Herbalife

Herbalife
Herbalife International Inc.
Herbalife Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung Februar 1980
Sitz Los Angeles
Leitung Michael O. Johnson (Chairman und CEO)

Des Walsh (President)
Richard P. Goudis (Chief Operating Officer)
John DeSimone (Chief Financial Officer)
Brett R. Chapman (General Counsel)

Mitarbeiter 4.500 (31 Dez. 2010) [1]
Umsatz 2,7 Mrd. US Dollar in 2010 [2]
Produkte Gewichtskontrollprodukte
Proteinsnacks
Energie- und Fitnessprodukte
Körperpflegeprodukte
Website www.herbalife.de

Herbalife International Inc. ist ein amerikanisches Unternehmen, das Diätprodukte, Kosmetika und Infomaterialien mittels Netzwerk-Marketing anbietet.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmen

Herbalife wurde im Februar 1980 von Mark Hughes gegründet und begann mit dem Vertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln in den USA. 1982 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von zwei Millionen Dollar und expandierte nach Kanada. 1986 ging Herbalife an die Börse. Der Gründer Mark Hughes starb im Jahre 2000 im Alter von 44 Jahren.

Herbalife wird seit dem 15. Dezember 2004 an der New York Stock Exchange unter dem Kürzel HLF geführt. Der Jahresumsatz von Herbalife im Jahr 2010 betrug nach gesetzlicher Rechnungslegungs-Vorschrift US-GAAP 2,7 Mrd. US Dollar. [3]

Produkte

Herbalife verkauft Produkte zur Gewichtskontrolle, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflege. Als Anbieter in den Bereichen „Gesundheit, Gesundheitsvorsorge, vollständige Ernährung mit allen Mikronährstoffen, Bekämpfung von Übergewicht, Muskelaufbau und Antiaging“ positioniert sich das Unternehmen auf dem Markt der Wellness-Produkte. Die Produkte werden als „innere Ernährung“ (nährstoffreicher Mahlzeitenersatz, Nahrungsergänzungsmittel) und „äußere Ernährung“ (Kosmetika) vermarktet.

Herbalife-Produkte werden mit dem Siegel des Mark Hughes Cellular & Molecular Nutrition Laboratory am Zentrum für menschliche Ernährung an der University of California, Los Angeles versehen. Diese Universitätsabteilung wird von Herbalife gesponsert und soll sich u.a. mit der Bestätigung eines positiven Wertes von industriellen Nachfolgeprodukten von Sojaproteinen, dazu zählt Herbalife, für die menschliche Ernährung befassen.

Vertrieb

Das Vertriebssystem von Herbalife besteht aus weltweit über 2,2 Mio. selbstständigen Beratern (Zahlen aus 2011), die in einem Multi-Level-Marketing-System organisiert sind.[4] Allerdings ist nur ein kleiner Teil davon wirklich als Wiederverkäufer tätig und erreicht den Mindestumsatz, um überhaupt auf der untersten Stufe des Marketingplans (Supervisor) aufgenommen zu werden, während der Großteil die Produkte lediglich für den Eigenbedarf kauft. Per Ende Juni 2007 waren 368.062 Personen auf Stufe Supervisor oder höher. Das Unternehmen ist in über 75[5] Ländern präsent. Größter Absatzmarkt sind die USA vor Mexiko mit je knapp 20 Prozent Anteil am Gesamtumsatz.

Wie bei anderen Strukturvertrieben basiert das Vertriebssystem von Herbalife darauf, dass die Kunden selbst wiederum Verkäufer für die Produkte werden. Für den Umsatz des Wiederverkäufers erhält nicht nur er selbst eine Provision, sondern auch derjenige, der ihn zuvor angeworben hat. Damit eine solche Struktur funktioniert, muss die Produktmarge hoch sein. Die Verkäufer sind selbstständig und in ihrem Arbeits- und Zeiteinsatz nur sich selbst verantwortlich.

