Manfred Künne

Manfred Künne

Manfred Künne (* 6. August 1931 in Leipzig; † 17. Januar 1990 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller. Künnes Romane unterscheiden sich von denen anderer Autoren vor allem durch ihren detailliert recherchierten historischen Hintergrund, vor dem er seine Geschichten entstehen lässt. 1969 wurde er dafür mit dem Kunstpreis der Stadt Leipzig ausgezeichnet.

Werdegang und Werk

Grabstätte Manfred Künne auf dem Südfriedhof in Leipzig

Seine ersten literarischen Arbeiten und Erzählungen veröffentlichte Manfred Künne ab 1950 in Zeitungen und Zeitschriften. 1952 erschien sein erstes Buch, Stein auf Stein, in dem er Erlebnisse, die er während seiner Jugendzeit auf dem Bau gesammelt hatte, verarbeitete. Der Held der Erzählung, Horst Märker, versucht nach Kriegsende, in einem sich neu ordnenden Deutschland Fuß zu fassen. Durch die Aufbauarbeit gelingt es ihm schließlich, sich in die Gesellschaft einzuordnen und seinen Weg zu finden.

Nationale Anerkennung gewann Künne in der DDR aber erst durch seine Romantrilogie „Kautschuk“, „Gummi“, „Buna“.

Im ersten Teil, Kautschuk (1959), erzählt er die abenteuerliche Geschichte des Rohstoffs Kautschuk. Die Erzählung setzt im Zeitalter der Entdeckung und Eroberung Amerikas ein und begleitet eine spanische Division auf der Suche nach dem legendären Goldland Eldorado.

Seine Fortsetzung fand das Werk in dem Roman Gummi (1968). Hier beschreibt Künne am Beispiel des großen US-Reifenkonzerns Firestone, wie der Rohstoff Kautschuk zu Gummi weiterverarbeitet wird und macht Zusammenhänge von Hochfinanz und Gummiindustrie transparent.

Der abschließende Band der Trilogie ist der Roman Buna (1985). Buna ist das Kurzwort für synthetisch erzeugten Kautschuk. Der Roman handelt von Erich Stamm, einem sächsischen Bauarbeiter, der während der Zeit des Zweiten Weltkriegs nach Auschwitz übersiedeln muss, um dort einen Zweitbetrieb des Buna-Werks Schkopau zu errichten.

1974 erschien Künnes autobiografisch gefärbter Jugendroman Jugendträume. Er schildert am Beispiel des jungen Roland Könner seine eigene Kindheit und Jugend in dem vom Krieg zerstörten Leipzig und beschreibt die widerspruchsvolle Entwicklung eines Heranwachsenden in einer widerspruchsvollen Zeit.

Der Nachfolgeroman Reifejahre (1976), der die ersten Jahre des Erwachsenseins Könners und seinen Weg zum Beruf des Schriftstellers zum Thema hat, konnte an den Erfolg seines Vorgängers aber nicht mehr anknüpfen.

Künnes Romane sowie viele seiner Erzählungen erschienen im Paul List Verlag Leipzig und später im Mitteldeutschen Verlag. Seine Werke Kautschuk und Gummi wurden auch in Tschechien, Ungarn, Rumänien, Italien und Kroatien verlegt. Nach der Wende nahm der Mitteldeutsche Verlag Künnes Texte wegen der einseitigen und prosowjetischen Sichtweise seiner späten Publikationen vom Markt.

Bibliografie

  • Stein auf Stein. Erzählung (1952)
  • Kautschuk – Roman eines Rohstoffes (1959)
  • Der verwandelte Liebhaber (1960)
  • Gummi – Roman eines Werkstoffes (1968)
  • Jugendträume. Roman (1974)
  • Reifejahre. Roman (1976)
  • Buna – Roman eines Kunststoffes (1985)

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