Städtische Musikschule Hamm

Städtische Musikschule Hamm
Städtische Musikschule Hamm
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Schulform Musikschule
Gründung 1940
Ort Hamm
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 41′ 3″ N, 7° 49′ 35″ O51.6841666666677.8263888888889Koordinaten: 51° 41′ 3″ N, 7° 49′ 35″ O
Träger Stadt Hamm
Schüler etwa 4.300 (Februar 2011)
Lehrer 98 (Februar 2011)
Leitung Bernd Smalla
Website www.hamm.de/musikschule.html
Wiki Die Städtische Musikschule Hamm im Hamm-Wiki

Die Städtische Musikschule Hamm wurde am 1. Februar 1940 gegründet und ist somit eine der ältesten Musikschulen Deutschlands. Mit etwa 4300 Schülern und 98 Lehrkräften (Stand: Februar 2011) gehört sie zudem zu den größten Musikschulen der Bundesrepublik. In der Entwicklung der deutschen Musikschullandschaft hat die Städtische Musikschule Hamm immer wieder eine Vorbildfunktion übernommen. Sie wurde als voll durchstrukturierte Schule mit musikpädagogischen Einrichtungen von der vorschulischen musikalischen Erziehung bis zur Studienvorbereitung für Fortgeschrittene konzipiert. Darüber hinaus war der Neubau des Musikschulgebäudes Anfang der 1970er Jahre der erste Musikschulneubau in einer Mittelstadt. Der Verband deutscher Musikschulen erklärte die Hammer Musikschule zum Modellfall. Dabei war Martin Wolschke, der zwei Jahre später Leiter der Städtischen Musikschule Hamm werden sollte, 1952 an der Gründung des Verbandes auf Schloss Oberwerries bei Hamm beteiligt. Der frühere Schulleiter Joshard Daus prägte den Begriff der Orchesterschule. Sein Nachfolger Norbert Edelkötter, Bruder des Komponisten und Verlegers Ludger Edelkötter, setzte sie in die Praxis um. Von ihm stammt die Idee, die Orchesterschule mehrstufig zu gestalten. Für die Stadt Hamm ist die Städtische Musikschule von grundlegender kultureller Bedeutung. Die fortgeschritteneren der etwa 40 Ensembles werden durch die Stadt Hamm immer wieder in offizielle Veranstaltungen eingebunden und entfalten teilweise weit über die Stadtgrenzen hinaus ihre musikalische Wirksamkeit. Unter dem derzeitigen Musikschulleiter, Bernd Smalla, erreichte die Städtische Musikschule Hamm ihre bislang größte Ausdehnung, auch bedingt durch die Teilnahme an der ruhrgebietsweiten Bildungsinitiaitve "Jedem Kind ein Instrument". Aktuell wird das Gebäude der Musikschule zu einem dreistöckigen Komplex mit großer Konzerthalle umgebaut. Die Fertigstellung wird auf den Sommer 2011 geschätzt. Während der Umbaumaßnahmen befinden sich die Räumlichkeiten der Musikschule im gegenüberliegenden ehemaligen Gebäude der Zentralbibliothek Hamm.

Struktur

Luftbild des Gebäudes der Städtischen Musikschule Hamm von 1974 bis 2010

Der Kernbereich der Musikschularbeit, also das Arbeitsfeld musikalische Erziehung am Instrument, ist in drei verschiedene Bereiche unterteilt. Dazu tritt der große Arbeitsbereich JeKi (Jedem Kind ein Instrument). Jede Abteilung hat einen Abteilungsleiter, der zugleich Fachkraft für den Instrumentalunterricht des durch ihn repräsentierten Bereiches ist. Die drei Abteilungen sind in neun Fachbereiche untergliedert. Große Fachbereiche haben dabei neben dem Abteilungsleiter auch noch einen Fachbereichsleiter.

Abteilung I:
Leitung: Bernd Smalla
Streichinstrumente (Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass)
Zupfinstrumente (Gitarre, Baglama)
Musikalische Früherziehung/Elementarer Musikunterricht/Tanz

Abteilung II:
Leitung: Barbara Rojan
Blockflöte
Tasteninstrumente (Klavier, Akkordeon)
Harfe

Abteilung III:
Leitung: Georg Turwitt
Blechblasinstrumente (Trompete, Posaune, Euphonium, Horn, Tuba)
Holzblasinstrumente (Querflöte, Klarinette, Oboe, Saxophon, Fagott)
Popularmusik (Percussion, E-Gitarre, E-Bass, Keyboard, Jazz-Klavier)
Gesang

JeKi

Seit dem Jahr 2007 nimmt der Städtische Musikschule Hamm an der ruhrgebietsweiten Bildungsinitiative „JeKi“ (Jedem Kind ein Instrument) teil. Diese möchte Grundschulkinder für die Musik begeistern. Der auf vier Jahre konzipierte Unterricht soll junge Menschen mit vielfältigen musikalischen Ausdrucksformen vertraut machen. Damit sollen Zusammenspiel, Kreativität, Ausdauer und Wahrnehmungsfähigkeit gestärkt werden. Ab dem zweiten Schuljahr wird jedem Kind als kostenlose Leihgabe ein Instrument für den Unterricht und das heimische Üben zur Verfügung gestellt.

Nach Einschätzung von Musikschulleiter Bernd Smalla, der sich dabei auf aktuelle Studien zur persönlichkeitsbildenden Wirkung von Musik beruft, setzt das Projekt an genau der richtigen Stelle an. Kinder sollten so früh wie möglich an die Musik herangeführt werden, dann könne sie einen großen Beitrag zur Integration leisten, auch und besonders in sozial schwächeren Schichten.

Für die Städtische Musikschule Hamm bedeutet das Projekt eine große Chance. Vor Beginn der Bildungsinitiative bewegte sich die Schülerzahl etwa gleichmäßig auf dem Niveau von 2.000 - 2.200 Schülern und 70 Lehrkräften.[1] Die heutige Schülerzahl von 4.300 Schülern und beinahe 100 Lehrkräften beruht maßgeblich auf der Teilnahme an JeKi. JeKi-Beauftragter der Städtischen Musikschule ist Werner Granz, der seit 1977 als Trompetenlehrer und Leiter des Kinderchores an der Musikschule tätig ist.

Am 5. November 2008 hat sich in Hamm der Unterstützerkreis konstituiert. Sein Ziel ist die Förderung des Projektes Jedem Kind ein Instrument. Dazu soll das Programm innerhalb der Bevölkerung bekannt gemacht werden. Der Unterstützerkreis versucht außerdem, für die Finanzierung der notwendigen Musikinstrumente für alle Grundschulkinder in der Stadt Hamm Sponsoren zu gewinnen. Mitglieder des Unterstützerkreises sind Hans-Wilhelm Haarmann vom Ärzteverein, Gerd Heistermann von Radio Lippewelle Hamm, Thomas Hunsteger-Petermann, Oberbürgermeister der Stadt Hamm, Jochen Kühner von der Industrie- und Handelskammer, Lothar Luther von der Kreishandwerkerschaft, Wilhelm Schulte vom Einzelhandelsverband, Apotheker Martin Schwarzer, Musikschulleiter Bernd Smalla, Hildegard Steinmeyer von den Hammer Frauenverbänden, Robert Vornholt vom Westfälischen Anzeiger, Harmut Wäsche, Mann der Hammer Bürgermeisterin Ulrike Wäsche, als Schatzmeister des Fördervereins, Frank Wagner als Rektor und Vertreter der Grundschulen, Heidi Walter als Rektorin und Vertreterin der Hammer Grundschulen, Ulrich Weißenberg als Fachbereichsleiter Kultur, sowie Manfred Winnen, der Vorsitzende des Fördervereins der Städtischen Musikschule.

JeKi wird außerdem mit umfangreicher Berichterstattung durch die Presse begleitet.[2]

Schüler des dritten Schuljahres präsentieren die Ergebnisse ihrer Arbeit als Orchester Kunterbunt.

Unterricht

Der Unterricht findet in den Nachmittagsstunden außerhalb JeKi's im Musikschulgebäude und in den Außenstellen statt. Das Hauptgebäude kann in der Zeit vom 14. Juli 2010 bis Juli 2011 aufgrund eines umfangreichen Umbaus nebst Erhöhung um eine Etage nicht genutzt werden. In dieser Zeit weicht die Musikschule auf die Außenstellen aus. Diese werden unterhalten, um möglichst viele Bürger Hamms zu erreichen.

Außenstellen sind fünf Hammer Schulen:

Nach der Konzept der "Musikschule vor Ort" gibt es etwa 25 Unterrichtsorte in fünf Stadtbezirken. Auch wird das derzeit leerstehende ehemalige Gebäude der Stadtbücherei Hamm mit benutzt. Diese ist in das neue Heinrich-von-Kleist-Forum auf dem alten Hortengelände am Hammer Bahnhof umgezogen, in dem auch die SRH Hochschule für Logistik und Wirtschaft ansässig ist.

Die Lehrkräfte der Musikschule erteilen ihren Unterricht in zahlreichen Fächern und Unterrichtsformen. Insgesamt ergibt sich ein vollständiges musikalisches Bildungsangebot, das von ersten Schritten in der Welt der Musik über Instrumental- und Vokalunterricht bis zum gemeinsamen Musizieren in Orchestern und Chören reicht. Dabei findet sowohl die klassische als auch die popularmuskalische Ausbildung Berücksichtigung.

Das Angebot der Städtischen Musikschule Hamm weist dabei folgende Besonderheiten auf:

Populargesang

Es wird nicht nur klassische Stimmbildung (Solo-, Ensemble- und Chorarbeit) angeboten, sondern auch der Bereich "Populargeang". Dieser hat zur Zeit etwa 100 Sängerinnen und Sänger aller Altersgruppen.

Musikgarten

Dieses Angebot richtet sich an Kinder ab dem Alter von 18 Monaten in Begleitung eines Erwachsenen. Unter Anleitung einer Musikpädagogin wird Kindern je 45 Minuten lang die Freude an der Musik näher gebracht. Musikgarten 1 wendet sich an die Eineinhalb- bis Dreijährigen, Musikgarten 2 an die Drei- bis Vierjährigen. Das Programm umfasst mit Gesang, Bewegung, Rhythmus und Musikbeispielen die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten in der Musik.

EMU – elementarer Musikunterricht in Kindertagesstätten

Einige Lehrkräfte führen Unterricht in Kindergärten und Kindertagesstätten durch, wobei sie nach Möglichkeit von einer Erzieherin begleitet werden. Zielsetzung ist es, die Kinder zu bewusstem Hören und Sehen zu motivieren. Auch sollen musikalische Grunderfahrungen gemacht und nachvollzogen werden. Die Unterrichtsinhalte sind auf zwei Jahre angelegt. Der Unterricht wird einmal wöchentlich abgehalten.

MFE – Musikalische Früherziehung

Die musikalische Früherziehung ist vier- bis sechsjährigen Kindern gewidmet. Sie findet über einen Zeitraum von zwei Jahren einmal wöchentlich im Hauptgebäude der Musikschule statt. Eine Unterrichtseinheit dauert 75 Minuten. Die Unterrichtsinhalte werden dabei durch die Vorgaben des Lehrplanwerkes des Verbandes deutscher Musikschulen bestimmt.

