Wilhelm Dames

Wilhelm Dames
Wilhelm Dames

Wilhelm Barnim Dames (* 9. Juni 1843 in Stolp; † 22. Dezember 1898 in Berlin) war ein deutscher Paläontologe und Geologe.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Der Vater, Louis Dames, war Appelationsgerichtsrat in Breslau. Wilhelm Dames besuchte dort ab 1858 das Maria-Magdalenen-Gymnasium. Nach dem Abitur (1864) studierte er an den Universitäten in Berlin und bei Ferdinand von Roemer in Breslau, wo er auch 1868 promovierte. 1871 war Dames Assistent am Museum für Geologie und Paläontologie der Universität Berlin (heute: Museum für Naturkunde (Berlin)). Nach der Habilitation im Jahre 1874 wurde er an der Humboldt-Universität zu Berlin 1878 außerordentlicher Professor. 1877 heiratete er die Tochter des estnischen Barons Robert v. Toll (ADB Bd. 38, S. 416-421). Und 1891 wurde Wilhelm Dames als Nachfolger von Heinrich Ernst Beyrich zum ordentlichen Professor für Geologie und Paläontologie berufen.

Leistungen

In den Jahren 1881, 1884, 1890 besuchte Dames Schweden. Über seine dort gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse schrieb er verschiedene Abhandlungen, so auch Geologische Reisenotizen aus Schweden (1881). Zusammen mit Emanuel Kayser, Professor für Paläontologie und Geologie an der Universität Marburg, gab er ab 1881 das Periodikum Paläontologische Abhandlungen heraus. Die Themen seiner Veröffentlichungen waren vor allem fossile Wirbeltiere, eiszeitliche Ablagerungen in der norddeutschen Ebene und ihre Geschiebe so wie Untersuchungen über Trilobiten und Echiniden (Seeigel). Sie erschienen in der Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft, als Abhandlungen und Sonderberichte der Preußischen Akademie der Wissenschaften, Berlin, dessen Mitglied er seit 1892 war, und in Neues Jahrbuch für Mineralogie. In der paläontologischen Literatur findet man den Namen Wilhelm (Barnim) Dames immer wieder, besonders im Zusammenhang mit dem Urvogel Archaeopteryx. Das von ihm beschriebene Exemplar trägt den Namen Archaeopteryx siemensi, weil Dames den Physiker Werner von Siemens dazu veranlassen konnte, das seltene Fossil aus dem Solnhofener Schiefer für das Museum für Naturkunde der Humboldt - Universität in Berlin zu finanzieren. Als erster deutscher Geologe unterstützte Dames die Inlandeis-Theorie von Otto Martin Torell. Besondere Verdienste erwarb er sich auch als Leiter des Geologischen Museums, Berlin. Die Privatbibliothek von Wilhelm Dames wurde 1899, ein Jahr nach seinem frühen Tod, von der Universitätsbibliothek der Berliner Humboldt-Universität angekauft.

Publikationen

  • Ueber die in der Gegend von Freiburg in Schlesien vorkommenden devonischen Ablagerungen, Breslau 1868
  • Paläontologische Abhandlungen, Hg. zus. mit E. Kayser, Berlin 1881 - 1886
  • Über Archaeopteryx, Berlin 1884
  • Über Zeuglodonten aus Ägypten und die Beziehungen der Archaeoceten zu den übrigen Cetaceen, Jena 1894
  • Die Glacialbildungen der norddeutschen Tiefebene, Berlin 1886
  • Über die Schichtenfolge der Silurbildungen Gotlands und ihre Beziehungen zu obersilurischen Geschieben Norddeutschlands, Berlin 1890
  • Über Vogelreste aus dem Saltholmskalk von Limhamn bei Malmö, Stockholm 1890
  • Die Chelonier der norddeutschen Tertiärformationen, Jena 1894
  • Gedächtnisrede auf Ernst Beyrich, Berlin 1899

Literatur

  • Autor: Dames, Wilhelm. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 3, Duncker & Humblot, Berlin 1957, S. 499.
  • Poggendorf, Biographisch-literarisches Handwörterbuch der exakten Naturwissenschaften, Bd. IV, VII a Supplement
  • Jahresbericht 1864 des Gymnasiums St. Maria Magdalena zu Breslau

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем сделать НИР

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Wilhelm Dames — Wilhelm Dames, né à Słupsk (Poméranie) le 9 juin 1843 et mort à Berlin le 22 décembre 1898, est un paléontologiste et géologue allemand de l …   Wikipédia en Français

  • Wilhelm Dames — (* 9. Juni 1843 in Stolpe; † 22. Dezember 1898 in Berlin) was a German paleontologist of the Berlin University, who described the first complete specimen of the early bird Archaeopteryx …   Wikipedia

  • Wilhelm Hanle — (January 13, 1901, Mannheim – April 29, 1993, Gießen) was a German experimental physicist. He is known for the Hanle effect. During World War II, he made contributions to the German nuclear energy project, also known as the Uranium Club. From… …   Wikipedia

  • Dames — ist der Name von Claire Dames (* 1981), US amerikanische Pornodarstellerin Michael Dames (* 1938), britischer Geograph, Archäologe (Archäologie Britanniens) und Landschaftsmythologe Wilhelm Dames (1843−1898), deutscher Paläontologe und Geologe …   Deutsch Wikipedia

  • Wilhelm Dunker — Wilhelm Dunker, eigentlich Wilhelm Bernhard Rudolph Hadrian Dunker, (* 21. Februar 1809 in Eschwege; † 13. März 1885 in Marburg war ein deutscher Geologe, Paläontologe und Zoologe. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Werke …   Deutsch Wikipedia

  • Wilhelm I. (England) — Wilhelm I. von England (Teppich von Bayeux) Kathedrale von Rouen …   Deutsch Wikipedia

  • Wilhelm der Eroberer — Wilhelm I. von England (Teppich von Bayeux) Kathedrale von Rouen Wilhelm der Eroberer, französisch Guillaume le Conquérant, englisch William the Conqueror (* 1027/28 in Falaise …   Deutsch Wikipedia

  • Wilhelm (Évreux) — Wilhelm von Évreux (frz.: Guillaume d’Évreux, latein: Willelmus Ebroicensis; † 18. April 1118) war Graf von Évreux von 1067 bis 1118. Er war der Sohn von Graf Richard von Évreux und Godehilde. Da Godehilde in erster Ehe mit Roger I. de Tosny,… …   Deutsch Wikipedia

  • Wilhelm Smets — Wilhelm Smets, Stich in einem Gedichtband ca. 1844 Wilhelm Smets (* 4. Septemberjul./ 15. September 1796greg. in Reval; † 14. Oktober 1848 in Aachen) war ein deutscher spätromantischer …   Deutsch Wikipedia

  • Dames — Dames, Wilhelm, Paläontolog, geb. 9. Juni 1843 zu Stolp in Pommern, gest. 22. Dez. 1898 in Berlin, studierte seit 1863 in Breslau und Berlin, wurde 1870 Assistent an der Bergakademie daselbst, 1871 Assistent von Beyrich am mineralogischen Museum …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”