Prisenkommando


Prisenkommando

Prisenkommando bezeichnete im Seekrieg ein Enterkommando, das bereits im 16. Jahrhundert Anwendung fand. Für diese Aufgabe wurden Seeleute speziell ausgebildet. Ihre Aufgabe war es, die Papiere und die Ladung aufgebrachter (feindlicher und neutraler) Schiffe zu kontrollieren.

Handelsschiffe oder Blockadebrecher wurden angehalten, wenn sie unter gegnerischer Flagge fuhren oder wenn Grund zur Annahme bestand, dass sie Banngut führten (d. h. gegnerischer Ziel/Starthafen).

Das Entern eines Frachters im Ersten Weltkrieg sowie Zweiten Weltkrieg lief wie folgt ab:

  1. Das Schiff (meist Frachter) wurde gestoppt; durch Funken, Morsen mit Lampe oder durch Beschuss (der berühmte „Schuss vor den Bug“).
  2. Danach setzte das Prisenkommando mit Barkasse oder Ruderboot über.
  3. Sobald es an Bord gelangt war, wurde das Schiff untersucht und die Papiere/Ladung kontrolliert.

Wurde dabei festgestellt, dass das Schiff als Prise genommen werden durfte, wurde entschieden, was mit dem Schiff weiter geschehen solle. In den meisten Fällen wurde es schnell versenkt. Erschien die Fracht als nützlich, so fuhren Prisenschiffe auch oft in Begleitung der Kriegsschiffe einige Zeit weiter, um etwa Hilfskreuzern als Versorgungsschiff zu dienen oder um Gefangene aufzunehmen. In diesem Fall oder wenn die Fracht von großem Wert war, wurde versucht mit dem Frachtschiff in einen eigenen Hafen zu gelangen. Dabei blieb das Prisenkommando dauerhaft an Bord. Es besetzte alle wichtigen Posten an Bord und übernahm das Kommando. Die ursprüngliche Besatzung blieb an Bord und wurde angeheuert.

Siehe auch


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Prisenkommando — Pri|sen|kom|man|do, das: ↑Kommando (3 a), das dazu abgestellt ist, eine ↑Prise (2) aufzubringen …   Universal-Lexikon

  • Prisenkommando — Pri|sen|kom|man|do …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Lauenburg (1938) — Prisenkommando der HMS Tartar beim Entern der Lauenburg Der ehemalige Trawler Lauenburg (WBS 3) war ein Wetterbeobachtungsschiff (WBS) der deutschen Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg. Das Schiff war nach der norddeutschen Stadt Lauenburg benannt …   Deutsch Wikipedia

  • Seewölfe Korsaren der Weltmeere — Seewölfe, Korsaren der Weltmeere ist eine Heftroman Serie, die im Jahr 1975 vom Pabel Moewig Verlag produziert und vertrieben wurde. Die ersten 11 Hefte dieser Serie waren noch Übersetzungen eines Großteils der Fox Romane von Adam Hardy (Kenneth… …   Deutsch Wikipedia

  • ENIGMA — Markenschild der ENIGMA Die deutsche Schlüsselmaschine ENIGMA …   Deutsch Wikipedia

  • ENIGMA-M4 — Die nur von den deutschen U Booten eingesetzte Schlüsselmaschine ENIGMA M4 ist die kryptographisch stärkste ENIGMA Variante Die ENIGMA M4 (auch Schlüssel M genannt, genauer: Schlüssel M Form M4) ist eine Rotor Schlüsselmaschine, die im Zweiten… …   Deutsch Wikipedia

  • Gefecht in der Dänemarkstraße — Das Unternehmen Rheinübung war eine Operation der deutschen Kriegsmarine im Seekrieg des Zweiten Weltkriegs. Die Operation sollte den Druck auf die Nachschubtransporte zu den britischen Inseln erhöhen und den U Boot Krieg unterstützen. Im Verlauf …   Deutsch Wikipedia

  • Handelsstörkreuzer — Hilfskreuzer waren umgerüstete, bewaffnete Handelsschiffe oder Passagierdampfer für den Handelskrieg. Inhaltsverzeichnis 1 Allgemeines 2 Deutsche Hilfskreuzer im Ersten Weltkrieg 3 Deutsche Hilfskreuzer im Zweiten Weltkrieg 4 Siehe auch …   Deutsch Wikipedia

  • I-400 — Japanisches U Boot I 401 am 15. September 1945 Schiffsdaten Herkunftsland: Japan Bestimmung: Strategisches Untersee Flugzeugmutterschiff …   Deutsch Wikipedia

  • Nikolaus zu Dohna-Schlodien — Nikolaus Burggraf und Graf zu Dohna Schlodien (* 5. April 1879 in Mallmitz; † 21. August 1956 in Baierbach) war ein deutscher Seeoffizier, Führer eines Freikorps und Schriftsteller. Inhaltsverzeichnis 1 Leben vor dem Ersten Weltkrieg 2 Pirat des… …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.