Magnesiumchlorid


Magnesiumchlorid
Kristallstruktur
Struktur von Magnesiumchlorid
__ Mg2+     __ Cl-
Allgemeines
Name Magnesiumchlorid
Andere Namen

E 511

Verhältnisformel MgCl2
CAS-Nummer
  • 7786-30-3 (wasserfrei)
  • 7791-18-6 (Hexahydrat)
Kurzbeschreibung

farblose, bitter schmeckende, zerfließliche, hexagonale Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse
  • 95,21 g·mol–1 (wasserfrei)
  • 203,3 g·mol–1 (Hexahydrat)
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,32 g·cm–3 (20 °C, wasserfrei) [2]

Schmelzpunkt

708 °C [2]

Siedepunkt

1412 °C [2]

Löslichkeit

gut in Wasser (542 g·l−1 bei 20 °C) [2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
EUH: keine EUH-Sätze
P: keine P-Sätze
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/37
S: keine S-Sätze
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

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Magnesiumchlorid, MgCl2, ist das Magnesiumsalz der Salzsäure. Es bildet mehrere Hydrate.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen

Magnesiumchlorid kommt in der Natur im Mineral Bischofit (MgCl2 • 6H2O) sowie als Doppelsalz Carnallit (KMgCl3 · 6 H2O) vor. Eine weitere natürliche Quelle ist das Meerwasser. In manchen Salzseen ist die Konzentration von Magnesium-Ionen sogar höher als die der Natrium-Ionen.

Gewinnung und Darstellung

Die technische Gewinnung von Magnesiumchlorid erfolgt durch Eindampfen der Endlaugen aus der Produktion von Kaliumchlorid. Dabei wird zuerst das Magnesiumchlorid-Hexahydrat (MgCl2 · 6H2O) erhalten. Weiteres Eindampfen liefert ein wasserärmeres Produkt. Wasserfreies Magnesiumchlorid wird durch Umsetzung von Magnesiumoxid mit Koks und Chlor gewonnen:

\mathrm{MgO + \ Cl_2 + \ C \longrightarrow MgCl_2 + \ CO}

Im Labor kann Magnesiumchlorid aus Magnesiumhydroxid und Salzsäure

\mathrm{Mg(OH)_2 + 2 \ HCl \longrightarrow MgCl_2 + 2 \ H_2O}

oder durch Umsetzung von Magnesium mit Salzsäure

\mathrm{Mg + 2 \ HCl \longrightarrow MgCl_2 + H_2}

gewonnen werden.

Eigenschaften

Magnesiumchlorid ist stark hygroskopisch. Seine Neigung zur Hydrolyse ist weniger ausgeprägt als beim Aluminiumchlorid (AlCl3). Wasserfreies Magnesiumchlorid kristallisiert im CdCl2-Gittertyp.

Magnesiumchlorid-Hexahydrat besitzt eine molare Masse von 203,3 g·mol–1, eine Dichte von 1,57 g·cm–3 und einen Schmelzpunkt von ca. 117 °C (Zersetzung).[2] Die Löslichkeit des Hexahydrates beträgt 1700 g/L (bei 20 °C).

Die Standardbildungsenthalpie von Magnesiumchlorid beträgt -642 kJ·mol-1.[4]

Verwendung

\mathrm{MgCl_2 \longrightarrow Mg + Cl_2}
  • Es ist der Hauptbestandteil des Gerinnungsmittels Nigari und dient der Herstellung von Tofu.
  • Des Weiteren wird Magnesiumchlorid zur Anhebung der Magnesiumkonzentration in Riffaquarien verwendet.
  • Es wird auch zur Staubbindung (Explosionsschutz) im Steinkohlebergbau verwendet.
  • Zur Bindung von Straßenstaub wurde es versuchsweise in einer Antistaubit genannten Lauge zu Versuchszwecken verwendet.
  • Als Magnesium Oil, eine gesättigte Magnesiumchlorid-Wasser–Lösung mit öliger Konsistenz, wird es in konzentrierter Form zur transdermalen Magnesiumsubstitution (Aufnahme über die Haut) verwendet.

Einzelnachweise

  1. a b Helmut Sitzmann, in: Roempp Online - Version 3.5, 2009, Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  2. a b c d e f Eintrag zu Magnesiumchlorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 30. März 2008 (JavaScript erforderlich)
  3. Datenblatt Magnesium chloride bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 9. April 2011.
  4. Eintrag bei www.thieme.de

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