Tanz

Das Tanzangebot der Städtischen Musikschule, Umsetzung von Musik in Bewegung, gute Körperhaltung, ausdrucksstarke Ausstrahlung, können Kinder ab dem 6. Lebensjahr wahrnehmen. Bis zum zehnten Lebensjahr wird hier lediglich tänzerische Gymnastik angeboten, danach besteht die Möglichkeit, Jazz- und Shotanz zu erlernen. Getanzt wird zu den unterschiedlichsten Musikrichtungen. Die Unterrichtsergebnisse werden unter anderem in der Veranstaltung „Teamwork“ der Öffentlichkeit gezeigt. Der Tanz erfolgt dabei zur Livemusik von Bigband und Teamworkband der Städtischen Musikschule.

Musical

Ab November 2011 soll die Musikschularbeit um die Sparte Musical erweitert werden. Die 7- bis 16-jährigen Schüler sollen dann eine Grundausbildung in Tanz, Schauspiel und Gesang erhalten. Zuständig ist hier Anke Lux, die in Hamm durch ihre Tanzwerkstatt und ihre Musical Company bekannt geworden ist und in diesem Rahmen mit namhaften Künstlern wie Uwe Kröger und Tillmann Schnieders zusammenarbeitet.[3]

Ensembles

Ein besonderes Merkmal der Hammer Musikschule ist die hohe Zahl von etwa vierzig musikschuleigenen Ensembles. Diese gewöhnen die Schüler nicht nur frühzeitig an das Zusammenspiel in der Gruppe, sondern gestalten auch das kulturelle Leben der Stadt Hamm auf vielfältige Weise mit.

Zu den wichtigsten Ensembles der Städtischen Musikschule Hamm gehören:

Akordeonorchester und Harfenensemble

Die Akkordeonschule unterteilt sich in das Akkordeonorchester I und das Akkordeonorchester II, beide geleitet durch Petra de Reuter. Für Harfenschüler wird durch Frau Walesch ein Ensemble das Harfenensemble angeboten.

Bläsergruppen

Die mehrstufige Orchesterschule an der Städtischen Musikschule Hamm umfasst die Bläsergruppen I bis III. Darüber hinaus gibt es ein Bläserensemble.

Blasorchester

Das Blasorchester der Städtischen Musikschule Hamm richtet sich an die fortgeschrittenen Schüler aus den Fachbereichen Holzbläser, Blechbläser und Percussion, die die anderen Bläsergruppen bereits durchlaufen haben. Schwerpunkte sind Pop, Jazz und sinfonische Blasmusik. Die rund fünfzig Teilnehmer des Blasorchester absolvieren zahlreiche öffentliche Auftritte und gestalten damit das kulturelle Leben der Stadt Hamm maßgeblich mit. Orchesterreisen führen bis ins Ausland, etwa nach Bradford, Hamms Partnerstadt. Das Blasorchester hat immer wieder erfolgreich an Wertungsspielen teilgenommen, unter anderem in Portugal.[4] Die Kooperation mit Dietmar Schönherr und seinem Verein Pan y Arte zog mehrere Konzertreisen des Ensembles nach Nicaragua nach sich. Auch erhielten junge nicaraguanische Nachwuchstalente die Gelegenheit, mit dem Blasorchester in Deutschland aufzutreten.

Blockflötenorchester

Wie auch die übrigen Orchester ist die Blockflötenschule mehrstufig organisiert.

Banda di Flauti (Blockflötenorchester I)

Banda di Flauti unter der Leitung von Petra Souren richtet sich an 8- bis 12-jährige Schülerinnen und Schüler. Es ist die größte Blockflötengruppe der Musikschule, mit Schwerpunkt auf der Renaissance, der Popmusik und der Moderne.

Blockflötenorchester II

Das Blockflötenorchester II steht unter der Leitung von Beatrix Wogesin und führt die Schülerinnen und Schüler ohne besonderen musikalischen Schwerpunkt an unterschiedliche Musikformen heran.

Blockflötenorchester III

Die dritte Qualitätsstufe im Blockflötenbereich steht unter der Leitung von Dagmar Smalla, Ehefrau des Musikschulleiters Bernd Smalla.

Blockflötenorchester IV

Der Schwerpunkt des fortgeschrittensten Blockflötenorchesters liegt auf der Barockmusik. Leiterin ist Jacqueline Clark.

Chöre

Cantorina

Mit der Pensionierung von Eva-Maria Edelkötter, der Ehefrau des früheren Musikschulleiters Norbert Edelkötter, hat die Chorarbeit an der Musikschule eine starke Veränderung erfahren. Der Jugend- und Kinderchorbereich orientiert sich am Vorbild der großen Kinder- und Jugendchöre. Unter dem Oberbegriff "Cantoria", der den Cantoria Vorchor, den Cantoria Kinderchor und den Cantoria Jugendchor umfasst, werden hier unter der Leitung von Tjark Baumann klassische Werke, Lieder und Musicals sowohl einstudiert als auch aufgeführt.

Cantus Hammona

Der ebenfalls von Tjark Baumann geleitete Chor "Cantus Hammona" ist ein Erwachsenenchor, dessen Schwerpunkt bei anspruchsvoller a-capella-Musik und oratorischen Werken liegt.

Kinderchöre

Seit langem etabliert ist der durch Werner Granz geleitete Kinderchor. Daneben gibt es noch die Stadtteilkinderchöre.

Gitarrenensemble

Auch für Gitarrenschüler werden verschiedenen Ensembles angeboten.

Jazzcombo

Die Jazzcombo unter der Leitung von Arno Mejauschek, die sich je nach Besetzung gelegentlich auch Bigband nennt, gehört zu den fortgeschrittenen Ensembles im Popularbereich. Ihr Wirken reicht weit über die Grenzen der Stadt hinaus, so hat sie mittlerweile ihre dritte Reise nach China und Taiwan hinter sich gebracht.[5][6]

Klarinetten-, Querflöten- und Rohrbläserensembles

Für die genannten Holzbläsergruppen stehen eigene Ensembles zur Verfügung, darunter das Klarinettenensemble I für Schüler im Alter von 7-10 Jahren und das Klarinettenensemble II für Schüler im Alter von 11-15 Jahren unter der Leitung von Marius Wegner.

Streichorchester und -ensembles

Cello-Ensemble

Das Cello-Ensemble bietet Übemöglichkeiten für drei- bis fünfstimmige Cellosätze sowie das Solospiel. Dabei werden Stücke von der Rainaissance über die Klassik bis zur Filmmusik gespielt. Die Leitung hat Sigurd Müller.

Streichorchester I

Die erste Stufe der Orchesterschule probt meist zweistimmige Sätze, sowohl aus Liedern aus auch aus modernen Stücken. Leiterin ist Barbara Rojan.

Streichorchester II

Klaus-Peter Wolfgramm leitet die zweite Stufe der Orchesterschule.

Streichorchester III

Orchester III studiert schwerpunktmäßig Werke aus Klassik, Barock, Romantik und Filmmusik ein. Leiterin ist Maike Röhr.

Streichorchester IV

Streichorchester IV studiert Werke aus Barock, Klassik und auch anderen Bereichen der klassischen Musik ein. Leiter ist Alex Pinto.

Streichorchester V

Die frühere Vorstufe zum Sinfonieorchester, das Orchester V, dessen Schwerpunkt auf Entwicklung der Spieltechnik, dem Zählen und dem Einstudieren erster größerer Stücke lag, ist mit der Pensionierung des früheren Musikschulleiters Norbert Edelkötter weggefallen.

Sinfonieorchester

Das Sinfonieorchester der Städtischen Musikschule Hamm ist das zentrale Ensemble für die fortgeschrittenen Schüler aller instrumentalen Fachbereiche. Unter dem früheren Musikschulleiter Norbert Edelkötter lag der Schwerpunkt der Arbeit auf dem Barock und der Wiener Klassik, so etwa auf den Werken von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven, der mit der fünften, sechsten und siebten Sinfonie, den beiden Violinromanzen sowie dem Violinkonzert der wohl am häufigsten gespielte Komponist gewesen sein dürfte. Unter dem aktuellen Musikschulleiter Bernd Smalla reicht die Bandbreite vom Barock bis ins 21. Jahrhundert. Ein herausragendes Projekt war beispielsweise die Aufführung der Carmina Burana von Carl Orff; auch wurde Beethovens neunte Sinfonie aufgeführt.

Kooperationen

In der Vergangenheit wurden immer wieder gemeinsame Projekte mit Musikschülern und Lehrkräften aus Hamms Partnerstadt Oranienburg verwirklicht. Auch mit anderen Partnerstädten Hamms, etwa Bradford in England, wird immer wieder musikalischer Austausch betrieben. Eine solche Kooperation besteht – insbesondere im chorischen Bereich – auch mit Bihać in der Föderation Bosnien und Herzegowina.

Die Städtische Musikschule Hamm bietet auch musikalischen Gruppen Probenmöglichkeiten, die selbst nicht Teil der Musikschulstruktur sind. Hierzu gehört z. B. das Collegium Musicum des Städtischen Musikvereins Hamm.[7] Aber auch Hammer Bands und der Jugend-Kunstschule sollen mit Abschluss der Umbauarbeiten ab dem Jahre 2011 Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden.

In loser Verbindung mit der Musikschule steht die Hammer Bigband, die wie die Musikschule von der Stadt getragen wird. Gegründet wurde das Ensemble von Klaus Heimann, der selbst Lehrkraft an der Städtischen Musikschule Hamm ist und von der Stadt mit der Leitung beauftragt wurde. Die Bigband wurde erstmals 1987 in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Hamm gegründet und fand in der 1997 ins Leben gerufenen Bigband II ihre Fortsetzung. Viele der Mitglieder der Bigband sind inzwischen in der ganzen Bundesrepublik als professionelle Musiker tätig. Das Ensemble gestaltet mit zahlreichen Auftritten das musikalische Leben der Stadt.[8]

Viele Musikschullehrer entfalten außerhalb der Musikschule weitere musikalische Aktivitäten, die oft ebenfalls prägende Elemente für das kulturelle Leben der Stadt Hamm bilden. So leitet Werner Granz neben seiner Arbeit an der Musikschule weitere Chöre, darunter den "Jugendchor und Junger Chor im Friedrich-von-Bodelschwingh-Haus" Cantate'86, Konzertchor im ChorVerband NRW 2009. Der zur evangelischen Kirchengemeinde Mark gehörende Chor gibt ebenfalls wichtige Impulse für das kulturelle Leben der Stadt, etwa durch das jährliche Weihnachtskonzert in der Maximilianhalle, an dem stets namhafte Solisten beteiligt sind (René Kollo, Eva Lind, Siegfried Jerusalem, Björn Casapietra und andere). Cantate'86 ist außerdem mit der Gruppe Die Prinzen aufgetreten. Cantate'86 wird regelmäßig durch Ursula Gärtner begleitet, die an der Städtischen Musikschule das Fach Klavier unterrichtet und auch von anderen musikalischen Gruppen gern und regelmäßig als musikalische Begleitung engagiert wird.[9]

Exkursionen

Einmal im Jahr findet eine Exkursion statt, an der mehrere Lehrkräfte und mehr als 200 Musikschüler aus den verschiedenen Ensembles beteiligt sind. Auf der "Musikfreizeit" wird eine Woche lang intensiv geprobt. Die Probenarbeit beschränkt sich dabei nicht auf die Ensembles: es wird auch in einem alle Schüler und Lehrkräfte umfassenden Chor gemeinsamer Gesang eingeübt. Die Probenfortschritte in den Ensembles werden täglich in der sogenannten Abendserenade den anderen Teilnehmern präsentiert. In Hamm bringt man die Ergebnisse dann im Rahmen des Abschlusskonzerts der Öffentlichkeit zu Gehör. Zwischen 1979 und 2008 wurde die Musikfreizeit in Oostmalle abgehalten, einer kleinen belgischen Gemeinde in der Nähe von Antwerpen. Wegen ihrer besonderen Atmosphäre und bestimmter wiederkehrender Rituale galten die Oostmalle-Fahrten unter den Mitfahrern als besonders "kultig". Seit 2009 findet die Probenwoche in Weikersheim bei Stuttgart statt, wo sich besser geeignete Räumlichkeiten fanden.

