Modibo Keita


Modibo Keita

Modibo Keïta (* 4. Juni 1915 in Bamako; † 16. Mai 1977 in Kidal) war von 1960 bis 1968 Staatspräsident von Mali.

Inhaltsverzeichnis

Jugend

Keïta stammte aus dem Stadtviertel Coura in Bamako, der Hauptstadt des damaligen französischen Sudan. Die Familie gehörte zu den Malinke. Nach dem Schulbesuch in seiner Heimatstadt besuchte er 1934 die École normale supérieure William Ponty in Dakar wo er zu den besten Schülern gehörte. Seit 1936 arbeitete er als Lehrer in Bamako, Sikasso und Timbuktu. Er engagierte sich in Theater- und Jugendgruppen.

Politiker

1937 war er gemeinsam mit Ouezzin Coulibaly Mitbegründer der Gewerkschaft syndicat des enseignants d’Afrique occidentale Française. 1943 gründete er die Zeitschrift L’œil de Kénédougou, in der er die Kolonialverwaltung kritisierte. Seine Haltung brachte ihn später kurzzeitig in das Pariser Gefängnis La Santé. Er wurde Mitglied der kleinen kommunistischen Groupes d’Etudes Communistes. Die Gruppe unterstützte seine vergebliche Kandidatur für die verfassunggebende Versammlung für die IV. Republik in Paris. Später trat er der von Mamadou Konaté gegründeten Partei Bloc soudanais, später Union soudanais, bei, deren Generalsekretär er 1947 wurde.

Nach Gründung der Partei Rassemblement Démocratique Africain (RDA) in Bamako, deren Vorsitzender Félix Houphouët-Boigny wurde, übernahm Keïta 1948 den Posten des Generalsekretärs der RDA für den französischen Sudan.

Parlamentarier

1948 wurde er Abgeordneter der Territorialversammlung, 1953 des Rates der Union Française und 1956 schaffte er den Sprung in die französische Nationalversammlung. Als erster Afrikaner wurde er Vizepräsident der Nationalversammlung. Im selben Jahr wurde er auch Bürgermeister von Bamako. 1957 gehörte er den Regierungen von Maurice Bourgès-Maunoury und Félix Gaillard als Staatssekretär an.

1958 wurde er Präsident der verfassunggebenden Versammlung der Fédération du Mali (Mali-Föderation). Nach dem Austritt Obervoltas und Dahomeys gehörten dieser noch der französische Sudan sowie Senegal an. Nach der Unabhängigkeit der Föderation am 20. Juli 1960 zerbrach der Staat bereits am 22. August 1960 an den Differenzen zwischen Keïta und Léopold Sédar Senghor. In der kurzlebigen Föderation war Keïta seit dem 4. April 1959 Regierungschef.

Präsident

Keïta proklamierte am 22. September 1960 die Republik Mali und wurde ihr erster Präsident. Gestützt auf die Einheitspartei Union soudanais verfolgte er eine sozialistische Politik. Die Beziehungen zu Frankreich kühlten in seiner Amtszeit stark ab. 1962 schaffte Keïta den CFA-Franc in Mali ab, was der Wirtschaft des Landes stark schadete. Mit dem Scheitern seiner Wirtschaftspolitik musste der Franc malien 1963 und 1967 stark abgewertet werden. 1984 kehrte das Land in die Franc-Zone zurück.

Außenpolitisch trat er auch nach dem Scheitern der Mali-Föderation für die Einheit der afrikanischen Staaten ein und arbeitete eng mit den Staatschefs von Guinea, Ahmed Sékou Touré und Ghana, Kwame Nkrumah zusammen. 1963 wirkte er an der Charta der Organisation für Afrikanische Einheit mit.

Oppositionelle ließ Keïta einsperren, zur Sicherung seiner Macht wurden Volksmilizen aufgestellt.

Sturz

Am 19. November 1968 wurde Keïta durch einen Militärputsch unter Oberst Moussa Traoré gestürzt. Nach seiner Entmachtung wurde er eine Zeit lang in die abgelegene Stadt Kidal im Norden des Landes verbracht. Keïta verbrachte den Rest seines Lebens als Gefangener und starb am 16. Mai 1977 unter ungeklärten Umständen, was im Land zu Unruhen führte.

Rehabilitierung

Nach dem Sturz Traorés 1991 wurde er ein Jahr später vom neuen Präsidenten Amadou Toumani Touré offiziell rehabilitiert. Am 6. Juni 1999 wurde in Bamako die Gedenkstätte Memorial Modibo Keïta eingeweiht. Ebenso trägt das Fußballstadion Stade Modibo Keïta, ebenfalls in Bamako, seinen Namen.

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