Mitt Romney


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Mitt Romney

Willard Mitt Romney [ˈɹɑːmnɪ] (* 12. März 1947 in Detroit, Michigan) ist ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei und ehemaliger Gouverneur des Bundesstaates Massachusetts. Er war einer der Kandidaten der Republikanischen Partei im Kampf um die Nominierung für die Präsidentschaftswahl 2008 und kämpft auch um die Kandidatur der Republikanischen Partei für die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2012.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Mitt Romney wurde in Detroit geboren. Sein Vater George W. Romney war von 1963 bis 1969 Gouverneur von Michigan. Seine Mutter Lenore bewarb sich 1970 im Michigan erfolglos für die Republikaner um einen Sitz im US-Senat. Er hat drei Geschwister und besuchte die Cranbrook School (heute: Cranbrook Kingswood School) in Bloomfield Hills, die zur Cranbrook Educational Community gehört.

Er ist seit 1969 mit Ann Lois Davies verheiratet; sie haben fünf erwachsene Söhne und sechzehn Enkelkinder. Mit seiner Frau lebt er in Boston. Mitt Romney ist Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage[1] und war als junger Erwachsener zwei Jahre missionarisch in Frankreich tätig.[2]

Er hat einen Master of Business Administration und einen Abschluss in Rechtswissenschaften (Juris Doctor) von der Harvard University. Nach seinem Studiumsabschluss arbeitete er für die Unternehmensberatung Bain & Company in Boston. Romney war Gründungspartner der 1984 gegründeten Private-Equity-Gesellschaft Bain Capital. Im Jahr 1994 versuchte er gegen Edward Kennedy in den US-Senat gewählt zu werden. Romney wurde von Kennedy geschlagen, erhielt aber 41 Prozent der Stimmen, das beste Ergebnis, das je ein republikanischer Kandidat gegen Kennedy erhielt.

Ab 1999 war er mit der Organisation der XIX. Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City, Utah, beauftragt.

Gouverneur von Massachusetts

Im Jahr 2002 wurde er als republikanischer Kandidat für das Gouverneursamt von Massachusetts von der Republikanischen Partei nominiert. Im November desselben Jahres wurde Romney zum 70. Gouverneur von Massachusetts gewählt: Er erhielt 50 Prozent der Stimmen, die demokratische Kandidatin Shannon O’Brien 45 Prozent der Wählerstimmen. Seine Wahl erregte Aufsehen, da Massachusetts als einer der liberalsten Staaten in den USA gilt und demokratische Kandidaten dort üblicherweise klare Vorsprünge vor ihren republikanischen Mitbewerbern erzielen. Als Gouverneur erreichte er, dass der Haushalt des Bundesstaates ausgeglichen wurde und sogar Überschüsse verbuchte.

Im November 2004 versuchte er die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes des Bundesstaates zu gleichgeschlechtlichen eheähnlichen Partnerschaften durch eine Änderung der Verfassung, welche die Ehe auf Mann und Frau beschränkt hätte, zu verhindern.

Im Dezember 2004 kündigte Romney an, er wolle einen Vorschlag einbringen, in Massachusetts die Todesstrafe wieder zu erlauben. Der Gesetzesentwurf, der die Todesstrafe für Terrorismus, Massenmord und Mord an einem Polizeibeamten vorsah, wurde dem Repräsentantenhaus von Massachusetts am 28. April 2005 vorgelegt. Der Gesetzentwurf wurde mit 99 Stimmen gegen 53 abgelehnt. Er legte außerdem sein Veto gegen die Stammzellenforschung ein, das Parlament überstimmte sein Veto jedoch deutlich.

Bei einer Umfrage zur Popularität der Gouverneure in den 50 US-Bundesstaaten im Dezember 2005 landete er mit einer Zustimmung von 49 Prozent gegen 45 Prozent Ablehnung auf Platz 31.

Präsidentschaftskandidatur 2008

Logo der Präsidentschaftskandidatur 2008

Als er am 24. Dezember 2005 ankündigte, sich nicht der Wiederwahl als Gouverneur zu stellen, sahen viele darin eine Entscheidung, die in Hinblick auf eine Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei für 2008 getroffen wurde.

Mitt Romney kündigte am 13. Februar 2007 offiziell seine Kandidatur für das Präsidentenamt an[3] und sammelte insgesamt 44 Mio. US-Dollar an Spendengeldern, deutlich mehr als seine Konkurrenten Rudolph Giuliani, Fred Thompson und Mike Huckabee. Er konnte in den Bundesstaaten Wyoming, Nevada, Michigan, Maine, Massachusetts, Colorado, Minnesota, Montana, North Dakota und Utah die meisten Stimmen für sich verbuchen.[4]

Am 11. August 2007 ging Romney mit ca. 32 % der Stimmen als Sieger der Straw Poll in Ames, Iowa hervor. Diese nicht bindende Abstimmung gilt als erster wichtiger Indikator für die Organisation der Kandidaten vor den parteiinternen Vorwahlen (Caucus) im Januar 2008. Auch der damalige Gouverneur von Texas, George W. Bush, siegte 1999 bei dieser Testwahl und wurde anschließend Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei. Mitt Romney galt laut Umfragen lange Zeit neben Iowa auch im wichtigen Vorwahlstaat New Hampshire als Favorit.[5] Bei beiden Vorwahlen konnte er jedoch trotz einer anfänglich unangefochtenen Führungsposition nur den zweiten Platz für sich verbuchen (25 % in Iowa, hinter Mike Huckabee; 32 % in New Hampshire, hinter John McCain).