Auch die einzelnen Ensembles begeben sich in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen auf Proben- oder Konzertreisen. Dabei sind die Partnerstädte Hamms, etwa Bradford oder Oranienburg, beliebte Reiseziele. Unter Musikschulleiter Norbert Edelkötter ist das Sinfonieorchester der Städtischen Musikschule einmal im Jahr nach Aigen im Ennstal im der österreichischen Steiermark gefahren, wo jeweils ein anspruchsvolles Konzertprogramm einstudiert wurde. Während mehrere dieser Exkursionen wurde das Orchester dabei von Professor Gerhard Bosse vom Gewandhausorchester in Leipzig angeleitet. Die Jazzcombo hat inzwischen ihre dritte Konzertreise nach Taiwan und China hinter sich gebracht.

Geschichte und Ausblick

Gründungsgeschichte und Nationalsozialismus - Heinz Eccarius

Die Gründung der Städtischen Musikschule Hamm fällt in die Epoche des Höhepunktes der nationalsozialistischen Herrschaft, eine Zeit, in der eine solche Kultureinrichtung ausschließlich nach den Grundsätzen dieser Ideologie gegründet werden konnte.

1933 vertrieb der Josef Deter, Funktionär der NSDAP, den amtierenden Oberbürgermeister Hamms, Josef Schlichter, durch eine Schmutkampagne aus seinem Amt und ließ sich anschließend selbst zum Oberbürgermeister wählen.

Anfang 1934 berief Deter den Musikdirektor Heinz Eccarius zur Neuordnung des Musikwesens nach Hamm. Eccarius galt als fähiger und kenntnisreicher Musiker und als brillanter Pianist. In Deters Auftrag begann Eccarius nach seinen Dienstantritt mit der Gleichschaltung des städtischen Musiklebens. Um diese zu erreichen, löste er die bisherigen Chöre und Vereinigungen auf, wobei vor allem kirchliche Vereine in seinem Fokus standen. Unter Anwendung des NS-Organisationsprinzips wurde sodann eine neue Organisation gegründet. Alle künftigen Aktivitäten hatten sich strikt an der nationalsozialistischen Ideologie zu orientieren.

Diese Maßnahmen hatten zur Folge, dass der Stadt nach der erzwungenen Neuordnung des Musiklebens leistungsfähige Sänger fehlten. Man entschloss sich deshalb, die Ausbildung junger Sängerinnen und Sänger zu forcieren. Im Frühjahr bzw. Sommer des Jahres 1937 wurde erstmals die Einrichtung einer Musikschule in Hamm in Erwägung gezogen. Die Stadtverwaltung Hamm bekundete in einem Brief an den Direktor der Städtischen Singschule Augsburg und Leiter des Singschullehrer-Seminars, Professor Otto Jochum, dass sie die Absicht hätte, in Hamm eine Singschule nach dem Muster der Augsburger Schule ins Leben zu rufen.

Die Pflegschaft "Singschulen" im Verband der Gemischten Chöre Deutschland der Reichsmusikkammer erklärte ihr Einverständnis, stellte jedoch zur Bedingung, dass der künftige Leiter der Städtischen Singschule Hamm am Singschullehrerseminar Ausburg erfolgreich einen Ausbildungslehrgang absolvieren sollte, und zwar unter der Aufsicht der Reichsmusikkammer.

Die Stadtverwaltung erwählte den Chorleiter Fritz Meyer als künftigen Schulleiter. Dieser besuchte im Frühjahr 1938 den für die Übernahme der Hammer Aufgaben benötigten Lehrgang in Augsburg.

Am 11. Dezember 1937 jedoch hatte die Stadtverwaltung ein Schreiben des Deutschen Gemeindetages erreicht, des damaligen kommunalen Spitzenverbandes. In diesem wurde der baldige Abschluss einer Vereinbarung zur Gründung städtischer Musikschulen angekündigt. Dies und fehlende Haushaltsmittel führten dazu, dass die für 1938 geplante Singschulgründung zunächst verschoben werden musste.

Im März 1938 erschien ein ausführlicher Bericht zu den Hammer Verhältnissen im Bereich der Musikpflege in der Monatszeitschrift "Die Musik". Die zusammenfassende Würdigung des Musiklebens in einer Stadt wie Hamm könne einen charakteristischen Einblick in die Kunstfertigkeit einer Gemeinde mittlerer Größe geben[10].

In Hamm fand Eccarius 1934 ein geradezu ideales Arbeitsfeld vor. In gesinnungsvoll verständig kluger Haltung, die ihm schnell das Vertrauen sowohl der in Hamm verantwortlichen Stellen wie auch des Publikums gewann, erwirkte er bald die Auflösung der bestehenden musiktreibenden Vereine und Gruppen (Musikverein, Collegium musicum und Konzertgesellschaft) und ihre planmäßige Zusammenziehung zu der "Städtischen Konzert- und Chorvereinigung". Sie konnte sich, organisatorisch vorbildlich aufgegliedert, bereits im Winter 1935/36 als starkes, einheitliches Gebilde vorstellen..."[11]

Ebenfalls 1938 verfasste Fritz Meyer eine Stellungnahme, in der er sich klar als ein Verfechter des Singschulgedankens zu erkennen gab. Dies gab am 13. Dezember 1938 den Ausschlag für den Entschluss zur Errichtung der Musikschule. Meyer ist somit als einer der maßgeblichen Organisatoren und Förderer der im Entstehen begriffenen Musikschule zu sehen.

Am 10. Februar 1939 erklärte der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung dann in einem Erlass die Hitler-Jugend und das Volksbildungswerk der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" als die Säulen auf denen sich die "Musikschulen für Jugend und Volk" zu gründen hätten.[10]

Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass alle bisherigen der msuikalischen Laienbildung dienenden Einrichtungen nicht ausreichend waren, um eine breit unterbauende Grundlage unserer gesamten Volksmusikpflege zu gewährleisten...

Auch die sogenannten Volksmusikschulen, wie sie eine frühere Jugendbewegung entwickelte und in denen zum ersten Male versucht wurde, die Laienbildung auf einer neuen Ebene zu organisieren, mussten trotz fruchtbarer Ansätze scheitern, weil sie, durch ihre Herkunft belastet, nicht imstande waren, sich in die Breite und Tiefe des Volkskörpers auszuwirken...

Um eine einheitliche Entwicklung auf diesem Gebiet zu gewährleisten und um von vornherein Einrichtungen dieser Art in Einklang zu bringen mit den gegenen Realitäten in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht, hat sich der Reichserziehungsminister entschlossen, im Einvernehmen mit den an der Volksmusikpflege interessierten Organisationen durch den erwähnten Erlass die einheitlische Durchführung aller Maßnahmen auf diesem Gebiete zu sichern...

Wesentlich ist, daß nach der Vereinbarung mit der Reichsjugendführung der Unterricht an der Jugendmusikschule in den Dienstplan der Hitler-Jugend aufgenommen wird...
Damit wird angedeutet, daß die straffen Lebensformen der Jugend auch für die Jugendmusikschule Gültigkeit haben. Sie ist im übrigen aber eine städtische Einrichtung, während die der Erwachsenenbildung dienende Musikschule des Volksbildungswerkes der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" zugehört...[12]

Der Erlass des Reichserziehungsministeriums bewirkte innerhalb weniger Wochen bei den Verantwortlichen, die eigentlich eine Schule nach dem Augsburger Modell hatten gründen wollen, ein Einschwenken auf die vorgegebene Linie. Der Gegensatz zwischen den Augsburger und Berliner Vorstellungen über den Inhalt des Musikschulunterrichts verstummte angesichts des Machtanspruchs der HJ und der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude".

Chorleiter Fritz Meyer, der nach diesem Erlass mit dem Augsburger Lehrgang nur noch wenig anfangen konnte, sah sich gezwungen, einen zweiten Lehrgang an der Staatlichen Hochschule für Musikerziehung und Kirchenmusik in Berlin abzuschließen, um dort die Befähigung als Musikschullehrer im Sinne der neuen Richtlinien zu erwerben.

Für die Spielzeit 1939/40 kündigte die Allgemeine Musikzeitung ein Konzertprogramm an, das auf den ersten Blick auch heute noch so möglich sein könnte. Im Vergleich mehrerer Programme ergibt sich jedoch, dass Namen von Komponisten jüdischer Abstammung in dieser Zeit völlig fehlten, ebenso wie die der sogenannten entarteten Kunst. Die Kulturpolitik jener Zeit zeigte also deutliche Anzeichen einer einseitigen, auf gezielte Beeinflussung ausgerichteten Systematik.

Bedingt durch die neue Entwicklung ließ sich die zunächst für den 1. April 1939 geplante Eröffnung der Musikschule nicht einhalten. Dabei war inzwischen von der Stadt Hamm das Haus Caldenhofer Weg 14 angekauft worden. Man verschob den Gründungstermin auf den 1. Oktober 1939. Am 1. September 1939 brach jedoch der Zweite Weltkrieg aus, so dass die Gründung der Musikschule erneut verschoben werden musste.

Als nächster Termin wurde der 1. Februar 1940 ins Auge gefasst. Dabei kam es erneut zu Schwierigkeiten, weil Oberbürgermeister Deter die Schulleitung dem Städtischen Musikdirektor Eccarius übertragen wollte. Das Reichserziehungsministerium wollte diesen aber nicht als Schulleiter bestätigen. Eccarius hatte nämlich nicht an dem Lehrgang in Berlin teilgenommen, zu dem die Stadt den Chorleiter Meyer entsandt hatte. Deter intervenierte, so dass es schlussendlich doch zu einer Ernennung von Eccarius kam[10].

Eccarius begann auf Grund der Erfahrungen, die er in Duisburg, Mühlheim und Paderborn in organisatorischer und musikerzieherischer Hinsicht gemacht hatte, sich zunächst der Mitwirkung aller gutwilligen und interessierten Persönlichkeiten aus Behörden, Organisationen, Vereinen, dem Publikum und der Presse zu versichern. Sodann bewirkte er die Auflösung der bestehenden musiktreibenden, neben- und zum Teil gegeneinander arbeitenden Vereine und Gruppen und faßte deren Mitglieder zusammen zu einer "Städtischen Konzert- und Chorvereinigung Hamm (Westf.)". Es gelang ihm bald, mit der "Städtischen Konzert- und Chorvereinigung Paderborn", die auf derselben Grundlage errichtet worden war, eine musikalische Arbeitsgemeinschaft herzustellen, die sich im Laufe kurzer Zeit zu einer Zusammenarbeit der beiden Städte in allen Konzertangelegenheiten ausweitete. Damit wurde das feste künstlerische und finanzielle Rückgraf geschaffen, das es diesen beiden westfälischen Mittelstädten (Hamm zählte 54.000, Paderborn 38.000 Einwohner) erst ermöglichte, Konzerte herauszustellen, die in ihrer Programmgestaltung und künstlerischen Qualität auch Großstädten zur Ehre gereichen würden. Daß Eccarius auch weltberühmte Künstler und Vereinigungen zur Mitarbeit heranzog, erhöhte die Anziehungskraft auf das Publikum beträchtlich. So finden wir Namen wie Ney, Hölscher, Borries, Hülsch, G. A. Walther, Wittrisch, Fahmi, Watzke, Schlusnus, Rehkämper, das Quartetto di Roma, das Wending-Quartett, das Arrau-Trio u. a. auf den Programmen. Auch Eccarius selbst stellt wiederholt sein pianistisches Können unter Beweis...

