St. Johannis (Langenhorst)

St. Johannis (Langenhorst)

Die Kirche St. Johannes in Ochtrup-Langenhorst ist eine katholische Pfarrkirche und Filialkirche der Pfarrgemeinde St. Lambertus in Ochtrup.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Klosterkirche der Augustinerschwestern zu Langenhorst wurde vom Domdechanten Franko von Wettringen gegründet. Sie wurde in der Zeit von 1180-1225/30 mit Unterbrechungen erbaut. 1203 gewährte der Bischof von Münster, Hermann II. von Katzenelnbogen umfangreiche Privilegien für das Kloster Langenhorst. Seine Bedeutung ist in der Bestätigung der Rechte und des Besitzes des Klosters durch Papst Clemens III. erkennbar. Am 30. Mai 1556 brannten bei einer verheerenden großen Brandkatastrophe für Langenhorst großer Teile des Klosters, fast alle Wirtschaftsgebäude sowie Nordturm und die Nord-Ostseite der Kirche ab. 1576 wurde das Kloster in ein freiweltliches adeliges Damenstift umgewandelt. Um 1750 war die letzte Blütezeit des Stiftes zu verzeichnen. 1811 wurde das Stift im Zuge der Säkularisation aufgehoben.

Architektur

Die 1180 im Osten begonnene Kirche ist wohl das bedeutendste und vielgestaltigste Gotteshaus des Kreises Steinfurt und eine der bemerkenswertesten münsterländischen Hallenkirchen sog. gebundener Ordnung (d.h. die Gewölbe aller Schiffe besitzen die gleiche Scheitelhöhe und das quadratische Joch des Mittelschiffes wird in den Seitenschiffen durch zwei quadratische Joche flankiert). Der Bau hat einen eigenwilligen kurzen (sie ist nur 32m lang), gedrungenen Grundriss mit ebenfalls quadratischem Chorraum zwischen zwei Chorflankentürmen. Der Gesamtgrundriss der drei Schiffe entspricht fast dem eines Goldenen Rechtecks. Der durch den Einsturz des Nordturmes zerstörte Querhausarm wurde 1867 wieder neu gewölbt, der Turm erst 1970 wiedererrichtet. Bei dieser umfangreichen Instandsetzung entfernte man auch im südlichen Querhaus ein gotisches Spitzbogenfenster mit Maßwerk und ersetzte es durch eines mit Rundbogen.

Stiftskammer

Anfang 1994 wurde auf Initiative von Pfarrer Msgr. Karl Stindt im Obergeschoss des südlichen Chorflankenturmes die Stiftskammer eingerichtet. In dem quadratischen Turmraum sind beachtenswerte Zeugnisse lebendigen Glaubens ausgestellt; sie spiegeln auch die religiöse Kultur und Geschichte des ehemaligen Stiftes wider.

Die Stiftskammer ist neben Schatzkammer zugleich erweiterte Sakristei, da die liturgischen Gefäße und Geräte bei hohen Feierlichkeiten noch in Gebrauch sind.

Literatur

  • Anton Wegener: Ochtrup. Ein Heimatbuch. Münster: Regensberg, 1960.
  • Géza Jászai: Die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer und ihre Stiftskammer Ochtrup-Langenhorst. A3 Faltblatt, 1995.
  • Kl. Brockmöller S.J. Langenhorst: 1000 Jahre Kulturgeschichte, 1178-1978: 800 Jahrfeier Ochtrup-Langenhorst. Greven: Verlag Cramer, 1978.


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