Reformierte Kirche Poschiavo

Reformierte Kirche Poschiavo
Die reformierte Kirche in Poschiavo
Der Campanile von S. Trinità

Die Reformierte Kirche (italienisch: Chiesa evangelica) in Poschiavo im bündnerischen Puschlav ist ein evangelisch-reformiertes Gotteshaus unter kantonalem Denkmalschutz. Die Kirche trägt den italienischen Namen Santa Trinità (Heilige Dreieinigkeit) und befindet sich nördlich des städtischen Rathauses. Letztmalig restauriert wurde sie 1971–1974.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Reformation gelangte zwischen 1547 und 1549 durch das Wirken von Giulio della Rovere und Pier Paolo Vergerio nach Poschiavo. Zuerst fanden die Gottesdienste beider Konfessionen in der Pfarrkirche S. Vittore statt. Während es in Poschiavo anders als in Brusio zwar anlässlich des Veltliner Mordes nicht zu Ausschreitungen gegen die Anhänger der Reformation kam, hatte der Sieg der katholischen Partei in der ersten Phase der Bündner Wirren 1622 zur Folge, dass der reformierte Gottesdienst in Poschiavo untersagt wurde. Nach dem Ende der Bündner Wirren kam es 1642 zwischen der reformierten und der katholischen Gemeinde zu einer Verständigung. Die reformierte Gemeinde verzichtete gegen eine finanzielle Entschädigung auf alle ihre Ansprüche auf die Mitbenützung der katholischen Kirchen und Kapellen im Tal und begannen mit dem Bau einer eigenen Kirche im Borgo von Poschiavo. 1649 wurde der Bau der Kirche, 1685 derjenige des Turmes abgeschlossen. Gemäss Inschriften im Inneren der Kirche fanden 1769, 1841, 1862, 1911 und 1930 Restaurierungen statt.

Heute ist Poschiavo eine eigenständige Kirchgemeinde der evangelisch-reformierten Landeskirche Graubünden innerhalb des Kolloquiums VII Engiadin'Ota-Bregaglia-Poschiavo-Sursès.

Baubeschreibung

Der Kirchturm vom Typ eines italienischen Campanile schliesst nördlich an die Fassade an und zeichnet sich durch seine Grösse und das Achteck des von einer Kuppel bekrönten Aufsatzes aus.

Die Kirche ist nach Osten ausgerichtet und ist dem Typus nach eine vierjochige Saalkirche ohne Chor. Das geräumige barocke Kircheninnere ist von Stuck geprägt und einer zentralen Kanzel an der Ostwand mit hohem beidseitigen Aufgang. Die Orgel ist neueren Datums und wurde 1978 eingebaut.

Galerie

Weblinks

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