Aber nicht nur als Städtischer Musikdirektor, sondern weit über dessen Amtstätigkeit hinaus kann Eccarius seine organisatorischen Fähigkeiten entfalten. Er ist Leiter der Kreismusikerschaften Hamm und Paderborn, Städtischer Musikbeauftragter ind iesen beiden Städten und Gauchormeister des Reichsverbandes der Gemischten Chöre von Nordrhein-Westfalen.
Die neueste Schöpfung ist die "Städtische Musikschule für Jugend und Volk", die in enger Verbindung mit der HJ und dem BDM und mit tatkräftiger Unterstützung der Stadt die musikalisch begabten Krfäte der Jugend aller Volkskreise sammelt, unterrichtet und auf gesunder Basis zum echten Verständnis deutscher Musik erzieht...[13]

Nicht alle Vorgaben des Erlass von Februar 1939 wurden dabei in die Praxis umgesetzt. Eine strikte Trennung von Jugendschulen und Volksmusikschulen, wie sie der Erlass forderte, wurde beispielsweise in Hamm nicht verwirklicht. Beide Einrichtungen wurden dort unter einem Dach vereinigt.

Im Übrigen wurde die Hammer Musikschule jedoch genau auf die im Erlass und in den Durchführungsbestimmungen genannten Anforderungen zugeschnitten.[10]

Hamm wird in Kürze zu den wenigen Städten gehören, die in ihren eigenen Mauern eine Musikschule ihr eigen nennen können. Mit der Stadt sind die Hitler-Jugend und das Volksbildungswerk des NSG "Kraft durch Freude" Träger der Musikschule für Jugend und Volk, die zweifelsohne einen unschätzbar wertvollen Beitrag zur Förderung und Befruchtung des heimischen Musiklebens darstellt und andererseits gewiß berufen sein wird, einen maßgeblichen Einfluß auf die musikalische Jugenderziehung in unserem Stadtgebiet auszuüben...

Was will die Musikschule für Jugend und Volk? Der Name des Instituts sagt schon, daß es der Jugend und dem deutschen Volke gewidmet ist. Der Gruppenunterricht ist die Grundlage, Erlebnis und Gemeinschaftsmusizieren stehen im Vordergrund, jede mechanische Erziehungsmethode wird abgelehnt. Die untrennbare Einheit von Musik und Politik zu schaffen, ist ihr höchstens Ziel. Das Wesen der neuen Musikerziehung ist danach klar umrissen und steht im Gegensatz zu vielfach überalterten, oft im Mechanischen erstarrten Methoden der Vergangenheit: es heißt musische Erziehung, sie ist eine deutsche Aufgabe, ihre Quellen leigen im Volkstum. Als Ziel steht vor Augen, die Musik in das festliche Leben unserer Volkes, in den Zusammenhang mit allen Künsten zu bringen. Sie muß eine wirklich wesenhafte Verbindung mit den völischen Grundkräften haben. Musikerziehng ist darum ein politischer Auftrag.
[14]

Über die Gründung der Musikschule Hamm am 1. Februar 1940 berichtete der Westfälische Anzeiger vom gleichen Tage:

Die Städtische Musikschule für Jugend und Volk, deren Eröffnung sich durch den Kriegsausbruch verzögerte, hat heute den Schulbetrieb aufgenommen. Die Eröffnungsfeier wird später, etwa im April diesen Jahres, stattfinden. Es darf als ein Zeichen des starken Kulturwillens der Stadt gedeutet werden, wenn diese großzügige Erziehungseinrichtung mitten im Kriege allen Schwierigkeiten zum Trotz, ins Leben gerufen werden konnte.[15]

Die Hammer Musikschule umfasste die Jugendmusikschule und die Volksmusikschule. Für beide hatte man Sing- und Instrumentalklassen vorgesehen. Eccarius war als Schulleiter, Fritz Meyer als erster hauptamtlicher Lehrer und stellvertretender Schulleiter tätig. Eine Unterrichtsaufnahme erfolgte 1940 nur in der Jugendmusikschule. Erst im Herbst 1941 wurde im Rahmen der Volksmusikschule auch die Abteilung für Erwachsene installiert.

Die NS-Organisationen der Hitler-Jugend, des Bundes Deutscher Mädel (BDM]) und der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" beteiligten sich über einen Beirat an der Verwaltung der Musikschule. Der Unterricht fand in den Räumen des Schulgebäudes statt, die sich im Erdgeschoss des Hauses Caldenhofer Weg 14 befanden, darüber hinaus im Festsaal des alten Hammer Rathauses, an dessen Stelle nach dem Krieg die Stadtsparkasse errichtet wurde, außerdem in den Klassenzimmern der Westschule III, der Stadtschule für Mädchen und der Nordschule I.

Zum 1. Februar 1940 begann der Unterricht mit einigen Blockflötengruppen mit anfangs 46 Schülern. Am 1. April 1940 nahmen sechs Singklassen mit insgesamt 217 Schülern ihre Arbeit auf. Ab dem 1. Mai 1940 wurde Violin- und Klavierunterricht erteilt (24 bzw. 40 Schüler). Insgesamt begann der Unterricht somit mit 327 Teilnehmern. Eine Unterrichtserteilung in diesem Umfang wurde dadurch ermöglicht, dass nebenberufliche Lehrkräfte hinzugezogen werden konnten. Hamm war damit Vorreiter in der musikalischen Breitenarbeit.

Im September 1940 wurde der stellvertretende Schulleiter Meyer zum Kriegsdienst eingezogen. Lehrer Josef Kemper, der nach Kriegsende 1945 im Kultur- und Musikleben der Stadt Hamm eine bedeutende Rolle spielte, übernahm Meyers Aufgaben.

Trotz aller kriegsbedingten Widrigkeiten wurde die Schule bis September 1944 weitergeführt. Der Unterricht wurde trotz Fliegeralarmen und Kinderlandverschickung aufrechterhalten, es gab sogar erste öffentliche Auftritte. Die immer heftigeren Luftangriffe erzwangen im Herbst 1944 eine Aufgabe des Unterrichts. Bei einem der Folgeangriffe wurde das Schulgebäude am Caldenhofer Weg völlig zerstört.

Am 31. Mai 1945 wurde Musikdirektor Eccarius wegen seiner nationalsozialistischen Vergangenheit aus dem Dienst entlassen.[10][16]

Nachkriegszeit - Josef Kemper

Die Kampfhandlungen in Hamm dauerten bis zum April des Jahres 1945. Nach Einnahme der Stadt errichteten die Amerikaner eine Militärregierung, die nach Einrichtung der alliierten Besatzungszonen von den Engländern übernommen wurde. Zunächst wurde Stadtbaurat Haarmann als dienstältester Beamter der Stadtverwaltung mit dem Amt des Bürgermeisters betraut. Ihm zur Seite stand ein Bürgerrat, der in den Monaten nach der Kapitulation die bürgerschaftliche Mitwirkung an notwendigen kommunalen Entscheidungen sicherstellen sollte. Im Juli 1945 wurde dann Josef Schlichter, den die Nationalsozialisten aus seinem Amt vertrieben hatten, wieder zum Oberbürgermeister der Stadt.

Aus den Protokollen der Sitzung des Bürgerrats ergibt sich, dass trotz der gewaltigen Zerstörungen ein Wille bestand, in Sachen Musikschule einen Neuanfang zu wagen.[10]

Wie konnte man den Mut aufbringen, wenige Monate nach dem Ende des Krieges in einer zerstörten Stadt, in der es an allem fehlt, in der man kaum ein heiles Dach fand, sich mit Musik zu befassen? Aber angesichts totaler Zerstörung und Hoffnungslosigkeit waren Musik und Kunst mehr als nur Medien zur Zerstreuung der Langeweile...

Miserable Zeiten prägten den Anfang einer Entwicklung des musikalischen Lebens in Hamm, in dem man nach der Stunde Null neue Möglichkeiten und neue Chancen erkennen sollte. Es gehört zu den Leistungen der Stadt, nicht nur den allen vordergründig sichtbaren Wiederaufbau begonnen zu haben, sondern auch, erste entscheidende Akzente in jenen Jahren für ein kulturelles Leben gesetzt zu haben."[17]

Am 23. August 1945 war der Bürgerrat mit einem Schreiben des Musikdirektors Eccarius befasst, der seine Wiedereinstellung erreichen wollte. Der Bürgerrat lehnt dies mit der Begründung ab, die Stelle solle zunächst unbesetzt bleiben. Zugleich beauftragte sie allerdings den bisherigen stellvertretenden Schulleiter Josef Kemper, die Wiedereröffnung der Städtischen Musikschule Hamm vorzubereiten.

Im Dezember 1948 waren dann die organisatorischen und personellen Voraussetzungen geschaffen, unter denen die Musikschule den Unterrichtsbetrieb wieder aufnehmen konnte. Zunächst gab es vier Singklassen mit 141 Schülern.

Durch den Untergang des Dritten Reiches war die Musikschule aus den Fesseln der idologischen Bevormundung befreit. Sie konnte sich nunmehr an gewachsenen Traditionen wie der Augsburger Singschule und der Jugendmusikbewegung der zwanziger Jahre orientieren. Kemper entwickelte dazu ein Konzept, das er in einer Denkschrift publik machte. Das Kultusministerium zollte den Hammer Bemühungen Anerkennung. Hier werde "beispielhaft im Leben einer Stadt der Jugend-, Schul- und Hausmusik ein starker Impuls gegeben".

Trotz des großen Interesses, das sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen der Schule entgegengebracht wurde, hatte die Schule noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Der doppelschichtige Unterricht machte die Aufstellung des Stundenplanes zu einer beinahe unlösbaren Schwierigkeit, und es war nicht zu verhindern, daß eine Anzahl von Schülern aus der Musikschule wieder ausscheiden mußte, weil die ungünstigen Unterrichtszeiten eine Teilnahme vereitelten. Hinzu kam, daß die Not der Zeit und vor allem die mangelhafte Ernährung vielen die Kraft nahm, die begonnene Arbeit durchzuhalten. Infolgedessen verringerte sich die Schülerzahl bis zum 1. Oktober 1949 von 190 auf 155. Bis Ostern wurde der Schwund noch größer. Durch die Aufnahme eines neuen Jahrgangs aber wuchs die Schülerzahl Ostern 1950 auf 245 Kinder an, die nun in 7 Klassen untterichtet wurden.[18]

Im Herbst 1950 wurden der Musikschule im dritten Stockwerk des vom Krieg verschont gebliebenen Stadthauses ein großes Klassenzimmer, vier kleinere Unterrichtsräume und ein Dienstzimmer für den Schulleiter zur Verfügung gestellt. Damit konnte auch der Instrumentalunterricht wiederaufgenommen werden, zunächst in den Fächern Blockflöte, Querflöte, Violine, Cello und Klavier. Eine Behilfe der Provinzialverwaltung (Landesjugendamt Münster, heutiger Landschaftsverband Westfalen-Lippe) und spätere Beihilfen des Kultusministeriums wurden zur Anschaffung von Einrichtungsgegegenständen, Noten und Büchern verwendet.