Da die Produkte von Herbalife Verbrauchsprodukte sind, sind als Zielgruppe vor allem Daueranwender gesucht. Ziel des Geschäftes ist die langfristige Nutzung durch die Kunden, was nach Firmenangabe auch darin begründet ist, dass ein Ergebnis oder Resultat der Nutzung in der Regel erst nach einer längeren Anwendung eintreten kann. Die erste Aufgabe eines Herbalife-Partners ist dementsprechend der Aufbau eines persönlichen Kundenstammes. Der Wiederverkäufer gewinnt neue Interessenten für die Produkte, durch Einzel- oder Gruppenpräsentationen sollen die Interessenten zu Käufern werden. In der Praxis gibt es sehr unterschiedlich große Kundenstämme. Nach Angaben von Herbalife ist eine Zahl von 20 bis 50 Belieferungen pro Monat bei einem entsprechenden Zeitaufwand und Kreis von Dauerbeziehern realistisch.

Käufer der Herbalife-Produkte erhalten eine Geld-zurück-Garantie auf die gekauften Produkte. Der Vertriebspartner selbst ist Kommissionär und kann, auf der Basis der im deutschsprachigen Raum geltenden Gesetze für den Kommissionsverkauf, die nicht abgesetzten Produkte wieder an Herbalife zurückgeben. Ein finanzielles Risiko durch fehlenden Absatz entsteht dann, wenn der Vertriebspartner sich nicht an die vom Hersteller vorgegebene Rückgabelösung hält.

Im Vergütungssystem von Herbalife gibt es verschiedene so genannte Berechtigungsstufen. Auf Basis der Einordnung in diesem System wird der Rabatt beim Produkteinkauf des Wiederverkäufers festgelegt. Um „Supervisor Status“ zu erlangen muss der Wiederverkäufer einmalig 4.000 „Volumenpunkte“ oder zwei Mal 2.500 „Volumenpunkte“ in zwei aufeinanderfolgenden Monaten erreichen. Diese „Volumenpunkte“ sind eine interne Verrechnungseinheit für Umsätze von Herbalife-Händlern und korrespondieren ungefähr mit den jeweiligen Landeswährungen. Ein „Berater“ mit so genanntem „Supervisor Status“, der also bereits Waren im Wert von 4.000 „Volumenpunkten“ oder Euro gekauft hat, erhält in der Folge einen 50-prozentigen Nachlass.

Die Anzahl von Wiederverkäufern ist weder regional noch im jeweiligen Land durch Vorgaben von Herbalife eingeschränkt. Auch das Internet wird als Verkaufsplattform genutzt, wobei sich oft mehrere Händler zusammenschließen.

Nutrition Advisory Board (Ernährungsberatendes Gremium)

Herbalife gibt an, dass das Nutrition Advisory Board (NAB) aus führenden Experten in den Bereichen Ernährung und Gesundheit zusammengesetzt ist, welche Vertriebshändler ausbilden und ihnen Informationen auf den Grundlagen von Ernährung, körperlicher Aktivität und einem gesunden Lebensstil vermitteln [2]. Vorsitzender ist David Heber, Professor für Medizin und Gesundheitswesen. Sein Beitritt zum NAB könnte als kontrovers beschrieben werden. Dieser vollzog sich ungefähr zur gleichen Zeit als Herbalife 3 Millionen $ spendete, um Mark Hughes Cellular and Molecular Nutrition Laboratory im Zentrum für menschliche Ernährung (Center for Human Nutrition) an der Universität von Kalifornien (UCLA) zu etablieren.

