Säulendiagramm

Säulendiagramm
Säulendiagramm
gestapeltes Säulendiagramm
Gruppiertes Säulendiagramm
Überlappendes Säulendiagramm

Das Säulendiagramm, bei sehr schmalen Säulen auch Stabdiagramm genannt[1], ist ein Diagramm, das durch auf der x-Achse senkrecht stehende, nicht aneinander grenzende Säulen (Rechtecke mit bedeutungsloser Breite) die Häufigkeitsverteilung einer diskreten (Zufalls-)Variablen veranschaulicht.[2] Das Säulendiagramm eignet sich besonders, um wenige Ausprägungen (bis ca. 15) zu veranschaulichen. Bei mehr Kategorien leidet die Anschaulichkeit und es sind Liniendiagramme zu bevorzugen.

Erstmals entwickelt wurden Stabdiagramme durch den Kameralisten August Friedrich Wilhelm Crome.

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Das Säulendiagramm ist eine höhenproportionale Darstellungsform einer Häufigkeitsverteilung, da die Höhe einer Säule proportional zur Häufigkeit der entsprechenden Merkmalsausprägung ist.[3] Besitzen alle Säulen die gleiche Breite, d.h. ist die Säulenbreite über alle Merkmalsausprägungen konstant, impliziert die Höhenproportionalität auch Flächenproportionalität.

Im Gegensatz zur Liniendarstellung schließt eine Säule optisch alle Werte vom Ursprung bis zum Endwert ein. Deswegen eignen sich Säulen nicht für jede Anwendung. Abhängig vom Wert kann die Säule nach oben oder nach unten wachsen.

Sonderformen

Gestapeltes Säulendiagramm

Gestapelte Säulendiagramme, auch Stapeldiagramme genannt, stellen relative Häufigkeiten in einer Rechtecksäule dar. Die jeweiligen Häufigkeiten werden demnach als Flächen dargestellt.[4] Die einzelnen Werte werden übereinander angeordnet und die Rechtecksäule bildet den Gesamtwert ab. Gesamtwerte werden auf diese Weise besser vergleichbar. Jedoch ist das Stapeldiagramm weniger gut geeignet, um Veränderungen der abgebildeten Anteile abzulesen.[5]

Gruppiertes Säulendiagramm

Das gruppierte Säulendiagramm bildet die Werte mehrerer Kategorien nebeneinander ab. Die verschiedenen Variablen sind somit direkt miteinander vergleichbar. Die aggregierten Daten können in diesem Diagrammtyp jedoch schwer abgelesen und verglichen werden.[5]

Überlappendes Säulendiagramm

In einem überlappenden Säulendiagramm werden die Säulen eines jeweiligen Merkmals überlappt dargestellt. Diese Darstellungsvariante wird häufig für mehrere Zeitreihen verwendet. Diesbezüglich findet sich die neueste Zeitreihe im Vordergrund und dementsprechend sind ältere Zeitreihen teilweise verdeckt.[6]

Balkendiagramm

Das Balkendiagramm ist dem Säulendiagramm sehr ähnlich. Der einzige Unterschied besteht in der Art der Visualisierung. Denn ein Balkendiagramm ist ein um 90° gedrehtes Säulendiagramm, d.h. dass anstatt der vertikalen Säulen horizontale Balken zu sehen sind. Besonders gut sind Balkendiagramme für die Darstellung von Rangfolgen geeignet.[7]

Weitere Sonderformen sind das Paretodiagramm und das Wasserfalldiagramm.

Literatur

  • David Ray Anderson, Dennis Sweeney, Thomas Williams: Statistics for business and economics. 2. Auflage, South-Western Educational Publishing, London 2010, ISBN 978-1-4080-1810-1.
  • Andreas Büchter, Hans-Wolfgang Henn: Elementare Stochastik - Eine Einführung in die Mathematik der Daten und des Zufalls. Springer Verlag, Berlin/Heidelberg 2005, ISBN 3-540-27368-9.
  • Barbara Hey: Präsentieren in Wissenschaft und Forschung. Springer Verlag, Berlin/Heidelberg 2011, ISBN 978-3-642-14587-2.
  • Ingo Kett, Gerhard Schewe: Management Skills - Beziehungen nutzen, Probleme lösen, effektiv kommunizieren. Gabler Verlag, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-8349-8527-9.
  • Wolfgang Kohn, Riza Öztürk: Statistik für Ökonomen. Datenanalyse mit R und SPSS. Springer Verlag, Berlin/Heidelberg 2011, ISBN 978-3-642-14585-8.
  • Hans-Joachim Mittag: Statistik. Eine interaktive Einführung. Springer Verlag, Berlin/Heidelberg 2011, ISBN 978-3-642-17846-7.
  • Rainer Schlittgen: Das Statistiklabor. Einführung und Benutzerhandbuch. Springer Verlag, Berlin/Heidelberg 2005, ISBN 3-540-26520-1.
  • Daniel Wollschläger: Grundlagen der Datenanalyse mit R. Eine anwendungsorientierte Einführung. Springer Verlag, Berlin/Heidelberg 2010, ISBN 978-3-642-12228-6.

Weblinks

 Commons: Säulendiagramme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Säulendiagramm – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Bernd Rönz, Hans G. Strohe (1994), Lexikon Statistik, Gabler Verlag, S. 335
  2. Bernd Rönz, Hans G. Strohe (1994), Lexikon Statistik, Gabler Verlag, S. 320
  3. H.J. Pinnekamp, F. Siegmann: Deskriptive Statistik. 4. Auflage. Oldenbourg, 2001, S. 40.
  4. Andreas Büchter/ Hans-Wolfgang Henn: Elementare Stochastik - Eine Einführung in die Mathematik der Daten und des Zufalls. 2005, S. 27.
  5. a b Barbara Hey: Präsentieren in Wissenschaft und Forschung. 2011, S. 117.
  6. Ingo Kett/ Gerhard Schewe: Management Skills - Beziehungen nutzen, Probleme lösen, effekitv kommunizieren. 2010, S. 141.
  7. Andreas Büchter/ Hans-Wolfgang Henn: Elementare Stochastik - Eine Einführung in die Mathematik der Daten und des Zufalls. 2005, S. 26 f.

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