Joseph Paxson Iddings

Joseph Paxson Iddings

Joseph Paxson Iddings (* 21. Januar 1857 in Baltimore, Maryland, Vereinigte Staaten; † 8. September 1920 in Brinklow, Maryland) war ein US-amerikanischer Geologe.

Inhaltsverzeichnis

Familiäres

Joseph Paxson Iddings war der zweite Sohn von William Penn Iddings (1822 - 1906), einem Großhändler aus Philadelphia. Seine Mutter Almira Gillet (1826 - 1896) stammte aus Baltimore. Er hatte einen Bruder, Charles Troy Iddings, und zwei Schwestern, Lola und Estelle. Sein Großvater Caleb Pierce Iddings (1778 - 1863) war Quaker, der 1855 den Familienbesitz in Brinklow hatte erbauen lassen. Der Vorname Paxson geht auf Joseph S. Paxson (1814 - 1889) zurück, den Ehemann seiner Tante Deborah J. Iddings (1815 - 1877).

Leben und Werk

Iddings machte seinen Graduiertenabschluss innerhalb der Sheffield Scientific School an der Yale University im Jahr 1877. Anschließend studierte er dort Analytische Chemie und war nebenbei als Assistent für Technisches Zeichnen und Geländevermessung angestellt. Er wechselte dann an die Columbia University und studierte Geologie unter Professor John S. Newberry. Den Winter 1879/80 verbrachte er an der Universität Heidelberg und machte dort unter der Anleitung von Karl Heinrich Rosenbusch am Mikroskop petrographische Untersuchungen. Im Juli 1880 wurde er vom United States Geological Survey (USGS) als geologischer Assistent eingestellt und der Abteilung unter Arnold Hague zugewiesen. 1892 verließ Iddings den USGS, da er auf Grund von Stellenstreichungen seinen Posten verloren hatte.

Noch im selben Jahr 1892 begann er eine Lehrtätigkeit an der University of Chicago, die für ihn einen Lehrstuhl der Petrologie eingerichtet hatte - den ersten seiner Art in der Welt. 1908 beendete er (etwas drastisch) seine Lehrverpflichtungen und zog sich auf sein Landhaus in Maryland zurück, um seinen eigenen Forschungen nachgehen zu können. Dort verstarb Iddings unverheiratet und kinderlos im Jahre 1920 an einer chronischen interstitiellen Nephritis.

Geländearbeiten und Reisen

Iddings führte in folgenden Regionen Geländestudien durch:

Nach seinem Rückzug aus dem akademischen Leben führten ihn Reisen in den Südseeraum, sowie anschließend nach Sulawesi und Java.

Wissenschaftliche Veröffentlichungen

Seine wissenschaftlichen Arbeiten wurden anfänglich hauptsächlich im American Journal of Science und im Bulletin des USGS veröffentlicht. In der Arbeit „Notes on the Volcanoes of Northern California, Oregon, and Washington Territory“ beschrieb er 1883 zusammen mit Arnold Hague die Vulkankette der Kaskaden. 1886 erschien „The Columnar Structure in the Igneous Rock on Orange Mountain, New Jersey“, eine Abhandlung über die Säulenbildung in magmatischen Gesteinen. 1887 folgte „The Nature and Origin of Lithophysae and the Lamination of Acid Lavas“, eine Ausführung über den Entstehungsprozess der Lithophysen und die Ursachen der Feinschichtung in sauren Laven.

Lehrbücher

Iddings hat mehrere petrologische bzw. petrographische Lehrbücher verfasst:

  • „Microscopical Physiography of the Rock-Making Minerals: An Aid to the Microscopical Study of Rocks“ (1888). Dies ist eine Übersetzung und Überarbeitung von Rosenbuschs Werk „Mikroskopische Physiographie der petrographisch wichtigen Mineralien“
  • „Rock Minerals. Their Chemical and Physical Characters and Their Determination in Thin Sections “ (1906) und
  • „Problems of Volcanism“ (1914)

Herausragende Leistungen

Iddings führte als Erster das Polarisationsmikroskop in den Vereinigten Staaten ein. Er hat sich besonders um die Klassifikation magmatischer Gesteine verdient gemacht, so erkannte er bereits sehr früh die Bedeutung der chemischen Gessamtzusammensetzung von Gesteinen, insbesondere bei Vulkaniten. Zusammen mit Cross, Pirson und Washington führte er dann 1902 die CIPW-Norm ein.

