Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam

Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam
Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH
Krankenhaus-Information
Gründungsjahr 1756
Träger Landeshauptstadt Potsdam
Versorgungsstufe Schwerpunktversorgung
Geschäftsführer Steffen Grebner
Ärztlicher Direktor Prof. Dr. med. Hubertus Wenisch
Webseite Klinikum Ernst von Bergmann

Das Klinikum Ernst von Bergmann ist ein kommunales Krankenhaus in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam.

Es wird in der Form einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH) betrieben. Das Klinikum ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit 1073 Betten und akademisches Lehrkrankenhaus der Charité.[1]

Im Jahr 2008 wurden im Klinikum 1.500 Kinder geboren, 48.000 Menschen in der Notaufnahme erstversorgt und 36.000 Patienten stationär behandelt. Weiterhin werden ca. 1.400 Patienten teilstationär behandelt und knapp 2.000 ambulante Operationen durchgeführt.[2][3]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Klinikums

Das Krankenhaus ist aus den ehemaligen Städtischen Krankenanstalten Potsdams mit über 60 Standorten hervorgegangen. Bereits 1756 entstand auf diesem Gelände das Pestkrankenhaus der Stadt Potsdam.[4] Das Haus wurde in seiner Außenansicht weitestgehend erhalten und dient heute noch, natürlich mit modernen, dem heutigen Standard angepassten Räumen, der Patientenversorgung. Im Jahr 1899 wurde die erste Blinddarmoperation in Potsdam, durch den damaligen Gastarzt Geheimrat Prof. Dr. Ernst von Bergmann (1836-1907), durchgeführt.[5] Ebendieser ist der Namensgeber für das Klinikum.

Für lange Zeit wurde die Klinik mit den Fachbereichen Chirurgie und Innere Medizin geführt.

Durch britisch/amerikanische Bombenangriffe während des Zweiten Weltkrieges, vor allem in der Nacht vom 14. zum 15. April 1945,[6] wurden große Teile des Krankenhauses zerstört. Nach 1945 begannen große Baumaßnahmen, um zerstörte Gebäude wieder aufzubauen und neue Gebäude hinzuzufügen. So entstand eine gynäkologische Klinik und eine Pathologie wurde eingerichtet.

Ende der 1960er Jahre wurde im damaligen Bezirkskrankenhaus des Bezirk Potsdam eine Aufgliederung in über 20 Fachabteilungen vorgenommen, die im Wesentlichen der heutigen Struktur entspricht. 1983 wurde das neugebaute Bettenhochhaus Inbetrieb genommen. So wurden unter anderem die Augenklinik, die Hals-Nasen-Ohren-Abteilung, die Urologie, die Neonatologie und die Frauenklinik in den Standort integriert. Ebenso wurde die Disziplin für innere Erkrankungen in Fachabteilungen wie Nephrologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, Hämatologie, Onkologie und Kardiologie aufgegliedert.

Als neue Disziplin wurde im Oktober 1992 die Abteilung Psychiatrie eröffnet, die im November 1996 den Neubau im Außenstandort Potsdam-Babelsberg) beziehen konnte. Neben der Psychiatrie und der Tagesklinik für Psychiatrie sind dort ebenfalls die Infektionsabteilung und die Tollwutberatungsstelle aus dem aufgelösten früheren Standort Hermannswerder zu finden.

1997 wurde die Chirurgische Klinik durch die Neugliederung in „Allgemein- und Viszeralchirurgie, Unfall- und Wiederherstellende Chirurgie und Gefäß- und Thoraxchirurgie in ihrem Leistungsangebot wesentlich erweitert. Die Neurologie konnte als neue Abteilung im September 1997 ihren Betrieb aufnehmen. Patientenzimmer mit bis zu zwölf Betten gehören der Vergangenheit an, im heutigen Standard sind die Patientenzimmer in der Regel mit maximal vier Patienten belegt.

Nach weiteren Umstrukturierungen und zwei weiteren Neubauten ist das Klinikum erweitert worden.

