Silvia Staub-Bernasconi

Silvia Staub-Bernasconi

Silvia Staub-Bernasconi (* 12. Mai 1936 in Zürich) ist eine Schweizer Sozialarbeiterin und Sozialarbeitswissenschaftlerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach dem Studium zur Sozialarbeiterin an der Schule für Soziale Arbeit in Zürich studierte sie als UNO-Stipendiatin Social Work in den USA (Minnesota, Minneapolis, New York). Danach studierte sie Soziologie, Sozialethik und Pädagogik in Zürich, wo sie auch zur Dr. phil. promovierte. Sie arbeitete als Sozialarbeiterin im Streetwork, im Sozialdienst und in Projekten des Jugend- und Ausländerbereichs. Ab 1976 dozierte sie an der Schule für Soziale Arbeit in Zürich (heutige Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften - Departement Soziale Arbeit). Viele Impulse für ihre wissenschaftliche Arbeit erhielt sie unter anderem von Werner Obrecht. Sie hielt zahlreiche Vorträge im In- und Ausland und veröffentlichte viele Publikationen. Sie wurde Dozentin an mehreren Universitäten (z.B. Trier, Berlin) und seit 1998 Professorin an der Technischen Universität Berlin. Über die Zeit hinweg hielt sie eine Enge Verbindung zur Praxis der Sozialen Arbeit, engagierte sich z.B. im schweizerischen Frauenrat für Aussenpolitik und anderen Frauenprojekten. In ihrer Dissertation (1983) legte sie das Fundament einer eigenen Theorie, die sie im Laufe der Zeit stets weiterentwickelte.

Wissenschaftsverständnis

Staub-Bernasconi konzentriert sich in ihrer Arbeit auf das Professionswissen der Sozialen Arbeit und lehnt es prinzipiell ab, dass sich Sozialarbeitende "Hilfe von aussen" holen müssten. Sie verweist dabei auf die entsprechende umfangreiche nationale/internationale Literatur und fordert von der Sozialen Arbeit mehr Besinnung auf sich selbst, sowie mehr Selbstbewusstsein bezüglich der Theorie. Soziale Arbeit bedeutet für sie eine "sozial gebündelte, reflexive wie tätige Antwort auf bestimmte Realitäten, die als sozial und kulturell problematisch bewertet werden[1]". Dies begründet ihren sehr breitgefächerten Arbeits- und Forschungsbereich.

Werke

  • 1983: Theoriebezogene Fort- und Weiterbildung in der Sozialarbeit. In: Sozialarbeit 11 (15) 20-36
  • 1983: Soziale Probleme – Dimensionen ihrer Artikulation – Umrisse einer Theorie Sozialer Probleme als Beitrag zu einem theoretischen Bezugsrahmen Sozialer Arbeit. Dissenhofen
  • 1983: Ein ganzheitliches Methodenkonzept – Wunschtraum? Chance? Notwendigkeit? Problembezogene Arbeitsweisen in der Sozialen Arbeit. In: Hrsg.) et al.: Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit. Entwicklung und Zukunftsperspektiven. Bern, Stuttgart 277-316
  • 1983: Theorie und Praxis der sozialen Arbeit : Entwicklung und Zukunftsperspektiven ; Festschrift zum 75-jährigen Bestehen der Schule für Soziale Arbeit Zürich. Bern , Haupt
  • 1986: Soziale Arbeit als eine besondere Art des Umgangs mit Menschen, Dingen und Ideen. Zur Entwicklung einer handlungstheoretischen Wissensbasis Sozialer Arbeit. In: Sozialarbeit 10 (18) 2-71
  • 1989: Soziale Arbeit und Ökologie 100 Jahre vor der ökologischen Wende. Ein Vergleich der theoretischen Beiträge von Jane Addams (1860-1935) und Wolf Rainer Wendt (1982). In: neue praxis 4 (19) 283-309
  • 1991: Das Selbstverständnis Sozialer Arbeit in Europa: frei von Zukunft – voll von Sorgen?. In: Sozialarbeit 2 (23) 2-32
  • 1994: Soziale Probleme – soziale Berufe – soziale Praxis. In: Heiner, Maja/Meinhold, Marianne/Spiegel, Hiltrud von/Staub-Bernasconi, Silvia: Methodisches Handeln in der Sozialen Arbeit. Freiburg i. Br. 11-101
  • 1995: Das fachliche Selbstverständnis Sozialer Arbeit – Wege aus der Bescheidenheit: Soziale Arbeit als Human Rights Profession. In: Wolf Rainer Wendt (Hrsg.: Soziale Arbeit im Wandel ihres Selbstverständnisses – Beruf und Identität. Lambertus, Freiburg 1995. (PDF-Datei; 173 KB)
  • 1995: Systemtheorie, soziale Probleme und Soziale Arbeit: lokal, national, international oder: vom Ende der Bescheidenheit. Bern, Stuttgart, Wien
  • 2007: Soziale Arbeit als Handlungswissenschaft, Systemische Grundlagen und professionelle Praxis - Ein Lehrbuch. Bern, Haupt

Literatur

  • Mißler, Margit (1987): Theorieansätze in der Sozialpädagogik/Sozialarbeit: eine vergleichende Analyse d. Konzepte v. Silvia Staub-Bernasconi u. Hans Thiersch. Trier, Abt., Univ.
  • Schmocker, Beat (Hrsg.): Liebe, Macht und Erkenntnis. Silvia Staub-Bernasconi und das Spannungsfeld Soziale Arbeit. Freiburg im Breisgau.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Staub-Bernasconi, Silvia (1991): Das Selbstverständnis Sozialer Arbeit in Europa: frei von Zukunft – voll von Sorgen?. In: Sozialarbeit 2

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