Seifersdorf (Wachau)

Seifersdorf (Wachau)
Seifersdorf
Gemeinde Wachau
Koordinaten: 51° 9′ N, 13° 52′ O51.15833333333313.866666666667235Koordinaten: 51° 9′ 30″ N, 13° 52′ 0″ O
Höhe: 235 m ü. NN
Eingemeindung: 1994
Postleitzahl: 01454
Vorwahl: 03528
Seifersdorf auf einer Karte aus dem 19. Jahrhundert

Seifersdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Wachau im Landkreis Bautzen in Sachsen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Seifersdorfer Kirche

Seifersdorf liegt in der gleichnamigen Gemarkung im Westen der Gemeinde Wachau im Radeberger Land. Es ist umgeben von den anderen Wachauer Ortsteilen Lomnitz im Norden, Wachau selbst im Osten und Feldschlößchen im Südosten. Südlich benachbart ist der Radeberger Ortsteil Liegau-Augustusbad, südwestlich der Dresdner statistische Stadtteil Langebrück/Schönborn. Im Westen bzw. Nordwesten grenzen die Ottendorf-Okrillaer Ortsteile Grünberg, Diensdorf und Ottendorf an.

Seifersdorf erstreckt sich etwa in Nordwest-Südost-Richtung auf einer Hochfläche rechts über dem Tal der Großen Röder, die hier die Grenze zu Schönborn markiert. Dieser nach dem Ort als Seifersdorfer Tal bezeichnete Abschnitt ist für seinen ab 1781 angelegten Landschaftsgarten bekannt, der somit zu den ältesten seiner Art in Deutschland gehört. Westlich von Seifersdorf schneidet sich der Tiefe Grund, ein kurzes Kerbtal, in das Gelände ein. Das Dorf ist umgeben von landwirtschaftlich genutzten Flächen. Wichtigste Erhebungen sind der Steinberg mit einer Höhe von 264, der Burgberg mit 250 und der Diensdorfer Berg mit 232 m ü. NN. Die Wohnbebauung liegt größtenteils innerhalb des von Schloss Seifersdorf dominierten Dorfkerns sowie einer sich nördlich daran anschließenden Kleinsiedlung.

Durch Seifersdorf verläuft unter dem Namen Tina-von-Brühl-Straße die Staatsstraße 177. Unmittelbar nordwestlich der Ortslage besteht an der Abfahrt Ottendorf-Okrilla Anschluss an die Bundesautobahn 4. Von der S177 zweigen die Wachauer, Lomnitzer und Schönborner Straße ab, die in die entsprechenden Nachbarorte führen. Im Dorfkern liegen noch die Straßen Kirchgasse, Bäckerberg und am Steinberg. Weitere Straßennamen in Seifersdorf lauten Siedlung, An den Dorfwiesen, Brückweg, Brauereiweg und Seifersdorfer Tal. An den ÖPNV ist Seifersdorf über die Buslinie 317 des Regionalverkehrs Dresden angebunden.

Geschichte

Der Ortsname Seifersdorf fand 1335 erstmals Erwähnung als „Syffridisdorf“. Er ist deutschen Ursprungs und bedeutet „Dorf eines Sigfrid“, bezieht sich also auf einen Lokatornamen. Analog dazu bildeten sich auch die Ortsnamen zahlreicher Dörfer der Umgebung, darunter Lotzdorf, Cunnersdorf und Hermsdorf. Aus späterer Zeit sind unter anderem die Formen „Syfirstorf“, „Seifferschdorff“ und „Seifferstorff “ überliefert. Um Seifersdorf von gleichnamigen Orten in Sachsen unterscheiden zu können, bezeichnete man es 1875 als „Seifersdorf b. Radeberg“.[1]

Älteste Siedlungsspuren auf der Flur sind die Reste eines bronzezeitlichen Burgwalls auf dem Burgberg.[2] Seifersdorf entstand dann im Zuge der Deutschen Ostsiedlung durch Rodungen inmitten eines zusammenhängenden Waldgebiets, das unter anderem aus Friedewald, Karswald, Massenei, Dresdner, Laußnitzer und Königsbrücker Heide bestand. Die Bewohner Seifersdorfs lebten vorwiegend von der Landwirtschaft; sie bewirtschafteten 13 Hufen zu je 16 bis 24 Scheffeln. Das Reihendorf war im Jahre 1900 von einer 839 Hektar großen waldhufenartigen Streifenflur umgeben.

Bereits um 1500 bestand im Ort eine Pfarrkirche. Die Grundherrschaft in dem Ort übten jahrhundertelang die Besitzer des bereits 1454 erwähnten Seifersdorfer Rittergutes aus, aus welchem das zuletzt von 1819 bis 1823 durch Karl Friedrich Schinkel im Stil der englischen Neogotik umgestaltete Schloss Seifersdorf hervorging. Die Verwaltung des Ortes oblag bis Mitte des 19. Jahrhunderts dem Amt Dresden. Im Jahre 1856 gehörte Seifersdorf zum Gerichtsamt Radeberg und kam danach zur Amtshauptmannschaft Dresden. Auf Grundlage der Landgemeindeordnung von 1838 erlangte Seifersdorf seine Selbstständigkeit als Landgemeinde. Ab 1952 gehörte es zum Kreis Dresden-Land, nach dessen Auflösung dann zum Landkreis Kamenz und seit 2008 zum Landkreis Bautzen. Im Jahre 1994 erfolgte die zeitgleiche Eingliederung Seifersdorfs und Leppersdorfs in die Gemeinde Wachau.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1551 41 besessene Mann, 4 Häusler, 48 Inwohner
1764 32 besessene Mann, 33 Häusler
1834 599
1871 683
1890 719
1910 712
1925 789
1939 842
1946 1085
1950 1050
1964 898
1990 614

Partnerschaften

Mit der Gemeinde Berg (Schussental) unterhält Seifersdorf eine Partnerschaft.

Persönlichkeiten

  • Hans Moritz Christian Maximilian Clemens Graf von Brühl (* 1746; † 31. Januar 1811 in Seifersdorf), Generalinspekteur, Rittergutsbesitzer, Übersetzer und Zeichner
  • Karl Josef Friedrich (* 17. Juni 1888 in Dresden; † 17. Juli 1965 in Seifersdorf), evangelischer Pfarrer und Schriftsteller mit zeichnerischer und musikalischer Begabung, von 1927 bis zu seiner Emeritierung 1959 Pfarrer in Seifersdorf, lebte dort bis zu seinem Tode.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Ernst Eichler/Hans Walther: Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Bd. 2, Berlin 2001. S. 406f.
  2. sachsens-schlösser.de

Weblinks

 Commons: Seifersdorf (Wachau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Seifersdorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen



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