Doppelhaus Ludwig-Pfau-Straße 46 und 48 und Happelstraße 57 (Heilbronn)

Doppelhaus Ludwig-Pfau-Straße 46 und 48 und Happelstraße 57 (Heilbronn)
Das Doppelhaus an der Ludwig-Pfau-Straße 46/48 und Happelstraße 57

Das Doppelhaus an der Ludwig-Pfau-Straße 46/48 / Happelstraße 57 in Heilbronn ist ein denkmalgeschütztes Gebäude und daher ein Kulturdenkmal[1]

Inhaltsverzeichnis

Lage und Umgebung

Das Gebäude liegt an der Ecke Ludwig-Pfau-Straße/Happelstraße innerhalb eines historischen Arbeiterwohngebiets, das im Jahre 1873 vom Stadtbaumeister Reinhard Baumeister entworfen wurde.

Während die Ludwig-Pfau-Straße nach dem Heilbronner Ehrenbürger[2] und Dichter Ludwig Pfau benannt wurde und als Achse von Nord nach Süd[3] verläuft, wurde die Happelstraße nach dem Ehrenbürger Wilhelm Happel benannt.

Sowohl die Ludwig-Pfau-Straße als auch die Happelstraße wurden in den Jahren 1977–1981 von der Stadtplanung und Stadtsiedlung saniert[4]. Am 15. Juni 2004 wurde schließlich das gesamte Wohngebiet „Heilbronn-Südviertel“, zusammen mit der Ludwig-Pfau-Straße und Happelstraße, förmlich als Sanierungsgebiet per Satzung ausgewiesen[5].

Geschichte

Der Schreinermeister Ernst Nahm ließ das Gebäude als Mietshaus errichten, wobei jede Wohnung über eine Loggia verfügte, die auf den Garten im rückwärtigen Teil des Hauses ausgerichtet war.

Das Haus hatte, wie die meisten anderen Häuser des historischen Arbeiterwohngebietes bei ihrer Fertigstellung, Dreizimmerwohnungen ohne Bad, wobei das Erdgeschoss oft geschäftlich genutzt wurde[6]. So wurde hier das Erdgeschoss in der Ecke des Hauses als Kontor genutzt[7].

Beschreibung

Das für Arbeiter- und Handwerkerfamilien errichtete Mehrfamilienhaus besteht aus Häusern, die miteinander verbunden worden sind. So wurde das Doppelhaus an der Ludwig-Pfau-Straße mit dem Haus zur Happelstraße hin als ein gemeinsames, viereinhalbgeschossiges Gebäude mit verputzter Fassade[1] im Jugendstil[1] errichtet. Das mittige Zwerchhaus verbindet beide Gebäudehälften des Doppelhauses an der Ludwig-Pfau-Straße optisch miteinander

Die Denkmaltopographie erwähnt insbesondere die „Dekorationselemente mit reliefartiger Wirkung“, die auf die Fensterachsen beschränkt wurden[1]. „Barockisierende Anklänge“ zeigen laut Denkmaltopographie sowohl das Erd- als auch das 3. Obergeschoss[1]. So zeigt das Erdgeschoss horizontale Gesimsbänder, während das letzte Obergeschoss vertikale Pilaster aufweist[1].

Kunstgeschichtliche Bedeutung

Das von Adolf Braunwald entworfene Wohnhaus ist ein Beispiel für die Loslösung vom Historismus. So ist das Gebäude vom Jugendstil geprägt und trägt für seine Bauzeit in den Jahren 1906/1907 „durchaus moderne Züge“ [1].

So verzichtete man darauf, die Fassade in „Sichtmauerwerk“[1] im Stil des „reduzierten Historismus“ zu errichten, das für diese Zeit und für das Stadtviertel üblich war. So ist die Fassade von einer „unhistoristischen Formensprache“ geprägt und man zog es vor, sie mit einer „jugendstilhafter Putzornamentik“ zu dekorieren. Es wurde deswegen als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz gestellt[8].

Quellen

  1. a b c d e f g h Julius Fekete et al.: Denkmaltopographie Baden-Württemberg Band I.5 Stadtkreis Heilbronn. Edition Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1988-3 , S. 98
  2. Website des Stadtarchivs Heilbronn
  3. Julius Fekete et al.: Denkmaltopographie Baden-Württemberg Band I.5 Stadtkreis Heilbronn. Edition Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1988-3 , S. 114
  4. Julius Fekete et al.: Denkmaltopographie Baden-Württemberg Band I.5 Stadtkreis Heilbronn. Edition Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1988-3 , S. 60
  5. https://gemeinderat.stadt-heilbronn.de/index.php?d=/beschluesse/GR/2004/&f=/_files/KB-GR-15-06-04-f--Intranet.pdf&s=
  6. Julius Fekete et al.: Denkmaltopographie Baden-Württemberg Band I.5 Stadtkreis Heilbronn. Edition Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1988-3 , S. 97
  7. Julius Fekete et al.: Denkmaltopographie Baden-Württemberg Band I.5 Stadtkreis Heilbronn. Edition Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1988-3 , S.115 und S.98
  8. Julius Fekete et al.: Denkmaltopographie Baden-Württemberg Band I.5 Stadtkreis Heilbronn. Edition Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1988-3 , S. 136
49.1326659.224394

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