Marie-Antoinette (1938)


Marie-Antoinette (1938)
Filmdaten
Deutscher Titel Marie-Antoinette
Originaltitel Marie Antoinette
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1938
Länge 145 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie W. S. Van Dyke
Drehbuch Claudine West,
Donald Ogden Stewart,
Ernest Vajda
Produktion Hunt Stromberg,
Irving Thalberg
Musik Herbert Stothart
Kamera William H. Daniels,
George J. Folsey,
Leonard Smith
Schnitt Robert Kern
Besetzung

Marie-Antoinette ist eine US-amerikanische Filmbiografie von W. S. Van Dyke über das Leben der französischen Königin österreichischer Herkunft. Der Film, dessen Drehbuch auf der 1933 erschienen Biografie von Stefan Zweig basiert, wurde 1938 gedreht. Die Premiere des Films fand am 8. Juli 1938 in Los Angeles statt, der allgemeine Kinostart in den USA erfolgte dann erst am 26. August 1938. In Deutschland wurde der Film erstmals am 21. Januar 1951 in den Kinos gezeigt.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Die österreichische Kaiserin Maria Theresia erklärt ihrer Tochter Marie Antoinette, dass eine Hochzeit mit ihr und dem französischen Thronfolger Ludwig XVI. arrangiert wurde. Marie erwartet ein Leben voller Pomp und Luxus, ist daher um so überraschter, dass sich ihr Ehemann als schüchtern und introvertiert erweist. Ludwig einzige Freude ist die Arbeit als Schlosser. Er lässt seine Gattin auch in der Hochzeitsnacht allein, die nun den Avancen des machthungrigen Herzogs von Orléans nachgibt. Sie findet ihren Trost in Festlichkeiten und bei Glücksspielen. Marie Antoinette begegnet dabei dem schwedischen Diplomaten Hans Axel von Fersen, der sich von ihrer gebieterischen Art jedoch nicht beeindrucken lässt.

Nach zwei Jahren Ehe bekommt sie ein Geschenk von Madame Dubarry, der Mätresse von Ludwig XV., dem Großvater ihres Ehemannes. Das Geschenk ist eine leere Kinderwiege, eine Anspielung darauf, dass sie noch keinem Nachfolger das Leben geschenkt hat. Nach einem Streit bei einem Ball zwischen Marie und der Mätresse, ist der König der Meinung, die Ehe seines Enkels sollte annulliert werden. Ludwig XVI. ist verärgert, doch der König bleibt hart. Zur gleichen Zeit wendet sich der Herzog von Orléans von ihr ab, dem sie ihre Gunst entzogen hat. Trost findet sie, als sie von Fersen wiedertrifft, der ihr seine Liebe gesteht.

Als Ludwig XV. unerwartet stirbt, sind die Annullierungspläne vom Tisch. Marie hofft auf Axels Einsicht, dass er keine Affäre mit einer Königin eingehen kann. Nachdem er ihr nochmals seine Liebe erklärt hat, verlässt Axel Paris. Der neue König erweist sich als liebevoller Ehemann. Schon bald stellt sich der erhoffte Nachwuchs ein. Marie bringt eine Tochter, Prinzessin Thérèse, und einen Sohn, Prinz Louis Joseph, zur Welt. Ludwig will ein gerechter Herrscher sein, doch er kann die soziale Ungerechtigkeit in diesen Zeiten nicht beseitigen. Die Bürger zeigen ihre Abscheu für die ausländische Königin, als diese in die Halsbandaffäre verwickelt wird. Dies geschieht in einer Zeit, in der die Bevölkerung durch viele Hetzer, insbesondere durch den Herzog von Orléans, angestachelt werden. Die französische Revolution bricht aus.

Der König hat die Macht über das Militär verloren, die königliche Familie wird verhaftet. Die Freundin der Familie, Prinzessin de Lamballe, wird hingerichtet. Axel kehrt nach Paris zurück und besticht einen Wächter. Zwar gelingt die Flucht, doch die Flüchtigen werden schon bald wieder eingefangen. Ein Gericht, dem auch der Herzog angehört, verurteilen den König und seine Familie. Der König wird schon am nächsten Tag hingerichtet. Marie und ihr Sohn wurden vorher vom Rest der Familie getrennt. Der Sohn wird gezwungen, vor Gericht gegen seine Mutter auszusagen. Beide werden zum Tode verurteilt. Axel sucht die erschöpfte und sichtlich gealterte Königin auf und steht ihr in den letzten Stunden ihres Lebens bei.