Für den Instrumentalunterricht wurden nebenamtliche Lehrkräfte eingestellt. Unter diesen befand sich auch der spätere Musikschulleiter Martin Wolschke. Wolschke war zu Kriegszeiten in Norwegen interniert worden und nunmehr in Hamm ansässig, wo er sich seit 1946 für die Programmgestaltung der Hammer Konzerte verantwortlich zeigte.

Die Schüleranzahl von zunächst 73 erhöhte sich bis zum März des Jahres 1951 auf 85 und bis 1952 auf 625. Dies machte deutlich, dass die Wiederaufnahme des Instrumentalunterrichts den tatsächlichen Bedürfnissen der Bürger Hamms entsprach. Die Städtische Musikschule Hamm stellte für andere Städte einen Orientierungspunkt dar, trotz der schwierigen Wiederaufbauphase das kulturelle Leben nicht zu vernachlässigen.

Auf Initiative des neu gegründeten Deutschen Musikrates wurde 1952 eine richtungsweisende Tagung einberufen, für die sich vor diesem Hintergrund Hamm als Tagungsort anbot. Das Treffen, das von der Stadt Hamm unterstützt wurde, fand vom 5. bis 7. September 1952 auf Schloss Oberwerries bei Hamm statt.

Leiter der durch ihn mit angeregten Tagung war Wilhelm Twittenhoff. Dieser war zunächst in Welver tätig gewesen und inzwischen zum Leiter der ebenfalls neu ins Leben gerufenen Musikschule Dortmund bestellt worden. Die Veranstaltung hatte etwa 80 Teilnehmer, die aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus Berlin angereist waren. Zu ihnen gehörten Professor Fritz Jöde, einer der Vordenker der Musikschulbewegung schon zu Zeiten der Weimarer Republik, Helmut Mönkemeyer sowie der spätere Hammer Musikschulleiter Martin Wolschke.

Die Tagung endete mit der Gründung des Verbandes deutscher Musikschulen, damals noch „Verband der Jugend- und Volksmusikschulen“ genannt. Auf der Tagung wurde ausdrücklich hervorgehoben, die Hammer Musikschule habe sich durch ihre Umgestaltung auf die großen Aufgaben der Zukunft vorbereitet.

Im Spätsommer 1953 starb Schulleiter Josef Kemper plötzlich während eines Urlaubs im Bayerischen Wald.[10]

Ein eigenes Haus - Martin Wolschke

Gebäude der Städtischen Musikschule Hamm von 1974 bis 2010, Frontansicht
Gebäude der Städtischen Musikschule Hamm von 1974 bis 2010, Rückseite
Gebäude der Städtischen Musikschule Hamm von 1974 bis 2010, Seitenansicht
Gebäude der Städtischen Musikschule Hamm von 1974 bis 2010, Blick von der Adenauerallee
Schriftzug "Städtische Musikschule"

Rat und Verwaltung betrauten Martin Wolschke mit der zunächst kommissarischen Leitung der Hammer Musikschule und beriefen ihn ein Jahr später, zum 1. April 1954, endgültig in das Amt des Musikschulleiters. Wolschke setzte den begonnenen Weg fort und formte die Musikschule in den dreiundzwanzig Jahren seines Wirkens auf eine Weise, die sie zweimal zum Modell für Musikschulen in der gesamten Bundesrepublik Deutschland machte.

1953/54 sah sich die Musikschule allerdings noch mit dem Problem konfrontiert, dass das Stadthaus, in dem sie untergebracht war, nicht mehr für die darin untergebrachten Aufgaben ausreichte. Unten konnte die Stadtbücherei den regen Publikumsverkehr in der räumlichen Enge kaum mehr bewätligen, und im chemischen Untersuchungsamt störten Vibrationen durch die Musik im Dachgeschoss die Experimente.

Im Herbst 1956 beschloss deshalb der Stadtrat Hamm, der Musikschule das Haus Südstraße 42 zur Verfügung zu stellen. Dieses war der Stadt 1914 aus dem Nachlass von Eduard Windthorst jun. zugekommen und hatte eine Zeitlang das Gustav-Lübcke-Museum beherbergt. (1974/75 wurde das Gebäude abgerissen, um dort den Neubau des Jugendzentrums durchzuführen.) Ein Umbau sollte sicherstellen, dass das Haus für die Belange der Musikschule geeignet war. Die Pläne scheiterten zunächst an der Finanzierung. Die Stadt stand 1956 vor fast unlösbaren finanziellen Problemen, die zu starken Einsparungen vor allem im kulturellen Bereich führten.

Die Musikschule hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 1200 Schüler. Mit guten Argumenten meldeten sich deren Eltern zu Wort, deren Leserbriefe in den ersten Monaten des Jahres 1957 fast täglich in der lokalen Presse veröffentlicht wurden. Sie forderten, die Umbaupläne für das Haus Südstraße 42 auf jeden Fall zu realisieren, um der Musikschule endlich die nötige Basis für ihre Arbeit zu verschaffen.

Im April 1957 berichteten die Lokalblättern von 230 Neuaufnahmen, mit denen die Musikschule in ihr zehntes Nachkriegsjahr gehe. Die Presse hatte ein Interesse daran, die noch immer auf Eis liegenden Umbaupläne zu befördern und veröffentlichte deshalb gerne derartige Meldungen. Entscheidend für die Verwirklichung der Pläne war ein Zuschuss des Landes, ohne den die Stadt den Finanzierungsengpass nicht überwinden konnte. Dann jedoch erhob der Regierungspräsident in Arnsberg Einspruch gegen den vom Rat beschlossenen Um- und Erweiterungsbau des Hauses Südstraße 42. Die Einrichtung einer Musikschule sei angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt als freiwillige Ausgabe nicht zu vertreten.

Schließlich nahm sich Ratsherr Peter Röttgen der Sache an. Er war 1945 einer der ersten Vertreter im Bürgerrat gewesen, dann bis zu seiner Pensionierung zum Stadtdirektor gewählt worden und nun als Ratherr weiter für die Stadt tätig. Er und Oberstadtdirektor Schulz suchten ein persönliches Gespräch mit der Aufsichtsbehörde. Es gelang ihnen, sie von der Notwendigkeit des Umbaus zu überzeugen und sie zu einer Zustimmung zu bewegen. Allerdings musste die Stadt Hamm darauf verzichten, die Musikschule durch einen Anbau um den erwünschten Raum für die rhythmische Erziehung zu erweitern, für den 200.000 DM veranschlagt worden waren und der 140 Personen Platz geboten hätte. Der Umbau hielt sich so bei einem relativ bescheidenen Finanzvolumen von 88.150 DM.

Rhythmische Erziehung erschien schon den Vordenkern der Musikschulbewegung als wesentliches Element musischer Erziehung. Schon in der Gründungsphase hatte es in der Hammer Musikschule erste Ansätze in der „Rhythmik“ gegeben. Aufgrund der damaligen Verhältnisse blieben die Bemühungen aber zunächst auf der Strecke. Auch bei der Gründung des Verbandes deutscher Musikschulen auf Schloss Oberwerries war die rhythmische Erziehung erneut gefordert wroden. Allerdings konnten aufgrund der beengen Raumverhältnisse nur die wenigsten Musikschulen eine Realisation ins Auge fassen.

Obwohl der Anbau abgelehnt worden war, wurde der Komplex der rhythmischen Erziehung in der Musikschule Hamm als wichtiger Teilbereich in das Konzept einer voll durchorganisierten Schule integriert. Der Bereich wurde von der damaligen stellvertretenden Schulleiterin Christa Fuchs betreut.[10]

Der Einzug in die Südstraße im Jahre 1958 war ein Ereignis, das damals selbst Rundfunk- und Fernsehleute nicht aus dem Staunen herauskommen ließ. Zwei Jahre zuvor noch hatte die Stadt fast am Rande eines finanziellen Ruins gestanden. Jetzt konnten mit der Einrichtung von Rhythmikklassen und Früherziehung für Vorschulpflichtige neue musiaklsiche Akzente gesetzt werden und durch die Übernahme der hauptamtlichen Lehrer ins Angestelltenverhältnis nicht hoch genug einzuschätzende soziale Sicherheiten geschaffen werden. Die Hammer Musikschule wurde zum Modellfall einer durchorganisierten Schule.[19]

Die Hammer Musikschule ist über die Grenzen der Stadt hinaus für viele andere Städte interessant. Der Umstand, daß hier eine voll durchstrukturierte Schule mit musikpädagogischen Einrichtungen von der vorschulischen musikalischen Erziehung bis zur Studenvorbereitung für Fortgeschrittene nicht mit Stellungnahmen und Positionspapieren, sondern de facto erfolgreich arbeitet, verleiht ihr seit langem eine Vorbildfunktion.

Mit der Eröffnung des musikschuleigenen Gebäudes im Jahre 1958 hat die Stadt Hamm eine wichtige weitere Leistung verbunden, als sie die meisten hauptamtlichen Lehrkräfte in das Angestelltenverhältnis übernahm und damit den Musiklehrerinnen und -lehrern das Gefühl der sozialen Sicherung gab.
[20]

Ab 1958 verfügte die Musikschule somit wieder über ein eigenes Haus. Die Eröffnung wurde durch Rundfunk und Fernsehen begleitet. Trotz aller Unzulänglichkeiten freuten sich Lehrer, Eltern und Schüler über diesen Aufschwung. Das Gebäude enthielt einen großen Klassenraum, der auch für größere Veranstaltungen geeignet war, außerdem sieben Räume für Einzelunterricht, zwei Verwaltungsräume und eine Hausmeisterwohnung. Sowohl in pädagogischer Hinsicht als auch im kommunikativen Bereich ergab sich somit eine Reihe neuer Möglichkeiten.

In diesen Jahren wurden die Fächer Gitarre, Klarinette, Kontrabass, Oboe, Trompete, Posaune und Waldhorn in den Lehrplan aufgenommen. Spenden der Brauerei Isenbeck, Klosterbrauerei Pröpsting und der Westfälischen Union ermöglichten die Anschaffung eines Konzertflügels.

Die Musikschule begann einen festen Platz im kulturellen Leben der Stadt einzunehmen. Immer wieder luden Vereine und Verbände, die einen festlichen Rahmen wünschten, Schüler und Ensembles der Musikschule ein, um die Veranstaltungen musikalisch zu begleiten. 1962 führte die Musikschule bei des Festveranstaltung zum zehnjährigen Bestehen des Verbandes der Jugend- und Volksmusikschulen in Leverkursen mit dem Singspiel "Der Mäuserich als Freier" eine Eigenproduktion auf. Textbuch, Musik und szenische Darstellung waren in Arbeitsgemeinschaften der Schule entstanden. Ab 1963 führte man sonntägliche Matineen durch, in denen Schüler und Lehrer gemeinsam musizierten. Dadurch wurden verschiedene Bereiche der Musikschularbeit einem interessierten Publikum dargestellt. Daneben gab es Elternabende, Großveranstaltungen und zahllose Umrahmungen fremder Veranstaltungen. Ab 1965 fand ein Erfahrungs-, Lehrer- und Schüleraustausch mit den Volkskunstschulen Karlsbad und Prag statt.

