Burg Hattstein

Burg Hattstein
Burg Hattstein
Die Reste der Burg Hattstein im Jahr 2004 mit Graben im Vordergrund und dem Stück einer Mauer rechts oben auf dem Hügel

Die Reste der Burg Hattstein im Jahr 2004 mit Graben im Vordergrund und dem Stück einer Mauer rechts oben auf dem Hügel

Alternativname(n): Hazechenstein, Hatzechinstein
Entstehungszeit: um 1150
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Reste der Schildmauer, Graben
Ständische Stellung: Adlige
Ort: Schmitten im Taunus-Oberreifenberg
Geographische Lage 50° 15′ 38″ N, 8° 26′ 10″ O50.2605555555568.4361111111111665Koordinaten: 50° 15′ 38″ N, 8° 26′ 10″ O
Höhe: 665 m ü. NHN
Burg Hattstein (Hessen)
Burg Hattstein

Die Reste der Burg Hattstein (auch "Hazechenstein" oder "Hatzechinstein" genannt) findet man auf einem bewaldeten Bergsporn im Norden des Sängelberges zwischen der Gemeinde Schmitten im Taunus und deren Ortsteil Oberreifenberg. Außer einem auffälligen Graben um eine Erhebung sind heute nur noch wenige Mauerreste zu erkennen.

Geschichte

Wann genau die Spornburg Hattstein erbaut wurde, ist nicht bekannt. Es wird vermutet, dass sie bereits vor der nahegelegenen Burg Reiffenberg existierte. Die "Walsdorfer Gründungsurkunde" aus dem Jahre 1156 nennt bereits einen "Guntramus de Hazechenstein", der dort Burgherr gewesen sein dürfte.

Die Hattsteiner Ritter agierten im 14. Jahrhundert oft als Raubritter. Im Rahmen einer Landfriedensexekution wurde die Burg 1379 durch Truppen der Stadt Freien Reichsstadt Frankfurt und ihrer Verbündeten erobert. Die Hattsteiener verpflichteten sich, auf weitere Raubzüge zu verzichten und erhielten im Gegenzug die Verfügungsgewalt über die Burg zurück. Trotz dieses Eides kam es weiter zu Überfällen, darunter 1387 auf das Kloster Thron. Zwei weitere Strafexpeditionen gegen die Burg Hattstein in den Jahren 1393 und 1428 scheiterten und die Burg wurde nicht erobert.

Obwohl die Hattsteiner mit den Reiffenbergern verwandt waren, kam es zu Fehden zwischen den Bewohnern beider Burgen. Während der von 1428 bis 1435 andauernden "Hattsteiner Fehde" eroberten die Reiffenberger zusammen mit Frankfurt und Kurmainz im Jahr 1432 die Burg Hattstein und zerstörten sie im Jahr 1467 sogar. Zwar erhielten die Hattsteiner ihren Besitz im Jahre 1468 zurück. Es dauerte jedoch dreißig Jahre, bis die Burg wieder aufgebaut war.

Die Burg wurde 1467 durch Walter von Reifenberg eingenommen und geschleift. Danach wurde die Burg nie wieder aufgebaut und verfiel. Auch wenn die Burg zerstört war, blieb die Herrschaft Hattstein weiter im Besitz der Hattsteiner Ritter.

Im Gegensatz zu der lehensfreien Burg Reiffenberg war die Burg Hattstein zur Hälfte kurtrierisches Lehen. Die lehensfreie Hälfte wurde im Jahr 1614 durch Philipp Georg von Hattstein an Johann Heinrich von Reifenberg verkauft. Da der Kaufpreis nie vollständig bezahlt wurde, führte dies zu einem Rechtsstreit, der bis zum Aussterben der Hattsteiner im Jahr 1767 ergebnislos blieb.

Literatur

  • Heinz Peter Mielke: Die Niederadligen von Hattstein: ihre politische Rolle und soziale Stellung. Zur Geschichte einer Familie der mittelrheinischen Reichsritterschaft von ihren Anfängen bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges, mit einem Ausblick auf das Jahr 1767. Wiesbaden, Historische Kommission für Nassau, 1977
  • Beatrice Träger und Eugen Ernst: Die Herren von Hattstein und ihre Fehden. In: Ingrid Berg (Hrsg.): Heimat Hochtaunus, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-7829-0375-7, Seite 80-85

Weblinks


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