Kritiken

Das Lexikon des Internationalen Films beschreibt den Film als ein überlanges, bombastisches Geschichtsgemälde, ohne Anspruch auf historische Stimmigkeit, aber unterhaltsam.[1] Für die Zeitschrift Cinema ist der Film eine prunkvolle, Oscar-nominierte Produktion[2] Die US-Kritiken waren ebenfalls positiv. Die Zeitschrift Variety hält die Produktion für eine brillante, historische Tragödie.[3] Der Chicago Reader war von den Schauspielerleistungen angetan: Shearer und Barrymore boten gute Darbietungen, Morley war fantastisch.[4]

Auszeichnungen

1939 wurde der Film vier Mal für den Oscar nominiert, und zwar in den Kategorien Beste Hauptdarstellerin (Norma Shearer), Bester Nebendarsteller (Robert Morley), Beste Ausstattung (Cedric Gibbons) und Beste Filmmusik (Herbert Stothart).

Bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig bekam Norma Shearer 1938 die Coppa Volpi als beste Darstellerin. Zudem war der Film für den Coppa Mussolini als bester Film nominiert.

Hintergrund

Produktion

Der Film hatte ein geschätztes Budget von ca. 2,9 Millionen US-Dollar.[5] Er ist zudem der letzte Film des MGM-Leiters Irving Thalberg, der schon bei den Filmplanungen 1936 gestorben war. Norma Shearer, seine Witwe, konnte das Studio überzeugen, den Film weiter zu drehen. Die Vorbereitungen des Filmes begannen schon 1933 unter der Leitung von Sidney Franklin, der auch als Regisseur vorgesehen war. Franklin übergab jedoch die Regie an W. S. Van Dyke. Im Vorspann wird Franklin dankend erwähnt.[6]

Für die Produktion der MGM wurden Fotografien des Schlosses in Versailles als Hintergrundmontage benutzt. Ansonsten wurde der Film in Inglewood gedreht. Alles wurde nachgebaut, z. B. auch der Ballsall von Schloss Versailles, der allerdings doppelt so groß war, wie der originale Saal. MGM plante den Film als Farbfilm. Doch die Kosten der für die Technicolor-Technik bearbeiteten Requisiten zwangen das Studio dazu, den Film doch in Schwarzweiß zu drehen.

Besetzung

Robert Morley bekam die Oscar-Nominierung für seine erste Rolle in einem Spielfilm. 1955 stellte er in dem Film Liebe, Tod und Teufel (OT: Quentin Durward) abermals einen französischen König dar, diesmal Ludwig XI.. Für die Rolle des Thronfolgers waren vorher Charles Laughton, Peter Lorre, Oskar Homolka und John Gielgud vorgesehen, bzw. im Gespräch. Doch verschiedene Gründe zwangen das Studio, den Neuling Morley zu engagieren. Anita Louise, die Darstellerin der Prinzessin de Lamballe, war 1934 in dem Film Madame du Barry in der Rolle der Marie Antoinette zu sehen. In einer kleinen Nebenrolle als Madame LaMotte ist Mae Busch zu sehen. Howard Da Silva tritt als Toulon auf, Harry Davenport als Monsieur de Cosse, Lawrence Grant als älterer Edelmann, Moroni Olsen als bärtiger Anführer, George Zucco als Kommandant und Barry Fitzgerald als Hausierer.

Filmcrew

Assistent des Ausstatters Cedric Gibbons war der später ebenfalls oscarprämierte Edwin B. Willis. Für den Ton sorgte Douglas Shearer. Als Regie-Assistent arbeitete Jacques Tourneur, der später als Regisseur bekannt wurde.

Weitere Filme über Marie Antoinette

Das Leben der französischen Königin wurde schon 1903 in einem Kurzfilm behandelt. Ein weiterer Film ist Marie Antoinette (USA/F/J, 2006) von Sofia Coppola mit Kirsten Dunst: Zudem ist in über 60 Produktionen die Figur der Marie Antoinette vertreten, so z. B. in Abel Gances Klassiker Napoleon von 1927.

Literaturhinweis

Stefan Zweig: Marie Antoinette - Bildnis eines mittleren Charakters - Fischer Taschenbuch, 2003 - ISBN 3-596-22220-6

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.kabeleins.de/film_dvd/filmlexikon/ergebnisse/index.php?filmnr=30363
  2. http://www.cinema.de/kino/filmarchiv/film/marie-antoinette,1343471,ApplicationMovie.html
  3. http://www.variety.com/review/VE1117792985.html?categoryid=31&cs=1
  4. http://onfilm.chicagoreader.com/movies/capsules/5949_MARIE_ANTOINETTE
  5. http://www.imdb.com/title/tt0030418/business
  6. http://www.tcm.com/tcmdb/title.jsp?stid=1577&category=Notes

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