Mimih

Mimih
Mimihs als Felsmalerei am Nourlangie Rock im Kakadu-Nationalpark

Mimihs, auch Mimi genannt, sind feengleiche Wesen, die in den Traumzeitgeschichten der Aborigines des Arnhemlandes im Norden von Australien vorkommen. Es sind menschliche Wesen, die die Felsen bewohnen.

Sie sind extrem dünn und haben gestreckte Körper, sodass die Gefahr besteht, dass sie bei starkem Wind zerbrechen oder hinweggefegt werden. Deshalb verbringen sie die meiste Zeit in Felsspalten, wo sie sich vor Wind schützen oder bei Wind mit dem Stein verschmelzen. Mimihs haben menschenähnliche Körper, sind aber kleiner. In den Mythen der Aborigines sollen die Mimihs ihnen gesagt haben, wie man jagt, Kängurufleisch zubereitet und Feuer entfacht. Es gibt aber auch Mythen, wonach sie Jäger in ihr Felsenland führten und die Jäger sich in Mimihfrauen verliebten und nicht mehr zurückkehrten.

Die Mimih sind Teil einer von den Kuninjku-Aboringes praktizierten Zeremonie, die Mamurrng genannt wird und das Thema Leben und Tod zeigt. Diese Zeremonie wird von ihnen durchgeführt, wenn anderssprachige Aborigines in ihr Land kommen, oder nach der Geburt eines Knaben.

In der Kunst der Aborigines spielen die Felszeichnungen und die hölzernen Skulpturen der Mimih eine gewisse Rolle. Mimihfiguren wurden vor allem von dem Aboriginekünstler Crusoe Kuningbal in den frühen 1970er Jahren geformt; nach seinem Tod führte sein Sohn diese Kunstform in 3 bis 4 Meter hohen Plastiken weiter. Es gibt aber auch weitere Künstler, die sich dem Mimih-Thema gestalterisch widmen.

In den gemalten Werken oder Zeichnungen des deutschen Bildhauers und Malers A. R. Penck kommen mimih-ähnliche männliche Figuren als Strichzeichnungen vor.

Quelle


Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Нужна курсовая?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Kuningbal — Crusoe Kuningbal, auch Guningbal genannt, (* 1922; † 1984) ist ein Künstler der Aborigines, der vor allem Holzplastiken herstellte. Sein Thema waren die Felsengeister, die Mimihs. Crusoe Kuningbal schuf Mimih Skulpturen für Zeremonien, die aus… …   Deutsch Wikipedia

  • Crusoe Kuningbal — Crusoe Kuningbal, auch Guningbal genannt, (* 1922; † 1984) ist ein Künstler der Aborigines, der vor allem Holzplastiken herstellte. Sein Thema waren die Felsengeister, die Mimihs. Crusoe Kuningbal schuf Mimih Skulpturen für Zeremonien, die aus… …   Deutsch Wikipedia

  • Mimi (Skulptur) — Mimihs als Felsmalerei am Nourlangie Rock im Kakadu Nationalpark Mimihs, auch Mimi genannt, sind feengleiche Wesen, die in den Traumzeitgeschichten der Aborigines des Arnhemlandes im Norden von Australien vorkommen. Es sind menschliche Wesen, die …   Deutsch Wikipedia

  • Kakadu National Park — Kakadu Escarpment …   Deutsch Wikipedia

  • Indigenous Australian art — is art produced by Indigenous Australians, covering works that pre date European colonization as well as contemporary art by Aboriginal Australians based on traditional culture.It has a history which covers over 40,000 years, and represent a… …   Wikipedia

  • Kunst der Aborigines — Hohler Baumstamm als ein Grabzeichen Die Kunst der Aborigines, auch englisch Aboriginal Art genannt, zählt zu „den ältesten kontinuierlichen Kunsttraditionen der Welt“.[1] Sie wird von indigenen Australiern, den Aborigines, geschaffen und umfasst …   Deutsch Wikipedia

  • Kakadu-Nationalpark — Kakadu Escarpment …   Deutsch Wikipedia

  • Mimi — steht für: eine Handpuppe aus ORF Kinderserien, siehe Mimi (Puppe) Mimì, die Hauptfigur in Giacomo Puccinis Oper La Bohème einen Asteroiden, siehe (1127) Mimi eine mythologische Figur der Aborigines: Mimih einen Film von King Vidor: Mimi (Film)… …   Deutsch Wikipedia

  • Strichmännchen — Ein Strichmännchen Strichmännchen in einem Drachenboot Ein Strichmännchen ist ein stilisiertes Bild eines …   Deutsch Wikipedia

  • Nourlangie Rock — Burrunggui (previously called Nourlangie Rock) is located in an outlying formation of the Arnhem Land Escarpment within the Kakadu National Park which is in the Northern Territory of Australia. It can be reached off the Kakadu Highway between… …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”