Heidi Beutin

Heidi Beutin

Heidi Beutin (* 29. Juni 1945 in Hamburg) ist eine freie Wissenschaftspublizistin in Schleswig-Holstein. Sie ist tätig als Politikerin (Die Linke) und Gewerkschafterin u. a. in der Friedensbewegung. Beutin wohnt momentan in dem kleinen Ort Köthel im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein und ist verheiratet mit dem Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Wolfgang Beutin.

Heidi Beutin

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung und Studium

Nach einer Kaufmannslehre war Heidi Beutin als kaufmännische Angestellte bei Tretorn und BP tätig. Schon während dieser Zeit begann sie, ihr Abitur auf dem zweiten Bildungsweg zu machen. Anschließend studierte sie an der Universität Hamburg Politikwissenschaft und Germanistik. Während dieser Zeit finanzierte sie sich durch Pressearbeit bei dpa. Das Examen absolvierte sie im Jahre 1980.

Wissenschaftliche Tätigkeit

Nachdem sie mit ihren Studienfächern keinen Arbeitsplatz als Lehrerin fand, entschloss sie sich, als freie Wissenschaftspublizistin tätig zu sein. Dazu gehört das Schreiben von Büchern und Aufsätzen ebenso wie die Teilnahme an wissenschaftlichen Tagungen im In- und Ausland, sowie teilweise auch deren Vorbereitung und Durchführung. Sie ist u.a. Mitglied der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft [1].

Zu den Hauptarbeitsfeldern von Heidi Beutin zählen Themen der Frauenbewegung und der Arbeiterbewegung sowie literaturwissenschaftliche Themen des Mittelalters und des 18. und 19. Jahrhunderts, u.a. zu Marie von Ebner-Eschenbach, Lily Braun und Gertrud Bäumer (siehe Veröffentlichungen).

Politische Tätigkeit

Die Schwerpunkte Heidi Beutins liegen auf gewerkschaftlicher und friedensbewegter politischer Arbeit. Sie war lange Zeit in der Deutschen Friedens-Union (DFU) und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) sowie in der Anti-AKW-Bewegung aktiv. Momentan ist sie Mitglied im Bundesausschuß Kasseler Friedensratschlag. In der Gewerkschaft ver.di ist sie Vorsitzende der Freien und Selbständigen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Zudem ist sie ehrenamtliches Mitglied im Präsidium von ver.di Nord.

Nachdem sie 2002/03 Sympathisantin der PDS war, unterstützte Heidi Beutin Anfang 2004 die Initiative Arbeit und soziale Gerechtigkeit und wirkte aktiv an deren Aufbau vor Ort mit. Bis zum Parteitag der WASG Schleswig-Holstein im Frühjahr 2005 war sie im erweiterten Landesvorstand, danach wurde sie Mitglied im Kreisvorstand des Kreisverbandes Stormarn und in der Arbeitsgruppe Außen- und Sicherheitspolitik. Nachdem sich die WASG nach der Neuwahlankündigung von Gerhard Schröder entschlossen hatte, nicht zu den Bundestagswahlen anzutreten, sondern Mitglieder auf den Listen der Linkspartei.PDS antreten zu lassen und zu deren Wahl aufzurufen, kandidierte Heidi Beutin auf der Landesliste der Linkspartei, wurde aber wegen des geringeren Stimmenergebnisses in den West-Bundesländern nicht gewählt. Mitte 2006 wurde Beutin dann ebenfalls Mitglied in der Linkspartei.Schleswig-Holstein, um den Willen zur Bildung einer neuen gesamtdeutschen linken Partei zu demonstrieren. Sie wurde dort Kreisvorsitzende des Kreisverbandes Stormarn. Am 8. Juli 2007 wurde sie Sprecherin des Kreisverbandes der LINKEN. Stormarn. Bei den Kommunalwahlen in Stormarn zog sie am 25. Mai in den Stormarner Kreistag ein. 2011: Wahl zur stellvertr. Vorsitzenden des ver.di Landesbezirks Nord.

