Bättwil

Bättwil
Bättwil
Wappen von Bättwil
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Solothurn
Bezirk: Dorneckw
Gemeindenummer: 2471i1f3f4
Postleitzahl: 4112
Koordinaten: (605359 / 260103)47.4916647.509735360Koordinaten: 47° 29′ 30″ N, 7° 30′ 35″ O; CH1903: (605359 / 260103)
Höhe: 360 m ü. M.
Fläche: 1.69 km²
Einwohner: 1213 (31. Dezember 2010)[1]
Website: www.baettwil.ch
Karte
Karte von Bättwil
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Bättwil ist eine politische Gemeinde im Bezirk Dorneck des Kantons Solothurn in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Bättwil liegt auf 360 m ü. M., 10 km südwestlich der Stadt Basel (Luftlinie). Das ehemalige Strassenzeilendorf erstreckt sich in einer Exklave des Kantons Solothurn in der Talmulde des Binnbachs am Juranordfuss, im hinteren Leimental, nahe der Grenze zu Frankreich.

Die Fläche des 1.7 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen kleinen Abschnitt am Juranordfuss. Naturräumlich liegt Bättwil im Übergangsbereich von der leicht gewellten Landschaft des Sundgauer Hügellandes zu den gefalteten mesozoischen Gesteinsschichten des nördlichen Juras. Das Gemeindegebiet wird von Westen nach Osten vom Binnbach in einem breiten Muldental durchflossen. Dieses Tal wird im Norden durch den rund 20 m höher reichenden Rücken der Egg vom eigentlichen Leimental getrennt. Die Egg bildet auf weite Strecken die Nordgrenze; nur in einem schmalen Zipfel reicht das Gebiet nordwärts bis fast an den Birsig hinunter.

Nach Süden erstreckt sich der Gemeindeboden über den steilen Waldhang des Bättwilerberges bis fast auf das Chöpfli (geologisch eine der Blauenkette vorgelagerte Antiklinale), auf dem mit 530 m ü. M. der höchste Punkt von Bättwil erreicht wird. Im Westen reicht der Gemeindebann bis zur Engstelle, an welcher der Binnbach aus der Klus von Flüh zwischen Landskron und Chöpfli in das leicht gewellte Hügelland hinaustritt. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 20 % auf Siedlungen, 17 % auf Wald und Gehölze und 63 % auf Landwirtschaft.

Nachbargemeinden von Bättwil sind Hofstetten-Flüh und Witterswil im Kanton Solothurn, Biel-Benken im Kanton Basel-Landschaft sowie Leymen im angrenzenden Frankreich.

Bevölkerung

Mit 1213 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010) gehört Bättwil zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Solothurn. Von den Bewohnern sind 89.9 % deutschsprachig, 2.8 % englischsprachig und 2.4 % sprechen Italienisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Bättwil belief sich 1850 auf 135 Einwohner, 1900 auf 234 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts nahm die Bevölkerung bis 1970 nur sehr langsam auf 286 Personen zu. Danach setzte ein exponentielles Wachstum ein, was zu einer Vervierfachung der Einwohnerzahl innerhalb von 35 Jahren führte (1990 wurden erst 545 Einwohner gezählt). Das Siedlungs- und Gewerbegebiet von Bättwil ist heute nahezu lückenlos mit denjenigen von Witterswil und Flüh zusammengewachsen.

Wirtschaft

Bättwil war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Heute haben der Ackerbau, der Obstbau (überwiegend Kirschbäume) und die Viehzucht nur noch einen geringen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In Bättwil haben sich seit den 1970er Jahren verschiedene Betriebe des Bau- und Transportgewerbes, des Maschinen- und Apparatebaus und eine Metallwarenfabrik niedergelassen. Die Gemeinde ist seit 1975 Standort der Kreisschule Leimental. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in der Region Basel arbeiten.

Verkehr

Die Gemeinde ist verkehrsmässig recht gut erschlossen. Sie liegt an einer Verbindungsstrasse vom Oberwil (BL) via Flüh nach Laufen. Der nächste Anschluss an die Hochleistungsstrasse H18 (Basel-Delémont) befindet sich rund 7 km vom Ortskern entfernt. Durch die Tramlinie 10 der Baselland Transport AG (BLT), welche die Strecke von Basel nach Rodersdorf bedient, ist Bättwil an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden - in den Nächten Fr/Sa und Sa/So hingegen mit der Buslinie N26 des Nachtnetzes.

Geschichte

Funde aus der Römerzeit weisen darauf hin, dass bereits die Römer auf dem Gemeindegebiet von Bättwil anwesend waren; es wurden jedoch keine eigentlichen Siedlungsspuren entdeckt. Aufgrund der Namensendung -wil (abgeleitet vom lateinischen villa, villare) geht man davon aus, dass das Gebiet im 5. Jahrhundert von den Alemannen besiedelt wurde. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1244 unter dem Namen Betwilre. Später erschienen die Bezeichnungen Bethwilr (1290) und Bettwil (1520). Der Ortsname geht auf den althochdeutschen Personennamen Betto zurück und bedeutet somit bei den Höfen des Betto.

Im Mittelalter unterstand Bättwil dem Kloster Reichenau. Später lag die hohe Gerichtsbarkeit beim Bischof von Basel, während die niedere Gerichtsbarkeit durch die Grafen von Thierstein ausgeübt wurde. Im Jahr 1522 beanspruchte Solothurn aus dem Erbe der Thiersteiner unter anderem zwei Drittel der Ortsherrschaft und erwarb fünf Jahre später auch den restlichen Drittel. Bättwil wurde in der Folge der Vogtei Dorneck und dem Gerichtskreis Leimental zugeordnet. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte das Dorf während der Helvetik zum Distrikt Dornach und ab 1803 zum Bezirk Dorneck. Ende des 20. Jahrhunderts kam die Idee einer Fusion von Bättwil mit der Nachbargemeinde Witterswil auf, die aber vorerst nicht weiterverfolgt wird.

Sehenswürdigkeiten

Kapelle Sankt Martin, 2005

Die Kapelle Sankt Martin (bis 1791 Herz-Jesu-Kapelle) wurde von 1744 bis 1755 erbaut. Zusammen mit Witterswil bildet Bättwil seit 1808 eine eigenständige Doppelpfarrei. Die Mühle von Bättwil stammt aus dem 15. Jahrhundert; sie wurde nach einem Brand 1976 in der originalen Form wieder aufgebaut. Entlang der Hauptstrasse stehen das Gemeindehaus (aus der Zeit um 1600) und die alte Post (um 1730) sowie eine Reihe charakteristischer Bauernhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Wappen

Blasonierung

Geteilt von Rot und Weiss, belegt mit rechtsgewendetem Baselstab in gewechselten Farben

Weblinks

 Commons: Bättwil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. WOHNBEVÖLKERUNG DER GEMEINDEN NACH NATIONALITÄT UND GESCHLECHT (XLS, 262 kB), Amt für Finanzen, Controllerdienst und Statistik, vom 26. März 2011, abgerufen am 11. April 2011

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