Peter Meisel

Peter Meisel

Peter Meisel (* 22. Juni 1935 in Berlin; † 5. Oktober 2010 in Pinehurst, North Carolina, USA) war ein deutscher Musikverleger und Produzent.

Meisel lernte den Beruf des Musikverlegers beim Musikverlag Hans Sikorski. Anschließend lernte er auf Anraten seines Vaters Will das amerikanische Musikbusiness in New York bei Jean Aberbach kennen, bei dessen Verlagsgruppe Hill & Range sich gerade der junge Elvis Presley anschickte, die Welt der Rockmusik zu erobern. Zusammen mit seinem Bruder Thomas übernahm er im Jahr 1960 die Leitung des bis dahin eher unbedeutenden, von seinem Vater für dessen Söhne gekauften Musikverlages Edition Intro. Erste Erfolgstitel waren Conny FroboessMidi-Midinette und Zwei kleine Italiener aus der Feder der damals noch völlig unbekannten Christian Bruhn (Komposition) und Georg Buschor (Textdichter). Eine der Stärken Peter Meisels war die ständige Talentsuche z. B. bei Nachwuchswettbewerben, so entdeckte er u. a. Manuela, Marianne Rosenberg und Drafi Deutscher oder auch den Südtiroler Giorgio Moroder.[1]

Seine in Amerika gemachten Erfahrungen flossen 1962 bei der Gründung der Produktionsfirma Hansa Musik Produktion (ab 1964 mit eigenem Label) ein, wo Meisel die amerikanische Arbeitsweise der Musikindustrie erstmals in Deutschland praktizierte. Dem ersten Millionseller Il Silienzio von Nini Rosso folgten zahlreiche deutschsprachige und internationale Hits. Nicht zuletzt durch seine Tätigkeit als Juror im Talentschuppen des damaligen Südwestfunks konnte er Künstler wie Juliane Werding oder Bernd Clüver entdecken und fördern, die sich zu verlässlichen Zugpferden „der Hansa“ entwickeln sollten. Auf dem internationalen Sektor waren z. B. Amii Stewart, Viola Wills, Aneka oder Co-Co erfolgreich, die Meisel als Leiter von Hansa London zwischen 1978 und 1982 auf den Markt brachte.[2]

Meisels musikalischer Horizont ging aber weit über Schlager und leichte Unterhaltung hinaus: So war er Partner und finanzielles Rückgrat von Rolf-Ulrich Kaiser bei der Gründung der progressiven Labels Ohr (Vertrieb Metronome), bei dem u. a. Werke von Floh de Cologne, Tangerine Dream, Guru Guru oder Amon Düül erschienen, und Pilz (Vertrieb BASF) mit Künstlern wie Witthüser & Westrupp, Popol Vuh, Hölderlin oder Wallenstein. Für Amon Düül produzierte Meisel vier Alben.[1]

1984 zog sich Peter Meisel aus der Musikbranche zurück, um sich in den USA an der Fast-Food-Kette Wendy’s zu beteiligen. Nach dem Mauerfall kehrte Meisel wieder in seine Berliner Heimat zurück. Dort entdeckte er – wiederum in einer Talentshow, der von Meisel mitinitiierten Sendung Hut ab des ZDF – Die Prinzen und verhalf ihnen zum Erfolg. Ende der 1990er Jahre hatte er mit Lou Begas Mambo No. 5 noch einen weiteren bemerkenswerten Hit auf dem Hansa-Label.[1][2]

Schließlich setzte Peter Meisel sich endgültig in den USA zur Ruhe, wo er am 5. Oktober 2010 an einem Krebsleiden verstarb.[2]

Peter Meisel war u. a. mit Irmtrud „Trudy“ Meisel (* 23. Mai 1936, † 20. Februar 2008 in Berlin) verheiratet, die für den weltweiten Ein- und Verkauf von Urheberrechten verantwortlich war, in ihrer Zeit eine der erfolgreichsten Verlags-Managerinnen weltweit.[1][3]

Einzelnachweise

  1. a b c d Klaus Eidam, Rudolf Schröder: Die Hit-Fabrik. Chronik eines Berliner Musikverlages. Edition Intro Meisel GmbH, Berlin 2001. ISMN M-50066-230-3.
  2. a b c Nachruf der Meisel-Musikverlage auf Peter Meisel.
  3. Persönliche Mitteilung eines langjährigen Hansa-Mitarbeiters

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