Mons


Mons
Mons
Blason ville be Mons (Hainaut).svg Flag of Mons.svg
Mons (Belgien)
Mons
Mons
Staat Belgien
Region Wallonien
Provinz Hennegau
Bezirk Mons
Koordinaten 50° 27′ N, 3° 57′ O50.4533333333333.9491666666667Koordinaten: 50° 27′ N, 3° 57′ O
Fläche 146,56 km²
Einwohner (Stand) 91.759 Einw. (1. Jan. 2010)
Bevölkerungsdichte 626 Einw./km²
Postleitzahl 7000, 7011, 7012, 7020, 7021, 7022, 7024, 7030, 7031, 7032, 7033, 7034
Vorwahl 065
Bürgermeister Elio Di Rupo (PS)
Adresse der
Stadtverwaltung
Hôtel de Ville
Grand'Place
7000 Mons
Webseite www.mons.be

lblelslh

Mons (niederländisch und deutsch Bergen) ist die Hauptstadt der belgischen Provinz Hennegau. Die wallonische Stadt ist mehrheitlich frankophon. Sie ist seit dem 31. März 1967 Sitz des Militärischen Hauptquartiers der NATO, SHAPE.

Grande Place – Marktplatz mit Belfried (links)

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Der Name der Stadt bedeutet Berge, was auf die geografische Gegebenheit in der Stadt schließen lässt. Die Stadt entstand auf einem der fünf Hügel in der Senke des Flusses Henne (frz. Haine).

Mons ist Geburtsort des Komponisten Orlando di Lasso, dem 1853 ein Denkmal (von Frison) in der Stadt errichtet wurde.

Geschichte

Archäologische Ausgrabungen in den nahegelegenen Feuersteinbrüchen von Spiennes, die auf der Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO stehen, haben ergeben, dass Mons schon während des Neolithikums und in der Eisenzeit bewohnt wurde.

Mons verdankt seinen Ursprung einem Fort, welches von Caesar im Kriege gegen die Gallier hier angelegt wurde (an der Stelle des jetzigen Belfrieds). In römischer Zeit war Mons ein militärisches Lager an der Straße von Bavay nach Utrecht.

Wie viele andere europäischen Städte entstand das heutige Mons um ein Kloster herum, das im frühen Mittelalter gegründet worden war, und wurde zu einem ansehnlichen Ort. Da eine solche Siedlung vor Angriffen kaum geschützt war, ließ der Graf von Hennegau eine Burg auf der Spitze eines Hügels erbauen. Im 12. Jahrhundert wurde ein 1 km langer Verteidigungswall errichtet. Die Stadt wuchs und der Ort begann sich den Hügel hinunter auszubreiten und eine neue größere Stadtmauer wurde erbaut.

Im niederländischen Befreiungskrieg wurde die Stadt 1572 vom Prinzen Ludwig von Nassau eingenommen, aber noch in demselben Jahr (6. September 1572) von den Spaniern wiedererobert und sowohl gegen Coligny als auch gegen den Prinzen von Oranien behauptet. Nach einer Blockade durch den französischen Marschall Humières 1677 wurde es am 8. April 1691 durch Verrat dem französischen General Vauban in die Hände gespielt, aber im Frieden von Rijswijk 1697 an Spanien zurückgegeben. Im spanischen Erbfolgekrieg geriet Mons abermals in die Hände der Franzosen, ergab sich aber 1709 an die Alliierten und wurde nach dem Frieden von Utrecht 1713 als einer der Barriereplätze von den Niederländern besetzt. Nochmals wurde die Stadt am 10. Juli 1746 von den Franzosen unter Conti eingenommen, doch kam sie bald darauf wieder an Österreich zurück. Endlich fiel sie 1792 nach der Schlacht bei dem heutigen Monser Stadtteil Jemappes in die Gewalt der Republik Frankreich. Die damals geschleiften Festungswerke wurden 1818 wiederhergestellt und verstärkt, später jedoch abermals abgetragen.

Während der unterschiedlichen fremden Besetzungen (Burgund, Spanien, Österreich, Frankreich, Niederlande) wurden die militärische Anlagen verstärkt und modernisiert. Mit der Zeit verschob sich die Stadtgrenze immer mehr, neue Vororte entstanden und 18 benachbarte Dörfer wurden in das heutige Stadtgebiet aufgenommen.

Im Jahr 1887 zählte Mons 25.421 Einwohner, welche sich mit Zucker-, Seifen-, Tabaks-, Spitzen-, Fayence- und Tonpfeifenfabrikation, Woll- und Baumwollspinnerei, Brauerei, Eisengießerei und besonders Steinkohlenbergbau (von den 156 Gruben der Umgegend befanden sich ca. 80 in Betrieb) beschäftigten.

Im Jahr 1914 fand bei Mons die erste Schlacht der britischen Armee im Ersten Weltkrieg statt. Die Stadt wurde von den Deutschen besetzt und erst 1918 von kanadischen Truppen befreit.

Sehenswürdigkeiten

Waltrudiskirche
Van-Gogh-Haus in Cuesmes
  • Die Waltrudiskirche (Collégiale Sainte-Waudru wurde 1460–1589) im Stil der Gotik erbaut. Das Bauwerk enthält Arbeiten des Bildhauers Jacques Du Brœucq und den „Goldenen Wagen“ (Car d'Or, 1781), der in der alljährlichen Prozession Procession de la Trinité die Reliquien der heiligen Waltraud von Mons trägt und im Rahmen der Ducasse de Mons mit einem Pferdegespann durch Mons gezogen wird.
  • Der Belfried (Le Beffroi) wurde 1661–1672 im Stil des Barock erbaut und ist das Wahrzeichen der Stadt. Er wurde 2000 zusammen mit anderen Belfrieden in Belgien von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
  • Das spätgotisches Rathaus, erbaut 1440–1443.
  • Museum der schönen Künste (Musee des Beaux-Arts)
  • Das Mundaneum
  • Musée François Duesberg: Pendeluhren
  • Musée de la vie montoise: Volkskunde
  • Musée du Centenaire: Keramiken, Münzen, archäologische Sammlung
  • Naturhistorisches Museum
  • Im nahegelegenen, 1971 eingemeindeten Dorf Cuesmes befindet sich das Vincent van Gogh-Haus.

Galerie

Folklore

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten

In oder bei Mons geboren oder aufgewachsen sind

Bronzeäffchen

Trivia

  • Victor Hugo sagte 1837 über den Belfried von Mons: „Man stelle sich eine riesige Kaffekanne vor, umgeben von vier kleineren Teekannen. Er wäre hässlich, wenn er nicht so groß wäre.“
  • Das Streicheln des kleinen Bronze-Äffchens vor dem Rathaus soll Glück bringen.
  • Im Gefängnis von Mons saß Paul Verlaine für zwei Jahre ein, nachdem er 1873 auf seinen Liebhaber Arthur Rimbaud geschossen hatte.
  • Während der Schlacht bei Mons 1914 sollen die sog. „Engel von Mons“ (Angels of Mons) britische Soldaten beschützt haben.
  • Beim Bau der Waltrudiskirche (Collégiale Sainte-Waudru) wurde einst der größte Kirchturm der Welt geplant (190 m); allerdings wurde der Turmbau nie begonnen.

Literatur

  • Belgien, 3. Auflage, Verlag Karl Baedeker, Ostfildern 1998, ISBN 3-87504-417-7, S. 312–316

Weblinks

 Commons: Mons (Hainaut) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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