Klietznick

Klietznick
Klietznick
Gemeinde Jerichow
Wappen von Klietznick
Koordinaten: 52° 28′ N, 12° 1′ O52.46997222222212.02161944444436Koordinaten: 52° 28′ 12″ N, 12° 1′ 18″ O
Höhe: 36 m ü. NN
Einwohner: 158
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Postleitzahl: 39319
Vorwahl: 039343

Klietznick, ein Ortsteil der Stadt Jerichow im Landkreis Jerichower Land, liegt im Nordosten des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, etwa 1,5 Kilometer vom östlichen Ufer der Elbe entfernt. Die Landesstraße 54 führt durch den Ort, die Klietznick mit seinen Nachbarorten Jerichow (4,2 km nördlich) und Ferchland (3,5 km südlich) verbindet. Die ebenfalls südlich gelegene Kreisstadt Burg ist 31 Kilometer entfernt. Zur Elbe hin erstreckt sich eine Auenlandschaft, die teilweise zu einem Naturschutzgebiet gehört, während jenseits der ehemaligen Bahnstrecke ein ausgedehntes Kiefernwaldgebiet liegt. Klietznick liegt auf ebenen Gelände auf etwa 36 Meter Meereshöhe.

Inhaltsverzeichnis

Ortsdaten

  • Bundesland: Sachsen-Anhalt
  • Landkreis: Jerichower Land
  • Flächengröße vor der Eingemeindung: ~ 7 km²

Geschichte

Evangelische Kirche von Klietznick

Klietznick ist ein Ort slawischer Herkunft, der bis zum 9./10. Jahrhundert im wendischen Untergau Semcici (Semzizi) lag, einem Gebiet das sich bis zum südlich gelegenen Parey hinzog. Die ursprüngliche Ortsbezeichnung Klesnic (Ort am Flusshaken) ist ein Hinweis auf die Lage des Ortes am so genannten Elbhaken, einem ehemaligen Elbarm. Vor den Hochwassern der Elbe hatten sich die Bewohner bereits im 12. Jahrhundert durch einen Deich geschützt. Als Winterdeich bezeichnet, liegt er heute mit einer Länge von 3440 Metern direkt am Elbufer. Um 1200 wurde die Klietznicker Kirche errichtet. Eine erstmalige Erwähnung als deutsche Siedlung ist im Jahre 1365 zu verzeichnen. In einem erzbischöflichen Lehnsregister der Jahre 1370 bis 1400 ist der Ort unter dem Namen Klyzenick verzeichnet. 1376 wird Henning von Barby als Besitzer des Ortes genannt. Im Jahre 1467 ging Klietznick durch Verkauf an die Familie von Redekin. Nach deren Aussterben 1634 ging der Besitz an den Kammerdiener Moritz Hahn, später an die in der Gegend ansässige Adelsfamilie von Katte über. Aus dem über Jahrhunderte bestehenden Rittergut wurde später ein Vorwerk der Domäne Jerichow.

Die wenigen Einwohner von Klietznick erhielten im Jahre 1791 Zuwachs von elf Familien, die aus dem ständig unter Hochwassergefahr leidenden Nachbarort Heydebleck zuzogen. Die Ortschronik berichtet über ein großes Unglück am 9. Mai 1807, bei dem sieben Frauen und Mädchen auf dem Weg zu ihrer Melkstelle beim Überqueren eines Sees mit dem Boot kenterten und ertranken.

1815 führte Preußen, in dessen Herrschaftsbereich sich Klietznick befand, eine Reform der Territorialverwaltung durch, mit der der Ort in den Kreis Jerichow II mit der Kreisstadt Genthin eingegliedert wurde. Zum Schutz gegen das Elbehochwasser wurde 1840 der so genannte Sommerdeich gebaut, der nach seiner Fertigstellung 3360 Meter maß. 1842 hatte Klietznick 156 Einwohner und eine eigene Schule. In den Jahren 1866 und 1872 fielen mehrere Gebäude, darunter 1866 auch der Kirchturm, Feuersbrünsten zum Opfer. Mit dem Straßenneubau Hohenseeden-Jerichow 1884 und der Eröffnung der Bahnstrecke Güsen–Jerichow im Jahre 1924 erhielt Klietznick Anschluss an das moderne Verkehrswegenetz. Trotzdem sank die Einwohnerzahl zu Beginn des 20. Jahrhunderts von 192 im Jahre 1910 auf 174 im Jahre 1939.

Während des 2. Weltkrieges musste der Ort 15 Pferde und fünf Ackerwagen an die deutsche Wehrmacht abstellen. Von den 44 zum Kriegsdienst eingezogenen Männern fielen 16.

Während der DDR-Zeit wurde Klietznick vom Kreis Genthin verwaltet. 1950 verlor der Ort durch die Eingemeindung nach Jerichow seine kommunale Eigenständigkeit. Am 10. Februar 1953 kam es zur Gründung einer „Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft“ (LPG), mit der die meisten Bauern ihre Selbständigkeit verloren. Konnten sie bis 1960 ihr Vieh noch privat halten, wurde mit der Umwandlung der LPG in den Typ III die volle Kollektivierung der Klietznicker Landwirtschaft hergestellt.

Als 1965 die Chaussee nach Ferchland in eine Betonstraße umgebaut wurde, fielen dieser Maßnahme sämtliche Chausseebäume einschließlich einer Obstbaumallee zum Opfer. Nach dem Ende der DDR gingen die Einwohner von Klietznick daran, die über Jahrzehnte vernachlässigte Infrastruktur ihres Ortes zu sanieren. Zu diesem Zweck wurde am 17. Mai 1991 der Dorfverschönerungsverein gegründet.

Bauwerke

Quellen

  • Handbuch der historischen Stätten - Provinz Sachsen Anhalt, Alfred Körner Verlag, 1993, ISBN 3-520-31402-9
  • CD Sachsen-Anhalt - Amtliche Topografische Karten, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, 2003

Weblinks


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