St.-Martins-Kirche (Sontheim)

St.-Martins-Kirche (Sontheim)
Kath. Pfarrkirche St. Martinus
Datierter Stein von 1539

Die St.-Martins-Kirche in Sontheim ist eine katholische Kirche mit einem gotischen Chor, der 1720 in einem frühbarocken Kirchenbau und später 1904 in einem neoromanischen Kirchenbau aufgegangen ist.

Geschichte

Die Kirche liegt im historischen Ortskern von Sontheim und geht in ihren Ursprüngen wohl auf die in fränkischer Zeit erfolgte Siedlungsgründung zurück. Ab dem 13. Jahrhundert hatte der Deutsche Orden Besitz in Sontheim und übte dort die Ortsherrschaft aus. Die Kirche und der angrenzende Sontheimer Deutschordenshof wurden nach dem Bauernkrieg 1525 ummauert. An der westlichen Treppenseite zu der Kirche befindet sich ein alter Belfriedstein, der die Jahreszahl 1539 sowie die Namen und Wappen von Walther von Cronberg, Eberhart von Ehingen, Komtur Wilhelm Lochinger und Ordensbaumeister Kaspar Haberkorn trägt. Die Ringmauern der Anlage wurden im Jahr 1840 abgebrochen, wobei sich einige Ringmauerreste und ein auf 1539 datierter Stein erhalten haben und dann in den Treppenaufgang der katholischen Kirche St. Martin eingesetzt worden sind.

Der älteste Teil der Kirche, der Chor, stammt noch aus der Zeit der Gotik. Im Jahr 1715 brannte die ohnehin damals in schlechtem Zustand befindliche Kirche nach einem Blitzeinschlag aus und wurde unter dem Komtur Georg Adolf von Speth-Schülzburg in den Jahren 1719/20 im Stil des Frühbarock neu errichtet. Speth ließ auch das Deutschordens-Sommerhaus in Sontheim sowie das barocke Seitenportal im Deutschordensmünster St. Peter und Paul im kleinen Deutschhof in Heilbronn errichten.

Am Treppenaufgang zur Kirche von Westen her steht an der Außenmauer die Jahreszahl 1708 mit folgenden Buchstaben:

C(laudius) F(ranz) J(osef) F(reiherr) R(einach) R(at) D(er) B(allei) F(ranken) C(omtur) Z(u) H(eilbronn) T(eutsch) O(rdens) R(itter)

In den Jahren 1904/1905 wurde das Kirchengebäude nach Plänen von Ulrich Pohlhammer umgebaut. Der gotische Chor und der im 18. Jahrhundert erbaute, barocke Turm blieben dabei erhalten, während das Langhaus als Basilika im Stil der Neoromanik erneuert wurde. Die Ausmalung der Wände stammt von dem Münchner Maler Gebhard Fugel, die Glasfenster wurden 1952 von Wilhelm Geyer geschaffen.

Literatur

  • Joachim Hennze: „Stilgerecht aber einfach und würdig“. Katholische Kirchen im Raum Heilbronn vom Ende des Alten Reichs bis zum Ersten Weltkrieg. In: heilbronnica. Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte. Band 4. Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 2008, ISBN 978-3-940646-01-9 (Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Heilbronn. 19) (Jahrbuch für schwäbisch-fränkische Geschichte. 36). S. 351–382
  • Julius Fekete, Simon Haag, Adelheid Hanke, Daniela Naumann: Denkmaltopographie Baden-Württemberg. Band I.5: Stadtkreis Heilbronn, Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1988-3, S. 248–252.
  • Helmut Schmolz, Hubert Weckbach: Heilbronn mit Böckingen, Neckargartach, Sontheim. Die alte Stadt in Wort und Bild. Bd. 1: Fotos von 1860 bis 1944. Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn 1966
  • Helmut Schmolz, Hubert Weckbach: Heilbronn mit Böckingen, Neckargartach, Sontheim. Die alte Stadt in Wort und Bild. Bd. 2: Fotos von 1858 bis 1944. Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn 1967
  • Beschreibung des Oberamts Heilbronn. Kohlhammer, Stuttgart 1901/1903

Weblinks

 Commons: St.-Martins-Kirche (Sontheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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