Jacobus Poel

Jacobus Poel

Jacobus Poel (* 1712 in Holland; † 1775 in Zierow, Mecklenburg) war Kaufmann in Sankt Petersburg und Archangelsk sowie ein Großfürstlicher und kaiserlicher Hof- und Kommerzienrat.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Poel stammte aus einer niederländischen Familie. Sein Großvater Gerrit Claesz Pool hatte Zar Peter I. in Zaandam Techniken des Schiffbaus gelehrt. Sein Vater siedelte nach Sankt Petersburg und wurde dort Schiffbauer des Zaren. Jacobus wurde in Leiden erzogen, und war in der Pensionsanstalt des Monsieur Luzac, des Eigentümers der französischen Leidener Zeitung. Er erwarb eine gute Ausbildung, sprach mehrere europäische Sprachen: fließend holländisch und russisch, aber auch deutsch.

Poel lernte das Handelswesen bei der Firma van Brienen in Sankt Petersburg, deren Teilhaber er später wurde, war Leiter der Niederlassung in Archangel, wo er ein bedeutendes Vermögen erwarb. In St. Petersburg genoss er besonders die Gunst des Großfürsten Peter - der später als Peter III Zar wurde - dessen Berater er war. Nach dem Tode seiner ersten Frau (N.N. Meyer aus St. Petersburg) von der er zwei Söhne hatte, heiratete er Magdalena van Brienen, mit der er fünf Kinder hatte. Magdalena war die Tochter des Kaufmanns Rutger van Brienen in St. Petersburg

Der 1760 geborene Sohn Piter wurde Patenkind des Großfürsten Peter, der seit 1739 auch Herzog von Holstein-Gottorf war. Dieser beauftragte Poel, sich um sein Herzogtum Holstein zu kümmern und insbesondere den dortigen Kanalbau zu beaufsichtigen. Jacobus musste deswegen seine Geschäfte in Russland aufgeben; kurz darauf wurde der Zar am 17. Juli 1762 ermordet. Darauf hin zog Poel mit seiner Familie ganz nach Hamburg.

In Hamburg starb am 8. Oktober 1763 Jacobus zweite Frau. 1766 kaufte er die - im Klützer Winkel liegenden - Mecklenburgischen Güter: Zierow, Rethwisch, Rastorf und Naudien, sowie weitere Güter in Mecklenburg. Im Sommer lebte er in der Regel auf Zierow, im Winter in Hamburg, zunächst „Auf den Bleichen“, später „Auf dem Wandrahm“, wo er ein großes Haus führte und einen auffallenden Vierspänner) fuhr.

Am 6. August 1767 heiratete er ein drittes Mal in der Kapelle der deutsch-reformierten Gemeinde Judith Schreur van Hoghenstein, Witwe des königlichen preußischen Hofrats und Münzoffiziers Charles Sarry in Berlin.[1], war aber nach zwei Jahren wieder verwitwet. Diese dritte Ehe blieb kinderlos. Jacobus Poel wurde am 25. September 1775 in Proseken (Gemeinde Gägelow) begraben.

Nachlass

Nach seinem Tode im September 1775 erhielten seine Tochter Magdalena die Güter Zierow und Rethwisch. Sein Sohn Pieter erhielt die Güter Rastorf und Naudien; er wurde später Herausgeber des Altonaer Mercur und Mitglied des philanthropischen Freundeskreises um Caspar Voght und Georg Heinrich Sieveking. Sein Neffe Carl Wilhelm Pauli wurde ein bekannter deutscher Rechtswissenschaftler, Richter und Historiker.

Literatur

  • Olaf Klose (Hrsg.): Schleswig-holsteinisches biographisches Lexikon, Verein für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde, Verlag Wachholtz, 1970
  • Wilhelm Sillem: Poel, Piter. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 53, Duncker & Humblot, Leipzig 1907, S. 87–93.[2]

Einzelnachweise

  1. Bilder aus vergangener Zeit Band I; Gestorben Hamburg 12. Februar 1769, begraben Dom 16. Februar (Eintragungen auch in der französisch-reformierten Kirche; Läutebuch der Kirche St. Petri).
  2. zu seinem Sohn Piter, Abschnitte auch zu Jacobus Poel

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