Hermann von Maltzan

Hermann von Maltzan

Hermann (Friedrich Joachim) von Maltzan, Freiherr zu Wartenberg und Penzlin, (* 18. Dezember 1843 in Rostock [1]; † 19. Februar 1891 in Berlin; Nr. 738 der Geschlechtszählung) war ein deutscher Forschungsreisender, Naturforscher und Dichter der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er war ein bedeutsamer Sammler von Conchylien.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Ausbildung

Als Sohn eines Landrates, aus dem Geschlecht derer Maltzahns, wurde er bis zu seinem 16. Lebensjahr von Hauslehrern erzogen, die sein ausgeprägtes naturkundliches Interesse frühzeitig förderten. Im Alter von 16 wechselte er an das Gymnasium Neubrandenburg, das er bis zum Abitur Ostern 1863 besuchte. Während des anschließenden Sommerurlaubs in Trouville-sur-Mer in der Normandie an der französischen Küste des Ärmelkanals verfestigten die Vielzahl der dort vorkommenden Schalentiere sein naturwissenschaftliches Interesse und bestärkten ihn grundlegend in seinem späteren Lebensweg. Das im folgenden Herbst zunächst an der Universität Rostock begonnene Studium der Rechtswissenschaften blieb so nur eine kurze Episode.

Sammelreisen

Bereits 1864 gab er das Studentenleben in Rostock auf und begab sich auf seine erste Sammelreise durch Südfrankreich, nach Spanien und auch Italien sowie nach Ägypten. Mit tausenden von Exponaten kehrte er 1865 zurück, als aufgrund der Sammeltätigkeit geschulter und ob seiner malakozoologischen Kenntnisse anerkannter Experte. Er übernahm zunächst nebenher auch die Bewirtschaftung seiner Güter Federow und Schwarzenhof bei Waren, verkaufte diese jedoch 1877, um sich ganz auf seine naturkundlichen Interessen konzentrieren zu können und, angezogen vom heutigen Museum für Naturkunde, nach Berlin übersiedeln zu können. Bereits 1878 zog es ihn weiter nach Frankfurt am Main in die Nähe der Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft und ihrer bedeutenden Sammlungen (Naturmuseum Senckenberg).

1879 bis 1883 unternahm er eine weitere große Forschungsreise, die ihn zunächst wieder auf die Iberische Halbinsel führte, wo er in Portugal schwerpunktmäßig die bis dahin weitgehend unbeachtete Algarve erforschte. Weiter reiste er nach Westafrika, wo er vorwiegend im Senegal arbeitete. Anschließend führte ihn sein Weg über Griechenland und Kreta an die Mittelmeerküste des asiatischen Teils der Türkei.

1883 kehrte er zurück und lebte zunächst in Darmstadt, um 1885 nach Berlin zurückzukehren, wo er auch seine umfassende literarische Tätigkeit aufnahm, die von der Bedeutung hinter seine naturkundliche Sammeltätigkeit zurücktritt. Die zahlreichen Schauspiele wurden zumeist nicht unter seinem wirklichen Namen veröffentlicht.

Das Müritzeum in Waren geht auf seine Sammelleidenschaft zurück.

Werke

Naturkunde

  • Zum Cap S. Vincent. Reise durch das Königreich Algarve. Frankfurt 1880.

Literarische Werke

  • 1883: Der Artenstein.
  • 1884: Der Adelskalender., Ein berühmter Mann., Die Kunstmegäre.
  • 1885: Freudenreich., Der Verein., Melidoni.
  • 1890: Der Lohnkampf.
  • 1892 (postmortem): Der Messias der Juden.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Die in der Lit. häufige Angabe, er sei auf dem väterlichen Gut Rothenmoor bei Waren (Müritz) geboren worden, ist falsch!

Weblinks


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