Karl Ludolf Friedrich Lachmann

Karl Ludolf Friedrich Lachmann

Karl Ludolf Friedrich Lachmann (* 22. Oktober 1756 in Mieste (Altmark); † 28. Februar 1823 in Braunschweig) war ein deutscher Theologe und Pädagoge.

Als Pfarrersohn geboren und unter eher ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, besuchte Lachmann zunächst eine Landschule. Es folgte eine Ausbildung auf einer Lateinschule in Gardelegen. Ab 1776 studierte Lachmann in Halle Theologie. Während seiner Studienzeit unterrichtete er zugleich an der Lateinschule des Halleschen Waisenhauses. 1783 bis 1792 war Lachmann Feldprediger beim Königlich Preußischen Leibkürassierregiment in Schönebeck bei Magdeburg. 1792 wurde Lachmann auf die zweite Predigerstelle von St. Andreas in Braunschweig berufen. 1798 erlangte er dort die erste Predigerstelle. 1823 starb er in Braunschweig. [1]

Lachmann war neben seiner Tätigkeit als Prediger stets an Fragen der Bildung und der Bildungsreform interessiert. Sein besonderes Augenmerk galt dabei der Förderung von Industrieschulen. So war er unter anderem an der Gründung der Frankeschen Industrieschule in Halle beteiligt. Diese betreute er auch als Geistlicher. In seiner Schrift „Das Industrieschulwesen. Ein wesentliches und erreichbares Bedürfnis aller Bürger- und Landschulen“ entwickelte er Aspekte einer nationalen Bildungsreform unter dem Vorzeichen der „Industriosität“, als deren Prototyp er die Braunschweiger Industrieschule betrachtete.

In dem Aufsatz „Das Martino-Katharineum. Ein Gesamtgymnasium zu Braunschweig“ trat er für die Vereinigung der beiden städtischen Gymnasien ein, wandte sich aber gegen die Umgestaltung zu einem Realgymnasium.

Lachmanns historisches Interesse belegt seine 1816 erschienene "Geschichte der Stadt Braunschweig".

Lachmann ist der Vater des bekannten Berliner Philologen Karl Lachmann.

Werke

  • Allgemeine Ideen über die einer jeden Menschenklasse Deutschlands zu wünschende Ausbildung und Aufklärung, Leipzig 1790.
  • Geschichte der Stadt Braunschweig, Braunschweig 1816.
  • Das Industrieschulwesen. Ein wesentliches und erreichbares Bedürfnis aller Bürger- und Landschulen, Braunschweig und Helmstedt 1802.
  • Das Martino-Katharineum. Ein Gesamtgymnasium zu Braunschweig, in: Braunschweigsches Magazin 1819.


Einzelnachweise

  1. Rudi Fischer: 800 Jahre Calvörde – Eine Chronik bis 1991.

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