Es erwies sich, dass der Fokus der Arbeit sich mehr und mehr in Richtung des Instrumentalunterrichts verschob. In den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts galt das Singen als Grundlage aller Erziehung zur und durch Msuik. Noch in den ersten Erörterungen zur Gründung der Hammer Musikschule findet sich häufig die Formulierung "nach dem Beispiel der Augsburger Singschule". Nach dem Krieg zeigte sich dann, dass man richtig gehandelt hatte, keine reine Singschule zu errichten. Zwar waren auch damals noch oder auch wieder Singtreffen und Singleiterschulungen Grundlage des Neubeginns der Jugendmusikerziehung außerhalb der allgemeinbildenden Schulen, wobei das Instrumentale stark vernachlässigt wurde. Dann aber setzte eine Wandlung ein, bei der das Instrument die Stimme überspielte. Das Singen trat mehr und mehr in den Hintergrund, bis sich die Dinge fast ins Gegenteil verkehrt hatten. Ende der Vierziger Jahre musste bewusst vom Singen zum Instrument geführt werden, nun bestand eher die Gefahr, dass die menschliche Stimme in Vergessenheit geriet.

Auf Dauer konnte das neue Haus an der Südstraße die Raumprobleme der Musikschule nicht lösen. Dies hätte nicht einmal der endgültig aus der Planung gestrichene Anbau vermocht, obwohl er eine große Entlastung mit sich gebracht hätte. 1967 wurde deshalb erneut die Frage eines Neubaus für die Musikschule erörtert. Die öffentliche Resonanz war groß. Eltern und Schüler, Rat und Verwaltung verfolgten die Angelegenheit mit Interesse. Ein Jahr später trat erstmal das Verein der Freunde und Förderer der Städtischen Musikschule Hamm e.V. zusammen, um die neue Entwicklung zu begleiten.

Kulturamt und Förderverein führten zwischen November 1969 und Februar 1971 insgesamt sieben Benefizkonzerte zur Förderung des Neubaus der Musikschule durch. Das erste davon war ein Soloabend des weltberühmten Cellisten Paul Tortelier, der zugunsten des Neubaus auf sein Honorar verzichtete. Das Gleiche galt für die Künstler, die die folgenden Konzerte gestalteten. Die Konzerte brachten einen Erlös von über 8.000 DM, zusätzlich wurden großzügige Spenden zusammengetragen, die die wachsende Bereitschaft großer Teile der Bürgerschaft symbolisierten, den Neubau der Musikschule wenigstens ideel mitzutragen.

Das Hochbauamt Hamms fasste Planungen ins Auge, die auf Anregungen aus Besuchen der Konservatorien in Nürnberg und Würmburg sowie der Musikschulen in den holländischen Städten Maastricht und Doetinchem beruhten. Die Realisation hätte 3,5 bis 3,6 Millionen DM verschlungen. Dies wollten Rat und Verwaltung nicht tragen und verlangen eine kostengünstigere Lösung.

Man beauftragte den Planungsring freier Architekten und Ingenieure eGmbH in Hamm damit, einen Alternativentwurf zu erstellen. Für diesen wurde ein reduziertes Raumprogramm vorgegeben. Der Entwurf, den der Planungsring vorlegte, sollte 2,5 Millionen DM kosten. Er wurde in zahlreichen Beratungen modifiziert, bis alle Beteiligten zu der Überzeugung gelangt waren, dass man in dem vorgegebenen Kostenrahmen eine optimale Lösung gefunden habe.[10]

Auf einer Fläche von 1806,11 m² und 8448,51 m³ umbauten Raum entstand ein dreigeschossiges, quadratisches Gebäude, das wenig Außen- und Verkehrsflächen, daüfr aber ein Maximum an Innenraum bot.

„Dieser Musikschulneubau wurde vom Verband deutscher Musikschulen zum Modellfall erklärt. Es ist beabsichtigt, ein kleines Archiv einzurichten, in dem neben den Hammer Plänen Baupläne anderer ähnlicher ähnlicher Institutionen aufbewahrt werden und zur Einsicht bereit liegen.

Auch mit diesem Projekt hat die Stadt Hamm auf dem Gebiet des Musikschulwesens in der Bundesrepublik wieder einmal die Initiative ergriffen. Es ist zu hoffen, daß möglichst bald andere Musikschulträger nachfolgen.[21]

Ab 1967 wurde die Errichtung eines neuen Schulgebäudes geplant und schließlich realisiert, das in seinen Ausmaßen speziell auf die Erfordernisse der Musikerziehung außerhalb der allgemeinbildenden Schulen zugeschnitten sein sollte. Das Konzept war so überzeugend, daß der Verband deutscher Musikschulen es zum Modell einer gelungenen Musikschularchitektur erklärte.[20]

Der Beschluss des Rates der Stadt Hamm im März 1972 gab das Startsignal für den Musikschulneubau. Genau zwei Jahre später, am 5. März 1974, wurde das fertiggestellte Haus der Öffentlichkeit übergeben. Es sei ein Garant für die Fortführung der Arbeit dieses Instituts, für die Sicherung der Musikerziehung seitens der Stadt als der entscheidenden Grundlage des künftigen Musiklebens in Hamm, gaben Oberbürgermeister Rinsche und Oberstadtdirektor Tigges in ihrem Geleitwort zu erkennen.

Schulleitung und Lehrerschaft hatten in dem funktionsgerechte Neubau nicht mehr mit den Einschränkungen des alten Hauses zu kämpfen. Das Musikschulkonzept konnte in Richtung einer zeitgemäßen Musikerziehung weiterentwickelt werden.

Musik, alte oder neue, ernste oder unterhaltsame, hat durchaus eine soziale Funktion, auch oder gerade in einer pluralistischen Gesellschaft. Um diese Funktion zu erhalten und zu pflegen, bedarf es der Musikerziehung, die über ein bloßer musikhistorisches Fachinteresse hinausgeht. Notwendig ist eine breit angelegte musikalische Ausbildung, für die in den Musikschulen die besten Voraussetzungen gegeben sind, um zu gesellschaftlich wirksamen Ergebnissen zu kommen. Dazu gehört nicht zu letzte die Erhaltung unserer urbanen Musikkultur in ihrer ganzen Vielseitigkeit.[22]

Am 31. März 1976 schied Martin Wolschke aus dem Schuldienst aus. Damit ging der Abschnitt in der Geschichte der Hammer Musikschule zu Ende, der von der Notwendigkeit des Neubeginns nach 1945 und des Wiederaufbaus geprägt war.[10]

Die Idee der Orchesterschule - Joshard Daus

Neuer Musikschulleiter wurde der zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz dreißigjährige Joshard Daus, der zugleich sein Amt als Städtischer Musikdirektor antrat. Er brachte eine Fülle neuer Ideen und konkreter Vorstellungen mit und versuchte, viele davon möglichst rasch zu realisieren. Eines seiner wichtigsten Ziele war der Aufbau einer Orchesterschule.

Verwirklichen konnte Daus diese Pläne nicht mehr. Der anspruchsvolle Musiker wurde als menschlich schwierig empfunden und schied bereits im Sommer 1978 wieder aus der Leitung der Musikschule aus, um anschließend die Leitung der Musikschule in Bremen zu übernehmen. Dennoch blieb Daus dem Hammer Musikleben verbunden. So war er Leiter des Städtischen Musikvereins und gab zahlreiche Impulse zur Weiterentwicklung des Hammer Musiklebens, darunter die Schaffung des Westfälischen Musikfestes seit 1986.

Religiosität und mehrstufige Orchesterschule - Norbert Edelkötter

Norbert Edelkötter, derzeitiger Leiter der Hammer Muikschule, trat sein Amt am 1. Januar 1979 an. Mit neuen Anregungen und Ideen brachte er eine starke Belebung in die gesamte Musikschularbeit der achtziger Jahre.[10]

Norbert Edelkötter, dessen Name noch heute untrennbar mit der Städtischen Musikschule Hamm verknüpft ist und der diese zwanzig Jahre lang leitete, stammt selber aus Hamm, genauer gesagt aus Hamm-Bockum-Hövel. Der Bruder des Komponisten und Verlegers Ludger Edelkötter hatte zuvor die Musikschule in Goslar geleitet und kehrte nunmehr in seine Heimatstadt zurück.

Das Programm seiner Amtszeit verdeutlichte er gleich bei seinem Amtsantritt und blieb diesem Konzept bis zu ihrem Ende treu. Er wollte weniger Direktor mit Verwaltungsabgaben sein, sondern vielmehr aktiver Teil des Schulgeschehens, also Lehrender. Insbesondere in seinem Violinenunterricht konnte Norbert Edelkötter große Erfolge erzielen. Viele seiner ehemaligen Schüler sind heute Profimusikerinnen und -musiker.

Edelkötter griff das Konzept einer Orchesterschule auf, entwickelte es weiter und setzte es in die Praxis um. Von ihm stammt die Idee, die Orchesterschule mehrstufig zu gestalten. Der junge Instrumentalist spielt mit seinem Instrument in einem Orchester, das seinem Leistungsstand entspricht, und wechselt auf die nächsthöhere Stufe, sobald er deren Leistungsniveau erreicht. Auf diese Weise wird er seinen Möglichkeiten entsprechend optimal gefördert, und es bilden sich Ensembles mit einem einheitlichen Leistungsstand heraus, die mit entsprechender Qualität zu spielen in der Lage sind und das kulturelle Leben der Stadt bereichern. Durch das Spiel in den aufeinander aufbauenden Ensembles lernen Musikschüler von Anfang an das Zusammenspiel.[23]

Was Joshard Daus nicht weiterführen konnte, weil er nach zwei Jahren Hammer Tätigkeit des Leitung der Musikschule in Bremen übernahm, wurde von dem neuen Musikschulleiter Norbert Edelkötter, der am 1. Januar 1979 sein Amt in Hamm antrat, ausgebaut, intensiviert und zum Erfolg geführt.

Die gut anderthalb Jahrzehnte nach dem Einzug in den Neubau waren für die Musikschule Zeiten, in denen sich die inneren Strukturen von Unterricht und Gemeinschaftsarbeit neuen Erfordernissen und neuen Aufgabenstellungen anpaßten. Norbert Edelkötter sieht die Schule noch mitten in diesem Prozeß. Mit Verantwortung vor der Tradition soll sie sich rüsten für die neuen Aufgaben in den kommenden Jahrzehnten.
[10]

Ergänzend zum instrumentalen und vokalen Unterricht bietet die Musikschule eine Unterrichtsform an, deren Aufgabe es ist, das Zusammenspiel zu fördern und zwar in einer dem hohen Niveau des Instrumentalunterrichts entsprechenden Qualität. Dieser Unterricht vervollständigt erst die Ausbildung am Instrument oder die Ausbildung der Stimme. Deshalb heißt die Unterrichtsform folgerichtige "Ergänzungsunterricht"; die Teilnahme aller Schüle ist grundsätzlich verpflichtend vorgesehen.

Die große Begeisterung, die während der zahlreichen Vorspiele und Konzerte erlebbar wird, ist Beweis dafür, daß im Bewußtsein der aktiven Schüler der Ergänzungsunterricht nicht als bloße Pflicht angesehen wird. Vielmehr wirkt er in aller Regel positiv auf die Motivation zur intensiven Arbeit am Instrument. Schon mancher Geiger hat an einer komplizierten Passage seiner Orchesterstimme Zugang zu der ungeliebten "halben Lage" gefunden, manch einer hat die Notwendigkeit zum geduldigen Üben knffliger Seitenübergänge eingesehen; denn in der Gruppe darf niemand hinterherhinken, wenn es heißt, eine große Aufgabe zu bewältigen.

