Konjunktion (Astronomie)


Konjunktion (Astronomie)

Die Konjunktion ist der Aspekt, in dem ein Himmelskörper mit einem anderen Himmelskörper den gleichen Wert in Rektaszension (Konjunktion in Rektaszension) oder in ekliptikaler Länge (Konjunktion in Länge) hat.
Berührung ist der Aspekt, bei dem die Objekte gleiche azimutale Position haben, das scheinbare Zusammentreffen zweier Himmelskörper.
Kontakt bezeichnet denselben Sachverhalt, insbesondere aber auch ausgewählte Momente bei Berührungen von Objekten.

Drei aufeinanderfolgende Tage der Konjunktion zwischen Mond und Venus.
Besondere Konjunktion zwischen Mond, Venus und Jupiter.

Inhaltsverzeichnis

Zeitpunkte

Konjunktion in Rektaszension, in Deklination und Berührung liegen im allgemeinen zeitlich auseinander. Es ist möglich, dass zwei Himmelskörper in Konjunktion in ekliptikaler Länge kommen (aber nicht in Rektaszension), und umgekehrt. Unterschreitet der Winkelabstand der beiden Himmelskörper die Summe der scheinbaren Radien, kommt es zu einer Berührung. Je nach dem, ob der größere oder der kleinere Körper näher am Beobachter ist, also welcher der beiden sich „vorn“ befindet, spricht man dabei von Transit und Okkultation.

Während die Konjunktionen jede synodische Periode stattfinden, sind Berührungen relativ selten.

Bei visuell größeren Objekten bezeichnet man dann vier ausgewählte Zeitpunkte als 1. – 4. Kontakt:

  • Der erste und vierte Kontakt ist der Moment, in dem sich die Ränder der Himmelskörper berühren, der Mittelpunkt des kleineren Körpers aber noch bzw. schon wieder außerhalb der Scheibe des größeren befindet.
  • Der zweite und dritte Kontakt sind die Zeitpunkte der Randberührung, bei denen der Durchgang schon stattfindet.
siehe etwa Sonnenfinsternis, Sonnenrand, Streifende Bedeckung

Alle drei Phänomene sind im allgemeinen ausschließlich auf einen Beobachter auf der Erde bezogen, könnten aber auch entsprechend für beliebige andere Standpunkte definiert werden (Topozentrisches Problem). Dann finden diese Ereignisse zu anderen Zeiten statt.

Besondere Konjunktionen

Konjunktionen zwischen den Planeten untereinander, den Planeten und hellen Sternen, dem Mond und Planeten, sowie dem Mond und hellen Sternen geben häufig einen interessanten Anblick ab. Sie sind daher in astronomischen Jahrbüchern aufgeführt.

Besonders spektakulär ist das Zusammentreffen von Jupiter und Saturn am Himmel, was man als Große Konjunktion, in einem Sonderfall als Größte Konjunktion bezeichnet.

Konjunktionen von Kleinplaneten oder der lichtschwachen Planeten Uranus und Neptun mit hellen Planeten oder Fixsternen ermöglichen auch ungeübteren Beobachtern diese Objekte aufzusuchen, da der helle Planet oder Stern als Leitstern dienen kann.

Interessante Konjunktionen ergeben sich auch aus Durchgängen von Satelliten, erfordern aber sehr exakte Rechnung und spezielle Beobachtung.

Planetenkonjunktionen

Dreifache Konjunktion und Schleife

Stehen zwei Himmelskörper fast zur gleichen Zeit in Opposition zur Sonne, so kann es wegen der scheinbaren Schleifenbahnen der beteiligten Himmelskörper zu drei Konjunktionen innerhalb weniger Monate kommen. Man spricht hierbei von einer dreifachen Konjunktion. Solche Ereignisse sind zwischen den Planeten sehr selten. Die letzte derartige dreifache Konjunktion zwischen Mars und Jupiter fand 1980, zwischen Jupiter und Saturn 1981 und zwischen Mars und Saturn 1945/46 statt, die nächsten derartigen Ereignisse treten erst wieder 2123 (dreifache Konjunktion Mars-Jupiter), 2238/39 (dreifache Konjunktion Jupiter-Saturn) und 2148 (dreifache Konjunktion Mars-Saturn) ein. Dreifache Konjunktionen zwischen Jupiter und Uranus und Jupiter und Neptun sind häufiger und werden 2009 bzw. 2010/11 zu beobachten sein.

Obere und untere Konjunktion

Konjunktionen

Für die unteren Planeten Merkur und Venus wird im Zusammenhang mit Konjunktionen mit der Sonne der Begriff obere Konjunktion und untere Konjunktion verwendet. Stehen Merkur und Venus – von der Erde aus gesehen – hinter der Sonne, so befinden sie sich in oberer Konjunktion, stehen sie zwischen Sonne und Erde, so befinden sie sich in unterer Konjunktion. Die beiden Planeten haben in oberer Konjunktion den größten Erdabstand, in unterer Konjunktion haben sie den kleinsten Erdabstand, sind aber nur in Ausnahmefällen (Merkur und Venus während eines Durchgangs oder Venus bei großem nördlichen oder südlichen Sonnenabstand) sichtbar.

Für die oberen Planeten gibt es nur eine Art der Konjunktion mit der Sonne (hinter dieser, sie können nicht zwischen Erde und Sonne stehen). Steht ein oberer Planet in Konjunktion, so hat er den maximalen Erdabstand und ist von der Erde aus unsichtbar. Die oberen Planeten erreichen ihre beste Sichtbarkeit zum Zeitpunkt der Opposition.

Konjunktionen des Mondes

Steht der Mond in Konjunktion mit der Sonne, so haben wir Neumond. Wie Merkur und Venus zieht der Mond meist nördlich oder südlich von der Sonne vorbei, nur wenn der Mond in der Nähe seiner Bahnknoten steht, zieht er für Beobachter in manchen Gebieten der Erde vor der Sonne vorbei. In diesen Gebieten findet eine Sonnenfinsternis statt.

Siehe auch

Sonderformen der Konjunktion

Andere Aspekte


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