Erstbeschreibungen

Auf Iddings gehen zahlreiche petrographische Erstbeschreibungen von Gesteinen zurück. Darunter bekanntere Gesteinsarten wie Absarokit (1895a), Banakit (1895a), Hawaiit (1913) und Shoshonit (1895a), aber auch sehr seltene Gesteine wie Bandait (1913), Batukit (1917), Kauaiit (1913), Kohalait (1913), Llanit (1904), auch Llanoit, ein porphyrischer Granit, Marosit (1913), Shastait (1913), Tautirit (1918) und Ungait (1913).

Fachbegriffe

Iddings hat mehrere geowissenschaftliche Fachbegriffe geprägt bzw. im englischen Sprachraum zum ersten Mal benutzt:

  • Bysmalith (Intrusionsform)
  • Chadacryst und Oikocryst (Einschlusskristall und Wirtskristall in der ophitischen Struktur)
  • Consanguinität (Magmenassoziationen)
  • Lagentextur
  • Lithophyse
  • Natrium-Orthoklas
  • Phänokristall (1889)
  • Sphärolith (Textur)

Auch mehrere gefügekundliche Begriffe der porphyrischen Strukturen aus dem Jahr 1909 gehen auf Iddings zurück:

  • Cumulophyr
  • Linophyr
  • Planophyr und
  • Skedophyr

Ehrungen

Andrew Cowper Lawson benannte nach Iddings das Mischmineral Iddingsit. Charles Walcott ehrte Iddings mit der Trilobitengattung Iddingsia (1924), sowie mit der Trilobitenart Peachella iddingsi (1910) und der Brachiopodenart Orthis iddingsi.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем сделать НИР

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Joseph Paxton Iddings — Joseph Paxson Iddings (* 21. Januar 1857 in Baltimore, Maryland, Vereinigte Staaten; † 8. September 1920 in Brinklow, Maryland) war ein US amerikanischer Geologe. Inhaltsverzeichnis 1 Familiäres 2 Leben und Werk …   Deutsch Wikipedia

  • Iddings, Joseph Paxson — ▪ American geologist born Jan. 21, 1857, Baltimore, Md., U.S. died Sept. 8, 1920, Brinklow, Md.       American geologist who demonstrated the genetic relationships of neighbouring igneous rocks (igneous rock) formed during a single period of… …   Universalium

  • Iddings — Joseph Paxson Iddings (* 21. Januar 1857 in Baltimore, Maryland, Vereinigte Staaten; † 8. September 1920 in Brinklow, Maryland) war ein US amerikanischer Geologe. Inhaltsverzeichnis 1 Familiäres 2 Leben und Werk …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Id — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Liste von Geologen — Die Liste von Geologen enthält ein alphabetisch geordnetes Verzeichnis berühmter oder herausragender Geologen oder Geowissenschaftler. Viele darunter haben Auszeichnungen wie die Gustav Steinmann Medaille, die Penrose Medaille oder die Wollaston… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste von Persönlichkeiten der Stadt Baltimore — Die Liste von Persönlichkeiten der Stadt Baltimore enthält Personen, die in Baltimore im US Bundesstaat Maryland geboren wurden sowie solche, die in Baltimore ihren Wirkungskreis hatten, ohne hier geboren zu sein. Beide Abschnitte sind jeweils… …   Deutsch Wikipedia

  • Hawaiit — ist ein basaltartiges Vulkangestein. Er ist die natriumführende Varietät des Trachybasalts und enthält Olivin. Sein normativer Plagioklas ist entweder Oligoklas oder Andesin. Hawaiitische Magmen sind schwach alkalisch, Nephelin normativ und an… …   Deutsch Wikipedia

  • Iddingsit — (auch Oroseit), benannt zu Ehren von Joseph Paxson Iddings, ist ein pseudomorphes Umwandlungsprodukt des Minerals Olivin. Iddingsit ist kein eigenständiges Mineral, sondern ein submikroskopisches Mineralgemenge aus Tonmineralen (Chloritgruppe,… …   Deutsch Wikipedia

  • Latit — aus Boxberg in der Hocheifel …   Deutsch Wikipedia

  • Comendite — at Lookout 589 in the Glass House Mountains Comendite is a hard, peralkaline igneous rock, a type of light blue grey rhyolite. Phenocrysts are sodic sanidine with minor albite and bipyrimidal quartz.[1] …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”