Die Durchführung der wöchentlichen Proben führt jedoch im Bereich des Ergänzungsunterrichts nur zu recht bescheidenen Ergebnissen, wenn nicht immer wieder intensive Arbeitsphasen eingeschaltet werden. Diese werden entsprechend den Ideen und dem Einsatzvermögen des jeweiligen Leieters der Gruppe in recht unterschiedlichen Formen verwirklicht als Wochenendveranstaltung, als Konzert- und Arbeitswoche oder als ausschließliche Arbeitswoche. Die längste Tradition hat in der Hammer Musikschule die Fahrt nach Oostmalle, einem "Vormingcentrum" bei Antwerpen in Belgien; seit 1979 arbeiten dort Gruppen jeweils während der Osterferien in einer achttägigen Arbeitsphase. Seit mehreren Jahren übersteigt die Nachfrage durch die Schüler die Möglichkeiten der nur 180 Teilnehmer umfassenden Kapazität des großzügig eingerichteten und geführten Hauses.

Die von den zahlreichen Musikschulen der Bundesrepublik Deutschland durchgeführten Formen des Ergänzungsunterrichts sind vielfältig; sie sind ein Ergebnis der jeweilien Bedrüfnisse der Schüler sowie der Möglichkeiten der Lehrkräfte, (Da dieser Unterricht kostenfrei ist, müssen durch den Schulträger gewisse Grenzen vorgesehen werden.)

Wie eine Orchester-, Spielkreis- oder Chorarbeit im Aufgabenfeld der Musikschule gestaltet werden kann, sei nachfolgend skizziert an der sogenannten "Orchesterschule". Dieser Begriff wurde 1976 durch den damaligen Schulleiter Joshard Daus eingeführt. Die Entwicklung und Ausgestaltung dieser Idee erfolgte maßgeblich während der letzten zehn Jahre. Sinn dieser Einrichtung ist es, eine sehr differenzierte, dem jeweiligen sich minunter sehr schnell ändernden Leistungsstand der Schüler entsprechende Förderung zu bewirken.

Dafür sind erforderlich:

* entsprechende Schülerzahlen
*mehrere Orchesterleiter
*leistungsbezogene Prüfungskriterien.

In den Anfängerbereichen (z. B. Orchester I, Bläsergruppe I) sind die Gruppen instrumentenbezogen – z. B. Geigen und Celli getrennt – zusammengestellt. In den fortschreitenden Gruppierungen arbeiten die einzelnen Instrumentengattungen zusammen. Erst im Sinfonieorchester (oder auch im Blasorchester) wirken die Instrumentengattungen (die sogenannten Register) zusammen.

Die rechte Auswahl geeigneter Literatur stellt an den Orchesterleiter eine ebenso verantwortungsvolle Aufgabe, und manchmal steht der Leiter einer unteren Stufe vor schier unlösbaren Problemen; oftmals fühlt er sich herausgefordert, Stücke umzuschreiben oder gar eigene Stücke zu verfassen.

Eine weitere Aufgabe ist die Festsetzung eines Vorspieltermins, auf den zügig hingearbeitet werden muß. Zu viele Termine ermüden die Grupe ebenso wie lange Zwischenzeiten.

Ein besonders wichtiger Termin im Jahreskalender ist das Konzert "Orchesterschule stellt sich vor": Hier gestalten alle Gruppen ein gemeinsames Konzert; die Anfänger erleben die Fortgeschritenen, und die Frage taucht im Herzen der Musikanten auf: "Wann bin ich soweit, daß ich in die nächste Gruppe aufrücke?"
Für die Entscheidung dieser Frage trägt vorrangig der Instrumentallehrer die Verantwortung, denn er bereitet auf die Prüfung (mit Pflichtstücken) vor, die jeweils vor einer Lehrergruppe absolviert werden muß. Die derzeit höchste Stufe – das Sinfonieorchester – leistet zum musikalisch-kulturellen Leben der Stadt einen beachtlichen Beitrag. Die Wirksamkeit des Sinfonieorchesters ist während der letzten Jahre sehr stark beeinflusst worden durch Künstlerpersönlichkeiten, mit denen eine zeitliche befristete Zusammenarbeit gesucht wurde, mit Domchordirektor Jan Valkestijn-Haarlem/Holland, dem Geiger Stephan Picard (Violinkonzerte Beethoven und Mendelssohn e-Moll). Besondere Formung erhielt es durch den langjährigen Konzertmeister des Leipziger Gewandhausorchesters, Professor Gerhard Bosse, mit dem in dieserm Jahr schon zum dritten Mal eine Konzert- und Arbeitswoche in Aigen/Österreich durchgeführt wird.

Die Blechbläser werden in diesem Jahr erstmals eine ähnliche Arbeitsphase mit Professor Armin Rosin erleben. Eine der Orchesterschule in Aufbau und Wirksamkeit vergleichbare Entwicklung ist für alle Bereiche des Ergänzungsunterrichts der Hammer Musikschule wünschenswert. Derzeit gibt es an der Schule allein im Streicherbereich acht, im Bereich der Blechbläser vier, bei den Holzbläsern ebenfalls vier diefferenzierte Gruppen. Die Blockflöten- und Gitarrenkreise sind dreigeteilt.

Ein zweites Akkordeonorchester ist wieder vorgesehen. Im Vokalbereich bestehen Stadtteilchör, ein Kinderchor, wieder im Aufbau befindlicher Kammerschor sowie ein Elternchor und ein Lehrerchor.[24]

Neben dem Aufbau der Orchesterschule etablierte Norbert Edelkötter somit auch die jährlichen Probenfahrten nach Oostmalle und Aigen, die heute in Weikersheim ihre Fortsetzung finden. Auch die Workshops mit André Gertler und Gerhard Bosse, die Edelkötter regelmäßig für hochwertige Fortbildungen engagierte, trugen zum Erfolg seiner Bemühungen bei.

Der zutiefst religiöse Norbert Edelkötter, dessen Art von der lokalen Presse als "mit Herz und Respekt" beschrieben wird, legte einen besonderen Schwerpunkt auf die individuelle Persönlichkeitsentwicklung und verband seinen pädagogischen Anspruch stets mit der Vermittlung allgemeiner wie konkreter Lebenswerte.

Ihm war immer wichtig, dass Kinder mit Begabung, aber wenigen finanziellen Möglichkeiten unterrichtet werden konnten. Die Städtische Musikschule Hamm hat deshalb bis heute eine "soziale" Staffelung der Gebührenordnung.[23]

Während Edelkötters Amtszeit realisierte die Musikschule einige ihrer größten Projekte. Hierzu gehörte die Aufführung der Oper Orpheus und Euridike von Christoph Willibald Gluck unter Mitwirkung des Sinfonieorchesters, verschiedener Chöre sowie der Tanz- und Rhythmikgruppen im Jahre 1988. Ihre Aufführung im alten Theatersaal des Kurhauses Hamm blieb den Hammern auch deshalb im Gedächtnis, weil genau in der Generalpause von Euridikes Sterbeszene ("Ich sinke, ich sterbe") draußen ein Martinshorn losheulte. Das von Edelkötter geleitete Sinfonieorchester spielte eine Vielzahl bedeutender musikalischer Werke, darunter die Violinkonzerte von Beethoven und Mendelssohn, das Bach-Doppelkonzert für Violine, Mozarts Zauberflötenouvertüre und sein Requiem, von dem eine CD-Aufnahme angefertigt wurde, sowie mehrere Beethoven-Sinfonien. Die fünfte Sinfonie von Beethoven wurde von Edelkötter zu seiner Verabschiedung im Jahre 1998 dirigiert.

Das Ende von Norbert Edelkötters Amtszeit wurde von Turbulenzen begleitet. Die Stadtverwaltung strebte mit der Begründung, zeitgemäßen Anforderungen entsprechen zu wollen, eine weitläufige Restrukturierung der Städtischen Musikschule an. Hierzu gehörte vor allem die Stärkung der Popularsparte und die Einrichtung anderer, neuer Fachbereiche.[23] Da dies auch eine Umverteilung der Raumnutzung sowie fiskalischer Mittel mit sich brachte, die Edelkötter in dieser Form nicht mittragen wollte und konnte, kam es zum Konflikt zwischen ihm und der Stadt. Dieser wurde teilweise öffentlich ausgetragen und durch die lokale Berichterstattung sowie Leserbriefe begleitet. Er endete mit Edelkötters Pensionierung im Jahre 1998. Den Vorschlag seines Nachfolgers, das Sinfonieorchester weiterzuführen, der von der Stadtverwaltung mitgetragen worden wäre, lehnte Edelkötter ab.

Ein weiteres Projekt der Musikschule, das sogar bundesweite Aufmerksamkeit erregt hat, fiel noch knapp in Edelkötters Amtszeit. Am 26. Januar 1998 wurde die Kinderoper Brundibár vom eigens für dieses Projekt ins Leben gerufenen "Brundibár Orchester" unter der Leitung von Werner Granz im Haus der Geschichte in Bonn aufgeführt. Die Titelrolle wurde von der damaligen Musikschülerin Melanie Schürmann gesungen. Anlass war das sechzigjährige Jubiläum der Novemberpogrome im Jahre 1938. Brundibár war in diesem Jahr komponiert und schließlich im Konzentrationslager Theresienstadt nicht nur uraufgeführt, sondern ganze 55 Mal zu Gehör gebracht worden. Die Einstudierung des Stückes durch das Brundibár Orchester der Musikschule und den Kinderchor erfolgte unter Beteiligung von Paul Aron Sandfort. Sandfort gehörte in jungen Jahren zu den jüdischen Insassen und Überlebenden des Konzentrationslagers Theresienstadt. Der Trompeter aus Dänemark war bereits dort an der Aufführung der Kinderoper beteiligt gewesen. Irgendwann einmal hat er aus der Komposition Krásas eine Ouvertüre gemacht, die am Anfang der Kinderoper steht.

Im Jahre 2007 feierte Norbert Edelkötter, der privat noch immer Geigenunterricht auf der Grundlage der Waldorfpädagogik erteilt, im Gebäude der Städtischen Musikschule seinen siebzigsten Geburtstag. Dabei wurde durch ehemalige Schüler die Bitte an ihn herangetragen, doch noch einmal ein Konzertprogramm zu leiten. Edelkötter bot daraufhin an, mit ehemaligen Schülern der Musikschule ein letztes Mal nach Aigen im Ennstal zu fahren und dort erneut ein Konzertprogramm einzustudieren. Die Planungen wurden im Herbst des Folgejahres in die Tat umgesetzt.

Moderne, JeKi und Gebäudeerweiterung - Bernd Smalla

Seit deren Umzug in das Heinrich-von-Kleist-Forum wird das alte Gebäude der Zentralbibliothek als Ausweichquartier für die 2010/2011 im Umbau befindliche Musikschule genutzt.
Zentralbibliothek, Frontansicht
Bauplan für den Umbau der Städtischen Musikschule Hamm 2010/2011
Entwurf des Umbaus der Städtischen Musikschule Hamm 2010/2011
Baufortschritt am 16. Februar 2011, betrachtet an der Ecke Adenaueralle/Ostenallee.
Baufortschritt am 16. Februar 2011, Frontansicht.
Baufortschritt am 16. Februar 2011, Blick von der Adenaueralle.
Baufortschritt am 16. Februar 2011, Seitenansicht.

Der heutige Leiter der Städtischen Musikschule Hamm, Bernd Smalla, war bereits lange vor seinem Amtsantritt als Lehrkraft im Blechbläserbereich an der Musikschule tätig. Er kam auf Vorschlag Norbert Edelkötters als dessen Nachfolger ins Gespräch und wurde schließlich zum neuen Musikschulleiter ernannt.

Unter Smalla wurden die Pläne der Stadtverwaltung, die Musikschule weitläufig umzustrukturieren, Schritt für Schritt realisiert. Zugleich wurde die Musikschule optisch verändert. Der Eingangsbereich wurde umgestaltet und mit einer Spielecke für Kinder versehen, auch wurde in vielen Räumen die Wanddekoration verändert. Danach vermittelte die Musikschule bereits optisch ein moderneres Bild.

