Teresa Brewer

Teresa Brewer

Teresa Brewer (* 7. Mai 1931 in Toledo, Ohio; † 17. Oktober 2007 in New Rochelle, New York; eigentlich Theresa Breuer) war eine US-amerikanische Popsängerin.

Inhaltsverzeichnis

Der Kinderstar

Teresa war erst zwei Jahre alt, als ihre Mutter sie in ihrer Heimatstadt zum Casting für die Radioshow „Uncle August’s Kiddie Show“ des Senders WSPD mitnahm. In der Show trat sie für Kekse und Kuchen auf, die der Sponsor gestiftet hatte. Teresa erhielt nie Gesangsunterricht, nahm aber einige Stunden Stepptanz-Unterricht. Im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren sang und tanzte sie als ständiger Gast in der „Major Bowes Amateur Hour“, einer Radioshow, die zu ihrer Zeit in den USA sehr populär war.

Mit zwölf Jahren kam Teresa wieder nach Toledo, um eine Schule zu besuchen. Die Tourneen waren damit vorläufig vorbei, sie trat aber weiter im örtlichen Hörfunk auf.

Im Januar 1948 gewann die 16-jährige Teresa einen Wettbewerb in Toledo und wurde – mit drei weiteren Gewinnern – nach New York geschickt, um in einer Talentshow namens „Stairway to the Stars“ aufzutreten. Etwa zu dieser Zeit änderte sie die Schreibweise ihres Namens, da sie nacheinander eine Reihe von Talentwettbewerben gewann und in Nachtclubs in New York (darunter auch im berühmten Latin Quarter) auftrat.

Plattenvertrag und erste Erfolge

Künstleragent Richie Lisella hörte sie singen und nahm ihre Karriere in seine Hände. 1949 bekam Teresa einen Plattenvertrag bei London Records und nahm mit den Dixieland All-Stars für eine Schallplatte den Titel „Copenhagen“ auf. B-Seite sollte der Song „Music! Music! Music!“ (von Stephen Weiss und Bernie Baum) sein. Diese B-Seite wurde dann jedoch der Hit – die Single verkaufte sich mehr als eine Million Mal, und der Song wurde so etwas wie Teresas musikalisches Erkennungszeichen. Sie wurde „der Teenagerstar der frühen 1950er Jahre in den USA, zu vergleichen mit der deutschen Kleinen Cornelia alias Conny Froboess“.[2]

Weitere humorvolle Songs wie „Choo’n Gum“ oder „Molasses, Molasses“ folgten 1950 als Top 20-Hits. Obwohl Teresa lieber Balladen sang, war „Longing for You“ 1951 zunächst die einzige, die sie davon in die Charts bringen konnte. 1951 wechselte sie das Musiklabel, ging zu Coral Records. Mittlerweile war sie verheiratet und hatte eine Tochter, Kathleen. Bis 1956 kamen noch die Töchter Susan and Megan dazu. Da Brewer nie gelernt hatte, Noten zu lesen, schickte ihr die Plattenfirma immer ein Demoband mit dem Song, damit sie die Melodie kennen lerne. Trotzdem ging es mit Hits weiter, unter anderem mit „Gonna Get Along Without You Now“ (1952), einem Song, der über die Jahre auch für diverse andere Künstler zum Hit wurde (unter anderem von Patience and Prudence 1956, Skeeter Davis 1964, Trini Lopez 1967 und Viola Wills 1979). Ebenfalls 1952 nahm Teresa „You’ll Never Get Away“, als Duett mit Don Cornell auf, und 1953 kam ihr Millionenseller „Till I Waltz Again with You“ auf den Markt.

Internationale Karriere

Weitere Hits in den Jahren 1953 bis 1955 waren unter anderem „Dancin’ with Someone“, „Ricochet“, „Bell Bottom Blues“, „Our Heartbreaking Waltz“ und „Skinnie Minnie“. Während dieser Jahre sang sie auch weiterhin in den großen Nachtclubs in New York, Chicago, Las Vegas und anderen Städten der USA.

Mitte der 1950er Jahre coverte sie eine Reihe von Rhythm and Blues – („Pledging My Love“, „Tweedlee Dee“, „A Tear Fell“ und „Bo Weevil“,) und Country-Songs („Jilted“, „A Sweet Old-Fashioned Girl“ und „Let Me Go Lover“, das bekannter wurde in der Version von Joan Weber). Mit einigen dieser Songs erreichte sie nun auch in Großbritannien die Top 10.

1956 war sie Co-Autorin von „I Love Mickey“, einem Song über den New York Yankees Baseball-Spieler Mickey Mantle, der auf der Platte mit Teresa sang. Während die meisten sie als eine „einfache“ Popsängerin klassifizieren, haben doch viele ihrer Songs bereits einen klaren Rock-Beat, speziell „Ricochet“, „Jilted“ und „A Sweet Old Fashioned Girl“.

1957 brachte sie noch mehr Coverversionen heraus: den Countrysong „Teardrops in My Heart“ und die R&B- Songs „You Send Me“ und „Empty Arms“; außerdem konnte sie in Großbritannien „Nora Malone“ in den Hitparaden platzieren. Ihre vierte Tochter Michelle wurde 1958 geboren. 1960 hatte sie in den britischen Chart ihren letzten Hit mit „How Do You Know It’s Love“; ihr letzter US-Chart Hit war 1961 „Milord“, eine englischsprachige Version des Chansons von Édith Piaf. 1962 ging sie zu Philips Records, und wechselte später noch mehrmals das Label – aber in die Hitparaden schaffte sie es nie wieder.

Insgesamt nahm Teresa Brewer etwa 600 Songs auf. Für ihren Beitrag zur Schallplattenindustrie wurde sie mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame geehrt.

1972 heiratete Brewer den Jazzproduzenten Bob Thiele († 1996).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Die britischen Chartnotierungen nach Ehnert, Günter (Hrsg.): Hit Records. British Chart Singles 1950-1965. Hamburg: Taurus Press, 1988, S. 21
  2. Frank Laufenberg, Ingrid Laufenberg: Frank Laufenbergs Rock- und Pop-Lexikon, Band 1. Econ, Düsseldorf, 5. Auflage 2000, S. 188, ISBN 3-612-26206-8

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