Samboja Lestari

Samboja Lestari

Samboja Lestari (auf Deutsch: „ewiges Samboja“) ist ein Aufforstungsprojekt der Borneo Orangutan Survival Foundation (BOS) auf Borneo. Dort konnte seit 2001 ein Gebiet von inzwischen über 1.800 ha erworben werden, welches früher von Regenwald bedeckt war. Von diesem war nach intensiver Rodung in den letzten Jahren nur Grasland übrig geblieben. BOS forstet dieses Gebiet seit 2001 auf und kann schon sichtbare Erfolge verzeichnen, obwohl bis vor kurzem galt: Regenwald, der einmal zerstört wurde, ist unwiederbringlich verloren.

Inhaltsverzeichnis

Rückkehr der Artenvielfalt

Zwar steht hier noch nicht wieder ein so artenreicher Regenwald wie in den Urwäldern Borneos oder auch am Amazonas oder im Kongobecken. Aber aus einer Grassteppe ist seit 2001 ein junger Regenwald geworden, der sich im Lauf der Zeit zu einem Dschungel entwickeln wird, wie wir ihn aus den Urwäldern kennen. Auch jetzt ist bereits ein deutlicher Fortschritt zu erkennen. Denn im tropischen Klima auf Borneo wachsen Pflanzen um ein Vielfaches schneller als in Europa. Eine Höhe von bis zu 17 Metern kann ein Baum innerhalb von vier Jahren erreichen. Und dort, wo vor wenigen Jahren noch Grassteppe war, umschließt jetzt schon dichter Wald das Hauptquartier von BOS, das auch im Samboja-Lestari-Gebiet liegt. Inzwischen sind rund 70 Vogelarten (z. B. der seltene Nashornvogel), Stachelschweine, Zwerghirsche und viele andere Tierarten wieder zurückgekehrt. Sogar die bedrohten Nasenaffen sind eine von sieben Primatenarten, die das Gebiet inzwischen wieder bewohnen. Nachts gibt es jetzt wieder das hier sehr willkommene „Problem“, wegen der vielen Tierlaute und -rufe nur schwer einschlafen zu können. Mittelfristiges Ziel ist es, den Wald so weit zu entwickeln, dass auch Orang Utans, Malaienbären und die sonstigen Waldbewohner Borneos dort leben können.

Finanzierung

Zur Finanzierung hat die BOS unter anderem ein System zum symbolischen Landkauf entwickelt. Auf einer eigens eingerichteten Website kann man symbolisch Quadratmeter im Gebiet von Samboja Lestari „kaufen“ und finanziert so Aufforstung, eine Baumschule, Gehälter für indonesische Mitarbeiter, den dringend nötigen Feuerschutz und vieles mehr, was zum Erfolg des Projektes beiträgt. Da auf Borneo immer mehr Regenwald gerodet wird und somit auch immer mehr Orang Utans in den Stationen der BOS aufgenommen werden müssen, ist ein Finanzierung durch Spenden weiterhin nötig. Das gleiche gilt auch für Sachspenden wie Verbandsmaterial, Medikamente, Feuerbekämpfungsausrüstung usw., welche nach Möglichkeit von der Borneo Orangutan Survival Foundation (BOS) nach Borneo gebracht werden.

Feuerschutz

Neben Holzeinschlag und Rodung für Palmölplantagen stellt Feuer die größte Gefahr für den Regenwald auf Borneo da. Obwohl die beiden erstgenannten für Samboja Lestari nicht bedrohen, ist auch Samboja Lestari immer wieder von Feuer bedroht. Eine Hauptaufgabe der Mitarbeiter vor Ort liegt daher im Feuerschutz. Zu diesem Zweck wurde auf dem Gelände unter anderem ein Feuerturm errichtet. Außerdem wird ein zentrales Wassersammelbecken errichtet, aus dem über Schläuche schnell Löschwasser zu einem Brandort geleitet werden kann. Zur Feuerbekämpfung stehen, für den Einsatz in unzugänglichem Gelände sehr gut geeignete, tragbare Löschbeutel mit Spritzen, Spaten und zwei vom Tierpark Hagenbeck gestiftete, gebrauchte, geländegängige Löschfahrzeuge (Unimogs) zur Verfügung. Allerdings werden weiterhin Löschvorrichtungen und bis jetzt kaum vorhandene Feuerschutzkleidung und Atemschutzmasken dringend benötigt. Auch mehr und vor allem kleine und schnelle Löschfahrzeuge werden gebraucht. BOS stellt nicht nur eine Feuerwehr für Samboja Lestari, sondern bekämpft auch die Feuer in dem unter vorläufiger BOS-Verwaltung gestellten Mawas-Gebiet, in dem ca. 3000 Orang-Utans leben.

Unterstützung der Bevölkerung

Die lokale Bevölkerung rund um das Gebiet ist in das Projekt eingebunden. So wird rund um das zukünftige Regenwaldgebiet ein Gürtel aus Zuckerpalmen gepflanzt. Dieser soll zum einen als Schutzbarriere vor Feuer dienen und zum anderen als Einkommensquelle für über 650 Familien. Außerdem können einheimische Bauern in der Anpflanzungsphase Früchte zwischen den wachsenden Bäumen anbauen. So werden zum einen die jungen Bäume vor Überwucherung durch das schnell wachsende Alang-Alang-Gras und der Boden vor Abtragung durch Wind und Regen geschützt. Dabei ist BOS selbst ein Abnehmer der dort geernteten Früchte. Allein für die Orang-Utan-Rehabilitationsstation Wanariset Samboja werden pro Tag 1000 kg Früchte als Futter benötigt. Samboja Lestari erfährt die Unterstützung der dort ansässigen Menschen vor allem durch Arbeitsplätze, das Feuerschutzprogramm und die Sicherung von Trinkwasserressourcen. Das Pilotprojekt könnte zudem zukünftig als Wasserreservoir für die nahe gelegene Stadt Balikpapan dienen, welche über Wasserleitungen mit zehn Millionen Kubikmetern Trinkwasser versorgt werden könnte. Dies ist ein weiterer Beweis dafür, dass Tier- und Umweltschutz auch direkt den Menschen vor Ort zugute kommen soll und kann.

Überwachung

Das Aufforstungsgebiet wird auf verschiedene Art und Weise vor illegalem Holzeinschlag und Brandrodung geschützt. Zum einen wird zwischen dem Zuckerpalmring und dem eigentlichen Regenwaldgebiet ein Gürtel aus stacheligen Salakpalmen gepflanzt. Dieser erschwert es möglichen Holzdieben, überhaupt erst in das Gebiet vorzudringen. Außerdem wird Samboja Lestari regelmäßig aus der Luft mit Ultraleichtflugzeugen und von Satelliten überwacht. So ist möglicher Holzeinschlag schnell zu erkennen. Diese Dokumentation hat außerdem einen schönen Nebeneffekt. Durch die Luft- und Satellitenbilder können sich Quadratmeterinhaber (siehe Finanzierung) einen Eindruck verschaffen, wie es mit der Aufforstung auf „ihren“ Quadratmetern vorangeht.

Weblinks


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