Auch die Literatur, die im Sinfonieorchester einstudiert wurde, nahm modernere Züge an. Hatte der musikalische Schwerpunkt Norbert Edelkötters auf dem Barock und der Wiener Klassik gelegen, wurden 1999 unter Leitung von Bernd Smalla die Carmina Burana von Carl Orff einstudiert und zur Aufführung gebracht. Künftig wurden auch neuzeitliche Werke gespielt, so wie die des zeitgenössischen Komponisten Arvo Pärt.

Smallas pädagogisches Konzept bedeutete lediglich eine andere Priorisierung, keine Abkehr von der Tradition des Sinfonieorchestes, das auch weiterhin große klassische Werke aufführt. Im Jahre 2010 etwa wurde der Öffentlichkeit Beethovens neunte Sinfonie präsentiert.

Unter Bernd Smalla sucht die Städtische Musikschule Hamm mehr Nähe zu den Schülern, indem Unterricht auch in den Stadtbezirken stattfindet.[23]

Mit der Installation neuer und dem Ausbau vorhandener Fachbereiche wie dem Popularbereich fand innerhalb der Musikschule eine deutliche Schwerpunktverlagerung statt, um zeitgemäßen Anforderungen an den Lehrbetrieb entsprechen zu können.

2007 eröffnete sich der Musikschule eine große Chance, als dieser die Teilnahme am JeKi-Projekt ermöglicht wurde. Die Zahl der Musikschüler ist dadurch von 2.200 auf über 4.000 angestiegen. Hatten die Lehrkräfte in dem Gebäude von 1974 bereits zuvor mit Raummangel zu kämpfen gehabt, ergab sich durch JeKi endgültig die Notwendigkeit, die Musikschule auch in räumlicher Hinsicht zu vergrößern. Zwar soll der JeKi-Unterricht primär dezentral ablaufen, vor Ort in den Hammer Schulen. Die Ensemblearbeit der JeKi-Schüler, also ihr Spiel in Orchestern, wird aber in der Musikschule erfolgen. JeKi erfordert zudem die Einrichtung zusätzlicher Verwaltungsstellen, etwa für die Instrumentenverwaltung und -wartung für JeKi. Auch daraus ergibt sich neuer Platzbedarf. Darüber hinaus plant die Musikschule die Installation neuer Angebote, wie etwa einer Musicalsparte.

Dank des Konjunkturpaketes der Bundesregierung ergab sich die Chance für einen Um- und Ausbau der Städtischen Musikschule nebst vollständiger Sanierung des Gebäudes schneller als erwartet. Mit 6,7 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket bei einem städtischen Investitionsantiel von 12,5 Prozent soll der Modellbau aus dem Jahre 1974, der damals als erster ausdrücklich für die Musikschulnutzung gebauter Komplex bundesweit Schlagzeilen machte, zukunftstauglich gestaltet werden.

Gegen die Stimmen von SPD, Grünen und der Linken beschloss der Rat der Stadt Hamm am 17. November 2009 den Neubau der Musikschule und gab damit gründes Licht für den Architektenentwurf der Firma Wulf und Partner aus Stuttgart.[25] Vorgesehen sind ein zweistöckiger Anbau, ein zusätzliches Dachgeschoss, acht Unterrichtsräume, sechs Probenräume für Bands, zwei Räume für die Jugendkunstschule, ein großer Probenraum für Sinfonieorchester, Bigband und Blasorchester sowie eine Musical-Bühne. Insgesamt wird die Musikschule am alten Standort um 1350 Quadratmeter erweitert. Die Bauarbeiten für den Umbau, der wegen seiner Größe von Anwohnern, Politikern und anderen Hammer Bürgern zum Teil als erdrückend kritisiert wurde[25], haben am 14. Juli 2010 begonnen und sollen im Juli 2011 abgeschlossen sein. In dieser Zeit weicht die Musikschule auf das alte Gebäude der Stadtbücherei aus.[26] Diese ist in das neue Heinrich-von-Kleist-Forum auf dem alten Hortengelände am Hammer Bahnhof umgezogen, in dem auch die SRH Hochschule für Logistik und Wirtschaft ansässig ist. Eine dauerhafte Nutzung des Gebäudes durch die Musikschule ist aber nicht vorgesehen. Dieses soll nach erfolgtem Umbau der Musikschule anderweitig genutzt oder veräußert werden, zumal seine Akustik alles andere als optimal ist.

Die Musikschule will künftig auch externen Gruppen wie Bands oder der Jugend-Kunstschule Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Dadurch soll sie sich zu einem echten Musikzentrum entwickeln, das die Bereiche Popularmusik und Klassik eng zusammenführt. Die Ansiedlung der Jugend-Kunstschule soll der im Aufbau befindlichen Musical-Sparte zugute kommen, die für ihre Produktionen Kulissen benötigt.

Für die Zukunft wird damit gerechnet, dass die Schülerzahl auf bis zu 7500 Schüler ansteigen wird.

Das Richtfest anlässlich der Fertigstellung des Rohbaus für das neue Musikschulgebäude fand am Freitag, den 8. April 2011 statt.[27]

Förderverein

Die Arbeit der Städtischen Musikschule Hamm wird seit vier Jahrzehnten durch den Verein der Freunde und Förderer der Städtischen Musikschule Hamm begleitet. Zur Vereinsarbeit gehört die Förderung von Projekten und Arbeitswochen ebenso wie die gezielte Unstützung besonders begabter Schülerinnen und Schüler.[28]

Elternbeirat

Am 16. November 1968 wurde die Elternpflegschaft gegründet. Diese wurde im Januar 1984 in "Elternbeirat" umbenannt. Damit wurde für die Städtische Musikschule Hamm eine Interessenvertretung der Eltern und Schüler geschaffen.

Schulleiter

  • 1940–1944: Heinz Eccarius
  • 1948–1953: Josef Kemper
  • 1954–1976: Martin Wolschke
  • 1976–1978: Joshard Daus
  • 1979–1998: Norbert Edelkötter
  • 1998–heute: Bernd Smalla

Bekannte ehemalige Schüler

  • Frank Bloedhorn (Bayerische Staatsoper)[29]
  • Daniel Dickmeis, Filmmusikkomponist[30]
  • Gudrun Edelkötter (Blue Velvet Streichquartett)
  • Andrea Henke (WDR-Rundfunkchor)[31]
  • Carla Herold (Semiramis-Quartett)[32]
  • Sarah-Jane Himmelsbach (Duo Bardic)[33]
  • Siggi Kautz
  • Freddy Pieper ("The Voice")[34]
  • Tillmann Schnieders
  • Dominik Schugk (Saarbrücker Staatsoper)[35]
  • Timo Sprenger ("Gazelle" von Kapelle Petra)[36]
  • Britta Stallmeister (Frankfurter Oper)[37]

Fachbücher

Die Klavierschule von Wilhelm Jeletz, Josef Kempers Schrift "Stimmpflege" und Martin Wolschkes "Weg zum Schul- und Jugendorchester" beruhen im Wesentlichen auf der Arbeit der Hammer Musikschule.

Einzelnachweise

  1. Siehe etwa Kulturreport von 2006.
  2. Presseberichtez zu JeKi.
  3. Homepage der Tanztheater und Musical Company der Stadt Hamm.
  4. Berichterstattung des Westfälischen Anzeigers vom 27. April 2010.
  5. Berichterstattung über die dritte Reise der Jazzcombe nach Taiwan und China.
  6. Berichterstattung über die Chinareise der Jazzcombo vom 12. Januar 2011.
  7. Homepage des Städtischen Musikvereins Hamm
  8. Homepage der Hammer Bigbad
  9. Homepage des Chores Cantate'86
  10. a b c d e f g h i j k l Helmut Fortmann, Musikschule Hamm - 50 Jahre in bewegter Zeit, in: Städtische Musikschule Hamm. 1940 - 1990, S. 7 ff.
  11. Mally Behler, Vom Musikleben in Hamm in der Monatszeitschrift "Die Musik", 30. Jahrgang, Heft 6, März 1938.
  12. aus: Miederer, "Die Musikschulen für Jugend und Volk" - Zum Erlaß des Reichsministers vom 10. Februar 1939.
  13. Chr. Kreutzfeld: "Ein Beispiel aus der Praxis. Die musikalischer Arbeitsgemeinschaft Hamm-Paderborn", in: Allgemeine Musikzeitung. Rheinisch-Westfälische Musikzeitung. Nr. 46 vom 17. November 1939. Süddeutscher Musikkurrier. Berlin, Leipzig, Köln, München.
  14. Artikel "Vor einem Umbruch im musikalischen Leben" aus: Westfälische Landeszeitung "Rote Erde" vom 19. Juli 1939.
  15. Artikel "Eröffnungsfeier im Früpher" aus der Lokalzeitung "Westfälischer Anzeiger" vom 1. Februar 1940.
  16. "Musikschule ist ein Schmuckstück", in: Hans-Karl Dotter, Annelies Beeck, Streiflichter aus unserer Stadt. Hammer Wochenkalender 1991. Das westfälische Anzeiger war dabei. Rückblick auf 25 Jahre Stadtgeschichte., Westfälischer Anzeiger Hamm, 1991.
  17. Helmut Fortmann, Leistungen eines Aufbaus nach der Stunde Null, in: Hammmagazin 1/76.
  18. Verwaltungsbericht der Stadt Hamm 1945-1951.
  19. Helmut Fortmann, Leistungen eines Aufbaus nach der Stunde Null" in: Hammagazin 1/76.
  20. a b Hans Schwier, Kultusminister des Landes Nordrhein-Westfalen, in: Stadt Hamm, Städtische Musikschule Hamm. 1940 - 1990, Hamm 1990, S. 3.
  21. Städtische Musikschule Hamm: Drei Jahrzehnte kulturelle Leistung, erschienen in: Tatsachen und Berichte. Schriftenreihe der Stadt Hamm Bd. 5 (1972).
  22. Helmut Fortmann: Was bedeutet Musik heute?, in: Hammagazin 2/74.
  23. a b c d Westfälischer Anzeiger, "Musiker mit Herz. Der langjährige Musikschuldirektor Norbert Edelkötter feiert heute 70. Geburtstag", 26. April 2007.
  24. Norbert Edelkötter, Orchester, Spielkreise, Chöre der Hammer Musikschule, in: Städtische Msuiskchule Hamm. 1940-1990, Stadt Hamm, 1990.
  25. a b Berichterstattung des Westfälischen Anzeigers vom 18. November 2009.
  26. Berichterstattung des Westfälischen Anzeiges vom 28. Mai 2010.
  27. Berichterstattung des Westfälischen Anzeigers vom 7. und 9. April 2011.
  28. Verein der Freunde und Förderer der Städtischen Musikschule Hamm
  29. Berichterstattung des Westfälischen Anzeigers vom 3. März 2010.
  30. Berichterstattung des Westfälischen Anzeigers über Daniel Dickmeis vom 14. Januar 2011.
  31. Bericht im Westfälischen Anzeiger vom 12. Oktober 2010.
  32. Homepage Semiramis-Quartett
  33. Homepage von Duo Bardic
  34. Homepage von Freddy Pieper
  35. Berichterstattung des Westfälischen Anzeigers vom 15. April 2010.
  36. Homepage von Kapelle Petra
  37. Berichterstattung im Westfälischen Anzeiger vom 17. März 2010.

Literatur

Weblinks

 Commons: Städtische Musikschule Hamm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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