Sliema


Sliema
Sliema
Wappen Karte
Sliema coa.svg Sliema in Malta.svg
Basisdaten
Fläche: 1,3 km²
Einwohner: 13.508 (Dezember 2009)
Bevölkerungsdichte: 10.391 Einw. je km²
Zeitzone: UTC+1
Postleitzahl: SLM
Bürgermeister: Johanna Gonzi (PN)
Website: www.sliema-malta.com

Sliema ist eine moderne lebhafte Stadt an der Nordostküste der Insel Malta mit vielen Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Hotels und großstädtischer Atmosphäre und einer bedeutenden Wirtschafts- und Wohngegend. Sliema, was so viel wie Frieden bedeutet, war einst ein sehr ruhiger Fischerort auf einer Halbinsel gegenüber von Valletta. Heute sind Sliema und das küstenaufwärts gelegene St. Julian's Maltas wichtigste Urlaubsorte am Meer, vor allem für Sprachreisende und wegen des milden Winterklimas auch für ältere Touristen.

An der Küste stehen fünf militärische Anlagen: der St. Julians Tower aus dem 17. Jahrhundert, Fort Sliema aus der Zeit um 1880, die Cambridge Battery, die Garden Battery und Fort Tigne von 1760, gegenüber von Fort St. Elmo. Vom Hafen fahren zahlreiche Ausflugsschiffe sowie eine Fähre nach Valletta ab. Die Deutsche Botschaft befindet sich in der Tower Road.

Inhaltsverzeichnis

Der Einfluss der Briten

In Sliema wird vorrangig Englisch gesprochen, was es von allen anderen Dörfern und Städten Maltas unterscheidet. Der Gebrauch von Englisch sprang letztendlich auch auf die benachbarten Städte Swieqi und St. Julian's ebenso wie auf gehobenere Gegenden wie Attard und Balzan über. Sliema hat eine beachtliche Anzahl von Straßen, die nach britischen Gouverneuren oder Orten benannt sind, wie z. B. Norfolk Street, Prince of Wales Road (die sogar von Prinz Albert persönlich eingeweiht wurde, als er die Insel besuchte), Graham Street, Milner Street, Fort Cambridge und viele andere.

Politik

Die Menschen in Sliema unterstützen vornehmlich die Nationalisten und sind wohl die schärfsten Befürworter der Europäischen Union. Das könnte ein Grund dafür sein, dass die konservative Partit Nazzionalista (PN) 75% der Wählerstimmen bei den landesweiten Wahlen im Jahr 2003 bekam. Daneben gibt es auch wachsende Sympathien für die grün-alternative Alternattiva Demokratika (AD).

Geschichte

Bei der großen Belagerung im Jahr 1565, war il-Qortin – so hieß Sliema damals – ein Zeltlager für die türkischen Truppen von Dragut. Er ließ an der Stelle wo heute das Fort Tigne steht eine Geschützbatterie aufstellen, um von hier aus Fort St.Elmo unter Kreuzfeuer zu nehmen. Teilweise wird der Platz immer noch als "Draguts Point" bezeichnet.

Sliema hat seinen Namen eventuell von einer Kapelle der Heiligen Jungfrau, die als Blinklicht und Orientierungspunkt die wenigen Fischer vorbei am Fort Tigne, das vom Malteserorden im späten 18. Jahrhundert errichtet und später von den Briten erweitert wurde, sicher in den Hafen geleitete. Der Name könnte demnach aus dem Gebet „Gegrüßet seist du, Maria" (maltesisch „Sliem Għalik Marija", gesprochen Sliem a Maria) abstammen.

Straßenszene mit verzierten Balkonen im Stadtinneren

Im frühen 20. Jahrhundert begann sich die Stadt schnell zu einer Sommerresidenz für die reicheren Schichten des nahen Valletta zu entwickeln. Deren elegante Villen und Stadthäuser säumen noch heute die ruhigen, landeinwärts führenden Straßen. Am nördlichen Ende der Stadt befand sich das Arbeiterviertel, bekannt als The Lazy Corner, zu deutsch etwa Die träge Ecke, das seinen Namen offensichtlich einer Kneipe zu verdanken hatte, in der Einheimische wie britische Soldaten verkehrten und die auch heute noch steht, obgleich sich die Einrichtung aufgrund neuer Bauentwicklungen verändert hat. Verschiedene viktorianische Gebäude zierten damals eine drei Kilometer lange Promenade, von der man eine schöne Sicht auf wilde Felsen, Farmen und sogar einen kleinen sandigen Strand hatte. Die Farm wurde 1990 aufgegeben und in einen Küstengarten, bekannt als Ġnien Indipendenza (Unabhängiger Garten), verwandelt. Die viktorianischen Gebäude wurden abgerissen und durch vielstöckige Luxusapartementblocks ersetzt. Einige Häuser bestehen allerdings noch in den engen Straßen von Sliema und haben so die gewaltige Entwicklung hin zum Modernen überlebt. Das Vorgebirge von Sliema bietet teilweise atemberaubende Blicke über Valletta und, auf der anderen Seite, die offene See. Die Strandpromenade, die für einige Kilometer von Gżira im Süden Sliemas bis St Julian's verläuft, ist ideal für Spaziergänger und Jogger. Es gibt ausreichend Sitzgelegenheiten und so wird die Meeresfront an lauen Sommernächsten ein geschäftiger Treffpunkt für Einheimische.

Bevölkerung und berühmte Einwohner

Sliemas Bevölkerung bewegt sich heute um die 14.000 Menschen. Bis vor 30 Jahren war es mit 26.000 Einwohnern noch die bevölkerungsreichste Stadt in Malta, doch aufgrund seiner hohen Grundstückspreise sind viele, vor allem junge Leute, den Preisen nicht mehr gewachsen und müssen die Stadt verlassen. Ein Teil derjenigen, die die Stadt verlassen haben, ließen sich im benachbarten Gżira, Birkirkara und außerdem in Swieqi nieder, das zusammen mit St. Julian's als Sliemas Stadtrand betrachtet wird. Heutzutage profitiert die Stadt von Personen ausländischer Staatsangehörigkeit, die einen Teil des Jahres in Sliema verbringen.

Die Stadt war außerdem Wohnort des ehemaligen Premierministers George Borg Olivier und Geburtsort des ehemaligen Premierministers und Oppositionsführers Dr. Alfred Sant. Sliema beherbergte darüber hinaus vorübergehend einen der führenden Denker um die Wende zum 20. Jahrhundert, Manwel Dimech. Die Lower Prince of Wales Road wurde inzwischen zu seinen Ehren umbenannt.

Kirchen

Sliema hat eine Reihe von Kirchen wie die Jesus von Nazareth gewidmete In-Nazzarenu oder die der Heiligen Jungfrau geweihte Sacre Cuor, welche die älteste Pfarrkirche Sliemas aus dem Jahr 1878 ist. Des Weiteren trifft man auf die altehrwürdige Kapelle Mount Carmel und eine Gregor I. gewidmete Kirche.

Sport

Der bekannteste Sportverein der Stadt heißt Sliema Wanderers. Die Wanderers gewannen bereits 26 Mal die maltesische Fußballmeisterschaft (zuletzt 2005) und sind damit Rekordmeister des Inselstaates.

Weblinks

 Commons: Sliema – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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