Ludolf August von Bismarck

Ludolf August von Bismarck

Ludolf August von Bismarck (russisch Лудольф (Рудольф) Август фон Бисмарк[1], transkribiert Ludolf (Rudolf) Awgust fon Bismark; * 21. März 1683 in Preußisch Holland; † 4. Oktoberjul./ 15. Oktober 1750greg. in Poltawa, Russland) war ein General der russischen Armee.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ludolf August entstammte der Schönhausener Linie des Geschlechts der Bismarck und diente zunächst in der preußischen Armee. Im Jahr 1704 heiratete er Johanna Margareta von Assenburg mit der er die Tochter Albertine Luise von Bismarck hatte. Seine Frau Johanna starb 1719.

Nachdem er als Oberst in Magdeburg im Streit seinen Diener erstochen hatte, floh er aus der Garnison. Dies hatte allerdings keine strafrechtlichen Konsequenzen, er wurde nur in seiner Karriere behindert, insofern man ihn dreimal bei Beförderungen überging. Dies veranlasste Bismarck, seinen Abschied zu nehmen, das Gut Skotik in Ostpreußen zu verkaufen und im Jahr 1732 nach Russland zu gehen.

In Russland wurde er gerne aufgenommen, Biron machte ihn zum Generalmajor und gab ihm außerdem seine Schwägerin, Trotta von Treiden, zur Ehefrau. Diese zweite Ehe blieb kinderlos. 1733 schenkte ihm Zarin Anna ein Haus in Sankt Petersburg und verlieh ihm den Rang eines Generalleutnants. Im Jahr darauf wurde Bismarck in diplomatischer Mission nach England entsandt. Später nahm er an den Kriegen gegen die Türken und gegen Polen teil. Während dieser Zeit wurde er Vizepräsident des Kriegsrats im Kriegsministerium und Gouverneur von Riga. Bei der Herzogswahl in Kurland 1737 begab sich Bismarck mit zwei Regimentern nach Mitau, besetzte das Wahllokal und erzwang die Wahl Birons. Hierfür wurde er zum Generalgouverneur von Livland ernannt und zum General-en-Chef befördert.

Als Biron 1740 gestürzt wurde, kam auch Bismarck in Haft, sein Vermögen wurde konfisziert und man veranstaltete einen Prozess in Iwangorod, der mit der Verbannung nach Sibirien endete. Am 1. Januarjul./ 12. Januar 1741greg. machte er sich hierzu über Moskau nach Tobolsk auf den Weg. Später wurde ihm Jaroslawl als Wohnsitz angewiesen.

1747 erfolgte seine Zurückberufung. Er übernahm den Oberbefehl über die Süd-Armee (die so genannte Ukrainische Armee).

Ludolf August von Bismarck starb im Oktober 1750 in Poltawa.

Literatur

  • George Hesekiel und Bayard Taylor: Bismarck His Authentic Biography. Kessinger Pub Co 2007, ISBN 978-0548010488, S. 59–60
  • Brockhaus’ Konversationslexikon. 14. Auflage, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 1894–1896, Band 3, S. 45 (Digitalisat)

Weblinks

  • Biografie, Biografische Enzyklopädie (russisch)

Einzelnachweise

  1. Biografie auf imha.ru (russisch)

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