Romney gewann am 5. Januar 2008 die Vorwahlen im Bundesstaat Wyoming. Dort erhielt er acht von zwölf Stimmen, die nach Ende der Vorwahlen auf dem Parteitag der Republikaner ausgezählt werden. In Iowa erhielt er 12 Stimmen, während sein Konkurrent Huckabee dort 17 Stimmen errang. Die Vorwahlen in Michigan konnte er deutlich für sich entscheiden[4], ebenso die Vorwahlen in Maine.[6]

Am 7. Februar 2008 stieg Romney aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur aus. „Ich fühle, dass ich jetzt beiseite treten muss“ [7], erklärte Romney. Er zog damit die Konsequenzen aus seinem unbefriedigenden Abschneiden bei den parteiinternen Abstimmungen über die Spitzenkandidatur am Super Tuesday.

Im April 2011 kündigte Romney an, seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2012 vorzubereiten.[8]

Politische Standpunkte

Mitt Romney mit seiner Ehefrau Ann (2007)

Als Gouverneur von Massachusetts galt Romney als gemäßigter Vertreter seiner Partei, seine Gesundheitsreform war jener der Obama-Regierung in vielen Punkten ähnlich. Mittlerweile gehört Romney dem konservativen Flügel der Republikanischen Partei an.[9] Mehrfach wurde ihm daher Opportunismus vorgeworfen.[10]

Er lehnt gleichgeschlechtliche Ehen ab, aber ist mit der Einführung von Eingetragenen Partnerschaften in den einzelnen US-amerikanischen Bundesstaaten einverstanden.[11] Zudem setzt er sich für das Bildungsgutscheinmodell ein, das Eltern ermöglicht, die Schule für ihr Kind frei auszuwählen und eventuell auf eine Privatschule zu schicken. Er befürwortet ferner, dass Eltern ihre Kinder zuhause unterrichten dürfen und möchte Kinder vor Pornographie und Gewalt in den Medien schützen.[12]

Romney hat eine harte Haltung gegenüber illegalen Einwanderern, lehnt die nachträgliche Legalisierung ab, unterstützt die Entsendung zusätzlicher Soldaten in den Irak, kann sich aber eine Truppenreduktion vorstellen.[12] Außerdem plant er eine Gesundheitsreform, die den Markt ausbauen und deregulieren, und den Amerikanern somit den Zugang zu einer privaten Krankenversicherung erleichtern soll. Dies soll ohne Steuererhöhungen geschehen.[13]

Er ist ein Kritiker des Rechtes auf Abtreibung, das er bei seinen Wahlkämpfen in Massachusetts 1994 und 2002 noch befürwortete.[14] Er warnte in einer Wahlkampfrede, die USA dürften nicht „das Frankreich des 21. Jahrhunderts werden“. „Europa steht vor einem demografischen Desaster, das ist das unvermeidliche Produkt eines geschwächten Glaubens an den Schöpfer, gescheiterten Familien, einer Missachtung der Heiligkeit des menschlichen Lebens und einer erodierten Moral.“ [15]

Romney bezeichnet 2010 die Verabschiedung der Gesundheitsreform als Machtmissbrauch und „eine historische Usurpation des Gesetzgebungsprozesses“, obwohl sie, worauf Paul Krugman hinweist, seinen einstigen eigenen Reformplänen ziemlich nahe kommt.[16]

Einzelnachweise

  1. n-tv
  2. Glaubenskampf ums Weiße Haus, Tagesspiegel 7. Dezember 2007
  3. Ein Mormone will ins Weiße Haus
  4. a b Reuters: „WRAPUP 6-US Republican Romney wins Michigan primary“ (15. Januar 2008)
  5. Straw Poll: Brot und Spiele auf Amerikanisch
  6. http://kurier.at/nachrichten/128676.php
  7. http://www.cnn.com/2008/POLITICS/02/07/romney.campaign/index.html?eref=rss_topstories
  8. http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/04/12/International/Republikaner-Mitt-Romney-will-US-Praesident-werden?WT.zugang=front_na4
  9. n-tv:Kandidatensuche in den USA
  10. Tagesanzeiger: Den Republikanern fehlt für 2012 ein Zugpferd
  11. CNN:Massachusetts governor urges gay civil unions, not marriage
  12. a b Die Presse.com: US-Wahl Die wichtigsten Bewerber
  13. NZZ Online:Mitt Romney – Geheimfavorit
  14. Mitt Romney says he opposes Abortion MSNBC, 7. Februar 2007
  15. Stern: Europa hat „moralisch und religiös versagt“
  16. Paul Krugman: Going to Extreme. The New York Times, 25. März 2010.

Weblinks

 Commons: Mitt Romney – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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