Das neue Funktions–OP-Zentrum wurde am 16. November 2007 in Betrieb genommen. Es sind die operative Intensivstation, die konservative Intensivstation sowie neue OPs, das Endoskopiezentrum und eine größere moderne Notaufnahme mit Hubschrauberlandeplattform auf dem Dach eingezogen.

Am 12. Juli 2008 wurde der Neubau „Zentrum für Frauen- und Kinderheilkunde“ in Betrieb genommen. Es beherbergt die erste Kinder-Notaufnahme im Land Brandenburg. Mit dem Neubau für das Zentrum für Frauen- und Kinderheilkunde erhielt das Klinikum moderne Räumlichkeiten insbesondere für eine spezielle und leistungsfähige medizinische Betreuung von Frauen, Säuglingen und Frühgeborenen. Neben den Kreißsälen und einer Bettenstation für Wöchnerinnen und Neugeborene entstand eine moderne Kinderintensivstation und Neonatologie sowie eine neue Bettenstation für die Gynäkologie/Brustzentrum.

Zentren, Kliniken und Institute

Am Klinikum Ernst von Bergmann sind folgende Kliniken auf übergeordnete Zentren aufgeteilt.

Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie
Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Orthopädie
Klinik für Neurochirurgie
Klinik für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Mikrochirurgie, Handchirurgie
Klinik für Urologie
  • Zentrum für Frauen- und Kinderheilkunde
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Brustzentrum Regine Hildebrandt
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Sozialpädiatrisches Zentrum
Klinik für Hämatologie und Onkologie
Klinik für Nuklearmedizinische Diagnostik und Therapie
Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie, Brachytherapie
  • Herz-Thorax-Gefäßzentrum
Klinik für Kardiologie, Angiologie und Konservative Intensivtherapie, Zentrale Notaufnahme
Klinik für Gefäß- und Thoraxchirurgie
Lungenzentrum
  • Zentrum für Innere Medizin
Klinik für Gastroenterologie und Infektiologie
Klinik für Nephrologie und Endokrinologie
  • Kopf- und Hautzentrum
Klinik für Augenheilkunde
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie
  • Neurozentrum
Klinik für Neurologie
Klinik für Neurochirurgie
Interventionelle und Diagnostische Radiologie
Pathologie
Zentrallabor

Ausbildung\Lehre

Seit August 1992 wird die staatlich anerkannte Schule für Gesundheitsberufe durch das Klinikum Ernst von Bergmann geführt. An Ihr sind die Ausbildungsberufe Kranken- und Kinderkrankenpflege” und „Medizinisch-technische Radiologie- und Medizinisch-technische Laborassistenz“ mit insgesamt 420 Ausbildungsplätzen in den Krankenhausplan des Landes Brandenburg möglich. Ebenso ist das Klinikum ein akademisches Lehrkrankenhaus der Humboldt-Universität zu Berlin (Charité).[7]

Notärztliche Versorgung

In der Feuer- und Rettungswache Potsdam stehen zwei Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) zur Verführung. Beide Fahrzeuge sind 24 h am Klinikum Ernst von Bergmann stationiert. Die Fahrzeuge werden direkt von Ärzten aus dem Klinikum besetzt.

Tochtergesellschaften

Das Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH unterhält folgende Tochtergesellschaften

  • Poliklinik Ernst von Bergmann GmbH
  • Senioreneinrichtungen Ernst von Bergmann gGmbH
  • Cateringgesellschaft am Klinikum Ernst von Bergmann GmbH
  • Servicegesellschaft am Klinikum Ernst von Bergmann GmbH

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.klinikumevb.de/index.php
  2. [http://www.klinikumevb.de/index.php
  3. http://www.klinikumevb.de/index.php?id=45 Zahlen, Daten, Fakten]
  4. Historie
  5. Magnus Schmid: Bergmann, Ernst von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, S. 88 f.
  6. Hans-Werner Mihan: Die Nacht von Potsdam, Verlagsgesellschaft Berg (1997), ISBN 3-921655-83-8
  7. Akademisches Lehrkrankenhaus der Humboldt-Universität zu Berlin (Charité)


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