffreisen für Passagiere an.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Heinrich Christian Horn, ein Kohlenhändler, gründete 1879 mit dem Kauf von drei Schiffen die Firma in Schleswig und betrieb damit Nord- und Ostseehandel. 1906 war die Frachtschiffsreederei mit 21 Schiffen bereits eine der größten in Deutschland.

Nach hohen Verlusten durch den Krieg konnte 1920 ein Liniendienst in die Karibik eröffnet werden.

Horncap, Fruchtumschlag in Hamburg mit Elevatoren, Paletten und Kühlcontainer

Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Verlust fast aller Schiffe und des Verwaltungsgebäudes führte Erich Müller-Stinnes, der von Heinz Horn schon zuvor Anteile übernommen hatte, die Firma als Seehafenagentur weiter. Er wurde auch Generalvertreter der französischen Reederei CGT. Heinz Horn gründet hingegen 1956 die bis 1969 im Kühlfrachtgeschäft bestehende Reederei H. C. Horn.

1951 lief die Hornfels vom Stapel. 1955 wurden mit der Hornbay und Horncap die ersten Kühlschiffe für die Horn-Linie von der Deutschen Werft geliefert. 1959 folgten mit der der Hornkoog und 1960 mit der Horndeich weitere neue Kühlschiffe von dieser Werft in Hamburg-Finkenwerder. Weitere Schiffe waren die Hornbaltic, Hornbelt, Hornberg, Horngolf, Hornkliff, Hornland, Hornmeer, Hornsee, Hornstern, Hornsund und Hornwind. Einige Namen wurden im Laufe der Zeit mehrfach vergeben[1].

Eigentümer

1962 wird die Horn-Linie zu je 50 Prozent an die Reedereien Hapag und Compagnie Générale Transatlantique (CGT) verkauft, da Erich Müller-Stinnes keine Erben hat. 1978 wird diese Verbindung wieder gelöst. Die zu Hapag-Lloyd vereinigte Hapag verkaufte ihre Anteile an die CGM - Compagnie Générale Maritime. Anfang der 1990er-Jahre übernahm der amerikanische Frucht- und Lebensmittelkonzern der Del-Monte-Gruppe einen Teil.

Im Jahre 1997 wurde die Horn-Linie vollständig in die „Fresh Del Monte Produce Inc.“ in Coral Gables (Florida) eingegliedert. Die zuletzt in der City Süd (Hammerbrookstraße 47 a) ansässige Reederei wurde 2009 vollständig liquidiert. Del Monte betreibt unter der dortigen Network Shipping Ltd. weiterhin Kühl- bzw. Kühlcontainerschiffe (16 eigene und 16 gecharterte[2]).

Streckennetz

Zum Liniendienst gehörte der Caribbean Service (Antwerpen /Puerto Limón). Die letzte Fahrt ab Hamburg startete am 3. Dezember 2007. Die Linie Cameroon Express (Hamburg/Douala) wurde bereits Ende November 2006 eingestellt.

Flotte

Die letzten Schiffe liefen zumeist nicht unter deutscher, sondern unter sogenannten „Billigflaggen“.

Jahr Name Vermessung Flagge Geschwindigkeit Länge Breite
1990 Hornbay 12.887 BRZ Monrovia/Liberia 20 Knoten 153,50 m 23 m
1991 Horncap 12.887 BRZ Monrovia/Liberia 20 Knoten 153,50 m 23 m
1992 Horncliff 12.887 BRZ Monrovia/Liberia 20 Knoten 153,50 m 23 m
1980 Segovia Carrier 17.439 BRZ Nassau/Bahamas 21 Knoten 169 m 25,70 m
1980 Algeciras Carrier 17.439 BRZ Nassau/Bahamas 21 Knoten 169 m 25,70 m

Quellen und Literatur

  • Detlefsen, G. U., Kunze, F. W.: Horn Linie, 1990 DF-Verlag, Bad Segeberg
  • crwflags.com (englisch) - Angaben zu Geschichte und Flaggen der Horn-Reedereien

siehe auch

Einzelnachweise

  1. The Ships List (englisch) - Angaben zur Geschichte und Schiffen
  2. Fresh Del Monte Shipping (engl.), abgerufen am 5. Januar 2011

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