Vereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände

Vereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände

Die Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (VDA) entstand 1913 als Zusammenschluss der Hauptstelle der deutschen Arbeitgeberverbände und des Vereins deutscher Arbeitgeberverbände. Die Organisation bestand bis zur Gründung der Deutschen Arbeitsfront und löste sich am 14. Dezember 1933 auf.

Inhaltsverzeichnis

Organisationsentwicklung

Nach dem Zusammenschluss der beiden Ausgangsorganisationen war ein einheitlicher Arbeitgeberverband entstanden. Ihm gehörten bei der Gründung 61 Hauptverbände mit zusammen 1,65 Millionen Arbeitnehmern an. Vor dem Ersten Weltkrieg organisierte der Verband zwar die Arbeitgeber wichtiger Branchen wie die Montanindustrie, die Metall- und die Textilindustrie. Aber etwa dreiviertel aller organisierten Unternehmen gehörten nicht dazu. Nach dem Krieg änderte sich dies. Im Jahr 1929 waren es 180 Hauptverbände mit 6,4 Millionen Arbeitnehmern.

Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges stand die Vereinigung dem Centralverband deutscher Industrieller und dem Bund der Industriellen nahe, nach 1919 war sie eng verbunden mit dem nun ebenfalls einheitlichen Reichsverband der Deutschen Industrie.

Zentralarbeitsgemeinschaft

Die Organisation hatte eine erhebliche sozialpolitische und allgemeinpolitische Bedeutung. Im Laufe des Ersten Weltkrieges erwies sich die gewerkschaftsfeindliche Politik der Vorkriegszeit als nicht mehr haltbar. Die Vereinigung sah sich im Oktober 1918 gezwungen die Gewerkschaften als Vertreter der Arbeitnehmer anzuerkennen. Auch die Einrichtung von paritätischen Arbeitsnachweisen, Schlichtungsausschüssen sowie Tarifverträge musste die Vereinigung vor dem Hintergrund einer drohenden Revolution akzeptieren. Den Abschluss fand diese Entwicklung im November 1918 bei der Gründung der Zentralarbeitsgemeinschaft der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Organisationen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer.

Weimarer Republik

Mit dem RDI kam es zu einer Arbeitsteilung. Während der Reichsverband für die wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Fragen zuständig war, konzentrierte sich der VDA auf die sozialen und sozialpolitischen Fragen sowie auf die Tarifauseinandersetzungen mit den Gewerkschaften. Der VDA war sozialpolitischer Vertreter der Mitgliedsverbände im Arbeitgebersinn, war zuständig für den Abschluss von Tarifverträgen und Arbeitskämpfe. Für Entschädigungszahlungen im Streikfall wurden teilweise schon vor 1914 Nebenorganisationen wie der „Deutsche Industrieschutzverband“ gegründet.

Relativ bald strebten die Arbeitgeber nach einer Abkehr vom Stinnes-Legien-Abkommen von 1918. Auf Dauer stand sie dem Fabrikkonstitutionalismus der Betriebsräte ablehnend gegenüber. Im Gegensatz zu den Ruhrindustriellen hielt der VDA aber noch während des Ruhreisenstreits an einer relativ kompromissbereiten Linie fest.

Im Juni 1933 schlossen sich der RDI und der VDA zum Reichsstand der Deutschen Industrie zusammen. Während der RDI in der Folge weiterexistierte, wurde der VDA im Dezember 1933 Teil der Deutschen Arbeitsfront.

Geschäftsführer

Präsidenten

Literatur

  • Wolfgang Schmierer: Verein Deutscher Arbeitgeberverbände. In: Gerhard Taddey (Hrsg.), Lexikon der Deutschen Geschichte. 2. überarb. Aufl. Stuttgart, 1982, ISBN 3-520-80002-0 S.1272

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем решить контрольную работу

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände — Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e.V. (BDA) hat ihren Sitz in Berlin (bis 1999 in Köln). Ihre Mitglieder sind Fachverbände aus den Bereichen Industrie, Dienstleistung, Banken, Handel, Verkehr, Handwerk und Landwirtschaft.… …   Deutsch Wikipedia

  • Verein deutscher Arbeitgeberverbände — Der Verein deutscher Arbeitgeberverbände (VdA) war ein Zusammenschluss von Arbeitgebern im deutschen Kaiserreich vornehmlich aus der Fertigwarenindustrie. Er wurde 1904 gegründet und 1913 nach der Fusion mit der Hauptstelle der deutschen… …   Deutsch Wikipedia

  • Arbeitgeberverbände — Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Ländern zu schildern. Ein Arbeitgeberverband ist ein Zusammenschluss von Arbeitgebern (Unternehmer) aus gleichen Branchen, zum Zwecke… …   Deutsch Wikipedia

  • Arbeitgeberverbände — Arbeitgeberverbände,   freiwillige Zusammenschlüsse von Arbeitgebern (besonders als Vertrags und Verhandlungspartner der Gewerkschaften) in Form privatrechtlicher Vereine mit fachlicher und regionaler Untergliederung.   In Deutschland sind die… …   Universal-Lexikon

  • Deutscher Bauernverband — Logo Der Deutsche Bauernverband (DBV) ist die größte landwirtschaftliche Berufsvertretung in der Bundesrepublik Deutschland. Inhaltsverzeichnis 1 Mitglieder …   Deutsch Wikipedia

  • Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e.V. — Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e.V. (BDA) hat ihren Sitz in Berlin (bis 1999 in Köln). Ihre Mitglieder sind Fachverbände aus den Bereichen Industrie, Dienstleistung, Banken, Handel, Verkehr, Handwerk und Landwirtschaft.… …   Deutsch Wikipedia

  • Hauptstelle der deutschen Arbeitgeberverbände — Die Hauptstelle der Deutschen Arbeitgeberverbände war eine 1904 gegründete Organisation zur Vertretung der Arbeitgeberinteressen. Sie bestand bis 1913, als sie mit dem Verein deutscher Arbeitgeberverbände zur Vereinigung Deutscher… …   Deutsch Wikipedia

  • Deutscher Beamtenbund — Der dbb Beamtenbund und Tarifunion (früher: Deutscher Beamtenbund, eigene Schreibweise: dbb beamtenbund und tarifunion) ist ein gewerkschaftlicher Dachverband von Gewerkschaften des öffentlichen Diensts und des privaten Dienstleistungssektors mit …   Deutsch Wikipedia

  • Deutscher Führungskräfteverband - ULA — Der Deutsche Führungskräfteverband (ULA) ist ein Zusammenschluss der Führungskräfteverbände der deutschen Wirtschaft. Mitglieder des Deutschen Führungskräfteverbandes sind sechs Verbände, die insgesamt rund 50.000 Leitende Angestellte,… …   Deutsch Wikipedia

  • Deutscher Führungskräfteverband — Der Deutsche Führungskräfteverband (ULA, abgeleitet vom ursprünglichen Namen Union der Leitenden Angestellten ) ist ein Zusammenschluss der Führungskräfteverbände der deutschen Wirtschaft. Mitglieder des Deutschen Führungskräfteverbandes sind… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”