Buchveröffentlichungen

  • Heidi Beutin: Marie von Ebner-Eschenbachs Erzählung "Bozena". Die "Lebensgeschichte" als Wirklichkeitsschilderung oder als idealer Lebenslauf, (Staatsexamensarbeit) Hamburg 1979.
  • Heidi Beutin/Wolfgang Beutin/Bodo Brücher (Hg.): Nach Rückschlägen vorwärts. Im Streit für eine humane Welt. Lorenz Knorr zum 70. Geburtstag, Hamburg 1991.
  • Heidi Beutin/Wolfgang Beutin: Der Löwenritter in den Zeiten der Aufklärung. Gerhard Anton von Halems Iwein-Version "Ritter Twein", ein Beitrag zur dichterischen Mittelalter-Rezeption des 18. Jahrhunderts, Göppingen 1994 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik Nr. 595).
  • Heidi Beutin: "Als eine Frau lesen lernte, trat die Frauenfrage in die Welt". Beiträge zum Verhältnis von Feminismus und Literatur anhand von Schriften Marie von Ebner-Eschenbachs, Lily Brauns, Gertrud Bäumers, Gerhard Anton von Halems, Christoph Martin Wielands und Jutta Heckers, 2., erw. Aufl., Hamburg 1995.
  • Heidi Beutin/Wolfgang Beutin/Holger Malterer/Friedrich Mülder (Hg.): 125 Jahre Sozialistengesetz. Beiträge der öffentlichen wissenschaftlichen Konferenz vom 28.-30. November 2003 in Kiel, Frankfurt a.M. 2003 (Bremer Beiträge zur Literatur- und Ideengeschichte Bd. 45).
  • Heidi Beutin/Wolfgang Beutin: Rinnsteinkunst? Zur Kontroverse um die literarische Moderne in Deutschland und Österreich, Frankfurt a.M. 2004 (Bremer Beiträge zur Literatur- und Ideengeschichte Bd. 44).
  • Heidi Beutin/Wolfgang Beutin/Ernst Heilmann (Hg.): Widerstand – gestern und heute. Beiträge der Konferenz vom 18.-20. April 2008 im Dokumentationszentrum Prora/Rügen, Frankfurt a.M. 2009 (Bremer Beiträge zur Literatur- und Ideengeschichte Bd. 55).
  • Heidi Beutin/Wolfgang Beutin/Heinrich Bleicher-Nagelsmann/Holger Malterer (Hg.): Die Frau greift in die Politik. Schriftsterinnen in Opposition, Revolution und Widerstand, Frankfurt a.M. 2010 (Bremer Beiträge zur Literatur- und Ideengeschichte Bd. 57).
  • Heidi Beutin/Wolfgang Beutin/Ralph Müller-Beck (Hg.): Das waren Wintermonate voller Arbeit, Hoffen und Glück... Die Novemberrevolution 1918 in Grundzügen, Frankfurt a.M. 2010 (Bremer Beiträge zur Literatur- und Ideengeschichte Bd. 58).

Aufsätze und Beiträge (Auswahl)

  • Heidi Beutin/Wolfgang Beutin: Für Frieden und Abrüstung, in: Nach Rückschlägen vorwärts (s.o.), S. 48-58.
  • Heidi Beutin: Gerhard Anton von Halems Epos "Adelheid von Burgund", in: Günter Hartung (Hg.): Außenseiter der Aufklärung. Internationales Kolloquium, Halle a. d. Saale, 26.-28. Juni 1992, Frankfurt a.M., 1995 (Bremer Beiträge zur Literatur- und Ideengeschichte Bd. 14), S. 33-41.
  • Heidi Beutin: "Frau, Frauenliteratur, Weiblichkeit, Feminismus". Zur Begrifflichkeit älterer und neuerer mediävistischer Forschung, in: Jahrbuch der Oswald von Wolkenstein Gesellschaft, hrsg. v. Sieglinde Hartmann/Ulrich Müller, Bd. 12, Frankfurt a.M. 2000, S. 83-93.
  • Heidi Beutin: "Der ich komm' aus dem Hussitenlande". Tradition, Revolution und Demokratie in der Gedankenwelt von Moritz Hartmann, in: Johann Dvorak (Hg.): Radikalismus, demokratische Strömungen und die Moderne in der österreichischen Literatur, Frankfurt a.M. 2003 (Bremer Beiträge zur Literatur und Ideengeschichte Bd. 43), S. 87-105.
  • Heidi Beutin: "Noch heute steigt mir das Blut zu Kopfe, gedenke ich jener Zeiten." - Alltag und Mentalität unter den Bedingungen eines Ausnahmegesetzes: Juli und August Bebel in ihrem Briefwechsel, in: 125 Jahre Sozialistengesetz (s.o.), S. 157-181.
  • Beiträge über Marie von Ebner-Eschenbach, Hildegard von Bingen, Mechtilde Lichnowsky und Mechtild von Magdeburg in: Metzler Autoren Lexikon, hrsg. v. Bernd Lutz/Benedikt Jeßing, 3., akt. u. erw. Aufl., Stuttgart 2004.

Über Heidi Beutin (Auswahl)

  • Wiebke Ralf-Kana: Rezeptionsverhalten und Geschlechterdifferenz. Ein Beitrag zur Diskussion "Lesen Frauen anders?", in: '"Christine Kanz (Hrsg.): Gegenwelten. Zur Geschlechterdifferenz in den Kulturwissenschaften, Bamberg 1997 (= Fußnoten zur Literatur H. 42) , S. 39-53.
  • Eintrag "Heidi Beutin" in: Wer ist wer? Das deutsche Who's who, 43. Ausg 04/05, Lübeck 2004, S. 106.

Weblinks



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