Kritik

Überteuerte Produkte

In einem Test verschiedener Formula-Produkte der Zeitschrift Ökotest (2/2002) gehört Herbalife zu den teuersten Produkten. Daher haben einige Verbraucherzentralen Herbalife-Produkte bei ihren Tests für überteuert und, wie fast alle Formula-Diäten, für nicht empfehlenswert befunden.[6]

Rolle des Gründers Mark Hughes

Eine Geschäftsbiographie des Gründers Mark Hughes findet sich auf den meisten Herbalife-Websites. Aus seiner Biographie – er habe als 18-Jähriger miterlebt, wie seine Mutter an einer schädlichen Abmagerungskur gestorben sei – wird seine Motivation abgeleitet, allen Übergewichtigen durch die Entwicklung und den Vertrieb der Herbalife-Produkte zu helfen. Das Bild des Mannes, dessen Mission es war, „das Leben der Leute durch gesunde Ernährung zu verbessern" (Herbalife-Originalton), passt nicht zur persönlichen Tragik, die der gerichtsmedizinische Bericht über die Autopsie von Mark Hughes erahnen lässt: Mark Hughes starb als CEO von Herbalife am 21. Mai 2000 im Alter von gerade 44 Jahren nach einem mehrtägigen Alkoholexzess (4-day-binge) bei bestehender Alkoholabhängigkeit, mit einem Blutalkoholpegel von 2,1 Promille und einer toxischen Konzentration von Antidepressiva.[7]

Gesundheitliche Folgen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung kam zu dem Schluss, dass die Lösung von Gewichtsproblemen nicht in Diät-Produkten allein, sondern vielmehr in langfristig veränderten Ernährungsgewohnheiten hin zu einer fettreduzierten und kohlenhydratreichen ausgewogenen Mischkost, gepaart mit ausreichend Bewegung, zu finden sei.[8]

Es gibt darüber hinaus sehr starke Hinweise, dass Herbalife-Produkte zur Gewichtsreduktion ein fulminantes Leberversagen verursachen können, das eine Lebertransplantation notwendig machen kann und tödlich verlaufen kann.[9][10][11][12] Berichte zu über 20 Patienten mit Leberschäden bei Anwendung von Herbalife-Produkten sind dokumentiert, in einem Fall mit Todesfolge. Bei Verdacht auf Leberschaden oder Verschlimmerung einer vorbestehenden Lebererkrankung sollte die Anwendung daher sofort beendet werden. Vor dem Hintergrund der möglichen Gefährdung ist anzumerken, dass in der anerkannten medizinischen Datenbank PubMed keinerlei Studien zu einer positiven Wirkung der Präparate verzeichnet sind.[13]

Einzelnachweise

  1. Herbalife / 2010 10K Business - page 25
  2. "Herbalife Investor Relations", Herbalife Investor Relations Site, Accessed June 2011.
  3. "Herbalife Investor Relations", Herbalife Investor Relations Site, Accessed June 2011.
  4. SEC-Filing 10-K, beglaubigter Geschäftsbericht Herbalife
  5. [1]
  6. z.B.: Konsument, Heft 11/2003: Formula- Diäten. Was ist von Herbalife-Produkten zu halten?
  7. Death and Denial at Herbalife Heller, Matthew: "The Untold Story of Mark Hughes' public image, Secret Vice and Tragic Destiny" Los Angeles Times. 18/02/2001
  8. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.: "Das Geschäft mit den überflüssigen Pfunden". DGE-aktuell 12/2002 (vom 10. Dezember 2002)
  9. Journal of Hepatology 2007; 47: 444-446: 'Association between consumption of Herbalife nutritional supplements and acute hepatotoxicity.'
  10. Journal of Hepatology 2007; 47: 521-526: 'Herbal does not mean innocous. Ten cases of severe hepatotoxity associated with Herbalife products' PMID 17692989 PMID 17692988
  11. Prof. Dr. med. Jürg Reichen in 'Viszerale Medizin' der Universität Bern: 'Herbalife Produkte als Ursache fulminanten Leberversagens.'
  12. Læknablaðið März 2010; S. 167-172: 'Lifrarskaði tengdur notkun á Herbalife'
  13. arznei-telegramm 2008; 39, Nr. 1

Weblinks

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