Zentralinstitut für Kunstgeschichte


Zentralinstitut für Kunstgeschichte

Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte (abgekürzt ZI) in München wurde 1946 gegründet und nahm 1947 seine Tätigkeit auf. Es hat seither seinen Sitz im ehemaligen NSDAP-Verwaltungsgebäude, dem heutigen Haus der Kulturinstitute. In dem Gebäude am Königsplatz wurde nach Kriegsende von der amerikanischen Militärregierung eine Sammelstelle für die Rückführung der von den Nationalsozialisten erbeuteten Kunstwerke eingerichtet, in dessen Zusammenhang das ZI stand. Sein Gründungsdirektor war der Kunsthistoriker Ludwig Heinrich Heydenreich. Ihm folgte 1970 Willibald Sauerländer in der Leitung nach, die er bis 1989 ausübte. Seit 1991 ist Wolf Tegethoff Direktor des ZI.

Das ZI, das sich als Ort des wissenschaftlichen Austausches und internationaler Begegnungen versteht, ist das einzige kunsthistorische Forschungsinstitut von überregionaler Bedeutung in der Bundesrepublik Deutschland. Es veranstaltet Vorträge und Tagungen und gibt verschiedene Publikationen heraus, darunter das Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte und das Monatsblatt Kunstchronik.

Mit den umfangreichen Beständen seiner Freihandbibliothek und seiner Photothek bietet das Zentralinstitut Möglichkeiten der kunsthistorischen Recherche, die in Deutschland einmalig sind.

Zahlreiche Kunstwerke, die im nationalsozialistischen Deutschland auf großen Ausstellungen gezeigt worden waren, wurden nach 1945 nicht mehr gezeigt und auch nicht abgebildet. Das Zentralinstitut macht sie ab Oktober 2011 online wieder zugänglich, um eine gesellschaftliche und kunstgeschichtliche Debatte zu ermöglichen.[1]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Julia Voss: Ein Tabu wird gebrochen., faz.net vom 17. Oktober 2011, abgerufen am 19. Oktober 2011

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