Kunstgewerbemuseum Düsseldorf

Kunstgewerbemuseum Düsseldorf

Das Kunstgewerbemuseum am Friedrichsplatz in Düsseldorf beinhaltete die reichen Sammlungen des Zentralgewerbevereins für Rheinland und Westfalen, sowie der Landes- und Stadtbibliothek.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Gebäude

Das Gebäude wurde 1893 bis 1896 nach Entwürfen der Architekten Carl Hecker und Franz Deckers im Stil des Historismus nach Formen der „holländischen Renaissance“[1] bzw. „holländisch-niederdeutschen Renaissance[2]erbaut. Die Fassade zeigte Bildhauerarbeiten in Bollendorfer Sandstein zusammen mit Backsteinverblendung. Der Sockel bestand aus Niedermendiger Basaltlava. Der Erweiterungsbau entstand unter dem Architekten Johannes Radke, der nach Heckers Tod die Arbeiten übernommen hatte. Die Baukosten betrugen 332.252 Mark. Das Gebäude wurde im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, blieb jedoch bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts in Gebrauch. Nachdem der letzte Nutzer, die Landes- und Stadtbibliothek, augezogen war, erfolgte bis zum 28. Dezember 1979 der Abriss [3].

Ausstattung

Im Haus befand sich ein großes Treppenhaus. Rechts und links davon waren die Lichthöfe, die für wechselnde Ausstellungen verwendet wurden, so für Gipsabgüsse nach assyrischen Alabasterreliefs sowie einen Teil der Sammlung von Ofenkacheln und Fliesen. Hinter den Lichthöfen waren drei Säle zu finden, die auch für wechselnde Ausstellungen verwendet wurden, so für Spitzen, Posamente, Stickereien und Stoffe, Lederarbeiten, Kostümstücke und alte Glasmalereien. Im ersten Stock befand sich der Theobald-Haniel-Saal mit Geschenken des verstorbenen Verwaltungsratsmitglieds. Weiter befand sich dort das „Rheinische Renaissancezimmer“, ein „Rheinischer Barockerker“, das „Flämische Zimmer“, ein „Holländisches Zimmer“ (auch „Hindelooper Kamer“), eine „Halle in italienischer Gotik“ (auch „Florentiner Halle“) und die „Altertümliche Küche“. Ausgestellt wurden im ersten Stock auch Bestecke, alte Webereien, Seidenstoffe, Stickereien, schmiedeeiserne Arbeiten und Renaissancemöbel. Im zweiten Stock befanden sich Möbel, weiter eine „Romanische Halle“, eine „Gotische Kapelle“, ein „Zimmer in Tiroler Gotik“. Ausgestellt wurden im zweiten Stock die Eduard-Böninger-Sammlung mit japanischen und chinesischen Dingen. Im Lichthofumgang waren Keramik, Stoffe, Teppiche und Kunstgegenstände aus dem Orient zu sehen. Ein aus Damaskus stammendes Zimmer wurde von Herrn Krupp aus Essen gestiftet, weiter asiatische Gegenstände und Keramik. Von der Vorhalle war links der Lesesaal der Landes- und Stadtbibliothek mit 70.000 Bänden eingerichtet worden, wo 800 Inkunabeln und 500 Handschriften von zum Teil kunstgeschichtlichem Wert zu finden waren. Weiter befand sich dort eine Plastik von Rudolf Bosselt und im Heinezimmer der Bibliothek eine Heinebüste von Adolf Schmieding.[4]

Einzelnachweise

  1. Architekten- und Ingenieur-Verein zu Düsseldorf (Hrsg.): Düsseldorf und seine Bauten. L. Schwann, Düsseldorf 1904, S. 208f
  2. Georg Friedrich Koch: Museums- und Ausstellungsbauten. In: Eduard Trier, Willy Weyres (Hrsg.): Kunst des 19. Jahrhunderts im Rheinland. Band 2. Architektur: II, Profane Bauten und Städtebau. Schwann, Düsseldorf 1980, ISBN 3-590-30252-6, S. 203–235, dazu S. 218f.
  3. Hanns Michael Crass: Die Landes- und Stadtbibliothek Düsseldorf und ihr Gebäude in den Jahren 1906 - 1970/79. S. 12. In: Irmgard Siebert (Hrsg.): Beiträge zum Doppeljubiläum der Universitäts und Landesbibliothek Düsseldorf. 25 Jahre Universitäts und Landesbibliothek, 100 Jahre Landes- und Stadtbibliothek. Düsseldorf 2004, S. 7 − 14
  4. Verkehrsverein Düsseldorf (Hrsg.): Führer durch Düsseldorf am Rhein und seine Umgebung, Düsseldorfer Verl.-Anst., Düsseldorf 1904, S. 64 [II. Teil Sehenswürdigkeiten 1. Rundgang durch die Stadt.]
51.2283611111116.7764722222222

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем написать курсовую

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Düsseldorf — (hierzu der »Stadtplan«), Hauptstadt (Stadtkreis) des gleichnamigen Regierungsbezirks in der preuß. Provinz Rheinland, ehemals des Herzogtums Berg, liegt in einer fruchtbaren Ebene am rechten Ufer des Rheins, an der Mündung der Düssel, 50 m ü. M …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Kunstmuseum Düsseldorf — Zentraler Bereich des Museumsgebäudes Statue vor dem Eingang Das museum kunst palast ist ein Kunstmuseum in Düsseldorf. Es liegt nördlich der Altstadt zwischen dem Rhein …   Deutsch Wikipedia

  • Kunstpalast Düsseldorf — Zentraler Bereich des Museumsgebäudes Statue vor dem Eingang Das museum kunst palast ist ein Kunstmuseum in Düsseldorf. Es liegt nördlich der Altstadt zwischen dem Rhein …   Deutsch Wikipedia

  • Große Ausstellung für Gesundheit, soziale Fürsorge und Leibesübungen Düsseldorf — Die Große Ausstellung Düsseldorf 1926 für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen (GeSoLei) vom 8. Mai bis 15. Oktober 1926 in Düsseldorf – nach anderen Quellen Große Ausstellung für Gesundheit, soziale Fürsorge und Leibesübungen… …   Deutsch Wikipedia

  • Opernhaus Düsseldorf — Das Düsseldorfer Opernhaus im Jahre 1959 …   Deutsch Wikipedia

  • Grabbeplatz — früher Mühlenplatz, Paradeplatz und Friedrichsplatz …   Deutsch Wikipedia

  • Buchdruckmuseum — Filmmuseum Potsdam Musikinstrumenten Museum Markneukirchen Diese Liste gibt einen Überblick über Museen in Deutschland. Sie ist nach thematischen Schwerpunkten sortiert und erhebt keinen Anspruc …   Deutsch Wikipedia

  • Feuerwehrmuseum — Filmmuseum Potsdam Musikinstrumenten Museum Markneukirchen Diese Liste gibt einen Überblick über Museen in Deutschland. Sie ist nach thematischen Schwerpunkten sortiert und erhebt keinen Anspruc …   Deutsch Wikipedia

  • Kulturgeschichtliches Museum — Filmmuseum Potsdam Musikinstrumenten Museum Markneukirchen Diese Liste gibt einen Überblick über Museen in Deutschland. Sie ist nach thematischen Schwerpunkten sortiert und erhebt keinen Anspruc …   Deutsch Wikipedia

  • Textilmuseum — Filmmuseum Potsdam Musikinstrumenten Museum Markneukirchen Diese Liste gibt einen Überblick über Museen in Deutschland. Sie ist nach thematischen Schwerpunkten sortiert u …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”